| | Sammlung in einem Bogen, gefaltet, mit der Aufschrift "Briefe von der Betti."<ref>Vergleiche Brief vom 27. August 1879</ref> Ein Bogen mit blauem Prägedruck "B K"; / = Seitenwechsel; […] = Auslassungen<br /> | | Sammlung in einem Bogen, gefaltet, mit der Aufschrift "Briefe von der Betti."<ref>Vergleiche Brief vom 27. August 1879</ref> Ein Bogen mit blauem Prägedruck "B K"; / = Seitenwechsel; […] = Auslassungen<br /> |
| | ''Grein am 10. April 81. Liebe gute Großmutter! Wenn es mit meiner Erholung nicht gar so langsam ginge, hätte ich Dir schon längst geschrieben'' […] (Sie ist von "großer Müdigkeit und Schwäche" geplagt, näht trotzdem etwas auf der Maschiene, hat aber müde Hände und die Füße zittern; sie hat das Gefühl, kein Blut zu haben und sie ist mager geworden.) / (Sie fragt nach dem "fatalen Herzklopfen" der Großmutter und wünscht gesunde Osterfeiertage. Sie berichtet, dass ihr Bruder Wilhelm das Bräuhaus in "Harrachthal" gekauft hat [vgl. Brief vom 27. August 1879]) ''Wilhelm mußte 4000 f sogleich bezahlen und im Laufe des nechsten Jahres noch 6000 f die anderen 10,000 f bleiben zu 5 % liegen so lange bis sie es selbst zurückbezahlen wollen. Das Bräuhaus sammt Villa Binderhäusl und Schmidhäusl samt allen Gründen und allen Gerätschaften die zum Bräuhaus und zur Oekonomie gehören kostet 20,000 f ÖW. Alle Bekannte von meinen Bruder die das Anwesen kennen, riethen ihm zu diesen Kauf, da es durchaus nicht zu theuer ist. Am 1tn Oktober dieses Jahres müßen sie das Geschäft übernehmen, gebe Gott das es ihnen dort wieder recht wohl ergehe; ich freue mich herzlich darüber das Wilhelm doch noch in dem Besitz dieses Bräuhauses gekommen ist. Der liebe Gott hat es wirklich so haben wollen darum denke ich es wird zu ihrem Glück sein!'' […] (Es bleibt die Frage, ob sich bis zum 1. Oktober für das Bräuhaus in Steyregg ein Pächter meldet.) / (Sie haben eine Anzeige in die Zeitung gesetzt; wenn er keinen Nachfolger in Steyregg findet, muss er dort noch ein Jahr die Pacht zahlen [das Bräuhaus in Steyregg war offenbar nur gepachtet].) […] ''dann das Weggeben der Kinder macht ihnen auch viel Sorge, es muß aber sein, den in Harrachsthal würden sie nicht viel lernen und hätten eine Stunde weit zu gehen in die Schule. Mit Gottes Hilfe wird wohl Alles recht werden!'' (Frau Greisenegger [in Harrachstal] ist verstorben; der Bruder Wilhelm und dessen Frau bekommen nach ihr Kleider, Leinwand, Wäsche, Bilder, "etwas an alterthümlichen Schmuck und die Kinder ein jedes einen goldenen Ring als Andenken"; auch ein Gebetbuch, einen Rosenkranz, ein kleines Marienbild, alles wollen sie in Ehren halten.) ''Die gute Spängler hat mir vor 4 Wochen recht lieb geschrieben, es geht ihnen allen gut und sind gesund. Bitte grüße die Schlegelischen Frau Mutter Spängler die Theres Lisi und Alle vielmals Dich grüßt und küßt 1000 mahl Deine dankbare Betti K.'' | | ''Grein am 10. April 81. Liebe gute Großmutter! Wenn es mit meiner Erholung nicht gar so langsam ginge, hätte ich Dir schon längst geschrieben'' […] (Sie ist von "großer Müdigkeit und Schwäche" geplagt, näht trotzdem etwas auf der Maschiene, hat aber müde Hände und die Füße zittern; sie hat das Gefühl, kein Blut zu haben und sie ist mager geworden.) / (Sie fragt nach dem "fatalen Herzklopfen" der Großmutter und wünscht gesunde Osterfeiertage. Sie berichtet, dass ihr Bruder Wilhelm das Bräuhaus in "Harrachthal" gekauft hat [vgl. Brief vom 27. August 1879]) ''Wilhelm mußte 4000 f sogleich bezahlen und im Laufe des nechsten Jahres noch 6000 f die anderen 10,000 f bleiben zu 5 % liegen so lange bis sie es selbst zurückbezahlen wollen. Das Bräuhaus sammt Villa Binderhäusl und Schmidhäusl samt allen Gründen und allen Gerätschaften die zum Bräuhaus und zur Oekonomie gehören kostet 20,000 f ÖW. Alle Bekannte von meinen Bruder die das Anwesen kennen, riethen ihm zu diesen Kauf, da es durchaus nicht zu theuer ist. Am 1tn Oktober dieses Jahres müßen sie das Geschäft übernehmen, gebe Gott das es ihnen dort wieder recht wohl ergehe; ich freue mich herzlich darüber das Wilhelm doch noch in dem Besitz dieses Bräuhauses gekommen ist. Der liebe Gott hat es wirklich so haben wollen darum denke ich es wird zu ihrem Glück sein!'' […] (Es bleibt die Frage, ob sich bis zum 1. Oktober für das Bräuhaus in Steyregg ein Pächter meldet.) / (Sie haben eine Anzeige in die Zeitung gesetzt; wenn er keinen Nachfolger in Steyregg findet, muss er dort noch ein Jahr die Pacht zahlen [das Bräuhaus in Steyregg war offenbar nur gepachtet].) […] ''dann das Weggeben der Kinder macht ihnen auch viel Sorge, es muß aber sein, den in Harrachsthal würden sie nicht viel lernen und hätten eine Stunde weit zu gehen in die Schule. Mit Gottes Hilfe wird wohl Alles recht werden!'' (Frau Greisenegger [in Harrachstal] ist verstorben; der Bruder Wilhelm und dessen Frau bekommen nach ihr Kleider, Leinwand, Wäsche, Bilder, "etwas an alterthümlichen Schmuck und die Kinder ein jedes einen goldenen Ring als Andenken"; auch ein Gebetbuch, einen Rosenkranz, ein kleines Marienbild, alles wollen sie in Ehren halten.) ''Die gute Spängler hat mir vor 4 Wochen recht lieb geschrieben, es geht ihnen allen gut und sind gesund. Bitte grüße die Schlegelischen Frau Mutter Spängler die Theres Lisi und Alle vielmals Dich grüßt und küßt 1000 mahl Deine dankbare Betti K.'' |
| | + | ''Salzburg den 28/4 1881 // Meine innigst geliebten Theuren! // Ich ha[ä]tte Euch schon lange gerne geschrieben, aber ich glaubte von einen Tag auf den anderen es müße eine Nachricht kommen wegen deiner Versetzung; Heute ist der 28 te und noch ist nichts gekommen – Gott gebe das dir die große Verlegenheit erspart bleibt, nicht wissen wohin mit Kinder, und Sachen. Wo die Noth am größten, ist Gottes Hülfe am nächsten; so lieber Franz wird es bey dir auch sein. Da Uebermmorgen Karl Schlegel nach Wien abreist so will ich ihm doch ein Briefchen mitgeben. Dennkt Euch mein Fuß ist noch nicht gut, ich bleibe nun schon 8 Tage immer bis 10 auch ½ 11 mittag im Bett dammit der Fuß ruhen / kann, und bin ich auf einen hohen Schamel haben. Habe auch immer meinen Geist zum einreiben, aber es ist ein Nerv erletzt, und dieser will sich nicht recht geben, ich glaube es ist nun schon bald ein ganzes Monnath, die Geschwulst um den Knöchl ist gesessen [?], aber wo der Nerv le[ä]diert ist, will sie nicht recht weichen, gott gebe nur, das es noch gut wird.'' |
| | + | ''Bey Sauter ist nun schon die Litzitation'' [Lizitation]<ref>Versteigerung von Gegenständen aus einem Nachlass</ref> ''vorbey und am 1 May zieht schon eine neue Partey ein. Das ist alles schnell gegangen. Die beiden Frauen sind noch hier, werden aber Sonntag oder Monntag von hier weg gehen. Die Pflanzen werden alle in einen Zimmer aufbewahrt bis auf den Zeitpunkt wo die Naturforscher hier zusammen / kommen, da hoffen sie dieselben an Mann zu bringen, ich wünsche es ihnen. Die Guttenberg soll auch dermalen sehr miserabl sein, sie soll mehrere Geschwür[e] haben, der Marie ist recht bange, höre ich, das sie nicht mehr auf den Goldenen Hochzei[t]stag, dauern wird. So geht es wen man alt wird kommt bald dieß bald das. Schreibt uns ja gleich ein paar Zeilen, wen Ihr etwas erfährt, von Euerer Bestimmung. Herr Lanser wirst du gesprochen haben, welcher Morgen zurück kömmt. Ich meine diese so lange Ungewißheit, ist für dich so wie für Fan[n]y recht aufregend. Die Kindlein habens gut, die verstehen noch nichts, entschieden wirds doch dieser Tage werden denke ich. Die Angermeier'' [Angermayer] '' / habe ich noch nicht gesehen, ich kann nicht außgehen, und sie sind noch nicht gekommen. Wie ich höre soll ihnen die Wohnung sehr gut taugen.'' |
| | + | ''Froh bin ich daß Ihr meine lieben alle gesund seid, sammt den 3 Kindlein welche ich mich jetzt schon freue wen wir Euch wider sehen werden. Meinen herzlichen Dannk für die Glückwünsche zu meinen Geburtstag. Heute den 29 te[n] finde ich meinen Fuß wenigstens bis jetzt 12 Uhr Mittag beßer, ich bin freulich bis ½ 11 in Bett gelegen, oder eigentlich geseßen den ich habe wie immer gestrückt. Das Geld von den Schleg[e]l habe ich bekommen Otto hat es mir gleich als die Zulage von dir für Mey'' [Mai] ''gegeben wofür ich recht herzlich danncke. Lürzer Otto<ref>[[Otto Lürzer von Zehendthal]] (* 1843; † 1901), Vizepräsident des Kreisgerichts St. Pölten in Niederösterreich</ref> selbst scheint es ganz wohl als Herr Bezirksrichter zu behagen, den es scheint dort dieser Titel eine große Rolle zu spielen.'' [beiliegender Halbbogen:] ''Warum er nicht nach Wien gegangen ist die Ursache weil er in Kremms'' [Krems] ''den Eid ablegen mußte, und da sie ohnedieß 8 Tage auf der Reise waren. Die Marie findet schon das es ein rechtes Nest ist. Sie hat zwar schon ein paar recht nette Frauen gefunden welche ihr auch an die Hand gehen, sie hat auch noch keine Magd, sondern blos eine Zugeherin, welche aber zuhauße ein kleines Kind hat, und daher oft wider fort gehen muß. Nun haben ihr die Frauen eine angesagt, vieleicht bekömt sie dieselbe für den Mey. Ihre Wohnung soll sehr schön sein, das möchte ich auch für Euch meine lieben wünschen. Vieleicht seid Ihr schon in 8 – 10 Tagen an einen andern Ort. Der liebe Gott wird alles recht machen. / '' |
| | + | ''Meine Gedancken sind wohl sehr viel bey Euch. Ihr könt Euch dencken wie ich mich freuen würde wen es nach Franz sein[en] Wunsch ausfallen solte. Otto läßt dich recht herzlich grüßen, ich dencke er wird wohl jetzt ohne dringende Noth nicht fortgehen bis bey Louise die Entbindung vorbey ist, welche langstens bis halben Mey folgen wird, ich bin schon froh wen es wider glücklich vorbey ist. // Lebt alle mit den lieben Kindlein recht wohl seid herzlich gegrüßt und geküßt von Eurer Euch treu liebenden // Mutter Antonia // Spángler // Hier geht es zu, wie in ewigen Leben, den so wurde wohl noch nie die Stadt hergerichtet wie dießmal, aber aller Orten werden Triumpfbögen und ganze Temmpel und weiß Gott was noch gerichtet.'' |