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{{Dieser Artikel|informiert über die Zeit ab 1992 mit Stefan Pierer. Über das historische Motorenwerk KTM informiert der Artikel [[KTM-Motorfahrzeugbau KG, Kronreif & Trunkenpolz Mattighofen]].}}
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{{Dieser Artikel|informiert über die Zeit des Motorenwerks ab 1992 bis 2025. Über das historische Motorenwerk KTM informiert der Artikel [[KTM-Motorfahrzeugbau KG, Kronreif & Trunkenpolz Mattighofen]].}}
[[Datei:Übersicht über die Firmengruppe Pierer Industrie AG Screenshot 2024-11-27 at 14-39-19 Presentation Slide.png|thumb|Übersicht über die Firmengruppe Pierer Industrie AG, zu der die KTM AG in der Pierer Mobility AG gehört. Stand Oktober 2024. In diesem Firmengeflecht ist die KTM AG nun in Konkurs. Die anderen Unternehmen sind davon nicht betroffen. Anmerkung: Die KTM Fahrräder gehören nicht zur KTM AG.]]
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[[Datei:Übersicht über die Firmengruppe Pierer Industrie AG Screenshot 2024-11-27 at 14-39-19 Presentation Slide.png|thumb|Übersicht über die Firmengruppe Pierer Industrie AG, zu der die KTM AG in der Pierer Mobility AG gehört. Stand Oktober 2024. In diesem Firmengeflecht ist die KTM AG nun in Konkurs. Die anderen Unternehmen sind davon nicht betroffen. Anmerkung: Die KTM Fahrräder gehören nicht zur KTM AG.]]
Die '''Pierer Mobility AG''' ist ein Unternehmen der "Pierer Industrie AG", zu der auch die KTM AG gehört, die im November [[2024]] ein Insolvenzverfahren einleiten musste. Zur besseren Übersicht wurden die Artikel der [[1952]] gegründeten [[KTM-Motorfahrzeugbau KG, Kronreif & Trunkenpolz Mattighofen]] und der aktuellen KTM-Gruppe getrennt.
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Die '''Pierer Mobility AG''' ist ein Unternehmen der "Pierer Industrie AG", zu der auch die KTM AG gehört, die im November [[2024]] ein Insolvenzverfahren einleiten musste. Zur besseren Übersicht wurden die Artikel der [[1952]] gegründeten [[KTM-Motorfahrzeugbau KG, Kronreif & Trunkenpolz Mattighofen]] und der aktuellen KTM-Gruppe getrennt.
    
== Salzburgbezug ==
 
== Salzburgbezug ==
Grundsätzlich handelt es sich um die Firmengeschichte eines Unternehmens, das von einem Salzburger - [[Ernst Kronreif]] - und einem [[Mattighofen]]er - [[Hans Trunkenpolz]] - gegründet wurde. Die Pierer Mobility AG hält aktuell (2024) 50 % an der [[Flachgau]]er Firma [[Kiska GmbH|KISKA GmbH]], die auch von der Insolvenz der KTM AG betroffen wurden. Durch den Einstieg von [[Mark Mateschitz]] zusammen mit Stefan Pierer beim oberösterreichischen Feuerwehrausstatter Rosenbauer ergibt sich ein weiterer Salzburgbezug. Zu erwähnen wären noch Mitarbeiter im KTM-Werk in Mattighofen, die im [[Bundesland Salzburg]] leben.
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Grundsätzlich handelt es sich um die Firmengeschichte eines Unternehmens, das von einem Salzburger - [[Ernst Kronreif]] - und einem [[Mattighofen]]er - [[Hans Trunkenpolz]] - gegründet wurde. Weiters hielt die Pierer Mobility AG 2024 50 % an der [[Flachgau]]er Firma [[KISKA GmbH]], die auch von der Insolvenz der KTM AG betroffen wurde. Durch den Einstieg von [[Mark Mateschitz]] zusammen mit Stefan Pierer beim oberösterreichischen Feuerwehrausstatter Rosenbauer ergibt sich ein weiterer Salzburgbezug. Zu erwähnen wären noch Mitarbeiter im KTM-Werk in Mattighofen, die im [[Bundesland Salzburg]] leben.
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== 20. Jahrhundert ==
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== Die weitere Geschichte im Überblick ==
[[1992]] wurde das Unternehmen unter dem Sanierer Dipl.-Ing. Stefan Pierer neu strukturiert. [[2008]] war KTM der zweitgrößte Motorradhersteller Europas hinter BMW<ref>Die in München, [[Bayern]] beheimatete deutsche Motorradfirma wurde [[1916]] gegründet und stellte schon [[1929]] "das schnellste Motorrad der Welt" her. Im Straßenrennsport brachte ihr jedoch erst die 1935 entstandene Konstruktion von Oberingenieur Schleicher den Durchbruch an die Spitze. [[1938]] errang Georg "Schorsch" Meier mit einer BMW 500 Kompressor Werk-Rennmodell den Europameistertitel und gewann 1938 die ''Senior TT'' als erster Ausländer auf einer nicht-englischen Maschine.</ref>, nach [[2012]] für vier Jahre dann der größte europäische Motorradhersteller.<ref>[https://en.wikipedia.org/wiki/KTM en.wikipedia.org/wiki/KTM]</ref>
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=== 20. Jahrhundert ===
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[[1992]] wurde das Unternehmen unter dem Sanierer Dipl.-Ing. Stefan Pierer neu strukturiert. [[2008]] war KTM der zweitgrößte Motorradhersteller Europas hinter BMW<ref>Die in München, [[Bayern]] beheimatete deutsche Motorradfirma wurde [[1916]] gegründet und stellte schon [[1929]] "das schnellste Motorrad der Welt" her. Im Straßenrennsport brachte ihr jedoch erst die [[1935]] entstandene Konstruktion von Oberingenieur Schleicher den Durchbruch an die Spitze. [[1938]] errang der Bayer Georg "Schorsch" Meier mit einem BMW 500 Kompressor Werk-Rennmodell den Europameistertitel und [[1938]] gewann er die ''Senior TT'' auf der britischen Insel Man als erster Ausländer auf einer nicht-englischen Maschine.</ref>, nach [[2012]] für vier Jahre dann der größte europäische Motorradhersteller.<ref>[https://en.wikipedia.org/wiki/KTM en.wikipedia.org/wiki/KTM]</ref>
    
== 21. Jahrhundert ==
 
== 21. Jahrhundert ==
[[2009]] war KTM wegen Managementfehlern überschuldet und wurde vom Land Oberösterreich mit einer Bürgschaft von 33,6 Mio. Euro gestützt. Weiters bekam KTM 2009 eine Kurzarbeitsförderung in der Höhe von ca. 1,25 Mio. EUR.<ref>[https://kontrast.at/spendenliste-kurz-oevp-parteispende/?fbclid=IwAR2Fea8kTTiGnD-RM9j2yxTAl6bDUOj8j06EsslIT5qA2rFclPBGgeNedVE kontrast.at], Spendenliste für Sebastian Kurz, 4. Oktober 2017</ref>
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[[2009]] war KTM wegen Managementfehlern überschuldet und wurde vom Land [[Oberösterreich]] mit einer Bürgschaft von 33,6 Mio. Euro gestützt. KTM bekam auch eine Kurzarbeitsförderung in der Höhe von ca. 1,25 Mio. EUR.<ref>[https://kontrast.at/spendenliste-kurz-oevp-parteispende/?fbclid=IwAR2Fea8kTTiGnD-RM9j2yxTAl6bDUOj8j06EsslIT5qA2rFclPBGgeNedVE kontrast.at], Spendenliste für Sebastian Kurz, 4. Oktober 2017</ref>
    
[[Datei:KTM Werk in Mattighofen.jpg|thumb|KTM Werk in Mattighofen]]  
 
[[Datei:KTM Werk in Mattighofen.jpg|thumb|KTM Werk in Mattighofen]]  
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==== KTM Motohall ====
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Die KTM Motohall ist das Museum von KTM im Stadtzentrum Mattighofen, das im Frühjahr [[2019]] eröffnet wurde.<ref>[https://www.derstandard.at/story/2000107294315/sportwagenhersteller-ktm-geniesst-kulturfoerderung-ueber-600-000-euro www.derstandard.at sportwagenhersteller-ktm-geniesst-kulturfoerderung-ueber-600-000-euro], 11. August 2019</ref>
      
=== 2024 ===
 
=== 2024 ===
 
==== Dramatische finanzielle Situation im Herbst 2024 ====
 
==== Dramatische finanzielle Situation im Herbst 2024 ====
[[2024]] schlitterte KTM in eine Absatzkrise. Am [[14. November]] 2024 wurde bekannt, dass 5&nbsp;000 Beschäftigten am Standort Mattighofen von einschneidenden Maßnahmen betroffen sein werden. 300 Mitarbeiter in der Produktion wurden bis Jahresende gekündigt, womit sich der Personalabbau am Stammwerk von KTM seit Jahresbeginn auf über 1&nbsp;000 summieren wird. Alle verbleibenden 4&nbsp;700 Beschäftigten im Werk müssen im Jänner und Februar [[2025]] in Teilzeit. Sie arbeiten statt 38 nur 30 Wochenstunden, also über 20 Prozent weniger und bekommen entsprechend weniger Gehalt. 1&nbsp;000 Mitarbeiter, die in der Produktion arbeiten, bleiben diese beiden Monate trotz Bezahlung Zuhause, denn die Produktion in diesen Monaten komplett gestoppt. Die anderen 3&nbsp;700 Mitarbeiter sind in Verwaltung, Vertrieb sowie Forschung und Entwicklung tätig.
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[[2024]] schlitterte KTM in eine Absatzkrise. Am [[14. November]] 2024 wurde bekannt, dass 5&nbsp;000 Beschäftigten am Standort Mattighofen von einschneidenden Maßnahmen betroffen sein werden. 300 Mitarbeiter in der Produktion wurden bis Jahresende gekündigt, womit sich der Personalabbau am Stammwerk von KTM seit Jahresbeginn auf über 1&nbsp;000 summierte. Die verbleibenden 4&nbsp;700 Beschäftigten im Werk mussten im Jänner und Februar [[2025]] in Teilzeitarbeit gehen. Sie arbeiteten statt 38 nur 30 Wochenstunden. 1&nbsp;000 Mitarbeiter, die in der Produktion arbeiteten, blieben diese beiden Monate trotz Bezahlung zuhause, denn die Produktion wurde in diesen Monaten komplett gestoppt. Die anderen 3&nbsp;700 Mitarbeiter sind Mitarbeiter in Verwaltung, Vertrieb sowie Forschung und Entwicklung.
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Am Dienstagabend, [[13. November]] 2024, hatte KTM mitgeteilt, dass mit der indischen Mitaktionärin von Pierer, Bajaj AG, sowie mit Finanzgläubigern über eine Überbrückungsfinanzierung in dreistelliger Millionenhöhe verhandelt werde. Eine flaue Auftragslage und hohe Lagerbestände erzwangen zudem Einschränkungen in der Produktion. Vom AMS mitfinanzierte Kurzarbeit war aufgrund der jüngsten Gesetzesverschärfungen nicht möglich. Der Plan, 1&nbsp;000 Mitarbeiter für zwei Monate freizustellen und beim AMS anzumelden, stieß bei der Gewerkschaft auf heftigen Widerstand. Womit nur der kollektive Weg in die Teilzeit mit Lohnabstrichen für alle übrig blieb.<ref>[https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/ktm-mitarbeiter-kuendigungen-stopp-produktion-jaenner-februar-168475714 www.sn.at], 14. November 2024: "Weniger Gehalt, kein Job: Kahlschlag bei KTM lässt ganze Region zittern"</ref>
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Am Dienstagabend, [[13. November]] 2024, hatte KTM mitgeteilt, dass mit der indischen Mitaktionärin von Pierer, Bajaj AG, sowie mit Finanzgläubigern über eine Überbrückungsfinanzierung in dreistelliger Millionenhöhe verhandelt werde. Eine flaue Auftragslage und hohe Lagerbestände erzwangen zudem Einschränkungen in der Produktion. Vom Arbeitsmarktservice (AMS) mitfinanzierte Kurzarbeit war aufgrund der jüngsten Gesetzesverschärfungen nicht möglich. Der Plan, 1&nbsp;000 Mitarbeiter für zwei Monate freizustellen und beim AMS anzumelden, stieß bei der Gewerkschaft auf heftigen Widerstand. Womit nur der kollektive Weg in die Teilzeit mit Lohnabstrichen für alle übrig blieb.<ref>[https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/ktm-mitarbeiter-kuendigungen-stopp-produktion-jaenner-februar-168475714 www.sn.at], 14. November 2024: "Weniger Gehalt, kein Job: Kahlschlag bei KTM lässt ganze Region zittern"</ref>
    
[[Datei:KTM Teilezentrum in Mattighofen.jpg|thumb|KTM Teilezentrum in Mattighofen, Aufnahme Okt. 2012]]
 
[[Datei:KTM Teilezentrum in Mattighofen.jpg|thumb|KTM Teilezentrum in Mattighofen, Aufnahme Okt. 2012]]
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Am Donnerstag, [[21. November]], wurde bekannt, dass KTM 2024 über 11&nbsp;000 Fahrräder der Marke Husqvarna, einer Tochterfirma von KTM, darunter 5&nbsp;000 bis 7&nbsp;000 ''[[E-Bike]]s'', an die Belegschaft verschenkt hatte.  Die Überproduktion und damit verbundene Lagerkosten sollen der Auslöser gewesen sein, dass die Lagerware im Bereich Fahrrad an die Belegschaft "unentgeltlich ausgehändigt" wurde. Garantie- und Gewährleistungsansprüche wurden laut einem internen Papier, das den "[[SN]]" vorliegt, ausgeschlossen. Eine Suche Mitte November 2024 auf einschlägigen Marktplätzen in Österreich warf einige Privatverkäufe von Husqvarna-''E-Bikes'' aus. Die Fotos zeigen fabrikneue, teils noch verpackte Fahrräder. Österreichweit findet sich das meiste Angebot - 42 Stück - in Oberösterreich. Die Preisangebote für die neuwertigen Fahrräder lagen zwischen 1.500 und 2.500 Euro. Jedoch hatte die "Pierer Mobility AG" im Rahmen des Bestellprozesses den Weiterverkauf der neuen E-Bikes untersagt und die Fahrräder ausschließlich zur Eigennutzung freigegeben. Die Fahrradhändler sind über dieses Vorgehen von KTM erzürnt.<ref name="SN21Nov24" />
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Am Donnerstag, [[21. November]], wurde bekannt, dass KTM 2024 über 11&nbsp;000 Fahrräder der Marke ''Husqvarna Motorcycles'', einer Tochterfirma von KTM in Mattighofen, darunter 5&nbsp;000 bis 7&nbsp;000 ''[[E-Bike]]s'', an die Belegschaft verschenkt hatte.  Die Überproduktion und damit verbundene Lagerkosten sollen der Auslöser gewesen sein, dass die Lagerware im Bereich Fahrrad an die Belegschaft "unentgeltlich ausgehändigt" wurde. Garantie- und Gewährleistungsansprüche wurden laut einem internen Papier, das den "[[SN]]" vorlag, ausgeschlossen.<ref name="SN21Nov24" />
 
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<!-- bitte nicht löschen: Eine Suche Mitte November 2024 auf einschlägigen Marktplätzen in Österreich warf einige Privatverkäufe von Husqvarna-''E-Bikes'' aus. Die Fotos zeigen fabrikneue, teils noch verpackte Fahrräder. Österreichweit findet sich das meiste Angebot - 42 Stück - in Oberösterreich. Die Preisangebote für die neuwertigen Fahrräder lagen zwischen 1.500 und 2.500 Euro. Jedoch hatte die "Pierer Mobility AG" im Rahmen des Bestellprozesses den Weiterverkauf der neuen E-Bikes untersagt und die Fahrräder ausschließlich zur Eigennutzung freigegeben. Die Fahrradhändler sind über dieses Vorgehen von KTM erzürnt. Hannes Winner, Wirtschaftswissenschafter an der [[Universität Salzburg]], sagt zu den marktwirtschaftlichen Auswirkungen: "Wenn plötzlich mehr als 5&nbsp;000 Fahrräder auf den Markt kommen, bricht die Nachfrage weg und das Angebot verändert sich." Das treibe schlussendlich die Preise nach unten und der Druck auf die Händler steige. Am [[Tirol]]er und Salzburger Markt hätten schon einige Händler den Markt verlassen. Die Fahrräder würden vermutlich auch im Familienverbund genutzt, was dem Markt wiederum Kunden entziehe. -->
<!-- bitte nicht löschen: Hannes Winner, Wirtschaftswissenschafter an der [[Universität Salzburg]], sagt zu den marktwirtschaftlichen Auswirkungen: "Wenn plötzlich mehr als 5&nbsp;000 Fahrräder auf den Markt kommen, bricht die Nachfrage weg und das Angebot verändert sich." Das treibe schlussendlich die Preise nach unten und der Druck auf die Händler steige. Am [[Tirol]]er und Salzburger Markt hätten schon einige Händler den Markt verlassen. Die Fahrräder würden vermutlich auch im Familienverbund genutzt, was dem Markt wiederum Kunden entziehe. -->
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Aus dem Nachhaltigkeitsbericht der "Pierer Mobility AG" geht hervor, dass "als Anerkennung für das Engagement und die Loyalität" schon im Sommer [[2023]] rund 5&nbsp;600 ''Summerbikes'' an Mitarbeiter verschenkt wurden. Die "[[KTM Fahrrad GmbH]]" - mit der gleichnamigen KTM-Fahrradmarke - gehört aber nicht zu "Pierer Mobility AG" und agiert eigenständig.
Aus dem Nachhaltigkeitsbericht der "Pierer Mobility AG" geht hervor, dass "als Anerkennung für das Engagement und die Loyalität" schon im Sommer [[2023]] rund 5&nbsp;600 ''Summerbikes'' an Mitarbeiter verschenkt wurden.
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<!-- bitte nicht löschen: Bleibt die Frage offen, wie die E-Fahrräder, deren Listenpreis zum Teil weit über 2.000 Euro liegt, versteuert wurden? Im Bestellprozess für die unentgeltlichen Fahrräder finden sich dazu keine Angaben. "Darüber wurden wir auch mündlich nicht informiert", sagt ein Mitarbeiter. [[Sabine Urnik]], Professorin für Rechnungslegung und Steuerlehre an der Universität Salzburg, betont, dass für eine solche Zuwendung des Arbeitgebers grundsätzlich Steuerpflicht bestehe, wenn die Fahrradübergabe als Belohnung im Rahmen des Dienstverhältnisses erfolgt. Allerdings gebe es steuerrechtliche Vorschriften, die unter bestimmten Voraussetzungen eine (teilweise) steuerfreie Übergabe ermöglichten. Aufseiten des Arbeitgebers wären in diesem Fall die Fahrräder grundsätzlich abzugsfähig. Jedoch können durch die Bewertung des Lagerbestands und eine entsprechende Abwertung in den Büchern des Unternehmens bereits sehr niedrige Werte gestanden haben sagt Urnik. Würde hingegen die Übergabe nicht als Belohnung im Rahmen des Dienstverhältnisses, sondern tatsächlich als Schenkung gesehen werden, stelle das im Unternehmen eine "Entnahme" dar. Durch den Ansatz einer Entnahme wäre die Abzugsfähigkeit im Ergebnis eingeschränkt oder kompensiert.  Ein Fragenkatalog blieb vom Sprecher der Pierer Mobility AG zur Causa unbeantwortet. Sämtliche Kräfte seien mit dem Restrukturierungsprozess beschäftigt, heißt es. Bei einer Normalisierung der Situation stelle man sich den Fragen. Verwiesen wurde auf den Nachhaltigkeitsbericht 2023 und die darin genannte Bike-Aktion. Für 2024 wolle man der internen "Berichterstattung" nicht vorgreifen. -->
 
<!-- bitte nicht löschen: Bleibt die Frage offen, wie die E-Fahrräder, deren Listenpreis zum Teil weit über 2.000 Euro liegt, versteuert wurden? Im Bestellprozess für die unentgeltlichen Fahrräder finden sich dazu keine Angaben. "Darüber wurden wir auch mündlich nicht informiert", sagt ein Mitarbeiter. [[Sabine Urnik]], Professorin für Rechnungslegung und Steuerlehre an der Universität Salzburg, betont, dass für eine solche Zuwendung des Arbeitgebers grundsätzlich Steuerpflicht bestehe, wenn die Fahrradübergabe als Belohnung im Rahmen des Dienstverhältnisses erfolgt. Allerdings gebe es steuerrechtliche Vorschriften, die unter bestimmten Voraussetzungen eine (teilweise) steuerfreie Übergabe ermöglichten. Aufseiten des Arbeitgebers wären in diesem Fall die Fahrräder grundsätzlich abzugsfähig. Jedoch können durch die Bewertung des Lagerbestands und eine entsprechende Abwertung in den Büchern des Unternehmens bereits sehr niedrige Werte gestanden haben sagt Urnik. Würde hingegen die Übergabe nicht als Belohnung im Rahmen des Dienstverhältnisses, sondern tatsächlich als Schenkung gesehen werden, stelle das im Unternehmen eine "Entnahme" dar. Durch den Ansatz einer Entnahme wäre die Abzugsfähigkeit im Ergebnis eingeschränkt oder kompensiert.  Ein Fragenkatalog blieb vom Sprecher der Pierer Mobility AG zur Causa unbeantwortet. Sämtliche Kräfte seien mit dem Restrukturierungsprozess beschäftigt, heißt es. Bei einer Normalisierung der Situation stelle man sich den Fragen. Verwiesen wurde auf den Nachhaltigkeitsbericht 2023 und die darin genannte Bike-Aktion. Für 2024 wolle man der internen "Berichterstattung" nicht vorgreifen. -->
Zur Gruppe gehören auch die Marken Gasgas E-Bicycles und Felt. Ende 2023 trennte sich das Unternehmen von der Marke R Raymon. Auch die Trennung von Felt sei geplant, heißt es im Geschäftsbericht 2023. Die "KTM Fahrrad GmbH" - mit der gleichnamigen KTM-Fahrradmarke - gehört nicht zu "Pierer Mobility AG" und agiert eigenständig.
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Allein im ersten Halbjahr 2024 ging der Umsatz von Pierer Mobility von 1,4 auf 1,007 Mrd. Euro zurück. Das operative Ergebnis (Ebit) drehte tief ins Minus (195 Mill. Euro). Die Aktie verlor über 80 Prozent an Wert. Experten machen vor allem die hohen Lagerbestände bei KTM stutzig. Das deute auf zu hohes Risiko und Managementfehler hin. Ende 2020 machten sie 300 Millionen Euro aus, Ende Juni 2024 waren es 938 Mill. Euro.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/ktm-schieflage-welche-fehler-stefan-pierer-management-168866539 www.sn.at], 22. November 2024</ref>
 
Allein im ersten Halbjahr 2024 ging der Umsatz von Pierer Mobility von 1,4 auf 1,007 Mrd. Euro zurück. Das operative Ergebnis (Ebit) drehte tief ins Minus (195 Mill. Euro). Die Aktie verlor über 80 Prozent an Wert. Experten machen vor allem die hohen Lagerbestände bei KTM stutzig. Das deute auf zu hohes Risiko und Managementfehler hin. Ende 2020 machten sie 300 Millionen Euro aus, Ende Juni 2024 waren es 938 Mill. Euro.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/ktm-schieflage-welche-fehler-stefan-pierer-management-168866539 www.sn.at], 22. November 2024</ref>
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==== 25. November: Pierer Industrie AG begibt sich unter Schutzschirm  ====
   
Die Dachgesellschaft der Industriegruppe von Stefan Pierer, die Pierer Industrie AG, zu der die KTM AG gehört, teilte am Montag, den [[25. November]] 2024 mit, dass sie entschieden habe, ein europäischen Restrukturierungsverfahren nach der sogenannten Restrukturierungsverordnung einzuleiten. Ohne das Strecken von Fälligkeiten einiger Anleihen und Schuldscheindarlehen würde die Gesellschaft zahlungsunfähig.<ref>[https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/ktm-turbulenzen-pierer-industrie-ag-schutzschirm-169080859 www.sn.at], 25. November 2024</ref>
 
Die Dachgesellschaft der Industriegruppe von Stefan Pierer, die Pierer Industrie AG, zu der die KTM AG gehört, teilte am Montag, den [[25. November]] 2024 mit, dass sie entschieden habe, ein europäischen Restrukturierungsverfahren nach der sogenannten Restrukturierungsverordnung einzuleiten. Ohne das Strecken von Fälligkeiten einiger Anleihen und Schuldscheindarlehen würde die Gesellschaft zahlungsunfähig.<ref>[https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/ktm-turbulenzen-pierer-industrie-ag-schutzschirm-169080859 www.sn.at], 25. November 2024</ref>
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==== 26. November: KTM muss ein Insolvenzverfahren einleiten ====
   
Vor der am Dienstag, den [[26. November]] [[2024]] angesetzten Betriebsversammlung in der KTM-Zentrale in [[Mattighofen]] teilte KTM vor 14 Uhr mit, dass KTM wegen eines Finanzbedarfs im hohen dreistelligen Millionenbereich ein Insolvenzverfahren einleiten muss. Der Finanzierungsbedarf der KTM AG beläuft sich nach derzeitigem Stand auf einen hohen dreistelligen Millionenbetrag. Das Management geht nunmehr nicht davon aus, dass es gelingen wird, die notwendige Zwischenfinanzierung zeitgerecht sicherzustellen.
 
Vor der am Dienstag, den [[26. November]] [[2024]] angesetzten Betriebsversammlung in der KTM-Zentrale in [[Mattighofen]] teilte KTM vor 14 Uhr mit, dass KTM wegen eines Finanzbedarfs im hohen dreistelligen Millionenbereich ein Insolvenzverfahren einleiten muss. Der Finanzierungsbedarf der KTM AG beläuft sich nach derzeitigem Stand auf einen hohen dreistelligen Millionenbetrag. Das Management geht nunmehr nicht davon aus, dass es gelingen wird, die notwendige Zwischenfinanzierung zeitgerecht sicherzustellen.
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Der Vorstand der KTM AG fasste daher am Dienstag den Beschluss, den Antrag auf Einleitung eines gerichtlichen Sanierungsverfahrens mit Eigenverwaltung über das Vermögen der KTM AG und ihrer Tochtergesellschaften "KTM Components GmbH" und "KTM F&amp;E GmbH" zu stellen. Die Verfahren gäben die Möglichkeit, weiterhin das Vermögen unter Aufsicht zu verwalten und die KTM-Gruppe eigenständig zu sanieren, so das Unternehmen weiter. Alle sonstigen Tochtergesellschaften der KTM AG, insbesondere sämtliche Vertriebsgesellschaften, sind davon nicht betroffen. Ziel des Verfahrens sei es, innerhalb von 90 Tagen mit den Gläubigern einen Sanierungsplan zu vereinbaren. Durch eine Redimensionierung der Gruppe soll nicht nur der Bestand der KTM-Gruppe nachhaltig gesichert, sondern auch die Basis geschaffen werden, erstarkt aus dem Verfahren zu kommen.
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Der Vorstand der KTM AG fasste daher am Dienstag den Beschluss, den Antrag auf Einleitung eines gerichtlichen Sanierungsverfahrens mit Eigenverwaltung über das Vermögen der KTM AG und ihrer Tochtergesellschaften "KTM Components GmbH" und "KTM F&amp;E GmbH" zu stellen. Die Verfahren gäben die Möglichkeit, weiterhin das Vermögen unter Aufsicht zu verwalten und die KTM-Gruppe eigenständig zu sanieren, so das Unternehmen weiter. Alle sonstigen Tochtergesellschaften der KTM AG, insbesondere sämtliche Vertriebsgesellschaften, waren davon nicht betroffen.  
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Eine Redimensionierung der Produktion soll dazu führen, dass der Lagerüberbestand bei KTM und ihren Händlern in den kommenden zwei Jahren angepasst wird. Dadurch wird es in den Jahren 2025 und 2026 zu einer Reduzierung der Betriebsleistung an den österreichischen Standorten im Ausmaß von insgesamt über einer Milliarde Euro kommen. Daher erwartet sich die Gesellschaft für das laufende Geschäftsjahr 2024 aus den vorher genannten Gründen ein negatives Jahresergebnis im sehr hohen dreistelligen Millionenbereich. Zum Halbjahr 2024 hatte die KTM-Mutter Pierer Mobility ein operatives Minus von 195 Millionen Euro geschrieben. Was schon bei Veröffentlichung dieser Zahlen irritierte, waren die enorm hohen Lagerbestände, die KTM aufgebaut hat. Ende 2020 machten sie 300 Millionen Euro aus, Ende Juni 2024 waren es 938 Millionen Euro. <!--Die SN enthüllten, dass Tausende Fahrräder an KTM-Beschäftigte verschenkt wurden - zum Ärger der Fahrradhändler in der Region. --> Parallel war die Nettoverschuldung um 89 Prozent auf 1,47 Milliarden Euro sprunghaft angestiegen. Die hohe Eigenkapitalquote sank von 31 auf 22 Prozent.<ref>[https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/stefan-pierer-ktm-insolvenz-das-lebenswerk-169135417 www.sn.at], 26. November 2024: Stefan Pierer muss KTM in Insolvenz schicken: "Das ist mein Lebenswerk und dafür kämpfe ich"</ref>
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Eine Redimensionierung der Produktion soll dazu führen, dass der Lagerüberbestand bei KTM und ihren Händlern in den kommenden zwei Jahren angepasst wird. Dadurch wird es in den Jahren 2025 und 2026 zu einer Reduzierung der Betriebsleistung an den österreichischen Standorten im Ausmaß von insgesamt über einer Milliarde Euro kommen. Daher erwartet sich die Gesellschaft für das laufende Geschäftsjahr 2024 aus den vorher genannten Gründen ein negatives Jahresergebnis im sehr hohen dreistelligen Millionenbereich. Zum Halbjahr 2024 hatte die KTM-Mutter Pierer Mobility ein operatives Minus von 195 Millionen Euro geschrieben. Was schon bei Veröffentlichung dieser Zahlen irritierte, waren die enorm hohen Lagerbestände, die KTM aufgebaut hat. Ende 2020 machten sie 300 Millionen Euro aus, Ende Juni 2024 waren es 938 Millionen Euro. Parallel war die Nettoverschuldung um 89 Prozent auf 1,47 Milliarden Euro sprunghaft angestiegen. Die hohe Eigenkapitalquote sank von 31 auf 22 Prozent.<ref>[https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/stefan-pierer-ktm-insolvenz-das-lebenswerk-169135417 www.sn.at], 26. November 2024: Stefan Pierer muss KTM in Insolvenz schicken: "Das ist mein Lebenswerk und dafür kämpfe ich"</ref>
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==== Wie finanzierte Stefan Pierer die Übernahme von Rosenbauer?  ====
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Erst vor wenigen Monaten, im Sommer 2024, stellte Stefan Pierer an die 60 Mill. Euro auf, um gemeinsam mit [[Red Bull|Red-Bull]]-Erbe [[Mark Mateschitz]] den in Schwierigkeiten befindlichen Feuerwehrausrüster Rosenbauer in [[Oberösterreich]] zu übernehmen. Im Zusammenhang mit dem im November eingeleiteten Insolvenzverfahren warf diese Aktion Fragen auf. KTM-Chef Stefan Pierer und Red-Bull-Erbe Mark Mateschitz übernehmen gemeinsam mit Raiffeisen Oberösterreich die Mehrheit (50,1 Prozent) beim oberösterreichischen Weltmarktführer, der unter einer hohen Schuldenlast leidet. Angesichts der Nöte und drohenden Einschnitte bei KTM müsse man diskutieren, ob Pierers Investments bei Rosenbauer, aber auch bei dem defizitären Autozulieferer Leoni nötig gewesen wären. Das Konsortium wird 50,1 Prozent von Rosenbauer übernehmen - je ein Drittel dieses Anteils entfällt auf Pierer, Mateschitz sowie Raiffeisen Oberösterreich und die Invest Unternehmensbeteiligungs AG, die als ''Private-Equity-Fonds'' der Raiffeisengruppe agiert. Für die Mehrheitsübernahme sind insgesamt rund 180 Mill. Euro nötig, die Pierer, Mateschitz und Raiffeisen zu etwa gleichen Teilen aufbringen. Das bedeutet, dass auf Pierer rund 60 Mill. Euro entfallen.<ref>[https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/kritische-fragen-pleite-ktm-wie-stefan-pierer-uebernahme-rosenbauer-169185244 www.sn.at], 27. November 2024: "Kritische Fragen nach Pleite von KTM: Wie finanzierte Stefan Pierer die Übernahme von Rosenbauer?"</ref>
Erst vor wenigen Monaten, im Sommer 2024, stellte Stefan Pierer an die 60 Mill. Euro auf, um gemeinsam mit [[Red Bull|Red-Bull]]-Erbe [[Mark Mateschitz]] den in Schwierigkeiten befindlichen Feuerwehrausrüster Rosenbauer in [[Oberösterreich]] zu übernehmen. Im Zusammenhang mit dem im November eingeleiteten Insolvenzverfahren wirft diese Aktion Fragen auf. KTM-Chef Stefan Pierer und Red-Bull-Erbe Mark Mateschitz übernehmen gemeinsam mit Raiffeisen Oberösterreich die Mehrheit (50,1 Prozent) beim oberösterreichischen Weltmarktführer, der unter einer hohen Schuldenlast leidet. Angesichts der Nöte und drohenden Einschnitte bei KTM müsse man diskutieren, ob Pierers Investments bei Rosenbauer, aber auch bei dem defizitären Autozulieferer Leoni nötig gewesen wären.
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Das Konsortium wird 50,1 Prozent von Rosenbauer übernehmen - je ein Drittel dieses Anteils entfällt auf Pierer, Mateschitz sowie Raiffeisen Oberösterreich und die Invest Unternehmensbeteiligungs AG, die als ''Private-Equity-Fonds'' der Raiffeisengruppe agiert. Für die Mehrheitsübernahme sind insgesamt rund 180 Mill. Euro nötig, die Pierer, Mateschitz und Raiffeisen zu etwa gleichen Teilen aufbringen. Das bedeutet, dass auf Pierer rund 60 Mill. Euro entfallen.<ref>[https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/kritische-fragen-pleite-ktm-wie-stefan-pierer-uebernahme-rosenbauer-169185244 www.sn.at], 27. November 2024: "Kritische Fragen nach Pleite von KTM: Wie finanzierte Stefan Pierer die Übernahme von Rosenbauer?"</ref>
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=== 2025: KTM ist Milliardenschulden los ===
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Nach zähen Verhandlungen fand am Dienstag, [[25. Februar]] [[2025]], am Vormittag beim Landesgericht in [[Ried im Innkreis]] eine Gläubigerversammlung mit mehr als 100 Betroffene statt. Um 13:51 Uhr gab es dann Klarheit: Die Gläubiger nahmen das Angebot an. Die Gläubiger erhalten von ihren Außenständen bis längstens [[23. Mai]] dieses Jahres 30 Prozent. KTM muss also nur rund 600 Mill. Euro aufbringen, um mit einem Schlag Schulden von über zwei Milliarden Euro loszuwerden. Für die Gläubiger war letztlich wohl entscheidend, dass sie im Fall einer Ablehnung noch deutlich weniger, nämlich nur 15 Prozent, bekommen hätten. Sie stimmten nun zu, obwohl noch immer nicht klar ist, wer als Investor die nötige Kapitalspritze in dreistelliger Millionenhöhe leisten wird. Ein Umstand, der absolut ungewöhnlich ist. Bis Mitte März soll die Investorensuche abgeschlossen werden. In der Zwischenzeit stellt der indische KTM-Aktionär Bajaj 50 Millionen Euro dem Unternehmen zur Verfügung, um das Hochfahren der Produktion ab Mitte März zu finanzieren. Gestern Abend, den [[24. Februar]], sei das Geld schon auf einem Treuhandkonto eingetroffen, sagte der Sanierungsverwalter.<ref>[https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/ktm-glaeubiger-entschuldung-174161719 www.sn.at], 25. Februar 2025</ref>
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=== 2025, Februar: KTM ist Milliardenschulden los ===
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Am Dienstag, den [[4. März]] 2025 - es war der Faschingsdienstag - vollzog Hauptaktionär Stefan Pierer den erwarteten Schlussstrich und zieht sich aus dem operativen KTM-Geschäft ganz zurück. Er legte "sein Lebenswerk" in die Hände des einstigen Do-&-Co-Managers und jetztigen KTM Geschäfstsführer Gottfried Neumeister. Jetzt steht der indische Großkonzern Bajaj, der seit [[2007]] bei KTM engagiert ist, im Mittelpunkt der Neuordnung und hält Pierers Lebenswerk mit Finanzspritzen am Leben. Stefan Pierer ist aktuell noch größter Einzelaktionär von KTM. 600 Mill. Euro sind bis Mai nötig, um die 30-Prozent-Quote der Gläubiger zu finanzieren. Weitere 150 Mill. Euro braucht es für das Hochfahren der Produktion in Mattighofen ab Mitte März.  
Nach zähen Verhandlungen fand am Dienstag, [[25. Februar]] [[2025]], am Vormittag beim Landesgericht in [[Ried im Innkreis]] eine Gläubigerversammlung mit mehr als 100 Betroffene statt. Um 13:51 Uhr gab es dann Klarheit: Die Gläubiger nahmen das Angebot an. Das gab die KTM-Mutter Pierer Mobility bekannt. Die Gläubiger erhalten von ihren Außenständen bis längstens [[23. Mai]] dieses Jahres 30 Prozent. KTM muss also nur rund 600 Mill. Euro aufbringen, um mit einem Schlag Schulden von über zwei Milliarden Euro loszuwerden. Für die Gläubiger war letztlich wohl entscheidend, dass sie im Fall einer Ablehnung noch deutlich weniger, nämlich nur 15 Prozent, bekommen hätten. Sie stimmten nun zu, obwohl noch immer nicht klar ist, wer als Investor die nötige Kapitalspritze in dreistelliger Millionenhöhe leisten wird. Ein Umstand, der absolut ungewöhnlich ist. Bis Mitte März soll die Investorensuche abgeschlossen werden. In der Zwischenzeit stellt der indische KTM-Aktionär Bajaj 50 Millionen Euro dem Unternehmen zur Verfügung, um das Hochfahren der Produktion ab Mitte März zu finanzieren. Gestern Abend, den [[24. Februar]], sei das Geld schon auf einem Treuhandkonto eingetroffen, sagte der Sanierungsverwalter.<ref>[https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/ktm-glaeubiger-entschuldung-174161719 www.sn.at], 25. Februar 2025</ref>
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== Daten, Übersicht 2024 ==
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Mit einer Handvoll Investoren intensiv verhandelt wird. Soweit Anfang März bekannt war, ist neben Bajaj der zweite wichtige KTM-Produktionspartner in Asien, CF Moto aus [[China]]. Ebenfalls genannt wird die international tätige Investmentfirma Fountain-Vest aus Hongkong, zu deren Beteiligungsportfolio auch der finnische Sportkonzern Amer (mit [[Atomic]]) gehört. Gerüchte um einen Einstieg von BMW bei KTM sorgten zwar für tagelange Aufregung, erwiesen sich aber als haltlos. Als Interessent hat sich auch noch der Wiener Investor Stephan Zöchling, ein Vertrauter von Stefan Pierer, gemeldet. Er geht aber nicht allein ins Rennen, sondern will die Übernahme ebenfalls gemeinsam mit Bajaj durchführen. 50 Prozent der KTM-Produktion fänden schon jetzt in Indien statt.<ref>[https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/historische-zaesur-ktm-pierer-lebenswerk-konzern-bajaj-leben-174584581 www.sn.at], 4. März 2025</ref>
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== Daten 2024 ==
 
=== KTM-Werke mit Pierer Mobility AG Bezug ===
 
=== KTM-Werke mit Pierer Mobility AG Bezug ===
 
* Werke in Mattighofen: im Südosten der Stadt: "KTM Sportmotorcycle AG" und "APTIV Mobility Service Austria GmbH"
 
* Werke in Mattighofen: im Südosten der Stadt: "KTM Sportmotorcycle AG" und "APTIV Mobility Service Austria GmbH"
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Das Teilelager der KTM Fahrrad GmbH in Schalchen<ref>[https://www.google.at/maps/search/KTM+in+der+N%C3%A4he+von+Schalchen/@48.1249092,13.1488994,717m/data=!3m1!1e3!5m1!1e1?entry=ttu&g_ep=EgoyMDI0MTExOC4wIKXMDSoJLDEwMjExMjM0SAFQAw%3D%3D www.google.at/maps]</ref> und die Fahrradproduktion im Stammwerk in Mattighofen sind nicht in Besitz der Pierer Mobility AG und auch nicht der KTM AG. Die [[KTM Fahrrad GmbH]] ist seit 1992 ein völlig eigenständiges Familienunternehmen, im alleinigen Besitz der Familie Urkauf.<ref>[https://www.ktm-bikes.at/de/klarstellung Klarstellung: Wichtige Mitteilung der KTM Fahrrad GmbH]</ref>
 
Das Teilelager der KTM Fahrrad GmbH in Schalchen<ref>[https://www.google.at/maps/search/KTM+in+der+N%C3%A4he+von+Schalchen/@48.1249092,13.1488994,717m/data=!3m1!1e3!5m1!1e1?entry=ttu&g_ep=EgoyMDI0MTExOC4wIKXMDSoJLDEwMjExMjM0SAFQAw%3D%3D www.google.at/maps]</ref> und die Fahrradproduktion im Stammwerk in Mattighofen sind nicht in Besitz der Pierer Mobility AG und auch nicht der KTM AG. Die [[KTM Fahrrad GmbH]] ist seit 1992 ein völlig eigenständiges Familienunternehmen, im alleinigen Besitz der Familie Urkauf.<ref>[https://www.ktm-bikes.at/de/klarstellung Klarstellung: Wichtige Mitteilung der KTM Fahrrad GmbH]</ref>
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== Pierer Mobility  ==
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=== Pierer Mobility  ===
 
Die KTM-Mutter Pierer Mobility hatte [[2022]] einen operativen Rekordgewinn von 235 Mill. Euro erwirtschaftet, [[2023]] waren es 160 Mill. Euro. Für Rechnungen gab ein Zahlungsziel von 90 Tagen, das zuletzt aber auch überschritten wurde.<ref>[https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/pleite-ktm-tragoedie-zulieferer-personalabbau-millionenschaden-169200412 www.sn.at], 28. November 2024</ref>
 
Die KTM-Mutter Pierer Mobility hatte [[2022]] einen operativen Rekordgewinn von 235 Mill. Euro erwirtschaftet, [[2023]] waren es 160 Mill. Euro. Für Rechnungen gab ein Zahlungsziel von 90 Tagen, das zuletzt aber auch überschritten wurde.<ref>[https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/pleite-ktm-tragoedie-zulieferer-personalabbau-millionenschaden-169200412 www.sn.at], 28. November 2024</ref>
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[[2024]] gewann das Unternehmen mit ihren Fahrern 13 Weltmeisterschaftstitel. In der Moto3 gewannen sie den WM-Titel und belegten die ersten fünf Plätze im Klassement. In der Moto2 konnten sie zwei Siege verzeichnen.<ref>[https://www.sn.at/sport/motorsport/krise-ktm-motorsport-es-einschnitte-168693958 www.sn.at], 18. November 2024</ref>
 
[[2024]] gewann das Unternehmen mit ihren Fahrern 13 Weltmeisterschaftstitel. In der Moto3 gewannen sie den WM-Titel und belegten die ersten fünf Plätze im Klassement. In der Moto2 konnten sie zwei Siege verzeichnen.<ref>[https://www.sn.at/sport/motorsport/krise-ktm-motorsport-es-einschnitte-168693958 www.sn.at], 18. November 2024</ref>
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=== KTM Motohall ===
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Die KTM Motohall ist das Museum von KTM im Stadtzentrum von Mattighofen, das im Frühjahr [[2019]] eröffnet wurde.<ref>[https://www.derstandard.at/story/2000107294315/sportwagenhersteller-ktm-geniesst-kulturfoerderung-ueber-600-000-euro www.derstandard.at sportwagenhersteller-ktm-geniesst-kulturfoerderung-ueber-600-000-euro], 11. August 2019</ref> Das Museum war dann Ende 2024 nicht vom Insolvenzverfahren betroffen, da es sich um eine eigenständige Gesellschaft handelt.
    
== Quellen ==
 
== Quellen ==

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