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| | ''Lieber Franz! Louise wurde heute // 1 halb 3 Uhr NhX'' [nachts?] ''// von einem Mädchen<ref>Elisabeth (Elsa) Spängler, Tochter von [[Otto Spängler]], * 22. Mai 1881 in der Stadt Salzburg; † 25. Februar 1911 in Landshut; am 30. August 1905 in der Stadt Salzburg ([[Kirche des heiligen Andreas|St. Andrä]]) verheiratet mit Otto Trammer (* 1878; † 1914).</ref> entbunden; Gottlob geht es ihr recht gut Dein Otto'' | | ''Lieber Franz! Louise wurde heute // 1 halb 3 Uhr NhX'' [nachts?] ''// von einem Mädchen<ref>Elisabeth (Elsa) Spängler, Tochter von [[Otto Spängler]], * 22. Mai 1881 in der Stadt Salzburg; † 25. Februar 1911 in Landshut; am 30. August 1905 in der Stadt Salzburg ([[Kirche des heiligen Andreas|St. Andrä]]) verheiratet mit Otto Trammer (* 1878; † 1914).</ref> entbunden; Gottlob geht es ihr recht gut Dein Otto'' |
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| | + | ==== Brief vom 7. Juni 1881 von Antonia Spängler an Franz Spängler ==== |
| | + | Brief von [[Antonia Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Pottenstein; ein Bogen; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]; XX = unlesbar; Leseabsätze eingefügt:<br /> |
| | + | ''Salzburg den 7/6 [18]81 // Meine innigstgeliebten Theuren! // Mit welcher Freude erhielt ich Eure Karte, worauß ich entnahm das Ihr glücklich in Pottenstein<ref>Pottenstein an der Triesting, Niederösterreich; Franz Spängler wurde zum Bezirksrichter dort ernannt.</ref> angekommen seit, und der erste Eindruck ein angenehmer war. Ich hoffe es wird Euch dort gewiß gut gefahlen, und für alle recht gesund sein, immer die frische Landluft zu genießen, wie gut wird es den Kindlein behagen, Wie werden sich die Kinder an Blummenpflücken erfreuen, und in Wiesen, und auch vieleicht in Wäldern freuen laufen zu können. Ihr seid doch zur aller besten Zeit hinauß gekommen, wo es in der / Stadt schon anfängt heiß zu werden. Da Morgen Otto nach Wien geht, so schreibe ich Euch, und sende für die kleine Toni zu ihren Nammenstag 1 fl'' [Gulden] ''nebst herzlichen Gruß, und Glückwunsch. Der liebe Gott wolle sie Euch recht gesund erhalten. Ich freue mich schon wen ich wider einmal alle sehen werde.'' |
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| | + | ''Heuer komme ich spät nach Baumkirchen, wegen meinen dum[m]en Fuß welcher noch nicht gut ist, ich glaubte schon, ich werde gar nicht hinkommen, aber die Schwester ließ sich nicht sogleich abspeisen, sondern sie schrieb mir sie werde mir zuwarten, so denncke ich so gott will am 25 te[n] Juni / nach Hall reisen, und am 27 te[n] nach Baumkirchen, es hat mir immer sehr gut gethan, und will daher wen es sein kann es nicht außlassen.<ref> Baumkirchen bei Innsbruck, auch Bad Baumkirchen als Kurort, wird in ihren Briefen seit dem Brief vom 19. und 21. Juli 1872 vielfach erwähnt; vgl. die Fußnote zum Brief vom 2. Juni 1880. Sie ist mit ihrer Schwester dort, mit Therese von Lürzer bzw. Lürzer-Zehenthal [ohne d], so schrieb sich die Schwester selbst im Alter (* 1801; † 1894) als Stiftsdame in Hall in Tirol.</ref> Die Fräulein Rosalie Henf, will auch dießmal Baumkirchen besuchen, und so reisen wir zusammen hinein was ich sehr froh bin, die F Rosalie geht zuerst einige Tage nach Inspruck'' [Innsbruck] ''zur Frau von Pfaundler, und dann treffen wir uns in Baumkirchen. Der Fuß ist noch nicht gut aber beßer, vieleicht wird er ganz gut, bis ich zurück komme. Ich gebrauche sehr fleißig die mir vorgeschriebenen Mittel, aber wie der Doktor schon sagte, es braucht seine Zeit, und so muß ich schon in Geduld warten / '' |
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| | + | ''Heute ist doktor Graßberger<ref>Doktor der Medizin Karl Graßberger, vgl. Nachruf in [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] XXII, 1882, S. 238</ref> gestorben, dieß ist für die Fammil[i]e ein harter Schlag, sie sind gewohnt auf einen noblen Fuß zu leben, und dieses kostet Geld. Die Hehenbart'' [Hegenbart] ''in Prag höre ich ist auch so kranck, das man jeden Tag die Auflösung'' [Er- ] ''erwartet, diese erba[r]mmt mir recht sehr. Da wird wohl die Rosa dort bleiben müßen, wenigstens bis er in den XX liehen kömmt. Am 1 te[n] Juli soll das Kronprinzliche paar für 6 bis 8 Wochen hieher kommen im Schwobadahof bey Hellbrunn, es soll schon alles dort hergerichtet werden.<ref>[[Villa Swoboda]], gemietet von der Stadt Salzburg für einen Teil der Flitterwochen nach der Hochzeit am 10. Mai 1881 von [[Kronprinz Rudolf]] von Österreich und Prinzessin Stephanie von Belgien.</ref> Lebt nun alle recht wohl seid alle recht herzlich gegrüßt und geküßt von Eurer // Euch alle herzlich // liebenden Mutter Spängler.''<ref>Deutlich mit ä, sonst schreibt sie Spángler. </ref> |
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