Änderungen

Zur Navigation springen Zur Suche springen
K
Zeile 214: Zeile 214:  
==== Brief vom 12. September 1871 von Helene Klaiber an Fanni Schlegel ====
 
==== Brief vom 12. September 1871 von Helene Klaiber an Fanni Schlegel ====
 
Brief von Helene Klaiber<ref>vgl. Briefe vom 9. Oktober 1871 und vom 28. Juni 1872</ref>, Ellwangen (Jagst) [auf dem Weg nach Göppingen], an [[Franziska Spängler]] in Salzburg; ein Bogen; ohne Umschlag; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]; beigelegt ein Miniaturbild von Ellwangen:<br />
 
Brief von Helene Klaiber<ref>vgl. Briefe vom 9. Oktober 1871 und vom 28. Juni 1872</ref>, Ellwangen (Jagst) [auf dem Weg nach Göppingen], an [[Franziska Spängler]] in Salzburg; ein Bogen; ohne Umschlag; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]; beigelegt ein Miniaturbild von Ellwangen:<br />
''Liebe[s] Fräulein Fanny! Daß ich in vielen Sachen ein Pechvogel bin, wissen Sie ja, kann es Sie somit wundern, daß mir Ihre Phothographie verloren gieng? Es war uns dieselbe schon lange abhanden gekommen, ohne daß ich sie finden konnte u zuletzt hatte ich immer noch im Sinne unter der Kommode nachzusehen, kam aber zuerst vor lauter Packen nicht dazu u. dann vergaß ich es. Ich hatte mich immer im Stillen besonnen, ob ich es Ihnen nicht sagen sollte u. Sie um ein neueres Bild bitten, es kam mir aber doch zu unartig vor. Hätte ich geahnt, daß es so gehen würde, hätte ich meinen Pelz freilich lieber selbst zum Kürsch- / ner getragen; wie man bei uns zu sagen pflegt. Nun bitte ich Sie schließlich recht um Entschuldigung, wegen meiner Nachlässigkeit u. danke Ihnen recht, recht vielmals, wie auch Ihre l. Großmutter'' [Fanny Kobler] '', für alle mir so reichlich erwiesene Liebe u. Freundlichkeit u. bitte mich in einem nicht zu schlechten Andenken behalten zu wollen. End[t]schuldigen Sie meine Eile, aber es geht bei mir heute Abend vollends der Heimat zu u. so muß ich noch einiges zusammenpacken u. in zwei Stunden auf der Bahn sein. Unsere Rückreise gieng trotz vieler Hitze, doch glücklich von Statten; wir mußten nur ob des kühlen Tages lachen, den wir uns ausgewählt hatten. Nun aber leben / Sie wohl, l. Fräulein, bitte empfehlen Sie mich der l. Großmutter u. erhalten Sie uns Ihre fernere Freundschaft, wenn ich Sie'' [sie] ''auch nicht verdiene, u. seien Sie herzl. gegrüßt von // Ihrer // dankbaren // Helene Klaiber. // Ellwangen, d. 12. Sept. 1871.''
+
''Liebe[s] Fräulein Fanny! Daß ich in vielen Sachen ein Pechvogel bin, wissen Sie ja, kann es Sie somit wundern, daß mir Ihre Phothographie verloren gieng? Es war uns dieselbe schon lange abhanden gekommen, ohne daß ich sie finden konnte u zuletzt hatte ich immer noch im Sinne unter der Kommode nachzusehen, kam aber zuerst vor lauter Packen nicht dazu u. dann vergaß ich es. Ich hatte mich immer im Stillen besonnen, ob ich es Ihnen nicht sagen sollte u. Sie um ein neueres Bild bitten, es kam mir aber doch zu unartig vor. Hätte ich geahnt, daß es so gehen würde, hätte ich meinen Pelz freilich lieber selbst zum Kürsch- / ner getragen; wie man bei uns zu sagen pflegt. Nun bitte ich Sie schließlich recht um Entschuldigung, wegen meiner Nachlässigkeit u. danke Ihnen recht, recht vielmals, wie auch Ihre l. Großmutter'' [Fanny Kobler, Anm.] '', für alle mir so reichlich erwiesene Liebe u. Freundlichkeit u. bitte mich in einem nicht zu schlechten Andenken behalten zu wollen. End[t]schuldigen Sie meine Eile, aber es geht bei mir heute Abend vollends der Heimat zu u. so muß ich noch einiges zusammenpacken u. in zwei Stunden auf der Bahn sein. Unsere Rückreise gieng trotz vieler Hitze, doch glücklich von Statten; wir mußten nur ob des kühlen Tages lachen, den wir uns ausgewählt hatten. Nun aber leben / Sie wohl, l. Fräulein, bitte empfehlen Sie mich der l. Großmutter u. erhalten Sie uns Ihre fernere Freundschaft, wenn ich Sie'' [sie, Anm.] ''auch nicht verdiene, u. seien Sie herzl. gegrüßt von // Ihrer // dankbaren // Helene Klaiber. // Ellwangen, d. 12. Sept. 1871.''
 
<hr>
 
<hr>
  

Navigationsmenü