| − | 4. März [1882] ohne Umschlag, Salzburg, Trauerrand, Louise Spängler an Fanni Spängler:<br /> ''Liebe Fani! Endlich sind wir nun mit dem packen der Kiste fertig, es war mir wirklich recht schwer die ganze Wohnung zu räumen, denn die Erinnerung an die liebe Großmutter kam immer wieder, und man sah mit welchem Fleiß sie die Ordnung überall aufrecht erhielt. Ich muß dir nun einiges über den Inhalt der Kiste schreiben. Wäsche, Kleidungsstücke, Bilder, Spiegel, sowie das Bett ist alles im Kasten, betreffs des Unterbeetes [!], welches du nicht geschickt haben wolltest will ich dir nun mittheilen, daß es mich zum verkaufen reute, ich habe mit deiner Mutter gesprochen, weilche meinte du sollst Kopfkißen daraus machen, ich habe es auch gethan und habe 5 Kißen bekommen, welche recht gut sind. Du wirst die Federn in 2 Reben [?] finden, das kommt daher weil ich Anfangs nur die Hälfte schicken wollte, dann aber wollte der Packer mehr Gegenstände um die Kiste zu füllen, und so gab ich die zweite Hälfte auch noch her. Deine Mutter bat mich es gewiß zu schicken. Das Spiel welches du in der Kiste findet [!], schicket meine Maman deinen Kindern; sie hatte an den Tellern mit grünen Rande welche wir ihr als Andenken an die Mutter gaben eine große Freude'' [vgl. Liste bei dem Brief vom 10. April]. ''Die Bücher waren um sie in die Kiste zu legen zu schwer, wir packten sie in eine eigene Kiste, beide Kisten sind heute abgeschickt worden. Einige Küchen-Geräthe welche nicht schwer sind, haben wir auch inein gepackt. Ferner kommt noch die Couvertdecke nebst derselben Tischdecke, und 2 Bettdecken. Für den eingelegten Kasten, denn wir Euch schickten, haben wir uns einen Chiffonier und einen ordinären grauen Kasten behalten, welchen ich als Rumpelkasten benützen. Die Kiste haben wir liegend im Hofraume gepackt, und ich denke es wird auch wieder am Besten sein, wenn ihr sie in Eurem Hofe aufmachen und die Stücke hinauftragen laßt. Obenauf in der Kiste liegt noch Stroh was wir zum füllen des Kastens brauchten, die Casette mit Silber sowie das Kistchen mit Gläser und Schalen werdet ihr auch finden. 2 Dutz. Gedenkbilder der sel. Großmutter werdet ihr auch finden, wir finden sie sehr gut; es wird immer ein trauriges Andenken bleiben. Ich wünsche dir zu deiner Entbindung viel Glück; es würde mich freuen wenn es ein Knabe wäre. Wenn auch die Großmutter nicht mehr lebt so hoffe ich, daß wir deswegen einander nicht XXX XXX Grüße an die deinen von Otto den Kindern u. deine Schwägerin Luise'' [Louise Spängler, geb. Duregger] | + | 4. März [1882] ohne Umschlag, Salzburg, Trauerrand, Louise Spängler an Fanni Spängler:<br /> ''Liebe Fani! Endlich sind wir nun mit dem packen der Kiste fertig, es war mir wirklich recht schwer die ganze Wohnung zu räumen, denn die Erinnerung an die liebe Großmutter kam immer wieder, und man sah mit welchem Fleiß sie die Ordnung überall aufrecht erhielt. Ich muß dir nun einiges über den Inhalt der Kiste schreiben. Wäsche, Kleidungsstücke, Bilder, Spiegel, sowie das Bett ist alles im Kasten, betreffs des Unterbeetes [!], welches du nicht geschickt haben wolltest will ich dir nun mittheilen, daß es mich zum verkaufen reute, ich habe mit deiner Mutter gesprochen, weilche meinte du sollst Kopfkißen daraus machen, ich habe es auch gethan und habe 5 Kißen bekommen, welche recht gut sind. Du wirst die Federn in 2 Reben [?] finden, das kommt daher weil ich Anfangs nur die Hälfte schicken wollte, dann aber wollte der Packer mehr Gegenstände um die Kiste zu füllen, und so gab ich die zweite Hälfte auch noch her. Deine Mutter bat mich es gewiß zu schicken. Das Spiel welches du in der Kiste findet [!], schicket meine Maman deinen Kindern; sie hatte an den Tellern mit grünen Rande welche wir ihr als Andenken an die Mutter gaben eine große Freude'' [vgl. Liste bei dem Brief vom 10. April, Anm.]. ''Die Bücher waren um sie in die Kiste zu legen zu schwer, wir packten sie in eine eigene Kiste, beide Kisten sind heute abgeschickt worden. Einige Küchen-Geräthe welche nicht schwer sind, haben wir auch inein gepackt. Ferner kommt noch die Couvertdecke nebst derselben Tischdecke, und 2 Bettdecken. Für den eingelegten Kasten, denn wir Euch schickten, haben wir uns einen Chiffonier und einen ordinären grauen Kasten behalten, welchen ich als Rumpelkasten benützen. Die Kiste haben wir liegend im Hofraume gepackt, und ich denke es wird auch wieder am Besten sein, wenn ihr sie in Eurem Hofe aufmachen und die Stücke hinauftragen laßt. Obenauf in der Kiste liegt noch Stroh was wir zum füllen des Kastens brauchten, die Casette mit Silber sowie das Kistchen mit Gläser und Schalen werdet ihr auch finden. 2 Dutz. Gedenkbilder der sel. Großmutter werdet ihr auch finden, wir finden sie sehr gut; es wird immer ein trauriges Andenken bleiben. Ich wünsche dir zu deiner Entbindung viel Glück; es würde mich freuen wenn es ein Knabe wäre. Wenn auch die Großmutter nicht mehr lebt so hoffe ich, daß wir deswegen einander nicht XXX XXX Grüße an die deinen von Otto den Kindern u. deine Schwägerin Luise'' [Louise Spängler, geb. Duregger, Anm.] |