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Brief von [Nr. 37<ref>"Nr. 37" bezieht sich auf die Kekulé-Sosa-Nummerierung in der Aufstellung des Stammbaums bei 'Geneanet oholzapfel' [https://de.geneanet.org/profil/oholzapfel de.geneanet.org]</ref>] Antonia Spängler an den Sohn [Nr. 18] Franz Spängler, 1872 verheiratet mit Fanni Schlegel:<br />
 
Brief von [Nr. 37<ref>"Nr. 37" bezieht sich auf die Kekulé-Sosa-Nummerierung in der Aufstellung des Stammbaums bei 'Geneanet oholzapfel' [https://de.geneanet.org/profil/oholzapfel de.geneanet.org]</ref>] Antonia Spängler an den Sohn [Nr. 18] Franz Spängler, 1872 verheiratet mit Fanni Schlegel:<br />
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''Salzburg 4. 1. 71: Mein innigstgeliebter Franz! Vor allen meinen herzlichsten Dank für deinen glückwunsch zum neuen Jahr. Möge der liebe gott alle deine Wünsche in Erfühlung bringen. Leute kammen genug mir kamm es vor, als wen die Leute wieder anfingen die Neujahr-Wünsche zu erneuern. Ich darf erst jetzt noch einige Nachzuhollen, welche erst um ½ 1 Uhr Mittag kammen unter andern auch die Hedwich Langer [?], ich war bey ihr noch nicht dort den[n] gestern und heute hatte ich noch nicht zeit. Du hast wie mir scheint den heil Abend doch gottlob ganz gut zugebracht. Bey Spängler war es auch ganz angenehm. Ich bekamm auß Scherz eine alte Hrer [?] scho[ö]n verzirt mit rothen Bändern und neue Tarokkarte ich konte beydes brauchen. ich kaufte für die Ida ein sehr hübsches Portmonn. Bey Otto bekamm ich einen sehr hübschen und warmen Schwarz seiden Gaprschen [?] welcher mir sehr gut taugt dan[n] sehr hübsche Vorhänge für das hübsche Zimmer welche mich auch sehr freuen, wen[n] du einmal kömmst dan[n] werden sie Baredizen'' [? z.T. latein geschrieben] ''ich gab der Louise so Spulben Poletirte welche sie auf den Tisch stellen und herab strüken sie hat sie sich gewunschen und ein paar hübsche Handschuhe, den großen Otto habe ich zum Siglring 5 fl dazu gegeben, und damit war es fertig, den Kindern strükte ich jeden ein paar hochrothe Strümpfe jeden 1 paar Stützerln den'' [kleinen] ''Otto kaufte ich ein Schachtel Soltaten der Paula eine Schachtel holzernes Kichengeschirr. den Maxl einen hübschen Hanswurst zum Ziehen. Am Weihnachtstag war ich zu Mittag bey Duregger geladen. Am letzten Montag habe ich sammtliche Famile nebst Schißtl [?] Nachmittag bey mir. Am Abend am Weihnachts Tag wurde ich wider bey [[Alois Johann Duregger|Duregger]] geholt zum spillen, und am Silfester Abend war ich auch zum speisen und Punsch geladen, wo es sehr angenehm war. 5te Gestern konnte ich nicht weiter schreiben. Morgen bin ich bey der Ida für Nachmittag geladen. Heute Abends kömt Fräulein Rosalie'' [Henf] ''welche sich dir bestens empfiehlt. Gestern und Vorgestern war ich den ganzen Nachmittag bey den Kindern oben, und so vergehen mir die Tage immer zu schnell.
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''Salzburg 4. 1. 71: Mein innigstgeliebter Franz! Vor allen meinen herzlichsten Dank für deinen glückwunsch zum neuen Jahr. Möge der liebe gott alle deine Wünsche in Erfühlung bringen. Leute kammen genug mir kamm es vor, als wen die Leute wieder anfingen die Neujahr-Wünsche zu erneuern. Ich darf erst jetzt noch einige Nachzuhollen, welche erst um ½ 1 Uhr Mittag kammen unter andern auch die Hedwich Langer [?], ich war bey ihr noch nicht dort den[n] gestern und heute hatte ich noch nicht zeit. Du hast wie mir scheint den heil Abend doch gottlob ganz gut zugebracht. Bey Spängler war es auch ganz angenehm. Ich bekamm auß Scherz eine alte Hrer [?] scho[ö]n verzirt mit rothen Bändern und neue Tarokkarte ich konte beydes brauchen. ich kaufte für die Ida ein sehr hübsches Portmonn. Bey Otto bekamm ich einen sehr hübschen und warmen Schwarz seiden Gaprschen [?] welcher mir sehr gut taugt dan[n] sehr hübsche Vorhänge für das hübsche Zimmer welche mich auch sehr freuen, wen[n] du einmal kömmst dan[n] werden sie Baredizen'' [? z.T. latein geschrieben, Anm.] ''ich gab der Louise so Spulben Poletirte welche sie auf den Tisch stellen und herab strüken sie hat sie sich gewunschen und ein paar hübsche Handschuhe, den großen Otto habe ich zum Siglring 5 fl dazu gegeben, und damit war es fertig, den Kindern strükte ich jeden ein paar hochrothe Strümpfe jeden 1 paar Stützerln den'' [kleinen, Anm.] ''Otto kaufte ich ein Schachtel Soltaten der Paula eine Schachtel holzernes Kichengeschirr. den Maxl einen hübschen Hanswurst zum Ziehen. Am Weihnachtstag war ich zu Mittag bey Duregger geladen. Am letzten Montag habe ich sammtliche Famile nebst Schißtl [?] Nachmittag bey mir. Am Abend am Weihnachts Tag wurde ich wider bey [[Alois Johann Duregger|Duregger]] geholt zum spillen, und am Silfester Abend war ich auch zum speisen und Punsch geladen, wo es sehr angenehm war. 5te Gestern konnte ich nicht weiter schreiben. Morgen bin ich bey der Ida für Nachmittag geladen. Heute Abends kömt Fräulein Rosalie'' [Henf, Anm.] ''welche sich dir bestens empfiehlt. Gestern und Vorgestern war ich den ganzen Nachmittag bey den Kindern oben, und so vergehen mir die Tage immer zu schnell.
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''Denke dir zu Neujahr schrieb mir die Schwester Theunser [?] das sie auf einem Au den schwarzen Staar habe, und gar nichts sieht darauf, und der Doktor fürchtet auch für das 2te Aug, die Rizzi ist sonst recht hinfällig. Es ist halt ein Kreutz, wen man alt wird. Die Sauter Charlotte ist auch sehr krank an einer Lungenentzündung gestern ist es etwas besser gegangen heute weiß ich es noch nicht. Ich hoffe zu gott, das es sich wieder beßern wird. Ist es bey Euch auch so kalt, bey uns ist es sehr kalt ich heitze den ganzen Tag und auch im außeren Zimer damit es bey uns leichter ergibt. Allen war sehr leid das du nicht gekommen bist, für den Heil Abend. Wo warst du den am Neujahrstag? Ich war bey den F Rosalie'' [Henf] ''geladen. Ich habe schon recht fleißig für dich gebethet, daß du in jeder Beziehung recht glücklich wirst. Die Stiefleten wird Otto schon mitnehmen wen er nach Wien geht die Krägen habe ich der Weitzner Pepi gegeben ich getraue sie mir nicht zu machen sie sagt sie wird sehen was sich machen läßt wird was so bekömmst du dieselben durch Otto. Lebe recht wohl es küßt und segnet dich deine dich treuliebende Mutter Spängler / Alle Bekante grüßen dich recht herzlich.''
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''Denke dir zu Neujahr schrieb mir die Schwester Theunser [?] das sie auf einem Au den schwarzen Staar habe, und gar nichts sieht darauf, und der Doktor fürchtet auch für das 2te Aug, die Rizzi ist sonst recht hinfällig. Es ist halt ein Kreutz, wen man alt wird. Die Sauter Charlotte ist auch sehr krank an einer Lungenentzündung gestern ist es etwas besser gegangen heute weiß ich es noch nicht. Ich hoffe zu gott, das es sich wieder beßern wird. Ist es bey Euch auch so kalt, bey uns ist es sehr kalt ich heitze den ganzen Tag und auch im außeren Zimer damit es bey uns leichter ergibt. Allen war sehr leid das du nicht gekommen bist, für den Heil Abend. Wo warst du den am Neujahrstag? Ich war bey den F Rosalie'' [Henf, Anm.] ''geladen. Ich habe schon recht fleißig für dich gebethet, daß du in jeder Beziehung recht glücklich wirst. Die Stiefleten wird Otto schon mitnehmen wen er nach Wien geht die Krägen habe ich der Weitzner Pepi gegeben ich getraue sie mir nicht zu machen sie sagt sie wird sehen was sich machen läßt wird was so bekömmst du dieselben durch Otto. Lebe recht wohl es küßt und segnet dich deine dich treuliebende Mutter Spängler / Alle Bekante grüßen dich recht herzlich.''
    
"Langer": Familie der Frau von einem Cousin von Franz, Julius Spängler (* [[1837]]; † [[1903]]), verheiratet mit Bertha Langer ([[Linz]]). – Den Namen "Spängler" schreibt sie wie ihre eigene Unterschrift als Familiennamen in ihrer sonst deutschen Schrift lateinisch. – "bei den Kindern oben": Familie des Sohns Otto Spängler, wohnt im selben Haus, [[Mozartplatz (Stadt Salzburg)|Mozartplatz]] 4. Das [[Antretterhaus]] am Mozartplatz Nr. 4 in der [[Salzburger Altstadt]] ist das ehemalige Stadtpalais des Adelsgeschlechtes [[Rehlingen]] mit der [[Hauskapelle Mariae Himmelfahrt]]. Daran schließt das 1620 erbaute niedrige [[Imhofstöckl]] an. Der gut gegliederte Bau mit seinen zwei Höfen und dem reich gegliederten Korbbogenportal entstand in der Zeit zwischen dem [[16. Jahrhundert|16.]] und [[18. Jahrhundert]]. Die Fassaden mit den gekurvten Fensterumrahmungen stammen aus den Jahren um 1760.
 
"Langer": Familie der Frau von einem Cousin von Franz, Julius Spängler (* [[1837]]; † [[1903]]), verheiratet mit Bertha Langer ([[Linz]]). – Den Namen "Spängler" schreibt sie wie ihre eigene Unterschrift als Familiennamen in ihrer sonst deutschen Schrift lateinisch. – "bei den Kindern oben": Familie des Sohns Otto Spängler, wohnt im selben Haus, [[Mozartplatz (Stadt Salzburg)|Mozartplatz]] 4. Das [[Antretterhaus]] am Mozartplatz Nr. 4 in der [[Salzburger Altstadt]] ist das ehemalige Stadtpalais des Adelsgeschlechtes [[Rehlingen]] mit der [[Hauskapelle Mariae Himmelfahrt]]. Daran schließt das 1620 erbaute niedrige [[Imhofstöckl]] an. Der gut gegliederte Bau mit seinen zwei Höfen und dem reich gegliederten Korbbogenportal entstand in der Zeit zwischen dem [[16. Jahrhundert|16.]] und [[18. Jahrhundert]]. Die Fassaden mit den gekurvten Fensterumrahmungen stammen aus den Jahren um 1760.