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| | "Mama Plachetka": von der Familie Plachetka ist in den Briefen und im Tagebuch des Franz Spängler von 1860/61 öfters die Rede; die Schwester der Marie Plachetka, Lida [verh. Guttenberg], ist auch eine gute Freundin von Fanni Schlegel, verh. Spängler. | | "Mama Plachetka": von der Familie Plachetka ist in den Briefen und im Tagebuch des Franz Spängler von 1860/61 öfters die Rede; die Schwester der Marie Plachetka, Lida [verh. Guttenberg], ist auch eine gute Freundin von Fanni Schlegel, verh. Spängler. |
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| | + | ==== Brief vom 14. August 1882 von Fanni Spängler an Franz Spängler ==== |
| | + | Brief von [[Franziska Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] ohne Umschlag. Ein Bogen; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]; [?] = fraglich; XX = unleserlich:<br /> |
| | + | ''Salzburg, 14/8 1882 // Mein lieber Mann! // Wir sind Gott sei dank sehr gut in Salzburg angekommen. Die Kinder waren während der Fahrt sehr brav und ruhig. Ein Telegramm abzusenden hatte ich heute Vormittags weder Zeit noch Ruhe und so sparte ich denn meine herzlichsten Grüße für die schriftliche Mittheilung. Die gute Mutter war selbst auf der Bahn und brachte mich und die Kinder heim. Großmutter ist recht gut beisammern, aber unruhig, wie ein perpetu[u]m mobile. Sie geht unabläßig herum. // Ehe ich noch angezogen war, kam schon Luise mit dem kleinen Rudolf<ref>Rudolf Spängler (* 3. Juni 1879)</ref> nachsehen, wie es mir geht, sie glaubte, / ich sei gestern Vormittags schon angekommen. Ich werde wahrscheinlich heute noch auf kurze Zeit hingehen. Franzi ist ganz glücklich bei ihren Tanten. Die Mutter sieht gut aus, heute sind Alle bei Hofrath Wagner geladen, daher konnten wir noch nicht viel mitsam[m]en reden. //'' |
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| | + | ''Und wie bist du heim gekommen, mein Liebster? Ich denke so viel an dich und die Kinder<ref>Sie ist offenbar nur mit den Ältesten Franzi und Antonia gereist; Rosa und die im Mai 1882 geborene Johanna bleiben in Pottenstein, Niederösterreich, beim Vater.</ref> Was macht mein verlaßnes Paarl? Ich darf nicht viel an Pottenstein denken, sonst kommt mir die Sehnsucht nach Euch Allen, obgleich es mich freut, meine Lieben hier wieder zu sehen. // Ich bitte dich, liebster Mann, gönne dir ein wenig Ruhe, ich laße nicht ab, dich darum zu bitten, denke daran / daß du nicht dir allein zugehörst sondern auch mir und den Kindern. Vergiß nicht auf’s Baden und Spazi[e]rengehn. // Franzi schickt dir Küßerln, sie ist bei den'' [unterstrichen:] ''"Tanten". // Sei nicht böse, daß ich schon schließe, ich schreibe auch noch an Rosa einige Worte, und morgen hoffe ich von dir zu hören. Gott schütze dich und die Kinder. Bleibe gut deiner Alten. Heute Nacht starb Kaufmann Triendl<ref>[[Anton III. Triendl]] († 13. August 1882)</ref>. Küße meine lieben Dirndln!!'' |
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| | + | [beiliegend ein Blatt an die Halbschwester Rosa Schlegel (* 1857), die im Haushalt hilft:] |
| | + | ''Salzburg 14/8 1882. // Liebe Tanten Ho! etc. // Da sind wir also wieder in der "lieben'' [unterstrichen:] ''Salzburger Stadt, die viel Kirchen und Kapellen und so manches Wirtshaus hat." // Denke dir die gute Mutter hat mich selbst angeholt auf der Bahn, ich freute mich über ihr gutes Aussehen. Zum rechten Plauschen hatten wir noch keine Zeit, Minna und Josefine waren gestern auf dem Ball im Kurhaus mit Hnagn [?]. Heute sind sie bei Hofrat Wagner geladen. Dadurch kommen wir heute nicht zusammen. Die Mutter freut sich, daß ich von deinem Befinden / Gutes meldete. Franzi und die Tanten haben gegenseitig großes Gefallen aneinander. // Wie geht es dir den, als Hausfrau? Was macht mein Doscherl? und meine Toni? Wenn ich viel an sie denke, bekomme ich Heimweh. Grüße und Küße die beiden Dirndeln, grüße Anna u Kathi Franzi schickt dir und Alle viele Bußerln. Heute über 14 Tage so Gott will auf frohes Wiedersehn. Während ich in die Stadt fuhr, berichtete ich der guten Mutter, daß ich mich schon so sehr auf Pottenstein freue. XX ich dich tausendmal grüße danke ich dir für all deine Mühe und bleibe deine dicke Schwester Fanni.'' |
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| | + | ==== Brief vom 18. August 1882 von Fanni Spängler an Franz Spängler ==== |
| | + | Brief von [[Franziska Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] ohne Umschlag. Ein Bogen; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]; [?] = fraglich:<br /> |
| | + | ''Salzburg, 18/8 1882 // Liebster Mann! // Zu meiner großen Freude und Beruhigung erhielt ich gestern Nachmittag noch deine Karte und Rosa’s lieben Brief. Gott sei gedankt, daß es Euch Allen so gut geht, daß vor Allem die Kinder gesund sind. // Vetter Eduard grüße ich herzlich, und bedaure, daß ich ihn dießmal nicht sehe. // Auch uns geht es gut, nur läßt das Wetter sehr viel zu wünschen übrig. Gestern fuhr ich mit Mutter und Franzi auf den neuen Friedhof. Es war viel zu wenig warm und schön, um Haana [?] mitzu- / nehmen, so blieb sie unter Minna’s Obhut. // Du glaubst nicht, Liebster, wie weh es mir that, meine Lieben so auf den Friedhöfen besuchen zu müßen. // Vorgestern brachte ich einen Kranz zu dem Grabe unserer lieben, guten Mutter<ref>[[Antonia Spängler]] († am 15. März 1882)</ref>, gestern einen ähnlichen auf die Grabstätte meines unvergeßlichen Vaters<ref>[[Richard Franz Schlegel]] († am 1. März 1881)</ref>. – Gott gebe ihnen Beiden die ewige Ruhe. // '' |
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| | + | ''Für den heutigen Nachmittag war Luise so freundlich, mich und die Kinder sammt meinen beiden jüngsten Schwester[n]<ref>die Halbschwestern Emma Schlegel (* 1867; † 1945) und Anna Schlegel (* 1868; † 1949) </ref> einzuladen. Wie wird nur / da wieder die gute Mutter fehlen! Alle fragen, wann denn du heuer nach Salzburg kommst? ich stelle dieselbe Frage an dich, mit der innigen Bitte, thue es deiner Gesundheit zu Liebe, und suche dich für einige Zeit frei zu machen. Wirst du diese Bitte erfüllen, danke ich dir, bei Koch [?] und bei Luise wird bis Neujahr Familienzuwachs erwartet. Das Dutzend scheint um jeden Preis vollzählig werden zu sollen. // Auch bei Gabriel kommt im Oktober wieder ein Kind, so sagte mir Tante Pepi. // Das Ehepaar Angermay[e]r war so freundlich mich bei der Mutter zu besuchen. Beide / sehen sehr gut aus sie grüßen dich bestens. Tante Pepi scheint für ihre Schwiegertochter nicht übermäßig zu schwärmen. Da ich heute auf einen Brief hoffe, so schließe ich nach Empfang desselben. Tausend Dank für deine lieben Zeilen. Verzeihe daß ich gleich schließe ich gehe zu Luise. Von Allen Grüße. Deine liebe gute Mutter fehlt mir hier überall. // Großmutter wird immer wunderlicher, doch komme ich gut aus mit ihr. Das Wetter ist heute schlecht. Man kann fast nicht auf die Gaße. // Ich freue mich schon sehr auf dich hast du mich denn lieb. Küß die Kinder und denke manchmal bei deinen holden Grundbüchern auch an deine Alte.'' |
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