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Brief von [Nr. 37] Antonia Spängler an den Sohn [Nr. 18] Franz Spängler:<br />
 
Brief von [Nr. 37] Antonia Spängler an den Sohn [Nr. 18] Franz Spängler:<br />
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''Salzburg 23. 1. 71: Mein innigstgeliebter theuerster Franz! Endlich gestern den 22te habe ich seit 1 Jänner, einen Brief von dir erhalten. Gottlob das nicht Krankheit ein Hindernis war Wie froh bin ich daß du dich ganz gut befindest in Mödling. Solte Otto bis 28te nach Wien gehen so sende ich dir die umg[e]änderten Krägen, und die Stiefleten durch Otto, er weiß es aber noch nicht gewiß ob er geht, die auffo[r]derung hat er heute schon bekommen, aber es hängt noch von Umständen ab, geht er, so bekömst du noch eine Corespondenskarte'' [teilweise latein. Schrift] ''. Wie bist du zur Doktor Würstl bekommen mich freut es daß sie dich geladen hat, bey gelegenheit bitte ich mich zu Empfehlen Ich wünsche dir einen recht gute Unterhaltung für Mittwoch zum Haußball Gott gebe das keine Stöhrung ist wie bey demm Haußball wo die F. Volgt gestorben ist, das muß schon erbärmlich gewesen sein. gebe nun ja auf deine Gesundheit recht obacht. Es ist schon recht wen du die Socken schückst, ich werde schon alle wieder in Ordnung bringen, jetzt strücke ich 6 paar Baumwollnen für dich, in der duld'' [Jahrmarkt] ''kaufe ich wieder für 6 paar Socken einen Zwirn, damit sie nach und nach zusammen kommen. Die 36 paare'' [Grade] ''./ Min [?] scheint die Witterung ist hier und in Mödling so zimlich gleich, bevor [?] nun diesen Thauwetter war es hier ungemein kalt. Neue Bräuter gibt es die Meninger Susi die jüngste, mit einen gewissen Haaß, der Bräutigam ist 22 Jahre alt hat 1800 fl Besoldung bey der Bahn. Dan die Eistenen Berta mit den Offizier. Der Eduard Spängler ist hier er kömt nach Idnia [?], bleibt aber jetzt einige Tage hier. Die Frau von Geschnitzer ist sehr krank, so das der Chun oben schlaft, damit er gleich bey der Hand ist. Der Obervinanzrath Mühler ist auch zum sterben. Bey der Goiginger ist der kleinste Knab an Gehirnkrankheit gestorben, und heute begraben. Eine menge haben hier die Flecken auch größere Leute. Die Saulich PXXter die Min[n]a Reinfort<ref>Wilhelmine Reinfort (* 1850)</ref>, und mehrere auch Kinder eine menge. Bey Cloner hat sie auch der große Knab. Die Sauter Charlotte ist gottlob wieder beßer geworden. Hier geht es allen Bekanten zimlich gut gottlob. Ich bitte dich lieber Franz kaufe ja keine Papiere, sondern wen du ein geld hast, so zahle lieber ab, damit du einmal schuldenfrey wirst, den jetzt ist in allen disen Geschäften ein solcher Schwindel, das einem übel werden möchte. Recht viele Bekante lassen dich recht herzlich grüßen Berger Rosalie – Zeller Bey Berger haben auch die Kinder die Flecken. Lebe recht wohl lieber Franz es bethet gewiß immer fleißig für dich deine dich treu liebende Mutter Antonia Spängler.''
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''Salzburg 23. 1. 71: Mein innigstgeliebter theuerster Franz! Endlich gestern den 22te habe ich seit 1 Jänner, einen Brief von dir erhalten. Gottlob das nicht Krankheit ein Hindernis war Wie froh bin ich daß du dich ganz gut befindest in Mödling. Solte Otto bis 28te nach Wien gehen so sende ich dir die umg[e]änderten Krägen, und die Stiefleten durch Otto, er weiß es aber noch nicht gewiß ob er geht, die auffo[r]derung hat er heute schon bekommen, aber es hängt noch von Umständen ab, geht er, so bekömst du noch eine Corespondenskarte'' [teilweise latein. Schrift, Anm.] ''. Wie bist du zur Doktor Würstl bekommen mich freut es daß sie dich geladen hat, bey gelegenheit bitte ich mich zu Empfehlen Ich wünsche dir einen recht gute Unterhaltung für Mittwoch zum Haußball Gott gebe das keine Stöhrung ist wie bey demm Haußball wo die F. Volgt gestorben ist, das muß schon erbärmlich gewesen sein. gebe nun ja auf deine Gesundheit recht obacht. Es ist schon recht wen du die Socken schückst, ich werde schon alle wieder in Ordnung bringen, jetzt strücke ich 6 paar Baumwollnen für dich, in der duld'' [Jahrmarkt, Anm.] ''kaufe ich wieder für 6 paar Socken einen Zwirn, damit sie nach und nach zusammen kommen. Die 36 paare'' [Grade, Anm.] ''./ Min [?] scheint die Witterung ist hier und in Mödling so zimlich gleich, bevor [?] nun diesen Thauwetter war es hier ungemein kalt. Neue Bräuter gibt es die Meninger Susi die jüngste, mit einen gewissen Haaß, der Bräutigam ist 22 Jahre alt hat 1800 fl Besoldung bey der Bahn. Dan die Eistenen Berta mit den Offizier. Der Eduard Spängler ist hier er kömt nach Idnia [?], bleibt aber jetzt einige Tage hier. Die Frau von Geschnitzer ist sehr krank, so das der Chun oben schlaft, damit er gleich bey der Hand ist. Der Obervinanzrath Mühler ist auch zum sterben. Bey der Goiginger ist der kleinste Knab an Gehirnkrankheit gestorben, und heute begraben. Eine menge haben hier die Flecken auch größere Leute. Die Saulich PXXter die Min[n]a Reinfort<ref>Wilhelmine Reinfort (* 1850)</ref>, und mehrere auch Kinder eine menge. Bey Cloner hat sie auch der große Knab. Die Sauter Charlotte ist gottlob wieder beßer geworden. Hier geht es allen Bekanten zimlich gut gottlob. Ich bitte dich lieber Franz kaufe ja keine Papiere, sondern wen du ein geld hast, so zahle lieber ab, damit du einmal schuldenfrey wirst, den jetzt ist in allen disen Geschäften ein solcher Schwindel, das einem übel werden möchte. Recht viele Bekante lassen dich recht herzlich grüßen Berger Rosalie – Zeller Bey Berger haben auch die Kinder die Flecken. Lebe recht wohl lieber Franz es bethet gewiß immer fleißig für dich deine dich treu liebende Mutter Antonia Spängler.''
 
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