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==== Brief vom 26. und 27. Februar 1878 von Antonia Spängler an Franz Spängler ====
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Brief von [[Antonia Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Wien; ein Bogen; / = Seitenwechsel; // = Absatz; Leseabsätze eingefügt; [?] = unsichere Lesung:<br />
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''Salzburg den 26/2 [18]78. // Meine inigst geliebten theuren! // Es ist nun schon sehr lange das ich an Euch geschrieben, aber ich weiß nicht wie es kamm, das es sich so weit hinauß geschoben. 14 Tag war wol auch die Louise sehr kranck, so das auch der Herr Professor des Tages 2 mal kamm, sie hatte sehr heftiges Fieber, in der Minute 132 Schläge, das ganze war ein Aport'' [Abort; b  gestrichen, p darübergeschrieben] ''welches sie, aber nicht wissen lassen wollen, ich bitte daher es auch nicht weiter zu erzählen, sie liegt noch Täglich ein paar Stunden im Bett, um Mittag um zu ruhen. Da war besonders die Emile viel herunten, und ich mehrere Stunden oben. So vergingen die Wochen, gerade recht schnel. Nun will ich dir lieber Franz schreiben, das wir von den Romania Obligationen die Coupons bekomen haben, es sollen / von vorigen Jahr, wie von Heuer die Coupons außgezahlt werden, was ich sehr froh bin.''
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''Wie wünsche ich Euch von ganzen Herzen Glück, das Eure kleine die Zähne so leicht bekömmt unsere Kleine hier hat noch keinen auch nicht bey Koch, und unsere Perta'' [Berta] ''ist erst hö[c]hstens 4 Wochen, das sie nicht mehr so viel weint, es war schon arg für die Kindsmagd was sie außzustehen hatte, gott gebe das es keinen Sturm mehr abgiebt beim Zahn bekommen sonst ist sie sehr lieb, lußtig und freundlich. Ich freue mich schon die beyde Kindlein beysammen zu sehen. Nur hoffe ich wird es bey der Louise auch ernstlich beßer, heute ist'' [hochgestellt:] ''27. sie den ganzen Tag auf, und ist nach Tisch zum erstenmal außgegangen. Ich hoffe Ihr seid alle Gesund, ich Gottlob bin es auch, ich kann Gottlob immer [?] meine Wege gehen. / In die Kirche einkaufen, und die nöthigsten Besuche machen, dazu komme ich aber am wenigsten. Zur Großmutter gehe ich wenigstens die Woche einmal. Heute wird die Hanl [?] begraben, sie war sehr kurz krank, sie fühlte sich schon einige Tage unwohl, machte aber niemand auf, sie wolte keinen Menschen in ihre Wohnung lassen, wie ihr endlich zu schlecht war kroch [?] sie herauß und machte auf, als man ihr einen Docktor holte so sagte dieser gleich versehen, dan holte man eine Kreutzschwester, man mußte sie aber gleich in ein anderes Zimmer legen, damit man nicht von den Flöhen gefreßen wird, so sach'' [sah] ''es dort auß. Und wie ich höre sollen Sechzig Tausend Gulden da sein / Testament soll sie keines gemacht haben, es sind wohl weitschichtige Verwan[d]te da – die werden lachen – so viel zu bekommen.''
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''Ich bin begierig ob die Großmutter Euch die Sachen schückt zur Mascke sie erzählte mir das Ihr darum geschrieben, und du schickst es Ihnen sagte ich darauf, dann sagte sie das muß ich mir erst überlegen es könte etwas daran geschehen, a sagte ich die Fany giebt ja recht obacht ob sie es thut weiß ich nicht, o hätte es nur ich – heute schückte ich es. Lebt recht wohl meine lieben seid recht herzlich gesegnet und geküßt von Eurer // treuen // Mutter Spángler // von den Bekanten viele herzliche grüße. Wie ist es den mit der Stadtbanwaldstelle [!], nun haben wir schon Februar.
 
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