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| | [[Datei:Dreifaltigkeitskirche, Aufnahme vom Makartplatz aus.jpg|thumb|Die Dreifaltigkeitskirche]] | | [[Datei:Dreifaltigkeitskirche, Aufnahme vom Makartplatz aus.jpg|thumb|Die Dreifaltigkeitskirche]] |
| | {{googlemapsort|Dreifaltigkeitsgasse_12+5020+Salzburg}} | | {{googlemapsort|Dreifaltigkeitsgasse_12+5020+Salzburg}} |
| − | [[Datei:Dreifaltigkeitskirche_2019_03.jpg|thumb|Blick in den Zentralraum]]
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| − | [[Datei:Dreifaltigkeitskirche_2019_01.jpg|thumb|Blick in das Kuppelfresko.]]
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| − | [[Bild:Dreifaltigkeitskirche.JPG|thumb|Dreifaltigkeitskirche und [[Priesterhausgasse]] vom [[Kapuzinerberg]] aus gesehen.]]
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| | Die '''Dreifaltigkeitskirche''' ist ein Kirchenbau aus [[Fürsterzbischof|fürsterzbischöflicher]] Zeit am [[Makartplatz]] in der [[Altstadt (rechtes Salzachufer)|rechtsseitigen Altstadt]] in der [[Stadt Salzburg]]. Sie zählt zu den [[Denkmalgeschützte Objekte in der Stadt Salzburg|denkmalgeschützten Objekten]] in der Stadt Salzburg. | | Die '''Dreifaltigkeitskirche''' ist ein Kirchenbau aus [[Fürsterzbischof|fürsterzbischöflicher]] Zeit am [[Makartplatz]] in der [[Altstadt (rechtes Salzachufer)|rechtsseitigen Altstadt]] in der [[Stadt Salzburg]]. Sie zählt zu den [[Denkmalgeschützte Objekte in der Stadt Salzburg|denkmalgeschützten Objekten]] in der Stadt Salzburg. |
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| | ==Geschichte== | | ==Geschichte== |
| | Die als Zentralbau gestaltete Kirche entstand [[1694]]–[[1702]] und ist der erste Bau Johann Bernhard [[Fischer von Erlach]]s in Salzburg. Als Vorbild dienten dabei römische Sakralbauten. Auffallend ist bei dieser Kirche bereits die dezente Verwendung der Schmuckelemente, die sich dem architektonischen Gesamtwerk unterordnen. | | Die als Zentralbau gestaltete Kirche entstand [[1694]]–[[1702]] und ist der erste Bau Johann Bernhard [[Fischer von Erlach]]s in Salzburg. Als Vorbild dienten dabei römische Sakralbauten. Auffallend ist bei dieser Kirche bereits die dezente Verwendung der Schmuckelemente, die sich dem architektonischen Gesamtwerk unterordnen. |
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| | + | [[Bild:Dreifaltigkeitskirche.JPG|thumb|Dreifaltigkeitskirche und [[Priesterhausgasse]] vom [[Kapuzinerberg]] aus gesehen.]] |
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| | Der Bau war nicht auf den Makartplatz gerichtet, sondern in eine damals schmale Seitenstraße zwischen der äußeren [[Bergstraße]] (heute [[Rainerstraße]]) und der [[Linzer Gasse]]. Das gegenüber der Kirche dort stehende fürsterzbischöfliche [[Städtisches Leihhaus|Leihhaus]] wurde erst [[1907]] abgerissen. Folglich schwingt der zentrale Kirchenbau in Schaffung eines kleinen leicht erhöhten Kirchenvorplatzes in der Straßenflucht nach innen. Die ursprünglich niedrigen Kirchtürme wurden für eine bessere Erkennbarkeit der Kirche hinter dem Leihhaus erst später erhöht (Glockengeschoße [[1757]], Turmhaubenaufsätze nach [[1818]]), was aber Gesamtbild der Kirche nicht verbessern konnte. Der architektonische Mittelpunkt der weitläufigen Anlage mit den beiden großen Flügelbauten des Priesterseminars, die zusammen mit der zentralen Kirche eine einheitlich komponierte Fassade bilden, sollte vielmehr die mächtige zentrale Tambourkuppel der Kirche darstellen. Über dem äußeren Kirchportal stehen auf der Attika vor der Kuppel die Figuren der drei theologischen Tugenden und die Figur der Göttlichen Weisheit, die von [[Michael Bernhard Mandl]] geschaffen wurden. | | Der Bau war nicht auf den Makartplatz gerichtet, sondern in eine damals schmale Seitenstraße zwischen der äußeren [[Bergstraße]] (heute [[Rainerstraße]]) und der [[Linzer Gasse]]. Das gegenüber der Kirche dort stehende fürsterzbischöfliche [[Städtisches Leihhaus|Leihhaus]] wurde erst [[1907]] abgerissen. Folglich schwingt der zentrale Kirchenbau in Schaffung eines kleinen leicht erhöhten Kirchenvorplatzes in der Straßenflucht nach innen. Die ursprünglich niedrigen Kirchtürme wurden für eine bessere Erkennbarkeit der Kirche hinter dem Leihhaus erst später erhöht (Glockengeschoße [[1757]], Turmhaubenaufsätze nach [[1818]]), was aber Gesamtbild der Kirche nicht verbessern konnte. Der architektonische Mittelpunkt der weitläufigen Anlage mit den beiden großen Flügelbauten des Priesterseminars, die zusammen mit der zentralen Kirche eine einheitlich komponierte Fassade bilden, sollte vielmehr die mächtige zentrale Tambourkuppel der Kirche darstellen. Über dem äußeren Kirchportal stehen auf der Attika vor der Kuppel die Figuren der drei theologischen Tugenden und die Figur der Göttlichen Weisheit, die von [[Michael Bernhard Mandl]] geschaffen wurden. |
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| | ==Innenausstattung== | | ==Innenausstattung== |
| | Das große Kuppelfresko im Inneren der Kirche gestaltete [[Johann Michael Rottmayr]] zwischen [[1697]] und [[1700]]. Es war Rottmayrs erstes sakrales Kuppelfresko und stellt die Krönung Mariens durch die Heilige Dreifaltigkeit mit dem Beistand des [[Erzengel Michael|Erzengels Michaels]] sowie vieler weiterer Engel, Propheten, der zehn heiligen Päpste, weiterer Heiligen und der Kirchenpatriarchen dar. Das Fresko fasst so die christliche Heils- und Kirchengeschichte eindrucksvoll zusammen. Die Figuren sind auf konzentrisch angeordneten Wolkenbänken gruppiert. In der obersten Laterne ist eine Heilig-Geist-Taube abgebildet. Das große Kuppelfresko vervollständigt den Eindruck der barocken ''ecclesia triumphans'', der triumphierenden Kirche, im Sinne des barocken Selbstverständnisses der Kirchengebäude. | | Das große Kuppelfresko im Inneren der Kirche gestaltete [[Johann Michael Rottmayr]] zwischen [[1697]] und [[1700]]. Es war Rottmayrs erstes sakrales Kuppelfresko und stellt die Krönung Mariens durch die Heilige Dreifaltigkeit mit dem Beistand des [[Erzengel Michael|Erzengels Michaels]] sowie vieler weiterer Engel, Propheten, der zehn heiligen Päpste, weiterer Heiligen und der Kirchenpatriarchen dar. Das Fresko fasst so die christliche Heils- und Kirchengeschichte eindrucksvoll zusammen. Die Figuren sind auf konzentrisch angeordneten Wolkenbänken gruppiert. In der obersten Laterne ist eine Heilig-Geist-Taube abgebildet. Das große Kuppelfresko vervollständigt den Eindruck der barocken ''ecclesia triumphans'', der triumphierenden Kirche, im Sinne des barocken Selbstverständnisses der Kirchengebäude. |
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| | + | [[Datei:Dreifaltigkeitskirche_2019_03.jpg|thumb|Blick in den Zentralraum]] |
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| | Die [[Stuck]]aturen stammen von [[Andrea Sallari]] und von [[Johann Baptist Redi]]. Sie sind im Hauptraum auf die Kapitelle beschränkt. In den Kreuzarmen befindet sich in den Bogenlaibungen Akanthusdarstellungen aus Stuck sowie Stuckfelder. Auch Kartuschen sind dort angebracht. | | Die [[Stuck]]aturen stammen von [[Andrea Sallari]] und von [[Johann Baptist Redi]]. Sie sind im Hauptraum auf die Kapitelle beschränkt. In den Kreuzarmen befindet sich in den Bogenlaibungen Akanthusdarstellungen aus Stuck sowie Stuckfelder. Auch Kartuschen sind dort angebracht. |
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| | Prächtige lebensgroße Engel auf den beiden Seitenaltäre wurden von Fischer von Erlach entworfen und von [[Bernhard Michael Mandl]] gestaltet. Das Mariengnadenbild des rechten Seitenaltars stammt aus dem [[16. Jahrhundert]]. Der barocke Rahmen wurde von [[Sebastian Stumpfegger]] ausgeführt. | | Prächtige lebensgroße Engel auf den beiden Seitenaltäre wurden von Fischer von Erlach entworfen und von [[Bernhard Michael Mandl]] gestaltet. Das Mariengnadenbild des rechten Seitenaltars stammt aus dem [[16. Jahrhundert]]. Der barocke Rahmen wurde von [[Sebastian Stumpfegger]] ausgeführt. |
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| | + | [[Datei:Dreifaltigkeitskirche_2019_01.jpg|thumb|Blick in das Kuppelfresko.]] |
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| | Im linken Querarm befindet sich eine Gruft des [[Ruperti-Ritterorden]]s mit verschiedenen Grabinschriften auf [[Marmor]]<nowiki>tafeln</nowiki>. In dieser Gruft ruht auch das Herz des [[Fürsterzbischof]]s [[Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein]] in einem von Fischer von Erlach gestalteten Sarkophag. | | Im linken Querarm befindet sich eine Gruft des [[Ruperti-Ritterorden]]s mit verschiedenen Grabinschriften auf [[Marmor]]<nowiki>tafeln</nowiki>. In dieser Gruft ruht auch das Herz des [[Fürsterzbischof]]s [[Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein]] in einem von Fischer von Erlach gestalteten Sarkophag. |