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| | Diese Geschichte ist jedoch unbewiesen. Sabine Flöcklmüller vom "Verein Historische Esskultur Österreichs" hatte sich [[2024]] gemeinsam mit den Forschenden Marlene Ernst, [[Lothar Kolmer]] und Andrea Sobieszek die Entstehungsgeschichte der Süßspeise angeschaut und neue Erkenntnisse gewonnen. | | Diese Geschichte ist jedoch unbewiesen. Sabine Flöcklmüller vom "Verein Historische Esskultur Österreichs" hatte sich [[2024]] gemeinsam mit den Forschenden Marlene Ernst, [[Lothar Kolmer]] und Andrea Sobieszek die Entstehungsgeschichte der Süßspeise angeschaut und neue Erkenntnisse gewonnen. |
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| − | Das von Conrad Hagger [[1718]] verfasste "Salzburgische Kochbuch" kennt keine Salzburger Nockerl. Hagger war aber auch nur Suppenkoch bei den [[Bischöfe von Chiemsee|Bischöfen von Chiemsee]]. Das Buch dürfte den Namen daher haben, dass es in Salzburg gedruckt wurde. Allerdings fand sich in einer Neuauflage im Jahr 1976 (? lt. Quelle [[SN]]) dann doch plötzlich ein Rezept für Salzburger Nockerl. | + | Das von [[Conrad Hagger]] [[1718]] verfasste "Salzburgische Kochbuch" kennt keine Salzburger Nockerl. Hagger war aber auch nur Suppenkoch bei den [[Bischöfe von Chiemsee|Bischöfen von Chiemsee]]. Das Buch dürfte den Namen daher haben, dass es in Salzburg gedruckt wurde. Allerdings fand sich in einer Neuauflage im Jahr 1976 (? lt. Quelle [[SN]]) dann doch plötzlich ein Rezept für Salzburger Nockerl. |
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| | Flöcklmüller ist der Meinung, dass eine so hochgestellte Persönlichkeit wie Salome Alt sicher nicht in der Küche stand. Außerdem gab es noch keine Backöfen (was jedoch durch Bratpfannen durchaus möglich gewesen wäre - siehe ersten Absatz). Den Forschungen nach sind die Salzburger Nockerl erst 200 Jahre alt. Zunächst waren die Forschenden davon ausgegangen, dass Anna Strobl, eine Köchin aus [[Golling]], die Salzburger Nockerln [[1890]] erfunden hat. So jedenfalls lautete eine eine landläufig tradierte Erzählung. Aber es fanden sich noch frühere Quellen in original erhaltenen Kochbüchern. | | Flöcklmüller ist der Meinung, dass eine so hochgestellte Persönlichkeit wie Salome Alt sicher nicht in der Küche stand. Außerdem gab es noch keine Backöfen (was jedoch durch Bratpfannen durchaus möglich gewesen wäre - siehe ersten Absatz). Den Forschungen nach sind die Salzburger Nockerl erst 200 Jahre alt. Zunächst waren die Forschenden davon ausgegangen, dass Anna Strobl, eine Köchin aus [[Golling]], die Salzburger Nockerln [[1890]] erfunden hat. So jedenfalls lautete eine eine landläufig tradierte Erzählung. Aber es fanden sich noch frühere Quellen in original erhaltenen Kochbüchern. |
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| | Um diese Zeit legte die Küchenleiterin in Marienbad in [[Böhmen]] Maria Anna Neudecker bereits die dritte Auflage ihres Kochbuchs "Die bairische Köchin in Böhmen" auf (mindestens zehn Auflagen gab es davon<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nsr&datum=18560820&query=%22Maria+Anna+Neudecker%22&ref=anno-search&seite=4 ANNO], "[[Salzburger Zeitung]]", Ausgabe vom 20. August 1856, Seite 4</ref> Darin findet man das älteste unter dem Namen "Salzburger Nockerln" geschriebene Rezept. Dabei handelte es sich um das traditionelle Gericht der eher bäuerlichen "Nocken in der Pfanne", also Brandteignocken in heißem Rahm, der Salzburger Gebirgsgaue. Neudecker erweiterte ihr Rezept mit Vanillesauce und Schneehaube für ein Publikum aus besseren sozialen Schichten. | | Um diese Zeit legte die Küchenleiterin in Marienbad in [[Böhmen]] Maria Anna Neudecker bereits die dritte Auflage ihres Kochbuchs "Die bairische Köchin in Böhmen" auf (mindestens zehn Auflagen gab es davon<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nsr&datum=18560820&query=%22Maria+Anna+Neudecker%22&ref=anno-search&seite=4 ANNO], "[[Salzburger Zeitung]]", Ausgabe vom 20. August 1856, Seite 4</ref> Darin findet man das älteste unter dem Namen "Salzburger Nockerln" geschriebene Rezept. Dabei handelte es sich um das traditionelle Gericht der eher bäuerlichen "Nocken in der Pfanne", also Brandteignocken in heißem Rahm, der Salzburger Gebirgsgaue. Neudecker erweiterte ihr Rezept mit Vanillesauce und Schneehaube für ein Publikum aus besseren sozialen Schichten. |
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| − | Da die Neuauflage des Kochbuchs von Neudecker in einer Zeit erschienen war, in der Salzburg zum [[Königreich Bayern]] gehörte ([[1810]]–1816), meint die Forscherin Flöcklmüller, dass man meinen könnte, die Salzburger Nockerl wären bayerisch. Allerdings ist in den Medien nicht publiziert, woher aus Bayern Neudecker stammte. Von Salzburg reicht Bayern in nordwestliche Richtung mehr als 350 km. | + | Da die Neuauflage des Kochbuchs von Neudecker in einer Zeit erschienen war, in der Salzburg zum [[Königreich Bayern]] gehörte ([[1810]]–1816), meint die Forscherin Flöcklmüller, dass man meinen könnte, die Salzburger Nockerl wären bayerisch. Allerdings ist in den Medien nicht publiziert, woher aus Bayern Neudecker stammte. Von Salzburg reicht Bayern in nordwestliche Richtung mehr als 350 km. |
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