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''Salzburg den 27/10 [18]71. Mein inigst geliebter theuerster Franz! Schon dieser Tage wollte ich dir schreiben konnte aber nicht dazu kommen, Morgen werde ich zu Schumacher das Hemt geben und bitten das er es mitnimmt, du kannst es dan dort hollen. Darfst es aber erst selbst mitbringen, nur schreiben mußt du gleich, in der Fany ihren Brief, ob sie dir taugen, damit alle nach diesem gemacht werden, wen es dir recht ist. Die 6 Nachthemten haben wir jetzt fertig gemacht, ich hoffe sie werden ganz recht sein. Denke dir wie ich heute wolte die gattire [?] zuschneiden so sach ich das diese welche ich hier behalten eine alte Hose ist wo man die Formm nicht / mehr so sehen kann, also machen wir indessen Bettzeug und warte mit denen Gattire bis du so gütig bist mir von denen neuen eine mitzubringen, es ist gleich ob wir dieses oder jenes zuerst machen. Socken sind 33 paar fertig die Sacktücher haben die rechte größe und sind ganz neu, und sind nun auf deinen Nahmen zu Stücken, und zu bezahlen Diese Woche waren die beyden Fany bey uns und ich war in kurzer Zeit 2 mal dort, ich gewine die Fany immer lieber den sie ist würklich, wie man sagt, zum gern haben, sie besitzt bey ihren hervorragenden Verstand so viele güte. Der liebe gott erhalte Euch gesund, damit ihr Euer glück recht lange genießen könnt, gieb ja auf deine gesundheit recht obacht. Egghofer hat sich durch eine Verkühlung so verdorben, das er sich einen Profisor nehmen muß /''
 
''Salzburg den 27/10 [18]71. Mein inigst geliebter theuerster Franz! Schon dieser Tage wollte ich dir schreiben konnte aber nicht dazu kommen, Morgen werde ich zu Schumacher das Hemt geben und bitten das er es mitnimmt, du kannst es dan dort hollen. Darfst es aber erst selbst mitbringen, nur schreiben mußt du gleich, in der Fany ihren Brief, ob sie dir taugen, damit alle nach diesem gemacht werden, wen es dir recht ist. Die 6 Nachthemten haben wir jetzt fertig gemacht, ich hoffe sie werden ganz recht sein. Denke dir wie ich heute wolte die gattire [?] zuschneiden so sach ich das diese welche ich hier behalten eine alte Hose ist wo man die Formm nicht / mehr so sehen kann, also machen wir indessen Bettzeug und warte mit denen Gattire bis du so gütig bist mir von denen neuen eine mitzubringen, es ist gleich ob wir dieses oder jenes zuerst machen. Socken sind 33 paar fertig die Sacktücher haben die rechte größe und sind ganz neu, und sind nun auf deinen Nahmen zu Stücken, und zu bezahlen Diese Woche waren die beyden Fany bey uns und ich war in kurzer Zeit 2 mal dort, ich gewine die Fany immer lieber den sie ist würklich, wie man sagt, zum gern haben, sie besitzt bey ihren hervorragenden Verstand so viele güte. Der liebe gott erhalte Euch gesund, damit ihr Euer glück recht lange genießen könnt, gieb ja auf deine gesundheit recht obacht. Egghofer hat sich durch eine Verkühlung so verdorben, das er sich einen Profisor nehmen muß /''
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[weiter Seite 4, durch Stern gekennzeichnet:] ''damit sein geschäft nicht eingeht. Der Laschenski in Oberndorf, Zi[gm]nunt [?], hat sich nicht umkleiden können weil er nicht zeit hatte, war ganz naß von Schweiß, mußte wider fort, zu patzienten und wurde ganz steiff an allen gliedern und liegt bewegungsloos danieder, wie traurig. Keiner von beiden hat zu viel. Hier ist die gattermeier Marie zum Sterben, und der Plascki ist im sterben, wen er nicht schon Tod ist. Der Stipitz'' [Stiebitz] ''ist auch gar nicht recht bey sammen man weiß eigentlich nicht recht was ihm fehlt. Er sinnd oft gerade so dahin, verhült sich mitunter das Gesicht, nun höre ich will doktor Hirsch [?] mit ihm reisen, vieleicht hilft dieses. Das es in Hall einen bedeutenden Brand gegeben wirst du auß denen Zeitungen gelesen haben. Ich hoffe das von unseren Verwandten niemand / direkte betheiligt war. Wir sind gottlob alle wohl, bey Louise wird es nicht mehr lange dauern bis sie ein Kindlein bekömmt.<ref>Aloisia Spängler, * 3. November 1871; vgl. Brief vom 3. bis 5. November 1871.</ref> Gott gebe das alles glücklich vorüber geht. Die Köchin bey der Louise heurathet und geht schon am 15 t November fort es kömmt wider die erste Mariechen. Wegen einer Wohnung macht es dir wie es scheint sehr viel zu schaffen, auch finde ich selbe sehr theuer, ist es wegen Wien nichts [?] wie es scheint, weil du in Mödling dich schon so umschaußt. Ich wünsche von Herzen das du doch eine zweckmeßige finden mögest. Ich bitte den Schumacher wegen den Hemt das er es mit nach Wien nimt. Lebe recht wohl es küßt dich mit iniger Liebe deine treue dich herzlich liebende Mutter Spángle[r]''  
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[weiter Seite 4, durch Stern gekennzeichnet:] ''damit sein geschäft nicht eingeht. Der Laschenski in Oberndorf, Zi[gm]nunt [?], hat sich nicht umkleiden können weil er nicht zeit hatte, war ganz naß von Schweiß, mußte wider fort, zu patzienten und wurde ganz steiff an allen gliedern und liegt bewegungsloos danieder, wie traurig. Keiner von beiden hat zu viel. Hier ist die gattermeier Marie zum Sterben, und der Plascki ist im sterben, wen er nicht schon Tod ist. Der Stipitz'' [Stiebitz, Anm.] ''ist auch gar nicht recht bey sammen man weiß eigentlich nicht recht was ihm fehlt. Er sinnd oft gerade so dahin, verhült sich mitunter das Gesicht, nun höre ich will doktor Hirsch [?] mit ihm reisen, vieleicht hilft dieses. Das es in Hall einen bedeutenden Brand gegeben wirst du auß denen Zeitungen gelesen haben. Ich hoffe das von unseren Verwandten niemand / direkte betheiligt war. Wir sind gottlob alle wohl, bey Louise wird es nicht mehr lange dauern bis sie ein Kindlein bekömmt.<ref>Aloisia Spängler, * 3. November 1871; vgl. Brief vom 3. bis 5. November 1871.</ref> Gott gebe das alles glücklich vorüber geht. Die Köchin bey der Louise heurathet und geht schon am 15 t November fort es kömmt wider die erste Mariechen. Wegen einer Wohnung macht es dir wie es scheint sehr viel zu schaffen, auch finde ich selbe sehr theuer, ist es wegen Wien nichts [?] wie es scheint, weil du in Mödling dich schon so umschaußt. Ich wünsche von Herzen das du doch eine zweckmeßige finden mögest. Ich bitte den Schumacher wegen den Hemt das er es mit nach Wien nimt. Lebe recht wohl es küßt dich mit iniger Liebe deine treue dich herzlich liebende Mutter Spángle[r]''  
    
''Otto Luoise [!] und der kleine Otto küßen dich recht herzlich. Fräulen Rosalie und viele Bekannte.''
 
''Otto Luoise [!] und der kleine Otto küßen dich recht herzlich. Fräulen Rosalie und viele Bekannte.''

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