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| | "Wochenbett": sie heiraten 1872, Fanny Kobler ist 1796 geboren, Franzi Spängler wird 1877 in Wien geboren. Hier muss es ein (totes) Kind geben, von dem ich nichts Näheres weiß (siehe auch Brief vom Febr. und folgende Briefe!). | | "Wochenbett": sie heiraten 1872, Fanny Kobler ist 1796 geboren, Franzi Spängler wird 1877 in Wien geboren. Hier muss es ein (totes) Kind geben, von dem ich nichts Näheres weiß (siehe auch Brief vom Febr. und folgende Briefe!). |
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| | + | ==== Brief vom 28. April 1876 von Antonia Spängler an Franz Spängler ==== |
| | + | Brief von [[Antonia Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Wien; ein Bogen; Prägestempel "A. S."; / = Seitenwechsel; // = Absatz; Leseabsätze eingefügt; [?] = unsichere Lesung; XX = unleserlich:<br /> |
| | + | ''Salzburg den 28/4 [18]76. // Meine lieben Theuren! // Erst heute komme ich dazu, Euch meine lieben zu schreiben und zu danncken für die Liebe und Freundlichkeit, und Sorgfalt welche Ihr mir, die ganze lange Zeit, welche ich in Wien war mir angedei[h]en ließet. O meine lieben wie schmmerzliche Stunden hatten wir hier außzustehen mit der lieben Margaretha<ref>Margaretha Anthonia Spängler, * 9. April 1875; † 24. April 1876 in Salzburg.</ref>, wie ich angekommen und sie athmen hörte, fürchtete ich mir gleich, das sie nicht mehr beßer wird, den sie athmete sehr schwer, und wen sie wach war, durfte sie niemand ansehen, auch nicht von weiten, so weinte sie recht kläglich, das Herz im Leib möchte einen bey so etwas zerspringen. Louise hatte wohl auch wenig Hoffnung weil sich die Entzündung / immer wieder errneuerte so auch am letzten Tag, wo sie dann auch erlag. Von halb 12 Uhr mittag bis ½ 3 Uhr hat sie gezogen, dan wurde sie ruhig und verschwind. Sie ist ein schöner Engl! Könnt Euch denken, wie alle angegriffen waren.'' |
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| | + | ''Ich wohnte bis Dinstag Abends ganz bey Otto, weil bis dahin erst die Pepi von Ebenschwang kommen konnte. Die Frau von Herrn Lehnen [?] ließ er [sie?] nach hauße weisen zu ihren Eltern weil eben die Pepi in dieser Zeit dort war, und sie glaubten, ich komme erst am 1 te[n] May. Sie wurde zwar gleich zurück beruffen, Pepi schrieb gleich am Sammstag das sie bitte bis Dinstag noch bleiben zu dürfen, was man ihr natürlich auch bewilligte. Nun bin ich / wider in meiner Heußlichkeit. Dermalen fühle ich mich sehr schwach, so das ich heute zum ersten mahl den Malaka'' [Malaga] ''verkostete. Ich will nun täglich ein wenig nehmen. Ich bekamm vor einigen Tagen zimmlich starkes abXXihen, wo ich mich gleich sehr matt darauf fühlte, und die Kraft kömmt halt bey alten Leuten nicht mehr so gleich, mit gottes Hülfe wird bey gleicher Kuhr'' [Kur] ''sich alles wider geben. Bey der Großmutter war ich am Sonntag aber nur auf kurze Zeit. wie ich Zeit finde werde ich auf länger hinkommen wegen der Rosi war es ihr schon recht und wegen den 30 fl'' [Florin, Gulden] ''für die Frau Patsche werden wir uns schon vergleichen, sagte sie. /'' |
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| | + | ''Nun die große Frage wie geht es der guten Fany? ist sie doch ein wenig getröstet? Wie geht es den lieben Franz? wie ist es außgegangen mit seiner Versetzung, ich bin schon sehr begierig etwas zu hören. Ich dencke wohl recht oft an alle lieben in Wien, ich bitte alle zu grüßen, welche sich meiner erinnern. Bey Schlegl'' [Schlegel] ''wo alles wohl ist war ich auch, aber sonst bin ich noch wenig aus geweßen, außer bey Spängler. Am Montag wird bey Otto herab gezogen, und bey Duregger im Hof<ref> im [[Antretterhaus]]</ref>, und ebenso bey Koch. Großmutter<ref>[[Fanny Kobler]]</ref> welche ich heute gesprochen ist zimmlich frisch und läßt Euch recht herzlich grüßen. Otto und Louise danken herzlich für den lieben Brief nebst freundlichen grüßen. Noch einmal herzlichen Dank für alles. Es küßt Euch mit inniger Liebe Eure treuer Mutter Spángler.'' [Seite 2 oben, auf dem Kopf:] ''An Rosi einen herzlichen Gruß. Nun geht hier schon alles nach neuem Maaß und gewicht<ref>Vgl. Wien Geschichte Wiki: "Kilo", seit 1872/1873 eingeführt, ab 1876 verbindlich.</ref>.'' |
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