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=== 2. Etappe: Vom Knappenbäuelsee über das Ödenkar zur Bergstation und zum Gipfel ===
 
=== 2. Etappe: Vom Knappenbäuelsee über das Ödenkar zur Bergstation und zum Gipfel ===
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Der Weg wendet sich nun nach (Nord-)Osten hinauf, zum Teil der Trasse des Schlepplifts folgend. Nach ordentlichem Anstieg, aber noch unterhalb der Bergstation des Schlepplifts, lohnt sich ein Blick auf die Gegend, die sich von hier nach Norden hinüber zu den Wänden des Salesenkogels erstreckt. Ins Auge stechen hier mehrere mächtige, bis ca. 0,5 m "dicke" Quarzadern (siehe Bild), deren Besonderheit darin besteht, dass sie sich isoliert bis zu ca. einem Meter vom Muttergestein freistehend abheben. Der einst hier vorhandene Gletscher scheint in seinem oberen Seitenbereich nicht genügend Druck ausgeübt zu haben, um die vorstehenden Quarzteile abzukappen, wie das beim weiter südlich liegenden [[St. Thomas Berghaus]] der Fall war. Es sind die hier typischen "Neunerklüfte", so genannt, da sie ziemlich genau nach Osten, also nach "Stund neun", ihr "Streichen" haben. Ihr "Fallen" liegt annähernd bei 0°, das heißt, sie gehen senkrecht in die Tiefe. Dazu noch eine sprachlich-sachliche Bemerkung: Wenn die alten Bergleute von "Kluft" sprechen, meinen sie im Normalfall immer "gefüllte Kluft", wobei die Füllung Quarz oder auch Erz sein kann. Der Ausdruck "Erzader" oder "Quarzgang" ist ebenfalls etwas irreführend, denn es handelt sich immer um "Blätter" von riesigen Dimensionen, sowohl in der senkrechten als auch in der horizontalen Erstreckung. Bei Erzgängen hat man es manchmal mit Kilometern zu tun, z. B. beim Gangzug Erzwies-Bockhart-Siglitz.  
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Der Weg wendet sich nun nach (Nord-)Osten hinauf, zum Teil der Trasse des Schlepplifts folgend. Nach ordentlichem Anstieg, aber noch unterhalb der Bergstation des Schlepplifts, lohnt sich ein Blick auf die Gegend, die sich von hier nach Norden hinüber zu den Wänden des Salesenkogels erstreckt. Ins Auge stechen hier mehrere mächtige, bis ca. 0,5 m "dicke" Quarzadern (siehe Bild), deren Besonderheit darin besteht, dass sie sich isoliert bis zu ca. einem Meter vom Muttergestein freistehend abheben. Der einst hier vorhandene Gletscher scheint in seinem oberen Seitenbereich nicht genügend Druck ausgeübt zu haben, um die vorstehenden Quarzteile abzukappen, wie das beim weiter südlich liegenden [[St. Thomas-Berghaus]] der Fall war. Es sind die hier typischen "Neunerklüfte", so genannt, da sie ziemlich genau nach Osten, also nach "Stund neun", ihr "Streichen" haben. Ihr "Fallen" liegt annähernd bei 0°, das heißt, sie gehen senkrecht in die Tiefe. Dazu noch eine sprachlich-sachliche Bemerkung: Wenn die alten Bergleute von "Kluft" sprechen, meinen sie im Normalfall immer "gefüllte Kluft", wobei die Füllung Quarz oder auch Erz sein kann. Der Ausdruck "Erzader" oder "Quarzgang" ist ebenfalls etwas irreführend, denn es handelt sich immer um "Blätter" von riesigen Dimensionen, sowohl in der senkrechten als auch in der horizontalen Erstreckung. Bei Erzgängen hat man es manchmal mit Kilometern zu tun, z. B. beim Gangzug Erzwies-Bockhart-Siglitz.  
    
[[Datei:St. Thomas-Berghaus am Kreuzkogel Ödenkar.JPG|thumb|Die Ruine des [[St. Thomas-Berghaus]]es auf ca. 2 400 [[m ü. A.|m Seehöhe]] im [[Ödenkar (Bad Gastein)|Ödenkar]] unterhalb des [[Kreuzkogel (Bad Gastein)|Kreuzkogels]].]]
 
[[Datei:St. Thomas-Berghaus am Kreuzkogel Ödenkar.JPG|thumb|Die Ruine des [[St. Thomas-Berghaus]]es auf ca. 2 400 [[m ü. A.|m Seehöhe]] im [[Ödenkar (Bad Gastein)|Ödenkar]] unterhalb des [[Kreuzkogel (Bad Gastein)|Kreuzkogels]].]]
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Wenn man sich die Entstehung dieser an der Oberfläche herausragenden Gänge bzw. "Blätter" vorstellen will, so muss man sich in geologische Zeiträume von zigtausend Jahren zurück versetzen. Jahrtausende hindurch erodierten (denudierten) Frost, Wasser und Sturmwind das im Vergleich zum [[Quarz]] viel weichere Muttergestein (geschieferter Siglitzgneis) weg, und die senkrechte Außenfläche rückte Millimeter um Millimeter nach hinten, sodass der harte Quarz gewissermaßen immer weiter "herauszuwachsen" begann: Ein potentielles Musterbeispiel für ein Lehrbuch der Geomorphologie! Die so gut wie immer milchigen "Neunerklüfte", die selbst nicht erzhältig sind, spielten trotzdem im historischen Bergbau eine Rolle. Sehr oft dienten sie sozusagen als Zugang zu den eigentlichen Erzgängen, die hier immer im Bergesinneren NNO nach SSW verlaufen. Die zwei Gelände-"Rinnen", die vom Salesenkogel steil nach unten ziehen, markieren gewissermaßen das Ausbeißen des Radhausberger Hauptgangs bzw. des östlichen Hangendganges. - Der "Neunerkluft"-Zugang erfolgte an der "weichen", weil nicht immer ganz dichten Kontaktzone zwischen dem Quarz und dem anschließenden Muttergestein. Da ließ sich der Stollenvortrieb leichter bewerkstelligen. Im konkreten Fall scheint aber kein Stollen eingetrieben worden zu sein, es sei denn, das Mundloch ist total verschüttet, aber diese typische Konstellation ("Neunerkluft"-Zugang) lässt sich am Beispiel des St. Thomas Stollens (siehe unten) und wiederholt am Rauriser Goldberg gut erkennen.  
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Wenn man sich die Entstehung dieser an der Oberfläche herausragenden Gänge bzw. "Blätter" vorstellen will, so muss man sich in geologische Zeiträume von zigtausend Jahren zurück versetzen. Jahrtausende hindurch erodierten (denudierten) Frost, Wasser und Sturmwind das im Vergleich zum [[Quarz]] viel weichere Muttergestein (geschieferter Siglitzgneis) weg, und die senkrechte Außenfläche rückte Millimeter um Millimeter nach hinten, sodass der harte Quarz gewissermaßen immer weiter "herauszuwachsen" begann: Ein potentielles Musterbeispiel für ein Lehrbuch der Geomorphologie! Die so gut wie immer milchigen "Neunerklüfte", die selbst nicht erzhältig sind, spielten trotzdem im historischen Bergbau eine Rolle. Sehr oft dienten sie sozusagen als Zugang zu den eigentlichen Erzgängen, die hier immer im Bergesinneren NNO nach SSW verlaufen. Die zwei Gelände-"Rinnen", die vom Salesenkogel steil nach unten ziehen, markieren gewissermaßen das Ausbeißen des Radhausberger Hauptgangs bzw. des östlichen Hangendganges. - Der "Neunerkluft"-Zugang erfolgte an der "weichen", weil nicht immer ganz dichten Kontaktzone zwischen dem Quarz und dem anschließenden Muttergestein. Da ließ sich der Stollenvortrieb leichter bewerkstelligen. Im konkreten Fall scheint aber kein Stollen eingetrieben worden zu sein, es sei denn, das Mundloch ist total verschüttet, aber diese typische Konstellation ("Neunerkluft"-Zugang) lässt sich am Beispiel des St. Thomas-Stollens (siehe unten) und wiederholt am Rauriser Goldberg gut erkennen.  
    
An die Wände des Salesenkogels sollte man, vom Dr. Fritz Gruber Weg etwas abweichend, sich nur mit allergrößter Vorsicht nähern, denn es besteht Steinschlaggefahr, besonders, wenn sich im Gipfelbereich Schafe aufhalten. Hier kommen etliche Pflanzen vor (etwa das [[Edelweiß]]), die auf den darunter liegenden Weideflächen fehlen. Aber es gibt in den Felswänden auch etliche "normale" Blütenpflanzen, zum Beispiel die Berg-Ringdistel oder den Gewöhnlich-Wiesen-Klee (nicht aber den "normalen" Saat-Wiesen-Klee!), die man an den nach unten führenden Hang- und Weiderasenbereichen über rund 500 Höhenmeter nie antrifft! Die Weideflächen wurden ursprünglich von Süden nach Norden "fließenden" [[Gletscher]]n abgeschliffen (Denudation) und mussten sich nach deren Rückzug mühsam, quasi zehntelmillimeterweise neue Erde aufbauen. Hingegen ist der ganze Gipfelbereich des Salesenkogels, der wegen seiner Höhe nie von einem Gletscher überdeckt wurde, ein ehemaliger Nunatak. Das Wort stammt übrigens aus dem Eskimoischen und kommt bei uns auch in der Wortvariante "Nunatakker" vor. Die wohl Millionen von Jahren alte Erde in den Absätzen sowie Ritzen und Spalten der Felsen und deren Südexposition bieten - seit Jahrtausenden ununterbrochen! - vielen seltenen und "normalen" Pflanzen eine ideale "Wohnung", wie die frühen Botaniker zu sagen pflegten. Aber wer heute gefahrlos die Pracht der alpinen bis (sub-)nivalen Alpenpflanzen genießen will, kann das ganz oben am Gipfel des Kreuzkogels tun, der ja ebenfalls ein ehemaliger Nunatak ist, damals umflossen vom Weißenbachtalgletscher und dem Hörkargletscher.
 
An die Wände des Salesenkogels sollte man, vom Dr. Fritz Gruber Weg etwas abweichend, sich nur mit allergrößter Vorsicht nähern, denn es besteht Steinschlaggefahr, besonders, wenn sich im Gipfelbereich Schafe aufhalten. Hier kommen etliche Pflanzen vor (etwa das [[Edelweiß]]), die auf den darunter liegenden Weideflächen fehlen. Aber es gibt in den Felswänden auch etliche "normale" Blütenpflanzen, zum Beispiel die Berg-Ringdistel oder den Gewöhnlich-Wiesen-Klee (nicht aber den "normalen" Saat-Wiesen-Klee!), die man an den nach unten führenden Hang- und Weiderasenbereichen über rund 500 Höhenmeter nie antrifft! Die Weideflächen wurden ursprünglich von Süden nach Norden "fließenden" [[Gletscher]]n abgeschliffen (Denudation) und mussten sich nach deren Rückzug mühsam, quasi zehntelmillimeterweise neue Erde aufbauen. Hingegen ist der ganze Gipfelbereich des Salesenkogels, der wegen seiner Höhe nie von einem Gletscher überdeckt wurde, ein ehemaliger Nunatak. Das Wort stammt übrigens aus dem Eskimoischen und kommt bei uns auch in der Wortvariante "Nunatakker" vor. Die wohl Millionen von Jahren alte Erde in den Absätzen sowie Ritzen und Spalten der Felsen und deren Südexposition bieten - seit Jahrtausenden ununterbrochen! - vielen seltenen und "normalen" Pflanzen eine ideale "Wohnung", wie die frühen Botaniker zu sagen pflegten. Aber wer heute gefahrlos die Pracht der alpinen bis (sub-)nivalen Alpenpflanzen genießen will, kann das ganz oben am Gipfel des Kreuzkogels tun, der ja ebenfalls ein ehemaliger Nunatak ist, damals umflossen vom Weißenbachtalgletscher und dem Hörkargletscher.
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Noch ein Stück höher als die ins Auge fallenden Quarzadern kommen wir, direkt bei einer Seilbahnstütze, an einen Haufen mit Schlacken und Sand, etwa in der Kubatur eines Einfamilienhauses. Es sind rund 500 Jahre alte Schmiedeschlacken, die entstanden, als die bergmännischen "Bergeisen" (quasi die Meißel) im Feuer immer wieder nachgehärtet wurden. Allein aus der Menge der Schlacken kann man erahnen, wie viele Knappen in den Stollen arbeiteten - es war ein großes wirtschaftliches Unternehmen, auf dessen Habenseite immer [[Goldbergbau|Gold]] und [[Silberbergbau|Silber]] standen. Im Jahr [[1557]] waren es 830 kg Gold und 2723 kg Silber. Bei dieser Gelegenheit ist zu betonen, dass der Gastein-Rauriser Edelmetallbergbau, geht man vom Wert der gewonnenen Produkte aus, der bedeutendste im ganzen "Alten Reich", also etwa im heutigen deutschen Sprachraum, war.
 
Noch ein Stück höher als die ins Auge fallenden Quarzadern kommen wir, direkt bei einer Seilbahnstütze, an einen Haufen mit Schlacken und Sand, etwa in der Kubatur eines Einfamilienhauses. Es sind rund 500 Jahre alte Schmiedeschlacken, die entstanden, als die bergmännischen "Bergeisen" (quasi die Meißel) im Feuer immer wieder nachgehärtet wurden. Allein aus der Menge der Schlacken kann man erahnen, wie viele Knappen in den Stollen arbeiteten - es war ein großes wirtschaftliches Unternehmen, auf dessen Habenseite immer [[Goldbergbau|Gold]] und [[Silberbergbau|Silber]] standen. Im Jahr [[1557]] waren es 830 kg Gold und 2723 kg Silber. Bei dieser Gelegenheit ist zu betonen, dass der Gastein-Rauriser Edelmetallbergbau, geht man vom Wert der gewonnenen Produkte aus, der bedeutendste im ganzen "Alten Reich", also etwa im heutigen deutschen Sprachraum, war.
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Unweit gegen Süden stehen noch die Reste des [[St. Thomas Berghaus]]es, insgesamt, mit Nebenanlagen, eine Fläche von knapp einem Hektar einnehmend. Von dort kann man auch einen Blick nach Süden hinunter machen in das [[Gräbmer Kar]], wo ebenfalls mehrere Stollen in Betrieb standen. Bei zwei der Stollen ist noch ein "[[Schneekragen]]" deutlich erhalten; das war ein mit Holzbalken oder Steinplatten gedeckter Laufgang zwischen dem Stolleneingang und dem zugehörigen Berghaus. Er ersparte im Winter das Schneeschaufeln und schützte außerdem vor [[Lawine]]n. Montanistische Haupt-Unternehmer waren hier im 16. Jahrhundert die Gewerken Zott. In einer Supplikation an den Landesherrn erwähnten sie einmal, dass sie im Inneren des Berges auf den "alten Mann" gestoßen seien. Das bedeutet, dass es einen Stollen vor sehr, sehr langer Zeit gegeben haben muss, von dem im 16. Jahrhundert niemand mehr etwas wusste.
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Unweit gegen Süden stehen noch die Reste des [[St. Thomas-Berghaus]]es, insgesamt, mit Nebenanlagen, eine Fläche von knapp einem Hektar einnehmend. Von dort kann man auch einen Blick nach Süden hinunter machen in das [[Gräbmer Kar]], wo ebenfalls mehrere Stollen in Betrieb standen. Bei zwei der Stollen ist noch ein "[[Schneekragen]]" deutlich erhalten; das war ein mit Holzbalken oder Steinplatten gedeckter Laufgang zwischen dem Stolleneingang und dem zugehörigen Berghaus. Er ersparte im Winter das Schneeschaufeln und schützte außerdem vor [[Lawine]]n. Montanistische Haupt-Unternehmer waren hier im 16. Jahrhundert die Gewerken Zott. In einer Supplikation an den Landesherrn erwähnten sie einmal, dass sie im Inneren des Berges auf den "alten Mann" gestoßen seien. Das bedeutet, dass es einen Stollen vor sehr, sehr langer Zeit gegeben haben muss, von dem im 16. Jahrhundert niemand mehr etwas wusste.
    
==== Der Gipfel - ein aufgeschlagenes Buch der Alpenflora ====
 
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