Änderungen

K
Zeile 396: Zeile 396:  
''Meine theure geehrte Freundin! // Kaum vermag ich Worte genug zu finden, um mich bei Dir wegen meines langen Schweigens, meiner großen Unart zu entschuldigen! – // Hat mich doch die Anzeige von der glücklichen Verlobung Deiner lieben Enkelin so freudig überrascht, wollte ich Dir doch sogleich aus voller Seele gratuliren; aber leider blieb es eben bis jetzt immer nur beim wollen. – Der bejammernswerthe Zustand meiner armen Schwester (der sich leider immer steigert) ihr und mein Hauswesen, der weite Weg und der Umstand; daß sie mich immer um sich haben will; greift mich so an und nimmt mich so in Anspruch daß ich oft Wochen lang zu gar nichts fähig bin, und alle / Gedanken nur in den einen Jammer untergehen! – Mögest Du in Deiner gewohnten Güte und Nachsicht dieses als Entschuldigung hinnehmen, und mir darob nicht zürnen, um dieß bitte ich Dich recht herzlich! – – // Und nun zu dir liebenswürdiges Bräutchen! Meine Theuren! aus gewiß vollen aufrichtigen Herzen rufe ich! Gottes reichsten Segen über daß glückliche Brautpaar. – // Daß dir liebe Fanny eine glückliche Wahl getroffen, dafür bürgt mir ihr edler liebenswürdiger Charakter, und sie – die so reich an Geist und Gemüth, mit allen Glücksgütern dieser Erde ausgestattet, in der Fülle der Jugend an der Seite eines braven edlen Mannes die ihr so neue, aber ernste Laufbahn des Lebens betritt, möge in vollen Zügen das ihr geworden Glück schlürfen, und sich Kraft sam[m]eln / für die ernsten Stunden, die ja an keinem Leben spurlos vorüberzieh‘n! Darum noch einmal Gottes reichsten Segen über Sie! – //''
 
''Meine theure geehrte Freundin! // Kaum vermag ich Worte genug zu finden, um mich bei Dir wegen meines langen Schweigens, meiner großen Unart zu entschuldigen! – // Hat mich doch die Anzeige von der glücklichen Verlobung Deiner lieben Enkelin so freudig überrascht, wollte ich Dir doch sogleich aus voller Seele gratuliren; aber leider blieb es eben bis jetzt immer nur beim wollen. – Der bejammernswerthe Zustand meiner armen Schwester (der sich leider immer steigert) ihr und mein Hauswesen, der weite Weg und der Umstand; daß sie mich immer um sich haben will; greift mich so an und nimmt mich so in Anspruch daß ich oft Wochen lang zu gar nichts fähig bin, und alle / Gedanken nur in den einen Jammer untergehen! – Mögest Du in Deiner gewohnten Güte und Nachsicht dieses als Entschuldigung hinnehmen, und mir darob nicht zürnen, um dieß bitte ich Dich recht herzlich! – – // Und nun zu dir liebenswürdiges Bräutchen! Meine Theuren! aus gewiß vollen aufrichtigen Herzen rufe ich! Gottes reichsten Segen über daß glückliche Brautpaar. – // Daß dir liebe Fanny eine glückliche Wahl getroffen, dafür bürgt mir ihr edler liebenswürdiger Charakter, und sie – die so reich an Geist und Gemüth, mit allen Glücksgütern dieser Erde ausgestattet, in der Fülle der Jugend an der Seite eines braven edlen Mannes die ihr so neue, aber ernste Laufbahn des Lebens betritt, möge in vollen Zügen das ihr geworden Glück schlürfen, und sich Kraft sam[m]eln / für die ernsten Stunden, die ja an keinem Leben spurlos vorüberzieh‘n! Darum noch einmal Gottes reichsten Segen über Sie! – //''
   −
''So sehr mich dieses frohe Ereigniß für Dich meine theure Freundin freut, weil Dir dadurch der Trost wird, Deine liebe Fanny, die Dir ja doch das Liebste auf der Welt ist, an der Seite eines braven Mannes geborgen zu wissen, aber so sehr bedaure ich Dich; daß Du Dich trennen sollst von deinem Liebling. – Doch daß ist ja das Loos von uns Frauen, wenn wir die Mädchen groß gezogen haben, und das Alter an die Thüre pocht, wir deren liebe Nähe und deren Hilfe erst recht bedürfen'' [Wiederholung von Satzteilen gestrichen] '', dan[n] kommt so ein unerbittlicher Man[n] und führt sie mit sich dort – Und ein Glück wen[n] es so ist! Oder wirst Du mit deiner Fanny zieh’n? Kannst Du Dein liebes Salzburg verlaßen? O wie gerne hätte ich diese Frage beantwortet, wie würde es mich freuen, wen[n] ich seiner / Zeit erfahren kö[n]te wan[n] die Hochzeit ist. – Die liebe Braut, die ich Dich bitte, statt mir einen recht herzhaften Kuß zu geben wird es nun wohl ungeheuer nothwendig haben nicht wahr? // Meine arme Marie freut sich auch, so viel es ihr getrübter Geist erlaubt über Fanny’s Verlobung und sendet die besten Wünsche ebenso mein Man[n] und meine Brüder nebst vielen Empfehlungen. – Und nun meine Liebe bitte ich noch einmal recht herzlich um Verzeihung und indem ich Dir und der lieben Braut recht wohl zu leben wünsche; bittet um ein kleines Platzchen in Euren Herzen // Eure // aufrichtige Freundin // Anna Loni''
+
''So sehr mich dieses frohe Ereigniß für Dich meine theure Freundin freut, weil Dir dadurch der Trost wird, Deine liebe Fanny, die Dir ja doch das Liebste auf der Welt ist, an der Seite eines braven Mannes geborgen zu wissen, aber so sehr bedaure ich Dich; daß Du Dich trennen sollst von deinem Liebling. – Doch daß ist ja das Loos von uns Frauen, wenn wir die Mädchen groß gezogen haben, und das Alter an die Thüre pocht, wir deren liebe Nähe und deren Hilfe erst recht bedürfen'' [Wiederholung von Satzteilen gestrichen, Anm.] '', dan[n] kommt so ein unerbittlicher Man[n] und führt sie mit sich dort – Und ein Glück wen[n] es so ist! Oder wirst Du mit deiner Fanny zieh’n? Kannst Du Dein liebes Salzburg verlaßen? O wie gerne hätte ich diese Frage beantwortet, wie würde es mich freuen, wen[n] ich seiner / Zeit erfahren kö[n]te wan[n] die Hochzeit ist. – Die liebe Braut, die ich Dich bitte, statt mir einen recht herzhaften Kuß zu geben wird es nun wohl ungeheuer nothwendig haben nicht wahr? // Meine arme Marie freut sich auch, so viel es ihr getrübter Geist erlaubt über Fanny’s Verlobung und sendet die besten Wünsche ebenso mein Man[n] und meine Brüder nebst vielen Empfehlungen. – Und nun meine Liebe bitte ich noch einmal recht herzlich um Verzeihung und indem ich Dir und der lieben Braut recht wohl zu leben wünsche; bittet um ein kleines Platzchen in Euren Herzen // Eure // aufrichtige Freundin // Anna Loni''
 
<hr>
 
<hr>