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| | Im Herbst, am [[24. Oktober]] 1772 reiste er nur in Begleitung seines Vaters zum dritten Mal nach Italien. Mozart hatte eine neue Oper, den "Lucio Silla", komponiert. Die Uraufführung am [[26. Dezember]] 1772 in Mailand wurde aber zu einer Katastrophe: Der Erzherzog kam mit einer dreistündigen Verspätung, vorher durfte man nicht anfangen. Die Sänger und das Publikum waren müde und ausgehungert, als die Aufführung nach Mitternacht endete. Es war Mozarts letzte Reise nach Italien. Vater und Sohn kehrten am [[15. März]] [[1773]] wieder in Salzburg zurück. | | Im Herbst, am [[24. Oktober]] 1772 reiste er nur in Begleitung seines Vaters zum dritten Mal nach Italien. Mozart hatte eine neue Oper, den "Lucio Silla", komponiert. Die Uraufführung am [[26. Dezember]] 1772 in Mailand wurde aber zu einer Katastrophe: Der Erzherzog kam mit einer dreistündigen Verspätung, vorher durfte man nicht anfangen. Die Sänger und das Publikum waren müde und ausgehungert, als die Aufführung nach Mitternacht endete. Es war Mozarts letzte Reise nach Italien. Vater und Sohn kehrten am [[15. März]] [[1773]] wieder in Salzburg zurück. |
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| − | Trotz seiner Erfolfe während dieser drei Italienreisen konnte Mozart keine dauerhafte Existenz in Italien gründen. Doch lernte er, italienisch zu komponieren, Singstimme virtuos und Melodie zu handhaben. Das führte dazu, dass Mozart all das, was Italien ihm künstlerisch bot, in eigene Form und Gestalt zu verwandeln. Diese Entwicklung, die sich durch das ganze Leben von Wolfang zieht, stand mit den Opern wie "''[[Le nozze di Figaro]]''" und "''[[Don Giovanni]]''" am Ende dieser Entwicklung. | + | Trotz seiner Erfolfe während dieser drei Italienreisen konnte Mozart keine dauerhafte Existenz in Italien gründen. Doch lernte er, italienisch zu komponieren, Singstimme virtuos und Melodie zu handhaben. Das führte dazu, dass Mozart all das, was Italien ihm künstlerisch bot, in eigene Form und Gestalt zu verwandeln. Diese Entwicklung, die sich durch das ganze Leben von Wolfang zieht, stand mit den Opern wie "''[[Le Nozze di Figaro]]''" und "''[[Don Giovanni]]''" am Ende dieser Entwicklung. |
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| | === Unter Fürsterzbischof Colloredo === | | === Unter Fürsterzbischof Colloredo === |
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| | === Mozart geht nach Wien === | | === Mozart geht nach Wien === |
| − | Mozart versuchte sich daraufhin in Wien als freischaffender Künstler und finanzierte seinen Lebensunterhalt vornehmlich als Opernkomponist ("[[Die Entführung aus dem Serail]]" KV 384, "Der Schauspieldirektor" KV 486, "[[Le nozze di Figaro]]" KV 492), als Klaviervirtuose mit eigenen Kompositionen und als Lehrer. Am [[4. August]] [[1782]] heiratete er im Wiener Stephansdom [[Constanze Nissen|Constanze Weber]] (* [[1762]], ↑ [[1842]]). Von Seiten der Nachwelt wurden ihr später Verschwendungssucht, Gefühlskälte und (nach dem Tode ihres Mannes) Geschäftstüchtigkeit vorgeworfen. | + | Mozart versuchte sich daraufhin in Wien als freischaffender Künstler und finanzierte seinen Lebensunterhalt vornehmlich als Opernkomponist ("[[Die Entführung aus dem Serail]]" KV 384, "Der Schauspieldirektor" KV 486, "[[Le Nozze di Figaro]]" KV 492), als Klaviervirtuose mit eigenen Kompositionen und als Lehrer. Am [[4. August]] [[1782]] heiratete er im Wiener Stephansdom [[Constanze Nissen|Constanze Weber]] (* [[1762]], ↑ [[1842]]). Von Seiten der Nachwelt wurden ihr später Verschwendungssucht, Gefühlskälte und (nach dem Tode ihres Mannes) Geschäftstüchtigkeit vorgeworfen. |
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| − | Im [[1719]] vom Stuckateur [[Alberto Camesina]] erworbenen Haus in Wien in der Schulerstraße 845 ("Figarohaus" bzw. "Mozarthaus Vienna", heute Domgasse 5) wohnte Mozart von [[1784]] bis [[1787]]. Mozart schrieb in dieser Wohnung einige seiner bekanntesten Werke, darunter die am [[1. Mai]] [[1786]] uraufgeführte Oper "''Le nozze di Figaro''", die Vertonung des Johann Wolfgang von Goethe-Gedichtes "Das Veilchen" (Juni 1785) und die Joseph Haydn gewidmeten Streichquartette (1785).<ref>{{wikipedia-de|Alberto Camesina|Alberto Camesina}}</ref> | + | Im [[1719]] vom Stuckateur [[Alberto Camesina]] erworbenen Haus in Wien in der Schulerstraße 845 ("Figarohaus" bzw. "Mozarthaus Vienna", heute Domgasse 5) wohnte Mozart von [[1784]] bis [[1787]]. Mozart schrieb in dieser Wohnung einige seiner bekanntesten Werke, darunter die am [[1. Mai]] [[1786]] uraufgeführte Oper "''Le Nozze di Figaro''", die Vertonung des Johann Wolfgang von Goethe-Gedichtes "Das Veilchen" (Juni 1785) und die Joseph Haydn gewidmeten Streichquartette (1785).<ref>{{wikipedia-de|Alberto Camesina|Alberto Camesina}}</ref> |
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| | Mozart reiste mit seiner Frau [[1783]] nach Salzburg, [[1787]] zwei Mal nach Prag zur Aufführung von "Le Nozze di Figaro" und zur Uraufführung des "Don Giovanni" KV 527. [[Ignatz Anton von Weiser]]<ref>Eine Enkelin Weisers war die bekannte Prager Pianistin und Sängerin Josepha Duschek, in deren Villa Bertramka W. A. Mozart 1787 die Oper ''[[Don Giovanni]]'' vollendete</ref> lieferte als Librettist die literarische Vorlage zu Wolfgang Amadé Mozarts erstem Auftragswerk "''Die Schuldigkeit des Ersten Gebots''", das er [[1767]] gemeinsam mit [[Anton Cajetan Adlgasser]] und [[Michael Haydn]] komponierte (Erster Teil KV 35). Dieses geistliche Singspiel ist das früheste Bühnenwerk des damals elfjährigen Wolfgang Amadé Mozart. Der zweite Teil wurde von Michael Haydn, der dritte von Anton Cajetan Adlgasser komponiert. Leider ist nur der von Mozart komponierte Teil erhalten. | | Mozart reiste mit seiner Frau [[1783]] nach Salzburg, [[1787]] zwei Mal nach Prag zur Aufführung von "Le Nozze di Figaro" und zur Uraufführung des "Don Giovanni" KV 527. [[Ignatz Anton von Weiser]]<ref>Eine Enkelin Weisers war die bekannte Prager Pianistin und Sängerin Josepha Duschek, in deren Villa Bertramka W. A. Mozart 1787 die Oper ''[[Don Giovanni]]'' vollendete</ref> lieferte als Librettist die literarische Vorlage zu Wolfgang Amadé Mozarts erstem Auftragswerk "''Die Schuldigkeit des Ersten Gebots''", das er [[1767]] gemeinsam mit [[Anton Cajetan Adlgasser]] und [[Michael Haydn]] komponierte (Erster Teil KV 35). Dieses geistliche Singspiel ist das früheste Bühnenwerk des damals elfjährigen Wolfgang Amadé Mozart. Der zweite Teil wurde von Michael Haydn, der dritte von Anton Cajetan Adlgasser komponiert. Leider ist nur der von Mozart komponierte Teil erhalten. |