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Leo Wolfer war als Direktor der Landesheilanstalt rechtlich der Hauptverantwortliche für die Selektion und den Abtransport von Patienten und Patientinnen in die NS-Tötungsanstalt Hartheim in [[Oberösterreich]]. Um in dieser Rolle in der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen zu werden, verließ er jeweils das Klinikgelände, wenn die grauen Busse der „Gemeinnützigen Krankentransport GmbH (Gekrat)“ zwecks Abtransport der Selektierten erwartet wurden.
 
Leo Wolfer war als Direktor der Landesheilanstalt rechtlich der Hauptverantwortliche für die Selektion und den Abtransport von Patienten und Patientinnen in die NS-Tötungsanstalt Hartheim in [[Oberösterreich]]. Um in dieser Rolle in der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen zu werden, verließ er jeweils das Klinikgelände, wenn die grauen Busse der „Gemeinnützigen Krankentransport GmbH (Gekrat)“ zwecks Abtransport der Selektierten erwartet wurden.
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Dr. Hans Gföllner, nach Kriegsende Leiter der Frauenabteilung, gab zu Protokoll, dass Direktor Dr. Leo Wolfer nicht unbedingt ein aktiver Betreiber der Vernichtungsaktion gewesen sei.
 
Dr. Hans Gföllner, nach Kriegsende Leiter der Frauenabteilung, gab zu Protokoll, dass Direktor Dr. Leo Wolfer nicht unbedingt ein aktiver Betreiber der Vernichtungsaktion gewesen sei.
 
Er hatte seiner Meinung nach aber nicht den Mut, gegen vorgesetzte Stellen einen energischen ärztlichen Standpunkt einzunehmen und hat sich als einzig mögliche Konsequenz jedoch auch nicht pensionieren lassen.
 
Er hatte seiner Meinung nach aber nicht den Mut, gegen vorgesetzte Stellen einen energischen ärztlichen Standpunkt einzunehmen und hat sich als einzig mögliche Konsequenz jedoch auch nicht pensionieren lassen.
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Um allzu großes Aufsehen zu vermeiden, ersuchte Wolfer den Reichsstatthalter um die unauffällige Weiterleitung der Austrittsanzeigen, die sich durch die Abtransporte punktuell auffällig häuften. Er wollte damit beim zuständigen Gericht allzu großes Aufsehen vermeiden. Im Gegensatz zu Dr. Leo Wolfer bekannte sich dessen Sohn Dr. [[Heinrich Wolfer]], der von [[1940]] bis [[1943]] als >Erbarzt< in der Landesheilanstalt tätig und für die Selektionen mitverantwortlich war, offen als Euthanasie-Befürworter. Leo Wolfer starb 1942 an Lungenkrebs.[1]
 
Um allzu großes Aufsehen zu vermeiden, ersuchte Wolfer den Reichsstatthalter um die unauffällige Weiterleitung der Austrittsanzeigen, die sich durch die Abtransporte punktuell auffällig häuften. Er wollte damit beim zuständigen Gericht allzu großes Aufsehen vermeiden. Im Gegensatz zu Dr. Leo Wolfer bekannte sich dessen Sohn Dr. [[Heinrich Wolfer]], der von [[1940]] bis [[1943]] als >Erbarzt< in der Landesheilanstalt tätig und für die Selektionen mitverantwortlich war, offen als Euthanasie-Befürworter. Leo Wolfer starb 1942 an Lungenkrebs.[1]
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==Quellen==
 
==Quellen==
 
*Deutschsprachige Wikipedia, Leo Wolfer
 
*Deutschsprachige Wikipedia, Leo Wolfer
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