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| | [[Bild:Pasterze_2009.jpg|thumb|die Pasterze, Aufnahme Sommer [[2009]]]] | | [[Bild:Pasterze_2009.jpg|thumb|die Pasterze, Aufnahme Sommer [[2009]]]] |
| | [[Bild:Pasterze_1935.jpg|thumb|die Pasterze [[1935]], rechts kann man die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe erkennen]] | | [[Bild:Pasterze_1935.jpg|thumb|die Pasterze [[1935]], rechts kann man die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe erkennen]] |
| − | Die '''Pasterze''' ist ein Talgletscher des [[Großglockner]]s und mit einer derzeitigen Länge von neun Kilometern (2007) ist er der größte Gletscher Österreichs. Er ist der größte und ebenmäßigste Gletscher der [[Ostalpen]]. | + | Die '''Pasterze''' ist ein <nowiki>Tal</nowiki>[[Gletscher|gletscher]] des [[Großglockner]]s und mit einer derzeitigen Länge von neun Kilometern (2007) ist er der größte Gletscher Österreichs. Er ist der größte und ebenmäßigste Gletscher der [[Ostalpen]]. |
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| | ==Name== | | ==Name== |
| − | Im Zusammenhang mit einer früheren [[Goldbergbau|Goldgewinnung]] auf der Pasterze leitete man den Namen vom slowenischen ''paster, pastir'' ab, also vom ''Hirten''. Hintergrund dieser Namensgebung war die damalige Überlieferung, dass einst das Gebiet, auf dem die Pasterze sich heute ausbreitet, eine Weide gewesen sei. Allerdings können Wissenschaftler (Stand 2008) nicht mit Sicherheit bestätigen, dass dieses Gebiet jemals ein Weideland gewesen war. o.Univ.Prof. Dr. SeiteGernot Patzelt <ref>seit 1999 Vorstand des Institutes für Hochgebirgsforschung und Alpenländische Land- und Forstwirtschaft, Quelle seine Homepage [http://www.oeaw.ac.at/kfq/patzelt.html www.oeaw.ac.at]</ref> meint aufgrund langjähriger Forschungsarbeit auf der Pasterze, dass die Pasterze zwischen dem vierten nachchristlichen Jahrhundert und der Gegenwart nie kleiner war als heute<ref>Quelle Buch [[Das Buch vom Tauerngold]], Seite 358, mit dortiger Quellenangabe Fußnote 869</ref>. | + | Im Zusammenhang mit einer früheren [[Goldbergbau|Goldgewinnung]] auf der Pasterze leitete man den Namen vom slowenischen ''paster, pastir'' ab, also vom ''Hirten''. Hintergrund dieser Namensgebung war die damalige Überlieferung, dass einst das Gebiet, auf dem die Pasterze sich heute ausbreitet, eine Weide gewesen sei. Allerdings können Wissenschaftler (Stand 2008) nicht mit Sicherheit bestätigen, dass dieses Gebiet jemals ein Weideland gewesen war. o. Univ-.Prof. Dr. [[Gernot Patzelt]] <ref>seit 1999 Vorstand des Institutes für Hochgebirgsforschung und Alpenländische Land- und Forstwirtschaft, Quelle seine Homepage [http://www.oeaw.ac.at/kfq/patzelt.html www.oeaw.ac.at]</ref> meint aufgrund langjähriger Forschungsarbeit auf der Pasterze, dass die Pasterze zwischen dem vierten nachchristlichen Jahrhundert und der Gegenwart nie kleiner war als heute<ref>Quelle Buch [[Das Buch vom Tauerngold]], Seite 358, mit dortiger Quellenangabe Fußnote 869</ref>. |
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| | Ruth Drescher-Schneider kommt in ihrem Artikel „Gletscherstände und bronzezeitliche Almnutzung in den Hohen Tauern und am Dachstein (Österreich). Ergebnisse palynologischer Untersuchungen“ publiziert 2010, zu einem etwas anderen Ergebnis: | | Ruth Drescher-Schneider kommt in ihrem Artikel „Gletscherstände und bronzezeitliche Almnutzung in den Hohen Tauern und am Dachstein (Österreich). Ergebnisse palynologischer Untersuchungen“ publiziert 2010, zu einem etwas anderen Ergebnis: |
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| | ==Lage== | | ==Lage== |
| − | Sie liegt im [[Nationalpark Hohe Tauern]] im Gebiet der [[Glocknergruppe]] am Nordabhang des [[Großglockner (Berg)|Großglockners]] und zieht sich vom firnbedeckten [[Johannisberg]] (3.460 m ü. A.) nach Südosten. Seit dem neuzeitlichen Maximalstand von [[1856]] wird eine starke Abnahme der Länge und Mächtigkeit beobachtet. [[1852]] hatte die Pasterze eine Masse von 3,5 Milliarden Kubikmeter, [[2008]] nur mehr 1,68 Milliarden, also kam es fast zu einer Halbierung. Jährlich geht sie um 20 Meter zurück. | + | Sie liegt im [[Nationalpark Hohe Tauern]] im Gebiet der [[Glocknergruppe]] am Nordabhang des [[Großglockner (Berg)|Großglockners]] und zieht sich vom firnbedeckten [[Johannisberg]] (3 460 [[m ü. A.]]) nach Südosten. Seit dem neuzeitlichen Maximalstand von [[1856]] wird eine starke Abnahme der Länge und Mächtigkeit beobachtet. [[1852]] hatte die Pasterze eine Masse von 3,5 Milliarden Kubikmeter, [[2008]] nur mehr 1,68 Milliarden, also kam es fast zu einer Halbierung. Jährlich geht sie um 20 Meter zurück. |
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| | Der Gletscher ist in den ''obersten Pasterzeboden'', sowie das ''obere'' und ''mittlere Pasterzekees'' gegliedert. Die [[Großglockner Hochalpenstraße]] führt bis zur [[Kaiser-Franz-Josefs-Höhe]] an die Pasterze heran. | | Der Gletscher ist in den ''obersten Pasterzeboden'', sowie das ''obere'' und ''mittlere Pasterzekees'' gegliedert. Die [[Großglockner Hochalpenstraße]] führt bis zur [[Kaiser-Franz-Josefs-Höhe]] an die Pasterze heran. |
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| | ==Geschichte== | | ==Geschichte== |
| − | Der Villacher Bauunternehmer [[Albert Wirth]] kaufte im Sommer [[1918]] 40 Quadratkilometer Gletscher und Ödland um die Pasterze herum und schenkte dieses Gebiet dem [[Alpenverein]] mit der Auflage, dieses Gebiet ''für ewige Zeiten als Naturschutzgebiet der spekulativen alpinen Fremdenindustrie zu entziehen''. Er bezahlte dafür € 4000.-- (Geldwert 2008). | + | Der Villacher Bauunternehmer [[Albert Wirth]] kaufte im Sommer [[1918]] 40 Quadratkilometer Gletscher und Ödland um die Pasterze herum und schenkte dieses Gebiet dem [[Alpenverein]] mit der Auflage, dieses Gebiet ''für ewige Zeiten als Naturschutzgebiet der spekulativen alpinen Fremdenindustrie zu entziehen''. Er bezahlte dafür € 4.000.-- (Geldwert 2008). |
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| | Wirths Legat an den Alpenverein zog die Grenze des ''Pasterzen-Naturschutzgebiets'' auf der ''Kaiser-Franz-Josef-Höhe''. Der einzige Zugang zu diesem Gebiet von der Großglockner Hochalpenstraßen stellt der [[Großglockner Hochalpenstraße#Beliebte Wanderwege ausgehend von der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe|Gamsgrubenweg]] dar, wo sich auch die [[Hofmann-Hütte]] vom Alpenverein befindet. | | Wirths Legat an den Alpenverein zog die Grenze des ''Pasterzen-Naturschutzgebiets'' auf der ''Kaiser-Franz-Josef-Höhe''. Der einzige Zugang zu diesem Gebiet von der Großglockner Hochalpenstraßen stellt der [[Großglockner Hochalpenstraße#Beliebte Wanderwege ausgehend von der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe|Gamsgrubenweg]] dar, wo sich auch die [[Hofmann-Hütte]] vom Alpenverein befindet. |
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| | * [http://www.uni-graz.at/geowww/pasterze/ Gletschermessungen der Uni Graz] | | * [http://www.uni-graz.at/geowww/pasterze/ Gletschermessungen der Uni Graz] |
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| − | {{Geografie Höhenangabe}}
| + | == Literatur == |
| | + | * [[Heinz Slupetzky]] - [[Die Pasterze]] |
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| | ==Quellen== | | ==Quellen== |
| | * [http://aeiou.iicm.tugraz.at/aeiou.encyclop.p/p134969.htm aeiou Österreich] | | * [http://aeiou.iicm.tugraz.at/aeiou.encyclop.p/p134969.htm aeiou Österreich] |