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| | Franz Spängler an Fanni Spängler: [Pottenstein, 19. August 1882]<br /> | | Franz Spängler an Fanni Spängler: [Pottenstein, 19. August 1882]<br /> |
| | ''Liebste Fanni! In Beantwortung deiner letzten Karte inbetreff des Schlüßels möchte ich dir folgendes vorschlagen. - Da es Frl Rupi seit gestern um vieles bessergeht, so kann ich die Schlüssel dr Frl Anna Zemsauer [?] geben, u[nd] ich habe sie auch bereits darum gebeten, u sie es mir gestattet. Es frägt sich nur, welche Schlüßel? Soll ich insbes. auch jenen Schlüßel den jezt Frau Steinmayer hat derselben abverlangen u. dr Zemsauer geben? Was die Rückkunft der Anna betrifft so besteht doch keine Nothwendigkeit, d[a]ß sie mit dem lezten um 1/2 11 Uhr ankommenden Abendzuge hier eintrifft, sie kann ja bereits mit dem Zuge um 8 Uhr kommen, od[er] auch am Samstag früh, denn ich meine, dß es uns fast besser taugen wird, am Samstag im Gasthause zu essen, od schon zu Hause zu kochen. - Diese leztere Frage können wir übrigens auch noch mündlich besprechen, die erstere wegen der Schlüßel-Aufbewahrung ist aber schon teilweise erledigt; über die eben noch offengelassenen Punkte bitte ich umgehend um deine Willensmeinung. - Gestern Abends war ich bei Zink [?] eingeladen, beide lassen sich dir empfehlen/ Neues kann ich nichts berichten. Ich schließe für heute, u küße u grüße dich u die Kinder herzlichst. Dein treuer Franz - Pottenstein 19. 8. 1882.'' | | ''Liebste Fanni! In Beantwortung deiner letzten Karte inbetreff des Schlüßels möchte ich dir folgendes vorschlagen. - Da es Frl Rupi seit gestern um vieles bessergeht, so kann ich die Schlüssel dr Frl Anna Zemsauer [?] geben, u[nd] ich habe sie auch bereits darum gebeten, u sie es mir gestattet. Es frägt sich nur, welche Schlüßel? Soll ich insbes. auch jenen Schlüßel den jezt Frau Steinmayer hat derselben abverlangen u. dr Zemsauer geben? Was die Rückkunft der Anna betrifft so besteht doch keine Nothwendigkeit, d[a]ß sie mit dem lezten um 1/2 11 Uhr ankommenden Abendzuge hier eintrifft, sie kann ja bereits mit dem Zuge um 8 Uhr kommen, od[er] auch am Samstag früh, denn ich meine, dß es uns fast besser taugen wird, am Samstag im Gasthause zu essen, od schon zu Hause zu kochen. - Diese leztere Frage können wir übrigens auch noch mündlich besprechen, die erstere wegen der Schlüßel-Aufbewahrung ist aber schon teilweise erledigt; über die eben noch offengelassenen Punkte bitte ich umgehend um deine Willensmeinung. - Gestern Abends war ich bei Zink [?] eingeladen, beide lassen sich dir empfehlen/ Neues kann ich nichts berichten. Ich schließe für heute, u küße u grüße dich u die Kinder herzlichst. Dein treuer Franz - Pottenstein 19. 8. 1882.'' |
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| | + | ==== Brief vom 21. August 1882 von Fanni Spängler an Franz Spängler ==== |
| | + | Brief von [[Franziska Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] ohne Umschlag. Ein Bogen; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]; [?] = fraglich; XX = unleserlich:<br /> |
| | + | ''Salzburg, 21./8 1882. // Lieber Mann! // Gestern und heute warte ich vergebens auf eine Zeile von daheim, ich habe schon große Angst, daß dir oder einem der Kinder etwas geschehen ist. Ich bitte dich um Gottes willen, mir'' [unterstrichen:] ''umgehend zu schreiben, wie es Euch geht. Sollte etwas Übles vorgefallen sein, so bitte ich dich innig, verschweige mir nichts, denn die Ungewißheit ist so peinlich. Daß ich bisher täglich Nachricht von XX [dir?] erhielt, war mir eine solche Kraft, denn du glaubst nicht, wie es mir schwer ist, daß ich dich und die beiden Kinder vermißen muß. /'' |
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| | + | ''Durch das Ausbleiben einer Nachricht von Euch ist meine Stimmung sehr gedrü[c]kt. // Es ist gut, daß heute Tante Pepi so lieb war, mich einzuladen, vielleicht vergeße ich bei ihr meine Sorge. // Sonst geht es uns gut gestern haben wir die Fahrt nach Hellbrunn dem Wetter abgetro[t]zt. Franzi hat zweimal das Spritzwerk gesehen, das war der Hauptzweck der Fahrt Mit der Bitte, mir bald und'' [unterstrichen:] ''wahrheitsgetreu zu schreiben wie es Euch Allen geht, schließe ich. Es zählt die Tage bis wir uns wiedersehn // Deine Alte. // An Rosa und die Kinder 1000 Gru[ü]ße'' |
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| | + | ==== Brief vom 26. August 1882 von Fanni Spängler an Franz Spängler ==== |
| | + | Brief von [[Franziska Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] ohne Umschlag. Ein Bogen, eingedruckt "Salzburg"; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]; [?] = fraglich; XX = unleserlich:<br /> |
| | + | [Salzburg] ''den 26 August 1882 // Mein liebster Mann! // Es bleibt also dabei, ich reise Montag den 28. August früh mit dem Zug um 6 Uhr 23 M. ab. Ich freue mich schon unendlich auf dich, Rosa und die Kinder. Großmutter meinte wo[h]l einmal, ich solle noch ein paar Tage zugeben, doch glaube ich, sie sehnt sich wieder nach Rosa und Ordnung und dann wird der Abschied ja nicht leichter, wenn man ihn verschiebt. Ich bin auch außerdem so arrogant, anzunehmen, daß es in Pottenstein einen gewißen Ruhestörer /'' |
| | + | [oben, auf dem Kopf:] ''Von Großmutter viele Grüße. Franzi ist bei der Toni XX. Mutter u. Mari sind heute in AdenXX'' [unten, auf dem Kopf:] ''Heute habe ich noch keine Karte. Vielleicht Abends! 3 ½ Uhr Nach''[mittags] |
| | + | ''gibt, der seinem Hauskreuz lieber am 28/8 als am 30./8 entgegenkommen will. // Habe ich ganz Unrecht? – – Zu erzählen habe ich eine ganze Menge, doch will ich es mündlich thun; auch vermute ich, daß Otto’s Brief dich ein wenig neugierig gemacht hat, behalte mir aber auch die mündliche Erklärung vor. O wie will ich mich freuen wieder daheim bei dir, du Lieber zu sein. Unser Salzburg ist unvergleichlich schön, und gewiß hatte der Aufenthalt hier viel Angene[h]mes, aber unser kleines Pottenstein ist je[t]zt meine Heimat, weil du dort bist und / arbeitest und mir dort ein liebes Heim bereitet hast, und ich hoffe, mit Gottes Hilfe wieder gesund und fröhlich an deiner Seite zu leben, und wenn auch mein hitziges Blut manchmal ein wenig r[e]belliert, will ich mich doch bestreben, in allem Billigen [?] deinen Willen zu beachten. Dafür wollte ich aber ganz gehorsamst gebeten haben, das'' [unterstrichen:] ''Wort der Frau – auch ein wenig zu beachten und dir nicht zu viel Arbeit aufzubürden, sondern auch einmal ein wenig Ruhe dir zu gönnen und dir die Welt auch außerhalb deiner Bezirksgrenzen ein bischen zu betrachten!!'' [dreifach unterstrichen:] ''Es bleibt dabei! /'' |
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| | + | ''Heute traf ich zu meiner großen Freude das Ehepaar Babitsch auf dem'' [unterstrichen:] ''Platzl. Beide waren sehr lieb mit mir und empfehlen sich dir; die Frau Präsidentin läßt dir sagen, du sollst nicht zu fleißig sein. Herr v B: sieht schmal aus, er trägt je[t]zt einen weißen Bart, wie das Kinn rasi[e]rt, das macht ihn viel älter. Gestern und heute habe ich allerlei eingekauft für die Kinder. Je[t]zt schreibe ich nach Linz, daß ich durch komme, vielleicht kommt Mari auf den Bahnho[f] // Und nun lebe wo[h]l // so Gott will übermorgen auf Wiedersehn. // Wenn ich kann, so nehme ich die Karten bis Pottenstein, jedenfalls gebe ich den Koff[e]r so auf. Deine Fanni'' |
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