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| | "Volljährigkeitserklärung": Fanni Schlegel ist am 1. Juni 1848 in Salzburg geboren, ist also fast 24 Jahre alt. Mit der Erklärung [siehe frühere Briefe] ist sie aber auch finanziell eigenverantwortlich (juristische Mündigkeitserklärung). | | "Volljährigkeitserklärung": Fanni Schlegel ist am 1. Juni 1848 in Salzburg geboren, ist also fast 24 Jahre alt. Mit der Erklärung [siehe frühere Briefe] ist sie aber auch finanziell eigenverantwortlich (juristische Mündigkeitserklärung). |
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| | + | ==== Brief vom 23. März 1872 von Franz Spängler an Fanni Schlegel ==== |
| | + | Brief von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an [[Franziska Spängler]] mit Umschlag, aufgedruckte Marke 5 kr.; rotes Lacksiegel "F. Sp."; Poststempel "Mödling 23/3 72", rückseitig "Salzburg Stadt 24/3 9-10 Früh 72"; "Frl" [unterstrichen:] " Fanny Schlegel // [unterstrichen:] Salzburg // Marktpla[t]z N 10 // II. St[oc]k". Ein Bogen; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]; [?] = fraglich; XX = unleserlich:<br /> |
| | + | ''Mödling 23/III 1872 // früh // Meine liebe Fanny! Ich danke Dir herzlich für Deinen gestern eingelangten Brief u. die Mitteilungen in demselben, die so deutlich u. erfreulich anzeigen, daß [!] die Vorbereitungen für den Tag unserer Verbindung sich allseitig vollenden, u. dß Du mit Freude und Sicherheit diesem Tage entgegengehst. Auch bei mir ist das Fieber wie ich es wirklich ausdrü[c]ken darf, in den le[t]zten Tagen viel besser geworden, doch noch nicht ganz verschwunden. // Uebrigens hat mir gestern Nachts u. heute Nacht von Dir, u zwar heute insbesondere von dem Morgen unserer Vermä[h]lung geträumt. Auf die Beantwortung Deiner Fragen übergehend bitte ich zunächst, mir die Statuten des Pensions-Institutes unter Kreuzband zuzusenden, da sie nicht mir gehören u. ich sie noch zurü[c]kstellen möchte. Dem Hr Pfarrer werde ich gelegentlich die Anfrage des Domherrn Aichinger / mitteilen, wenngleich ich mit Bestimmtheit anne[h]men kann, dß er die fragliche Bestätig[un]g nicht verlangt u auch nicht braucht. // Das Urlaubsgesuch habe ich dem Bezirksrichter dieser Tage übergeben, zur Einsendung an den Präsidenten Scharschmid; er war zwar durch das Bege[h]ren eines 4 wochenlichten Urlaubs gar nicht erbaut, allein ich glaube nicht, dß er dem Ansuchen direkte entgegentritt. Ich werde übrigens, da ich Sonntag u Montag noch in Wien sein werde, um einige Besuche zu machen, mich persönlich zu Präsid[ent] Scharschmid begeben, u. mit ihm in dieser Angelegenheit sprechen. Das nächste Mal hoffe ich Dir schon definitiven Bericht – u. zwar günstigen geben zu können.'' |
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| | + | ''Die Dauer des Urlaubs würde am Ende doch auf die Route unserer Reise von Einfluß sein. Aber nicht wahr, Du beschränkst das Gepä[c]k für die Hochzeitreise auf das unumgänglich notwendige? damit wir mit einem nicht zu großen Koffer ausreichen. Was die Besuche bei den Verwandten in Tirol betrifft, so bin ich ganz Deiner Ansicht, daß [!] wir einer / eventuellen Einladung für Mittag und Abend nicht immer würden ausweichen können, ist natürlich, aber etwas weiteres würden wir nicht anne[h]men. Du hast neulich von einer anderen Braut gesprochen die Du kaum kanntest, u. die auch am 8. April ihre Hochzeit habe, u dann auch nach Italien zu reisen beabsichtige. Wer ist denn diese? // Daß Susi Wanninger [?] so aufgeregt ist, hatte ich bei ihrem sonst so heiteren Temperamente nicht erwartet; sie ist wo[h]l noch ziemlich jung u. kömmt doch weit weg u. ist dann auch den mannigfaltigen Beschwerden u Unane[h]mlichkeiten des unstäten Lebens bei den Eisenbahnleuten ausgese[t]zt! Hoffentlich sind uns nicht zu viele Uebersiedlungen beschieden! Ich werde morgen od übermorgen jedenfalls zu Lorinser gehen, u auch zu XX nachzusehen, wie es denn steht, u. ob schon etwas fertig ist.'' |
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| | + | ''Hast Du Emma u Albert Schumacher gesehen? Wenn es der Fall war, so wird Dir Emma hoffentlich meine Grüße entrichtet haben. Ich fand Emma ziemlich gut aussehend. / Ich wende mich schon zum Schluße, da ich je[t]zt in die Vorlesung muß – die le[t]zte die ich vor der Abreise halte, (da ich'' [in] ''der Charwoche Ferien sind!) – u. da ich auch über Tag voraussichtlich nicht mehr Zeit finden werde den Brief fortzusetzen. Ich lege noch ein gestern gepflü[c]ktes Blümchen'' [ein Kleeblatt liegt bei, Anm.] ''bei, u. grüße Dich herzlichst. An Großmutter u Eltern meine Grüße. Mit der Bitte, dß Du recht bald mir wieder schreibst, bleibe ich, mit Gruß u Kuß // Dein // treuer Franz'' |
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