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''Liebe Großmutter! Zu deinem Namensfeste bringe auch ich Dir<ref>Generell sind die "d" bei Fanni nicht zu unterscheiden, sie sind alle klein geschrieben. Doch Franz schreibt deutlich an die (Schwieger-)Großmutter ein großes (höfliches) "Du". Fanni macht übrigens auch keinen Unterschied zwischen großem und kleinem "f"; ich [O. H.] übertrage, wie es "richtig" wäre.</ref> die herzlichsten Glückwünsche dar; bleibe gesund u. behalte uns gerne. Vielleicht kannst Du heuer im Herbst zu uns, da Fanny wohl kaum wird nach Salzburg kommen können. Lebe recht wohl u. laß uns bald wieder etwas von Dir hören. Dein dankbarer Enkel Franz''
 
''Liebe Großmutter! Zu deinem Namensfeste bringe auch ich Dir<ref>Generell sind die "d" bei Fanni nicht zu unterscheiden, sie sind alle klein geschrieben. Doch Franz schreibt deutlich an die (Schwieger-)Großmutter ein großes (höfliches) "Du". Fanni macht übrigens auch keinen Unterschied zwischen großem und kleinem "f"; ich [O. H.] übertrage, wie es "richtig" wäre.</ref> die herzlichsten Glückwünsche dar; bleibe gesund u. behalte uns gerne. Vielleicht kannst Du heuer im Herbst zu uns, da Fanny wohl kaum wird nach Salzburg kommen können. Lebe recht wohl u. laß uns bald wieder etwas von Dir hören. Dein dankbarer Enkel Franz''
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==== Brief vom 7. März 1877 von Antonia Spängler an Fanni Spängler ====
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Brief von [[Antonia Spängler]] an [[Franziska Spängler]] in Wien; ein Bogen; / = Seitenwechsel; // = Absatz; Leseabsatz eingefügt:<br />
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''Salzburg den 7/3 [18]77. // Meine lieben Theuren! // Soeben erhielt ich der theuren Fany ihren würcklich Humoristisch geschriebenen Brief welcher mich sehr freute, den es zeucht mir deine heitere Gemüthsstimmung. Heute gielt der Brief eigentlich dir! Meine liebe Fany ich wünsche dir so viel gutes zu deinen Nammenstag, daß du es kaum zu ertragen vermöchtest, der liebe Gott möge dir, in jeder Richtung, geben, was dich, und dein glück dir erhöht, mir behalte ein Plätzchen in deinen Herzen. Die Großmutter<ref>[[Fanny Kobler]]</ref> wünscht dir ebenfals alles gute. Es ist ihr sehr recht das Ihr abgekommen seid von der Entbindung herauf'' [nach Salzburg] ''zu kommen, den sie hätte sich sehr für Fany gefürchtet, sie ist nun darüber ganz ruhig. / Ein 2 Punckt worüber sie noch gewißheit haben möchte – ist ob du dir ja gewiß für den Zeitpunckt deiner Entbindung ja gewiß durch die Frau Batsche, oder sonst jemand verläßlichen, die eine ordentliche Beseherin<ref>Grimm, ''Deutsches Wörterbuch'', online, Beleg des 16. Jahrhunderts: "Beseherin, f. in Österreich die wärterin einer kindbetterin, weil sie auf das kind zu sehen, es zu warten hat."</ref> bestellt, welche dich, und das Kindlein versorgt, damit auch du, bey dieser gelegenheit dich einüben kannst, und alles sehen wie man es zweckmaßig bey den kleinen Kindern machen muß, damit sie gedeien könen, und auch du während dem Wochenbett eine verläßliche Person immer um dich hast welche in jeder Beziehung für dich Sorge trägt – damit auch dir nichts unrechtes zukömmt, und du die Beseherin erst dann entlaßest, wan du vollkommen dich erholt hast – und dich auf die Kindespflege gut ein- / geübt hast. Dan erst sollst du die Rosi hinunter'' [nach Wien] ''nehmen, und bist du und das Kindlein recht gesund und kanst du es selbst stillen, so glaubt die Großmutter köntet Ihr vieleicht im Herbst noch kommen, oder die Großmutter will dan wen Ihr nicht herauf köntet auf Besuch hinunter gehen. Sie hätte dir so gerne selbst geschrieben, aber sie sagt sie kann nicht, sie läßt dir alles gute wünschen zum Nammenstag, und dich recht schön bitten wenigstens auf 6 bis 8 Wochen eine Beseherin zu behalten. Ich denke die Großmutter wird dir schon etwas beystimmen, ich habe ihr, schon gesagt, sie soll dir 100 fl'' [Gulden] ''extra schücken, mit dem, daß du dir jemand ordentlichen nehmen kannst. Es wird mit Gottes Hülfe alles recht werden. Ich bethe oft ja Täglich für dich liebe Fany und segne auch Täglich wie Euch auch das kleine Kindlein. / ''
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''Du bist wohl recht schlim liebe Fany in deiner Bemerkung wegen Fräulein Rosalie<ref>In den Briefen ist häufig von "Fräulein Rosalie" die Rede. Ob es sich dabei, hier ebenfalls, um "Rosalie Henf" bzw. "Hempf" handelt, ist [mir, O. H.] unklar.</ref>, ich mußte recht herzlich lachen als ich es gelesen aber ich muß halt auch da, wie immer sagen hätte sie ein Licht genohmen über die Stiege zu ihrer Wohnung so wäre es ihr nicht geschehen. Es hat sich ein Trünckbold welchen schlecht geworden auf die Stiege gelegt, und wie sie die Stiege angehen wollte so stolperte sie sogleich und woll[t]e sich mit der rechten Hand stitzen, und verrenkte sich dieselbe natürlich ist sie au[c]h recht sehr erschrocken, es geht ihr aber nun beynahe ganz gut, wir waren so recht vergnügt beysammen, kanst dir dencken wie unlieb es mir war. Ich bedaure dich sehr wegen deines Unfall[s] mit den 4 fl'' [Gulden] ''man kann in Wien schon gar nicht behutsamm genug sein. Liebe Fany gieb ja recht obacht auf dich bey der Wanderung, die Angermayer wird dir gewiß behülflich sein, aufschauen kannst, du, das die Leute nichts fort schlagen. /'' [Seite 2 oben, auf dem Kopf:] ''Den Namenstag bringt die Großmutter und Therese bey mir zu.'' [Der Brief ist ohne Grußformel und Unterschrift, scheint aber nicht unvollständig zu sein.]
 
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