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1872, Päckchen, zusammengeschnürt [erster Teil bis einschl. [[9. Februar]] 1872], von Fanni Schlegel (Nr. 19) an Franz II. Xaver Gregor Spängler (Nr. 18): ''Correspondenz-Karte Herrn Doctor Franz Spängler kk Gerichtsadjunkt, Mödling bei Wien;'' [Vermerk von Franz Spängler:] ''LIV erhalten 3/1 1872 beantwor[tet] 3/1: Salzburg 2 Jänner 1872 – Bis jetzt, ½ 5 Uhr Nachmittag erwartete ich vergebens die versprochene Postkarte; durch den morgen zu erwartenden Brief hoffe ich zu hören, daß die Reise recht gut zurückgelegt wurde. Ich konnte es nicht unterlaßen wenigstens in dieser Form tausend herzliche Grüße zu senden. Der nächste Brief wird ausführlich beantwortet werden. Mit herzlichem Lebewo[h]l F S.
 
1872, Päckchen, zusammengeschnürt [erster Teil bis einschl. [[9. Februar]] 1872], von Fanni Schlegel (Nr. 19) an Franz II. Xaver Gregor Spängler (Nr. 18): ''Correspondenz-Karte Herrn Doctor Franz Spängler kk Gerichtsadjunkt, Mödling bei Wien;'' [Vermerk von Franz Spängler:] ''LIV erhalten 3/1 1872 beantwor[tet] 3/1: Salzburg 2 Jänner 1872 – Bis jetzt, ½ 5 Uhr Nachmittag erwartete ich vergebens die versprochene Postkarte; durch den morgen zu erwartenden Brief hoffe ich zu hören, daß die Reise recht gut zurückgelegt wurde. Ich konnte es nicht unterlaßen wenigstens in dieser Form tausend herzliche Grüße zu senden. Der nächste Brief wird ausführlich beantwortet werden. Mit herzlichem Lebewo[h]l F S.
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==== Brief vom 15. Jänner 1872 von Franz Spängler an Fanni Schlegel ====
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Brief von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an [[Franziska Spängler]] ohne Umschlag. Ein Bogen; / = Seitenwechsel; // = Absatz; Leseabsatz eingefügt; [Ergänzung]; [?] = fraglich; XX = unleserlich:<br />
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''Mödling 15 / I 1872 // Meine liebe Fanny! // Gestern erhielt ich Deinen so lieben Brief gerade noch, bevor ich früh nach Wien fuhr u. hatte im Eisenbahnwagen reichliche Muße, um denselben wiederholt durch zu lesen, u. freute mich über denselben herzlich. // Nun dauert es ja hoffentlich nicht me[h]r so lange, bis Du wirklich meine liebe "Frau" sein wirst, u. nicht bloß Dir dieß vorstellst. Und ich hoffe daß [!] Du mir noch eine recht gute "Frau" sein werdest. In 3 Monaten von je[t]zt sind wir hoffentlich schon auf der Hochzeitsreise, u. es wird der von Dir schon öfter mit einem gewißen Besorgniß erwä[h]nte Abschied von / Salzburg auch überstanden sein, u. damit hoffentlich auch das "Fieber", von dem Du zu Weihnachten einige Male sprachest. // Auch der Abschied von der Großmutter wird sich Dir etwas erleichtern, wenn das Projekt ausgefü{h}rt<ref>"h" geschrieben und wieder gestrichen</ref> wird, dß sie wegen Vollendung der Einrichtung unserer Wo[h]nung hieherkömmt, u Du sie also dann bei Deinem Eintreffen hier wieder findest. //''
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''Denke Dir am 1. Febr habe ich bereits das 1. Mal den Zins'' [Miete, Anm.] ''für unsere neue Wo[h]nung zu za[h]len. So fügt sich in der Kette der Vorbereitungen ein Ring an den andern, u. der Tag der Vollendung rü[c]kt stets näher. / Ich möchte wo[h]l nicht bloß um der Erwäh[n]ung dieses Zinses an sich willen, sondern noch aus manchen anderen Gründen, recht se[h]r wünschen, dß diese Zeit bis dahin möglichst rasch vergehe; denn es ist die je[t]zige Zeit ein Uebergangsstadium, das, wären wir beisammen, ganz gewiß se[h]r schön u. poetisch wäre, das aber bei unserer Trauung auch manches minder angene[h]me mit sich bringt, in welchem auch mir so manche Aufregung – ja mitunter Beunruhigung nicht erspart bleibt, die ich, wäre ich bei Dir, viel leichter überwände, als so, wo ich Niemanden habe, mit dem ich mich über manche Fragen sofort aussprechen könnte. / Gestern speiste ich bei Gut[t]enberg; Maria, welche Dich grüßen läßt leidet an Grippe u Husten. Den Abend brachte ich mit Angermay[e]r u. Julius Spängler u deren Frauen im Gasthause zu; dieselben laßen Dich ebenfalls grüßen u Dir für die Mitunterfertig[un]g der Glü[c]kwunschkarten zu Neuja[h]r danken. Ich hätte dieß schon im le[t]zten Breife entrichten sollen, vergaß es aber damals.''
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''Noch muß ich Dir mitteilen dß leider unser gleichmäßiges Lesen im Liebesfrühling<ref>vgl. vorangehenden Brief vom 7. und 8. Jänner 1872</ref> nicht ausführbar ist, ich habe nämlich bei allen meinen Bekannten hier denselben nicht vollständig finden können, sondern nur eine Ausgabe der Gedichte Rü[c]kerts erhalten, in der eine Auswa[h]l aus dem Liebesfrühling enthalten ist; ich bitte Dich nichts desto weniger die Lektüre wie bisher fortzuse[t]zen; ich lese in meinem Auszuge täglich einmal u so werden sich doch so manchmal unsere Gedanken u. unsere Lektüre bei demselben Gedichte begegnen. // Nun lebe wo[h]l. Schreibe mir ja recht bald wieder. Grüße an die Großmutter. Es küßt u grüßt Dich herzlich // Dein treuer Franz''
 
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