| − | ''Hall den 17 April 1882[.] Mein Theurer Lieber Franz[.] Schon lange wohlte [!] ich dir lieber Franz schreiben, alein meine rechte Hand hat so gezitert das es mir unmöglich war, so gerne ich dir gedankt hätte für deinen Brief, er enthielt zwar eine sehr schmerzliche Nachricht von den hinscheiden meiner lieben lieben Schwester<ref>[[Antonia Lürzer von Zechenthal]], Toni, * 1803; † 15. März 1882 in Salzburg, Mutter von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]</ref>, auf welche ich mich schon so jnnigst gefreut habe, einige Wochen so recht gemütlich zusamen zu leben, in diesen Fall kann / nur die Religion u die Zeit trösten u der Gedanken daß Sie in Ihrer waren Haimat [!] ist, im Himmel, u Sie nicht mehr zurück möchte. Traurig ist ist'' [zweites "ist" gestrichen] ''es nur für die zurück gebliebenen, ich glaube gerne lieber Franz, das dir unendlich leid ist um die liebe gute Mutter sie war so ganz Liebe u Sorgfalt in jeder Hinsicht. Für mich war es schon auch sehr hart, am 2 ten März den Bruder / Leopold<ref>Leopold Lürzer von Zechental (* 14. Oktober 1805 in Hallein; † 2. März 1882 vielleicht in Lustenau, Vorarlberg, wo er "Kommerzialzollamtsaufseher" war.)</ref>, u am 15 März meine liebe unvergesliche Schwester Toni'' [Verb fehlt], ''es [ist] mir oft so traurig zu muht [!] das ich jetzt so allein da stehe, keine liebende Schwester u keinen Bruder zu haben. Denke lieber Franz am 9 Marz hat die Toni mir noch einen 4 Seiten langen lieben Brief geschrieben u keine silbe noch vom krank sein, u am 15 ist Sie schon gestorben. Wie lieber Franz geht es deiner lieben Frau u Kinderle, seyd Ihr möglichst wohl, wie es eben diese traurigen Umstände erlauben, bei mir ist es auch so,'' [wie; Kleks] ''bei so alten Personen wie ich bin, nehmlich 81 Jahr / da hat immer etwas zu bekämpfen u geht halt schwer, weil man schwach ist, jenun in Gottes Namen alles zu seiner Ehre. Sei so gut u lasse mich wieder ein mal etwas von Euch meine lieben hören, wie es Euch allen geht, meine Hand zitert schon wieder gewaltig. Grüße deine liebe Frau und und Kinderle herzlich von mir[.] Euch allen den Schutz Gottes Empfehlend verbleibe ich Deine dich liebende Tante Theres v Lürzer'' | + | ''Hall den 17 April 1882[.] Mein Theurer Lieber Franz[.] Schon lange wohlte [!] ich dir lieber Franz schreiben, alein meine rechte Hand hat so gezitert das es mir unmöglich war, so gerne ich dir gedankt hätte für deinen Brief, er enthielt zwar eine sehr schmerzliche Nachricht von den hinscheiden meiner lieben lieben Schwester<ref>[[Antonia Lürzer von Zechenthal]], Toni, * 1803; † 15. März 1882 in Salzburg, Mutter von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]</ref>, auf welche ich mich schon so jnnigst gefreut habe, einige Wochen so recht gemütlich zusamen zu leben, in diesen Fall kann / nur die Religion u die Zeit trösten u der Gedanken daß Sie in Ihrer waren Haimat [!] ist, im Himmel, u Sie nicht mehr zurück möchte. Traurig ist ist'' [zweites "ist" gestrichen, Anm.] ''es nur für die zurück gebliebenen, ich glaube gerne lieber Franz, das dir unendlich leid ist um die liebe gute Mutter sie war so ganz Liebe u Sorgfalt in jeder Hinsicht. Für mich war es schon auch sehr hart, am 2 ten März den Bruder / Leopold<ref>Leopold Lürzer von Zechental (* 14. Oktober 1805 in Hallein; † 2. März 1882 vielleicht in Lustenau, Vorarlberg, wo er "Kommerzialzollamtsaufseher" war.)</ref>, u am 15 März meine liebe unvergesliche Schwester Toni'' [Verb fehlt, Anm.], ''es [ist, Anm.] mir oft so traurig zu muht [!] das ich jetzt so allein da stehe, keine liebende Schwester u keinen Bruder zu haben. Denke lieber Franz am 9 Marz hat die Toni mir noch einen 4 Seiten langen lieben Brief geschrieben u keine silbe noch vom krank sein, u am 15 ist Sie schon gestorben. Wie lieber Franz geht es deiner lieben Frau u Kinderle, seyd Ihr möglichst wohl, wie es eben diese traurigen Umstände erlauben, bei mir ist es auch so,'' [wie; Kleks, Anm.] ''bei so alten Personen wie ich bin, nehmlich 81 Jahr / da hat immer etwas zu bekämpfen u geht halt schwer, weil man schwach ist, jenun in Gottes Namen alles zu seiner Ehre. Sei so gut u lasse mich wieder ein mal etwas von Euch meine lieben hören, wie es Euch allen geht, meine Hand zitert schon wieder gewaltig. Grüße deine liebe Frau und und Kinderle herzlich von mir[.] Euch allen den Schutz Gottes Empfehlend verbleibe ich Deine dich liebende Tante Theres v Lürzer'' |