| − | ''Salzburg den 30/8 [18]71. Mein liebster theuerster Franz! Mit großer Freude laas ich deinen letzten Brief, den ich habe nun die Hoffnung dich recht bald bey uns zu sehen, was auch die höchste Zeit ist, denke dir Heute früh sagte Louise auf einmal zu mir, wan macht der Franz richtigkeit mit der Fani Schlög[el]'' [Schlegel] ''die ganze Stadt sagt es, dann sagte ich ja er wird sie heurathen, es ist wahr, aber wen dich jemand darum angeht so bitte ich dich zu sagen, du weist nichts, weil wir nicht wollen das es unter die Leute kömmt, bevor sie bey den Paten angehalten haben. diese Heren müßen es so auß geschwätzt haben, den ich habe / geschwiegen wie eine Mauer. Wen nun auf den 1‘ September der neue Ad[j]unkt käme nach Mödling so köntest du vieleicht recht bald kommen was mich sehr freuen wird wir hatten nun den Mauerer [?] Hafner, damit alles recht nett ist wen die Braut und großmutter zu uns kommen, den bey ihnen ist alles sehr hübsch. Wie froh bin ich lieber Franz daß du in wenigen Monath so viel abgezahlt hast, so wirst du doch früher mit der Abzahlung fertig, den wen man einmal verheurathet ist, läßt sich nicht mehr so leicht abzahlen. Was Otto betrift schreibt er dir selbst über seine Angelegenheit. Was wegen der Fani betrift so habe ich es ihm schon bey den frühern Brief lesen lassen, er / hat es ganz gut geheißen, und freut sich wen er dich glücklich weiß. Lieber Franz so lange Briefe solst du der Fani doch nicht schreiben deine Augen, und deine Nerven werden gewiß darunter leiden – 24 Seiten hat gewiß noch kein Bräutigam seiner Braut geschrieben, da dürfte ja man gar nichts thun als lesen und Schreiben. Lieber Franz schone ja deine gesundheit, gieb sehr obacht dich nicht zu verkühlen kein schlechtes Wasser zu trinken ohne ein paar Tropfen BoinenanschanXXnz [?] darin zu geben wegen der Kollera, welche hie und da spuken soll, nehme ja fleißig einen Uberzieher mit.'' / | + | ''Salzburg den 30/8 [18]71. Mein liebster theuerster Franz! Mit großer Freude laas ich deinen letzten Brief, den ich habe nun die Hoffnung dich recht bald bey uns zu sehen, was auch die höchste Zeit ist, denke dir Heute früh sagte Louise auf einmal zu mir, wan macht der Franz richtigkeit mit der Fani Schlög[el]'' [Schlegel, Anm.] ''die ganze Stadt sagt es, dann sagte ich ja er wird sie heurathen, es ist wahr, aber wen dich jemand darum angeht so bitte ich dich zu sagen, du weist nichts, weil wir nicht wollen das es unter die Leute kömmt, bevor sie bey den Paten angehalten haben. diese Heren müßen es so auß geschwätzt haben, den ich habe / geschwiegen wie eine Mauer. Wen nun auf den 1‘ September der neue Ad[j]unkt käme nach Mödling so köntest du vieleicht recht bald kommen was mich sehr freuen wird wir hatten nun den Mauerer [?] Hafner, damit alles recht nett ist wen die Braut und großmutter zu uns kommen, den bey ihnen ist alles sehr hübsch. Wie froh bin ich lieber Franz daß du in wenigen Monath so viel abgezahlt hast, so wirst du doch früher mit der Abzahlung fertig, den wen man einmal verheurathet ist, läßt sich nicht mehr so leicht abzahlen. Was Otto betrift schreibt er dir selbst über seine Angelegenheit. Was wegen der Fani betrift so habe ich es ihm schon bey den frühern Brief lesen lassen, er / hat es ganz gut geheißen, und freut sich wen er dich glücklich weiß. Lieber Franz so lange Briefe solst du der Fani doch nicht schreiben deine Augen, und deine Nerven werden gewiß darunter leiden – 24 Seiten hat gewiß noch kein Bräutigam seiner Braut geschrieben, da dürfte ja man gar nichts thun als lesen und Schreiben. Lieber Franz schone ja deine gesundheit, gieb sehr obacht dich nicht zu verkühlen kein schlechtes Wasser zu trinken ohne ein paar Tropfen BoinenanschanXXnz [?] darin zu geben wegen der Kollera, welche hie und da spuken soll, nehme ja fleißig einen Uberzieher mit.'' / |
| − | ''Ich bitte dich wen du hierher kömmst so nehme um eine dir recht gut passende Gatin [Partie?] mehr mit, damit wen ich einiges machen muß ich ein Mußter habe, vieleicht auch von denen Hemten Sattler Anton schückte die ganze Papire geschüchte durch die Post und Leopoldin[e] zahlte natürlich die 50 Xr [Kreuzer] Porto. Ich bin gottlob gesund habe immer viel zu thun gehe aber auch öfter auß weil dieß zur gesundheit dient gestern war ich für den ganzen Tag in der Gnigl weil wider der Anton Spángler seine Frau sammt Kinder und 2 Mägden hier ist. Lebe recht wohl es küßt dich mit iniger Liebe im geiste deine treue Mutter Spángler.'' | + | ''Ich bitte dich wen du hierher kömmst so nehme um eine dir recht gut passende Gatin [Partie?] mehr mit, damit wen ich einiges machen muß ich ein Mußter habe, vieleicht auch von denen Hemten Sattler Anton schückte die ganze Papire geschüchte durch die Post und Leopoldin[e] zahlte natürlich die 50 Xr'' [Kreuzer, Anm.] ''Porto. Ich bin gottlob gesund habe immer viel zu thun gehe aber auch öfter auß weil dieß zur gesundheit dient gestern war ich für den ganzen Tag in der Gnigl weil wider der Anton Spángler seine Frau sammt Kinder und 2 Mägden hier ist. Lebe recht wohl es küßt dich mit iniger Liebe im geiste deine treue Mutter Spángler.'' |