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ein Bogen, Prägedruck "Salzburg", und beigelegtes Blatt; / = Seitenwechsel; fragliche [?] Stellen:<br />
 
ein Bogen, Prägedruck "Salzburg", und beigelegtes Blatt; / = Seitenwechsel; fragliche [?] Stellen:<br />
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''Salzburg den 6/8 [18]71. Mein inigst geliebter Franz! Ich beeile mich dir den XX'' [klecksig: Betrag] ''des geldes anzuzeugen und danke auch herzlich für deinen lieben Brief, der freute mich ungemein. Ich sah diese Woche 2 mal die beyden F'' [Fanny Kobler und Enkelin] ''doch war es mir [un]möglich auch nur ein Wort zu sprechen weil es immer unter den Leuten war, nur so viel kann ich sagen das ich besonders die Junge F sehr gut außsehen finde – sehr heiter und ich möchte sagen stärker, mir kömmt vor als wen sie diese geschichte mehr belebt – machen würde. Sie grüßten beide sehr freundlich, ich ging meine Wegen, damit ja niemand etwas auffählt. Einestheil bin ich froh wen die Sache [Verlobung] einmal in Ordnung kömmt, das ich doch / als künftige Schwigermutter ihn[en] meine Liebe bezeugen kann, dermalen kann ich gar nichts thun als sie gleich dir segnen und in mein frohes [?] gebeth einschließen. Ich hoffe du hast eine recht gute Wahl getroffen sie ist immer sehr nett angezogen aber bescheiden dabey alles überflißige läßt sie weg, was ich den lieben Gott recht danken möchte. Wie ist es den. Hast du Hoffnung auf Maria Himelfahrt kommen zu können? Gesprochen habe ich seither mit keinen, ich ging ihnen Oft zu gefahlen aber ich konnte keine, ohne um zu sprechen. Ich habe den Otto noch 12 fl [Gulden] gegeben damit das zu fehlende zu 120 fl für die Sparkassa konnte bezahlt werden, weil mir sehr daran liegt, das vor der Hochzeit noch alles bezahlt wird. Man thut sich dann viel leichter wen man frey dasteht. Wen du nach Wien kömmst<ref>Franz Spängler sucht nach einer anderen Stelle in Wien, nicht mehr in Mödling, aber wohl erst im November 1874 kommt er an das Landesgericht in Wien.</ref> würdest du die 100 fl für Verlosung auch / wider anulieren – vieleicht würde sich in Wien selbst ein neben verdienst finden, 2000 wirst du in Wien schon brauchen weil dort alles so theuer ist. Commissionen fallen auch alle weg, es ist dies alles recht wohl zu bedenken. Schneller vorwerts kannst du wohl vieleicht kommen wen du in der Stadt selbst bist. Der liebe gott wird es lenken wie es sein soll. Ich habe der Louise das Matrosen hemt gegeben, ich habe zuerst noch das andere Blaue angesprochen, habe aber gefunden, das sich gar nichts darauß machen läßt, so viele Nathen [Nähte] hat es. Das hätte sie gewiß gar nicht genohmen. Sie läßt dir recht herzlich danken. Der kleine Otto trägt schon einige Tage ein braunes Papir in seinen Sack herum mit den<ref>wie üblich kein Dativ</ref> Bedeuten, da habe ich einen Brief geschrieben, für den Onkel Franz in Mödling. /  
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''Salzburg den 6/8 [18]71. Mein inigst geliebter Franz! Ich beeile mich dir den XX'' [klecksig: Betrag] ''des geldes anzuzeugen und danke auch herzlich für deinen lieben Brief, der freute mich ungemein. Ich sah diese Woche 2 mal die beyden F'' [Fanny Kobler und Enkelin, Anm.] ''doch war es mir [un]möglich auch nur ein Wort zu sprechen weil es immer unter den Leuten war, nur so viel kann ich sagen das ich besonders die Junge F sehr gut außsehen finde – sehr heiter und ich möchte sagen stärker, mir kömmt vor als wen sie diese geschichte mehr belebt – machen würde. Sie grüßten beide sehr freundlich, ich ging meine Wegen, damit ja niemand etwas auffählt. Einestheil bin ich froh wen die Sache [Verlobung] einmal in Ordnung kömmt, das ich doch / als künftige Schwigermutter ihn[en] meine Liebe bezeugen kann, dermalen kann ich gar nichts thun als sie gleich dir segnen und in mein frohes [?] gebeth einschließen. Ich hoffe du hast eine recht gute Wahl getroffen sie ist immer sehr nett angezogen aber bescheiden dabey alles überflißige läßt sie weg, was ich den lieben Gott recht danken möchte. Wie ist es den. Hast du Hoffnung auf Maria Himelfahrt kommen zu können? Gesprochen habe ich seither mit keinen, ich ging ihnen Oft zu gefahlen aber ich konnte keine, ohne um zu sprechen. Ich habe den Otto noch 12 fl'' [Gulden, Anm.] ''gegeben damit das zu fehlende zu 120 fl für die Sparkassa konnte bezahlt werden, weil mir sehr daran liegt, das vor der Hochzeit noch alles bezahlt wird. Man thut sich dann viel leichter wen man frey dasteht. Wen du nach Wien kömmst<ref>Franz Spängler sucht nach einer anderen Stelle in Wien, nicht mehr in Mödling, aber wohl erst im November 1874 kommt er an das Landesgericht in Wien.</ref> würdest du die 100 fl für Verlosung auch / wider anulieren – vieleicht würde sich in Wien selbst ein neben verdienst finden, 2000 wirst du in Wien schon brauchen weil dort alles so theuer ist. Commissionen fallen auch alle weg, es ist dies alles recht wohl zu bedenken. Schneller vorwerts kannst du wohl vieleicht kommen wen du in der Stadt selbst bist. Der liebe gott wird es lenken wie es sein soll. Ich habe der Louise das Matrosen hemt gegeben, ich habe zuerst noch das andere Blaue angesprochen, habe aber gefunden, das sich gar nichts darauß machen läßt, so viele Nathen'' [Nähte, Anm.] ''hat es. Das hätte sie gewiß gar nicht genohmen. Sie läßt dir recht herzlich danken. Der kleine Otto trägt schon einige Tage ein braunes Papir in seinen Sack herum mit den<ref>wie üblich kein Dativ</ref> Bedeuten, da habe ich einen Brief geschrieben, für den Onkel Franz in Mödling. /  
    
''Wen du nach Wien kommen würdest so dürfte sich deine Vermählung schon etwas weiter hinauß ziehen den in Wien wird es auch nicht so leicht sein sogleich eine passende Wohnung zu finden, besonders eine wo keine ungeziefer zu finden sind welche dann die neuen Möbel beherbergen würden was schrecklich ist. Die großmutter''  [&nbsp;[[Fanny Kobler]], Anm.] ''hat nichts gesagt wie viel sie geben würde, aber ich denke gewiß 500 fl [Gulden] Sie soll sehr viel geld haben, und sie leben sehr einfach, die Zeller wird nicht ein Wort mit der F darüber sprechen, wie mir die alte F sagen wollte wen sie einmal bey Zeller wegen deiner aufziehen [?] so sagte sie ganz ernst, wen jemand davon etwas sage, so ist es gewiß nichts, also sagen sie seither kein Wort davon. Ich gehe in meinen wollen so oft zu Zeller kamm aber noch nie dazu, vieleicht gelingt es mir diese Woche. Ich strüke recht fleißig an denen Sekeln für dich ich habe nun das 25 te Paar fertig.''
 
''Wen du nach Wien kommen würdest so dürfte sich deine Vermählung schon etwas weiter hinauß ziehen den in Wien wird es auch nicht so leicht sein sogleich eine passende Wohnung zu finden, besonders eine wo keine ungeziefer zu finden sind welche dann die neuen Möbel beherbergen würden was schrecklich ist. Die großmutter''  [&nbsp;[[Fanny Kobler]], Anm.] ''hat nichts gesagt wie viel sie geben würde, aber ich denke gewiß 500 fl [Gulden] Sie soll sehr viel geld haben, und sie leben sehr einfach, die Zeller wird nicht ein Wort mit der F darüber sprechen, wie mir die alte F sagen wollte wen sie einmal bey Zeller wegen deiner aufziehen [?] so sagte sie ganz ernst, wen jemand davon etwas sage, so ist es gewiß nichts, also sagen sie seither kein Wort davon. Ich gehe in meinen wollen so oft zu Zeller kamm aber noch nie dazu, vieleicht gelingt es mir diese Woche. Ich strüke recht fleißig an denen Sekeln für dich ich habe nun das 25 te Paar fertig.''
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[beiliegendes Blatt:] ''Die Fany soll 50000 fl [Gulden] für das Hauß allein bekommen haben, und wird dieses nicht allein gehabt haben. Ich denke sie wird so viel hergeben das Ihr ordentlich leben köntet, den sie war mit demm was du hast, sehr zufrieden. Sattler Anton ist noch nicht hier Hubert war bey mir der ist mager wie man es nur sein kann und lebt wie es scheint ganz seinen Studium. Otto grüßt dich recht herzlich und schückt hier die Rechnung. Die Hochzeit von der Betti Lanser ist bis Ocktober verschoben, weil er beim abrichten der Rekruten sein muß und daher keinen Urlaub bekömmt. Die Ida von Inspruck ist da und sieht sehr gut auß Leopoldine ist seid Dienstag ins Etschtahal [!] gereißt mit der kleinen Ida auf einige Wochen zur Erhollung. Lebe recht wohl mit inniger Liebe deine treue Mutter Spángler. Alle Bekanten grüßen dich. '' /  
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[beiliegendes Blatt:] ''Die Fany soll 50000 fl'' [Gulden, Anm.] ''für das Hauß allein bekommen haben, und wird dieses nicht allein gehabt haben. Ich denke sie wird so viel hergeben das Ihr ordentlich leben köntet, den sie war mit demm was du hast, sehr zufrieden. Sattler Anton ist noch nicht hier Hubert war bey mir der ist mager wie man es nur sein kann und lebt wie es scheint ganz seinen Studium. Otto grüßt dich recht herzlich und schückt hier die Rechnung. Die Hochzeit von der Betti Lanser ist bis Ocktober verschoben, weil er beim abrichten der Rekruten sein muß und daher keinen Urlaub bekömmt. Die Ida von Inspruck ist da und sieht sehr gut auß Leopoldine ist seid Dienstag ins Etschtahal [!] gereißt mit der kleinen Ida auf einige Wochen zur Erhollung. Lebe recht wohl mit inniger Liebe deine treue Mutter Spángler. Alle Bekanten grüßen dich. '' /  
    
[[Otto Spängler]]: Zahlen jeweils untereinander = //: ''1 Coupon à 21 fl – Xr'' [Kreuzer] ''// 6 Coupons à 2.10 12.60 // Franz XX 99 // Cassarest 1.91 // Mutter leiht 12 // 146 fl 51 Xr'' [Abstand] ''Mutter Monatgeld 10 fl // Abzahlung an Otto 15 // Zinsen von 15/6 - 31/7 von 30 fl 19 // Abzahlung an der Sparkasse 120 // Prolongation des Restes 1.20 // Porto fürs Geld der Mutter XX 3 // 146 fl 42 Xr'' [Abstand] ''146.51 // 146.42 // 9 Xr Rest.''
 
[[Otto Spängler]]: Zahlen jeweils untereinander = //: ''1 Coupon à 21 fl – Xr'' [Kreuzer] ''// 6 Coupons à 2.10 12.60 // Franz XX 99 // Cassarest 1.91 // Mutter leiht 12 // 146 fl 51 Xr'' [Abstand] ''Mutter Monatgeld 10 fl // Abzahlung an Otto 15 // Zinsen von 15/6 - 31/7 von 30 fl 19 // Abzahlung an der Sparkasse 120 // Prolongation des Restes 1.20 // Porto fürs Geld der Mutter XX 3 // 146 fl 42 Xr'' [Abstand] ''146.51 // 146.42 // 9 Xr Rest.''