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→‎Die Pest in Salzburg: +1571-1582, 1636
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==Die Pest in Salzburg==
 
==Die Pest in Salzburg==
Erstmals erreichte die Pest Salzburg in den Jahren [[1348]] bis [[1350]]. Es war dies die größte Pestepedemie der [[Ostalpen]]. Im [[Pongau]] veröden 40 % der Güter, die dem [[Erzstift St. Peter]] gehören. Auch die Bevölkerung im [[Pinzgau]] wird stark dezimiert. Im zu Salzburg gehörenden [[Mühldorf am Inn]] sterben angeblich 1 400 Menschen.  
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Erstmals erreichte die Pest Salzburg in den Jahren [[1348]] bis [[1350]]. Es war dies die größte Pestepedemie der [[Ostalpen]]. Im [[Pongau]] verödeten 40 % der Güter, die dem [[Erzstift St. Peter]] gehörten. Auch die Bevölkerung im [[Pinzgau]] wurde stark dezimiert. Im zu Salzburg gehörenden [[Mühldorf am Inn]] starben angeblich 1 400 Menschen.  
    
Im Zusammenhang mit dieser Epidemie mussten die Juden einen "gehörnten Hut" und die jüdischen Frauen Glöckchen tragen.  
 
Im Zusammenhang mit dieser Epidemie mussten die Juden einen "gehörnten Hut" und die jüdischen Frauen Glöckchen tragen.  
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[[1393]] brach im Lande neuerlich die Pest aus. Noch ein drittes Mal kam der "Schwarze Tod" ins Land: [[1571]]. In [[Hallein]] dann nochmals [[1597]], wovon ein Massengrab bei Renovierungsarbeiten der [[Stadtpfarrkirche Hallein]] 2005 gefunden wurde. Auch  ob die Pestepidemie von [[1628]], die sich in ganz [[Faistenau]]   ausbreitete, nach [[Hintersee (Gemeinde)|Hintersee]] überschwappte, ist nicht belegbar.
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[[1393]] brach im Lande neuerlich die Pest aus.
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Zum dritten Mal kam der "Schwarze Tod" [[1571]] ins Land. Von da an bis [[1582]] residierte Erzbischof Johann Jakob Khuen von Belasi in [[Mühldorf am Inn]].
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In [[Hallein]] schlug die Pest nochmals [[1597]] zu, wovon ein Massengrab bei Renovierungsarbeiten der [[Stadtpfarrkirche Hallein]] 2005 gefunden wurde.
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Ob die Pestepidemie von [[1628]], die sich in ganz [[Faistenau]] ausbreitete, nach [[Hintersee (Gemeinde)|Hintersee]] überschwappte, ist nicht belegbar.
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Im Jahr [[1636]] wütete die Pest in Salzburg 36&nbsp;Wochen lang und raffte ein Drittel der Einwohner dahin.<ref>[[Maria Vinzenz Süß]], Die Bürgermeister in Salzburg von 1433 bis 1840. Salzburg ([[Oberer'sche Druckerei|Oberer'sche Buchhandlung]]) 1840. [http://books.google.at/books?id=m3dAAAAAYAAJ&pg=PA91&lpg=PA91&dq=Hahn&q=Hahn S.&nbsp;75.]</ref>
    
== Infektions- oder Pest-Ordnungen ==
 
== Infektions- oder Pest-Ordnungen ==
Im Erzstift Salzburg ist eine solche [[1547]] erstmals erschienen, in Graz bereits 1521, in Innsbruck war es 1534 und in Wien 1540. Eine Verordnung im damals bayerischen [[Innviertel]] folgte erst 1585. [[Erzbischof]] [[Maximilian Gandolph Graf von Kuenburg]] erließ [[1679]] eine Infektionsordnung.  
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Im [[Erzstift Salzburg]] ist eine Pestordnung solche [[1547]] erstmals erschienen, in Graz bereits 1521, in Innsbruck war es 1534 und in Wien 1540. Eine Verordnung im damals bayerischen [[Innviertel]] folgte erst 1585. [[Erzbischof]] [[Maximilian Gandolph Graf von Kuenburg]] erließ [[1679]] eine Infektionsordnung.  
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Den oben angeführten vermeintlichen Gründen der Entstehung von Pest entsprechend wurden religiöse Handlungen oft als erste Hilfe  empfohlen. Ergänzend wurden Maßnahmen zur Luftverbesserung und sorgfältige Auswahl der Ernährung vorgeschlagen. Kranke wurde von Gesunden streng getrennt, was eine Isolierung der infizierten Personen mit sich zog.
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Den oben angeführten vermeintlichen Gründen der Entstehung von Pest entsprechend wurden religiöse Handlungen oft als erste Hilfe  empfohlen. Ergänzend wurden Maßnahmen zur Luftverbesserung und sorgfältige Auswahl der Ernährung vorgeschlagen. Kranke wurde von Gesunden streng getrennt, was eine Isolierung der infizierten Personen mit sich brachte.
    
Zur Durchführung und Überwachung dieser Maßnahmen kam es zur Bestellung von Ordinatoren, Ärzten, Aderlassern, Zuträgern, Auswärtern, Priestern und Totengräbern. Kranke wurden in [[Bruderhäuser]] und Lazarette eingewiesen und ein Verbot von Menschenansammlungen wurde erlassen. …
 
Zur Durchführung und Überwachung dieser Maßnahmen kam es zur Bestellung von Ordinatoren, Ärzten, Aderlassern, Zuträgern, Auswärtern, Priestern und Totengräbern. Kranke wurden in [[Bruderhäuser]] und Lazarette eingewiesen und ein Verbot von Menschenansammlungen wurde erlassen. …
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==Quellen==
 
==Quellen==
*  ''Salzburgs Synchronik'', Verlag Alfred Winter, 2002, ISBN 3-85380-055-6
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*  ''Salzburgs Synchronik'', [[Verlag Alfred Winter]], 2002, ISBN 3-85380-055-6
 
* '' Die ersten Infektions- oder Pest-Ordnungen'', Heinz Flamm, ISBN 978-3-7001-6064-9<ref>Quelle [http://hw.oeaw.ac.at/0xc1aa500d_0x0019d796.pdf hw.oeaw.ac.at], Datenstand abgerufen am 5. Mai 2010</ref>
 
* '' Die ersten Infektions- oder Pest-Ordnungen'', Heinz Flamm, ISBN 978-3-7001-6064-9<ref>Quelle [http://hw.oeaw.ac.at/0xc1aa500d_0x0019d796.pdf hw.oeaw.ac.at], Datenstand abgerufen am 5. Mai 2010</ref>
  

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