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| − | [[Datei:Fiaker in Salzburg.jpg|thumb|Fiaker in Salzburg, während des [[Salzburger Christkindlmarkt]]es befindet sich der Fiakerstandplatz auf dem [[Alten Markt]].]]
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| | [[Datei:Fiaker am Alten Markt.jpg|thumb|Fiaker auf dem Alten Markt.]] | | [[Datei:Fiaker am Alten Markt.jpg|thumb|Fiaker auf dem Alten Markt.]] |
| − | [[Datei:Alte Residenz in Salzburg.jpg|thumb|Fiaker vor der Alten Residenz; Mai 2011;]]
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| − | [[Datei:Assistenz.jpg|thumb|Rossknödelsammler in Salzburg.]]
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| − | [[Datei:1975_04_27_Fiaker in der Salzburger Altstadt 01.jpg|thumb|Fiaker, 1975.]]
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| − | [[Datei:1975_04_27_Fiaker in der Salzburger Altstadt 02.jpg|thumb|Fiaker, 1975.]]
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| | Dieser Artikel informiert über die '''Salzburger Fiaker'''. | | Dieser Artikel informiert über die '''Salzburger Fiaker'''. |
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| | Im Jahr [[1869]] fuhren bereits im März die ersten Fiaker.<ref>Quelle [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18690804&seite=3&zoom=33&query=%22Fiaker%22&ref=anno-search ANNO], Salzburger Zeitung, Ausgabe vom 4. August 1869, Seite 3</ref> Allerdings wurde der Fiaker zur damaligen Zeit weniger als Touristenattraktion sondern als Transportmittel genutzt. | | Im Jahr [[1869]] fuhren bereits im März die ersten Fiaker.<ref>Quelle [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18690804&seite=3&zoom=33&query=%22Fiaker%22&ref=anno-search ANNO], Salzburger Zeitung, Ausgabe vom 4. August 1869, Seite 3</ref> Allerdings wurde der Fiaker zur damaligen Zeit weniger als Touristenattraktion sondern als Transportmittel genutzt. |
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| | + | [[Datei:1975_04_27_Fiaker in der Salzburger Altstadt 01.jpg|thumb|Fiaker, 1975.]] |
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| | Der Standplatz der Fiaker in Salzburg ist heute auf dem [[Residenzplatz]] an der Nordseite des [[Salzburger Dom]]s. Die Kutscher sind meist in [[Salzburger Tracht]] gekleidet und können in mehreren Sprachen die Sehenswürdigkeiten entlang der zwei Streckenvarianten erklären. Interessant ist auch die Tatsache, dass ein Kutscher keine [[Fremdenführer|Stadtführer]]-Prüfung benötigt, um seinen Gästen Sehenswürdigkeiten der Stadt zu erläutern. | | Der Standplatz der Fiaker in Salzburg ist heute auf dem [[Residenzplatz]] an der Nordseite des [[Salzburger Dom]]s. Die Kutscher sind meist in [[Salzburger Tracht]] gekleidet und können in mehreren Sprachen die Sehenswürdigkeiten entlang der zwei Streckenvarianten erklären. Interessant ist auch die Tatsache, dass ein Kutscher keine [[Fremdenführer|Stadtführer]]-Prüfung benötigt, um seinen Gästen Sehenswürdigkeiten der Stadt zu erläutern. |
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| | Bei heißen Temperaturen stellt nicht unbedingt die direkte Sonneneinstrahlung eine Gefahr für die Pferde dar. "Vielmehr ist die Reflexion vom Asphalt zu berücksichtigen und dieser auszuweichen", erklärt Christophorus Huber, Amtstierarzt der Stadt Salzburg. Daher wurde ab [[2019]] auf der Nordseite des Doms ein spezieller Belag für die Pferde aufgebracht. "Zudem sind Salzburgs Fiaker sehr vernünftig. Sie wissen, dass die Pferde ihr Kapital sind und hegen und pflegen sie daher mit Sorgfalt", führt Huber an. Ebenso werde stichprobenartig kontrolliert, ob die Pferde nicht länger als acht Stunden pro Tag im Einsatz sind sowie an zwei Tage in der Woche eine Pause mit Auslauf erhalten.<ref>Quelle [http://www.salzburg24.at/einsatz-fuer-fiaker-pferde-bei-tropen-hitze/5321591 www.salzburg24.at vom 7. August 2018], abgefragt am 10. August 2018</ref> | | Bei heißen Temperaturen stellt nicht unbedingt die direkte Sonneneinstrahlung eine Gefahr für die Pferde dar. "Vielmehr ist die Reflexion vom Asphalt zu berücksichtigen und dieser auszuweichen", erklärt Christophorus Huber, Amtstierarzt der Stadt Salzburg. Daher wurde ab [[2019]] auf der Nordseite des Doms ein spezieller Belag für die Pferde aufgebracht. "Zudem sind Salzburgs Fiaker sehr vernünftig. Sie wissen, dass die Pferde ihr Kapital sind und hegen und pflegen sie daher mit Sorgfalt", führt Huber an. Ebenso werde stichprobenartig kontrolliert, ob die Pferde nicht länger als acht Stunden pro Tag im Einsatz sind sowie an zwei Tage in der Woche eine Pause mit Auslauf erhalten.<ref>Quelle [http://www.salzburg24.at/einsatz-fuer-fiaker-pferde-bei-tropen-hitze/5321591 www.salzburg24.at vom 7. August 2018], abgefragt am 10. August 2018</ref> |
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| | + | [[Datei:Alte Residenz in Salzburg.jpg|thumb|Fiaker vor der Alten Residenz; Mai 2011;]] |
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| | Für den zu erwartenden heißesten Tages des Jahres 2018, den Donnerstag, den [[9. August]] 2018, kündigten Tierschützer eine Demonstration an. Doch überraschend erhielten die Fiaker-Pferde wegen der Hitze am Mittwoch und Donnerstag hitzefrei. "Wir bleiben wegen der hohen Temperaturen zu Hause, und nicht deshalb, weil Tierschützer heute eine Demonstration angekündigt haben", sagte Franz Winter, Obmann der Salzburger Fiaker-Vereinigung.<ref>Quelle [http://www.salzburg24.at/salzburgs-fiaker-pferde-haben-erneut-hitzefrei/5323128 www.salzburg24.at vom 9. August 2018], abgefragt am 10. August 2018</ref> | | Für den zu erwartenden heißesten Tages des Jahres 2018, den Donnerstag, den [[9. August]] 2018, kündigten Tierschützer eine Demonstration an. Doch überraschend erhielten die Fiaker-Pferde wegen der Hitze am Mittwoch und Donnerstag hitzefrei. "Wir bleiben wegen der hohen Temperaturen zu Hause, und nicht deshalb, weil Tierschützer heute eine Demonstration angekündigt haben", sagte Franz Winter, Obmann der Salzburger Fiaker-Vereinigung.<ref>Quelle [http://www.salzburg24.at/salzburgs-fiaker-pferde-haben-erneut-hitzefrei/5323128 www.salzburg24.at vom 9. August 2018], abgefragt am 10. August 2018</ref> |
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| | == Kurioses == | | == Kurioses == |
| | Im Laufe der Jahre gab es schon mehrmals Debatten über die Fiakerpferde: Ob ihre Hufe nicht den honiggelben Belag in der [[Hofstallgasse]] vor den [[Salzburger Festspielhäuser]]n beschädigen könnten, ob man die Hufe zwecks Schalldämmung einhüllen sollte oder ob die Pferde einen Mistkübel hinten angehängt bekommen sollten. Letzteres Problem wird mit einer eigens dafür angestellten Personen geklärt, in dem diese, die "Rossknödelsammler" ("Wegemachern"), mit einem Fahrrad, das einen Behälter vorne hat sowie mit Besen und Schaufel ausgerüstet ihre Runden zum Einsammeln des Pferdemists durch die Altstadt ziehen. Acht Mal im Jahr holt sich Bauer Martin Badegruber aus [[Hallwang]] die acht Kubikmeter Mist aus dem Container ab, in dem die Rossäpfel gesammelt werden. Zumindest jener Teil, der noch verbleibt. Denn zahlreiche Salzburger schätzen den Pferdemist als Dünger in ihrem Garten und warten oft schon auf die Rückkehr des Rossknödelsammlers. Rund 200 Kilo von diesem wertvollen Mist werden täglich eingesammelt. | | Im Laufe der Jahre gab es schon mehrmals Debatten über die Fiakerpferde: Ob ihre Hufe nicht den honiggelben Belag in der [[Hofstallgasse]] vor den [[Salzburger Festspielhäuser]]n beschädigen könnten, ob man die Hufe zwecks Schalldämmung einhüllen sollte oder ob die Pferde einen Mistkübel hinten angehängt bekommen sollten. Letzteres Problem wird mit einer eigens dafür angestellten Personen geklärt, in dem diese, die "Rossknödelsammler" ("Wegemachern"), mit einem Fahrrad, das einen Behälter vorne hat sowie mit Besen und Schaufel ausgerüstet ihre Runden zum Einsammeln des Pferdemists durch die Altstadt ziehen. Acht Mal im Jahr holt sich Bauer Martin Badegruber aus [[Hallwang]] die acht Kubikmeter Mist aus dem Container ab, in dem die Rossäpfel gesammelt werden. Zumindest jener Teil, der noch verbleibt. Denn zahlreiche Salzburger schätzen den Pferdemist als Dünger in ihrem Garten und warten oft schon auf die Rückkehr des Rossknödelsammlers. Rund 200 Kilo von diesem wertvollen Mist werden täglich eingesammelt. |
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| | + | [[Datei:Assistenz.jpg|thumb|Rossknödelsammler in Salzburg.]] |
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| | ==== Sprichwort ==== | | ==== Sprichwort ==== |
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| | Was die Schäden an der Fahrbahn durch die Hufeisen betrifft, wurden durch den Verzicht auf Stollen schon Fortschritte erzielt. Auf Wunsch der Stadträtin wurden die Pferde ab [[2012]] mit flachen Eisen beschlagen. "Die Lebensdauer der Fahrbahnbeläge wird dadurch erheblich verlängert, die Kosten werden gesenkt", sagte Schmidt. Ohne Fiakerbelastung halte die Asphaltdecke 15 bis 20 Jahre, mit Fiakerbelastung nur sieben bis zehn Jahre. Durch den Wegfall der "Widiastollen" rechne man mit einer Verkürzung der Lebensdauer um nur mehr zehn bis 20 Prozent. Das müsse allerdings erst in der Praxis bewiesen werden, erklärte Schmidt. | | Was die Schäden an der Fahrbahn durch die Hufeisen betrifft, wurden durch den Verzicht auf Stollen schon Fortschritte erzielt. Auf Wunsch der Stadträtin wurden die Pferde ab [[2012]] mit flachen Eisen beschlagen. "Die Lebensdauer der Fahrbahnbeläge wird dadurch erheblich verlängert, die Kosten werden gesenkt", sagte Schmidt. Ohne Fiakerbelastung halte die Asphaltdecke 15 bis 20 Jahre, mit Fiakerbelastung nur sieben bis zehn Jahre. Durch den Wegfall der "Widiastollen" rechne man mit einer Verkürzung der Lebensdauer um nur mehr zehn bis 20 Prozent. Das müsse allerdings erst in der Praxis bewiesen werden, erklärte Schmidt. |
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| − | Ein spezielles Hufeisen der schwedischen Firma "Öllof", das neu auf dem Markt gekommen war, sollte eine weitere Verbesserung bringen. Auf dem Pferdefest ''Amadeus Horse Indoors'' Anfang Dezember 2011 in Salzburg nahmen die Fiaker Kontakt mit dem Unternehmen auf. Hufeisen, dessen Stahlkerne mit Kautschuk-Material überzogen waren und die auf dem Asphalt keine Spuren mehr hinterlassen sollen, wurde testweise ausprobiert. Der Fiakerobmann hielt seine Skepsis aber nicht hinterm Berg: "Die Politik hat keine Ahnung von der Materie Pferd. Die neuen Hufeisen sind orthopädische Beschläge für Reitpferde, die für weiche Böden, aber nicht für den Asphalt ausgelegt sind." Dennoch waren die Fiaker bereit, die neuen Beschläge zu testen - auf ihre Lebensdauer und Rutschfestigkeit. Salzburg möchte offenbar Vorreiter sein. Die Stadt Wien blickte mit ihren 100 Fiakern interessiert nach Salzburg, wie dort die Probleme gelöst werden, hieß es aus dem [[Magistrat Salzburg]]. | + | Ein spezielles Hufeisen der schwedischen Firma "Öllof", das neu auf dem Markt gekommen war, sollte eine weitere Verbesserung bringen. Auf dem Pferdefest ''[[Amadeus Horse Indoors]]'' Anfang Dezember 2011 in Salzburg nahmen die Fiaker Kontakt mit dem Unternehmen auf. Hufeisen, dessen Stahlkerne mit Kautschuk-Material überzogen waren und die auf dem Asphalt keine Spuren mehr hinterlassen sollen, wurde testweise ausprobiert. Der Fiakerobmann hielt seine Skepsis aber nicht hinterm Berg: "Die Politik hat keine Ahnung von der Materie Pferd. Die neuen Hufeisen sind orthopädische Beschläge für Reitpferde, die für weiche Böden, aber nicht für den Asphalt ausgelegt sind." Dennoch waren die Fiaker bereit, die neuen Beschläge zu testen - auf ihre Lebensdauer und Rutschfestigkeit. Salzburg möchte offenbar Vorreiter sein. Die Stadt Wien blickte mit ihren 100 Fiakern interessiert nach Salzburg, wie dort die Probleme gelöst werden, hieß es aus dem [[Magistrat Salzburg]]. |
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| | == Quellen == | | == Quellen == |
| | * Beitrag "Rossäpfel" in den "[[Salzburger Nachrichten]]" vom 26. Juli 2007 | | * Beitrag "Rossäpfel" in den "[[Salzburger Nachrichten]]" vom 26. Juli 2007 |
| | * www.salzburg.com/online/salzburg/aktuell/Fiaker-gegen-Reinigungsmaschine.html... Link war bei einer Überprüfung am 24. November 2022 nicht mehr abrufbar | | * www.salzburg.com/online/salzburg/aktuell/Fiaker-gegen-Reinigungsmaschine.html... Link war bei einer Überprüfung am 24. November 2022 nicht mehr abrufbar |
| − | * [[Peter Krackowizer]] | + | * {{Quelle dieses Artikels|[[Peter Krackowizer]]}} |
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| | == Einzelnachweise == | | == Einzelnachweise == |