Änderungen

Zeile 190: Zeile 190:     
''Die Kinder gehen alle 3 Größren in die Schule, in der Zeit ist zu Hauße zimmlich Ruhe. Wegen der Bestelten Teller wird die Louise selbst gedannckt haben, sie war sehr zufrieden. Ich bin für die kleine froh das sie nun ein ordentliches Bett hat wo sie sich rühren kann wird ihr gewiß recht taugen, und du  darfst di[ch] nicht fürchten wegen den Heraußfallen. Wie ich hörte sollen eine menge veränderungen vorgekommen sein, im punitischen [polit-?], Beamten Kreise – da hoffe ich wird es wohl dich auch vieleicht bald treffen vorwerts zu kommen. Es würde mich sehr freuen. Lebt alle recht wohl, Gottes'' [unterstrichen:] ''Segen über'' [unterstrichen und Unterstrich:] ''Euch meine lieben Eure Euch Mit Tausend küßen treu liebende Mutter Spángler'' [daneben:] ''Otto und Louise küßen Euch herzlich.''
 
''Die Kinder gehen alle 3 Größren in die Schule, in der Zeit ist zu Hauße zimmlich Ruhe. Wegen der Bestelten Teller wird die Louise selbst gedannckt haben, sie war sehr zufrieden. Ich bin für die kleine froh das sie nun ein ordentliches Bett hat wo sie sich rühren kann wird ihr gewiß recht taugen, und du  darfst di[ch] nicht fürchten wegen den Heraußfallen. Wie ich hörte sollen eine menge veränderungen vorgekommen sein, im punitischen [polit-?], Beamten Kreise – da hoffe ich wird es wohl dich auch vieleicht bald treffen vorwerts zu kommen. Es würde mich sehr freuen. Lebt alle recht wohl, Gottes'' [unterstrichen:] ''Segen über'' [unterstrichen und Unterstrich:] ''Euch meine lieben Eure Euch Mit Tausend küßen treu liebende Mutter Spángler'' [daneben:] ''Otto und Louise küßen Euch herzlich.''
 +
<hr>
 +
 +
==== Brief vom 19. November 1879 von Antonia Spängler an Franz Spängler ====
 +
Brief von [[Antonia Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Wien; ein Bogen; / = Seitenwechsel; // = Absatz; Leseabsatz eingefügt:<br />
 +
''Salzburg den 19/11 1879 // Meine inigstgeliebten Theuren! // Eure lieben Briefe freuten mich sehr und ich dancke Euch inig dafür, freut es mich doch gar so sehr wen ich etwas von Euch höre. Wie froh bin ich, das die Kinder so gut gedeuen, das Ihr doch in dieser Beziehung keine Sorge habet. Die Franzerl muß schon lieb sein weil sie so plaudert, in diesen Alter steht es ihnen gar so gut. Nun weil die Toni schon so viel auf den Boden sietzt wird es Euch doch auch mit der Arbeit leichter gehen, und außgehen kann man ja auch jetzt nicht mehr so viel, weil es gleich so kalt ist. Das Kri[e]chen ist für die Kinder sehr gesund. / Die Toni kamm mir vom [vor] ist überhaupt viel zarter gebaut als die Franzerl, wird daher nie so starck werden wie dieselbe, aber die Tonni'' [Toni] ''scheint ein recht gutes Kind zu sein. Wie leid thut es mir, daß du noch nicht deinen Wunsch erreicht hast, eine Bezirksrichters Stelle zu erhalten, aber ich denncke halt wider, wer weiß für was es gut ist, vieleicht hat dir der liebe Gott etwas beßres bestimmt. – Geduld bringt Segen. – Mein Bruder Leopold war voriges Monnath am 19 te[n] sehr krank an Astmma er hatte einen Stückanfall welcher über 2 Stunden dauerte, der Docktor war über 2 Stund in der Nacht bey ihm die Lina in gar kein Bett, den sie mußte die ganze Nacht ihm Tücher wärmen und Medezin eingeben am andern Tag war es gottlob beßer, / aber der Docktor kamm doch 3 mal um zu sehen wie es geht, weil die Schwäche so groß war, und einige Tage kamm er noch 2 mal, bis auf die Schwäche und geschwollenen Füße geht es ihm gottlob beßer. nur muß er sich von starcken Luft heftiger Bewegung hie[ü]ten.''
 +
 +
''Ich lasse der Franzel sehr dancken für das Bußerl es hat mich sehr gefreut Beyliegend sende ich dir 10 fl'' [Gulden] ''eigentlich zum Christgeschenck, weil ihr aber dermalen wenig Geld habt, so sende ich es jetzt, vieleicht thut ihr Euch dan etwas leichter, auch sage ich dir ich verzichte gerne für dermalen bis Ihr in eine beßere Lage kömmt auf 5 fl Monatlich und bin mit 10 fl sehr zufrieden, seit Ihr einmal in einer beßren Lage, dann nehme ich es wider mit Danck an.<ref>Die beiden Brüder Franz und [[Otto Spängler]] unterstützen die Mutter mit einer monatlichen Zuwendung.</ref> Beyliegend sende ich auch ein paar Würste zum kosten. Und der Franzerl den Blauen Schlips für das Pußel welches sie mir schükte. / Die Fany soll mir schreiben ob sie vieleicht wider ein gestrücktes Leibchen brauchen kann, braucht sie eines so werde ich eines strücken. Ich bin Gottlob gesund und gehe recht fleißig spatzieren. Die Großmutter läßt Euch alle herzlich grüßen, die Therese hat einen wehen Fuß, die Großmutter fürchtet er bricht auf. Grüßt mir die Rosa recht herzlich mit aller Liebe Eure treue Euch // herzlichliebende Mutter // Spángler // Bey Schlegel lassen sie Euch alle herzlich grüßen.''
 
<hr>
 
<hr>