Änderungen

Zur Navigation springen Zur Suche springen
1.645 Bytes hinzugefügt ,  10:39, 7. Dez. 2024
ergänzt
Zeile 1: Zeile 1:  +
{{Geschlossen}}
 
[[Bild:FirmaMirabell.jpg|thumb|die Firma heute in [[Grödig]]]]
 
[[Bild:FirmaMirabell.jpg|thumb|die Firma heute in [[Grödig]]]]
 
[[Datei:Firma Salzburg Schokolade in Grödig.JPG|thumb|Gesamtaufnahme]]
 
[[Datei:Firma Salzburg Schokolade in Grödig.JPG|thumb|Gesamtaufnahme]]
Die Süßwarenfirma '''Rajsigl''', später ''Mirabell'', heute ''Salzburg Schokolade GmbH'', ist ein Süßwarenhersteller in der [[Flachgau]]er Marktgemeinde [[Grödig]].
+
Die Süßwarenfirma '''Rajsigl''', später "Mirabell" und dann bis "Salzburg Schokolade GmbH", war ein Süßwarenhersteller in der [[Flachgau]]er Marktgemeinde [[Grödig]]. Das Unternehmen wurde nach 127 Jahren  Ende Dezember [[2024]] geschlossen.
    
== Geschichte ==
 
== Geschichte ==
Das Unternehmen wurde von [[Bartholomäus Rajsigl]] [[1897]]/[[1898|98]] als "Chocolade-, Canditen- und Bisquit-Fabrik" in der [[Rupertgasse]] 15 in der [[Stadt Salzburg]] gegründet. In den [[1920er]]-Jahren gehörte Bartholomäus Rajsigl auch der [[Turner Hof]] am [[Giselakai]], in dem das [[Café Corso]] untergebracht war. Später wurde die Firma in das eigene Fabriksgebäude in die [[Lasserstraße]] 35a übersiedelt. Ein Verkaufsgeschäft befand sich in der [[Theatergasse]] 16.
+
Im September [[1897]] erwarb [[Bartholomäus Rajsigl]] die "Candis- und Canditen-Fabrik" von Josef Woska<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18970913&query=%22Rajsigl%22&ref=anno-search&seite=7 ANNO], "[[Salzburger Volksblatt]]", Ausgabe 13. September 1897, Seite 7</ref> im Haus [[Rupertgasse]] 15, der er unter dem Namen "B Raijsigl, vorm. Jos. Woska" führte.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=18971014&query=%22Rajsigl%22&ref=anno-search&seite=3 ANNO], "[[Salzburger Chronik]]", Ausgabe vom 14. Oktober 1897, Seite 3, Handelsgerichtseintragung</ref> Bald gab es eine "Canditen-Fabriks-Niederlage" im Haus [[Theatergasse]] 16.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18981001&query=%22Rajsigl%22&ref=anno-search&seite=8 ANNO], "Salzburger Volksblatt", Ausgabe vom 1. Oktober 1898, Seite 8</ref><ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19020515&query=%22Rajsigl%22&ref=anno-search&seite=16 ANNO], "Salzburger Volksblatt", Ausgabe vom 15. Mai 1902, Seite 16</ref>
    +
Ab [[1899]] warb die Firma in der "[[Salzburger Fremden-Zeitung]]" mit einem Kleininserat "Touristen- und Reise-Schokolade, sowie Kanditen und Bäckereien empfiehlt Kanditenfabrik B. Rajsigl."<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=fre&datum=18990527&query=%22Rajsigl%22&ref=anno-search&seite=11 ANNO], "(Salzburg) Fremden-Zeitung", Ausgabe vom 27. Mai 1899, Seite 11</ref> In diesem Jahr dürfte das Unternehmen in das eigene Fabriksgebäude im Haus [[Lasserstraße]] 35a übersiedelt sein.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18991111&query=%22Rajsigl%22&ref=anno-search&seite=4 ANNO], "Salzburger Volksblatt", Ausgabe vom 11. November 1899, Seite 4</ref>
 +
 +
In den [[1920er]]-Jahren gehörte Bartholomäus Rajsigl auch der [[Turner Hof]] am [[Giselakai]], in dem das [[Café Corso]] untergebracht war.
 +
 
Vor dem [[Ersten Weltkrieg]] waren 240 Arbeiter und Angestellte im Unternehmen tätig. Während des [[Zweiten Weltkrieg]]s war die Produktion eingestellt, die erst wieder am [[17. April]] [[1946]] in der [[Vierthalerstraße]] aufgenommen wurde. Die Rajsigl-Fabrik in der Stadt wurde bald zu klein und so errichtete man [[1948]] in der [[Flachgau]]er Marktgemeinde [[Grödig]] ein neues Firmengebäude für einen Filialbetrieb.  Um diese Zeit wurde das Unternehmen von Kappel &amp; Kluge aus der [[Tschechoslowakei]] übernommen.<ref>[http://www.chocolatewrappers.info/Rakousko/Mirabell/mirabell.htm www.chocolatewrappers.info], abgefragt am 30. November 2021</ref><ref name="EKra">Lt. Zeitzeugin Edith Krackowizer, deren Mutter jahrzehntelang in diesem Unternehmen arbeitete.</ref>
 
Vor dem [[Ersten Weltkrieg]] waren 240 Arbeiter und Angestellte im Unternehmen tätig. Während des [[Zweiten Weltkrieg]]s war die Produktion eingestellt, die erst wieder am [[17. April]] [[1946]] in der [[Vierthalerstraße]] aufgenommen wurde. Die Rajsigl-Fabrik in der Stadt wurde bald zu klein und so errichtete man [[1948]] in der [[Flachgau]]er Marktgemeinde [[Grödig]] ein neues Firmengebäude für einen Filialbetrieb.  Um diese Zeit wurde das Unternehmen von Kappel &amp; Kluge aus der [[Tschechoslowakei]] übernommen.<ref>[http://www.chocolatewrappers.info/Rakousko/Mirabell/mirabell.htm www.chocolatewrappers.info], abgefragt am 30. November 2021</ref><ref name="EKra">Lt. Zeitzeugin Edith Krackowizer, deren Mutter jahrzehntelang in diesem Unternehmen arbeitete.</ref>
   Zeile 46: Zeile 51:  
Erst im Dezember [[2022]] gab "Salzburg Schokolade" bekannt, 25 der 110 Mitarbeiter kündigen zu müssen. Damals machte man "die Auswirkungen der Insolvenz sowie die stark gestiegenen Kosten für Rohstoffe, Verpackung, Transport und vor allem Energie" dafür verantwortlich, Kapazitätsanpassungen durchführen zu müssen. Verkauft wurde vorerst im Werk in Grödig und über "Heidi Chocolat". Ab April 2023 hoffte man auf eine Listung im Handel.
 
Erst im Dezember [[2022]] gab "Salzburg Schokolade" bekannt, 25 der 110 Mitarbeiter kündigen zu müssen. Damals machte man "die Auswirkungen der Insolvenz sowie die stark gestiegenen Kosten für Rohstoffe, Verpackung, Transport und vor allem Energie" dafür verantwortlich, Kapazitätsanpassungen durchführen zu müssen. Verkauft wurde vorerst im Werk in Grödig und über "Heidi Chocolat". Ab April 2023 hoffte man auf eine Listung im Handel.
    +
==== Schließung Ende 2024 nach 127 Jahren ====
 
Am [[10. Juni]] [[2024]] wurde bekannt, dass "Salzburg Schokolade" den Betrieb mit Dezember 2024 einstellt. Wo die Mirabell-Mozartkugel künftig hergestellt wird, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt. Als Gründe für die Schließung nannte die Unternehmensleitung deutlich gestiegene Rohstoffkosten (wie etwa eine Verdreifachung des Kakaopreises), die Beendigung der Zusammenarbeit mit einem der größten Kunden sowie ein viel zu großer Produktionsstandort. Das alles mache "eine langfristige Weiterführung der Produktion wirtschaftlich unmöglich".<ref>[https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/salzburg-schokolade-werk-groedig-159892474 www.sn.at], 10. Juni 2024</ref>  
 
Am [[10. Juni]] [[2024]] wurde bekannt, dass "Salzburg Schokolade" den Betrieb mit Dezember 2024 einstellt. Wo die Mirabell-Mozartkugel künftig hergestellt wird, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt. Als Gründe für die Schließung nannte die Unternehmensleitung deutlich gestiegene Rohstoffkosten (wie etwa eine Verdreifachung des Kakaopreises), die Beendigung der Zusammenarbeit mit einem der größten Kunden sowie ein viel zu großer Produktionsstandort. Das alles mache "eine langfristige Weiterführung der Produktion wirtschaftlich unmöglich".<ref>[https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/salzburg-schokolade-werk-groedig-159892474 www.sn.at], 10. Juni 2024</ref>  
   Zeile 64: Zeile 70:  
<references/>  
 
<references/>  
    +
[[Kategorie:Stadt Salzburg]]
 +
[[Kategorie:Schallmoos]]
 +
[[Kategorie:Flachgau]]
 +
[[Kategorie:Grödig]]
 
[[Kategorie:Wirtschaft]]
 
[[Kategorie:Wirtschaft]]
 
[[Kategorie:Wirtschaft (Geschichte)]]
 
[[Kategorie:Wirtschaft (Geschichte)]]
 
[[Kategorie:Unternehmen]]
 
[[Kategorie:Unternehmen]]
 
[[Kategorie:Unternehmen (Geschichte)]]
 
[[Kategorie:Unternehmen (Geschichte)]]
[[Kategorie:Flachgau]]
+
[[Kategorie:Nicht mehr existierende  Betriebe]]
[[Kategorie:Grödig]]
 

Navigationsmenü