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| | Der Speicher Margaritze entstand auf dem Unteren Keesboden, wo im Süden der Margaritzenbach floss. Südwestlich davon befand sich der Obere Keesboden.<ref>[https://www.deutschefotothek.de/documents/obj/90056217/df_dk_0011557 www.deutschefotothek.de] Karte der Glocknergruppe, Hrsg. vom Hauptausschuß des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins; Vermessung ... Richard Finsterwalder; Stich von Hans Rohn. - 1:25 000 Wien : Freytag & Berndt, 1928.</ref> | | Der Speicher Margaritze entstand auf dem Unteren Keesboden, wo im Süden der Margaritzenbach floss. Südwestlich davon befand sich der Obere Keesboden.<ref>[https://www.deutschefotothek.de/documents/obj/90056217/df_dk_0011557 www.deutschefotothek.de] Karte der Glocknergruppe, Hrsg. vom Hauptausschuß des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins; Vermessung ... Richard Finsterwalder; Stich von Hans Rohn. - 1:25 000 Wien : Freytag & Berndt, 1928.</ref> |
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| − | Im Jänner [[1951]] gab es in den [[Alpen]] über 80 Lawinentote. Auch im Bereich der Baustelle des Speichers Margaritze kam es zu [[Lawine]]nabgänge, die das Baulager der Firma Porr mit 200 Arbeitern vorübergehend vom Rest der Welt abschloss. Im Lager gab es Lebensmittel für eine Woche.<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=SWUpLvomVApPe7KekXBkM8kJqtEJ9aK5IAwigQ%2Fy7OUTxb6niuwhxL8Lemuyemn13aKRunLt9Q4Wwp06G31Y5wBhxeEc9joRKT%2F%2F2qVnntOg2zI97Hg6WGcC6Iv83q%2Bf&id1=19510122_02&q=Margaritze#slide2 www.sn.at], Archiv der "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 22. Jänner 1951, Seite 2 sowie [https://www.sn.at/archivsn?img=O4eV85NkPPW51sla2iG00C9PxxDyxjKgsLO62TP89JUXc0X%2FzxCWlMSjtnd%2FRfpLpZe8V0Sa1BJD4kDfbNJhsSM9jY0rjwni5jbx90P9TZa4src%2FxW1EXxZkkhis7RJo&id1=19510123_01&q=Margaritze#sn-archiv-1 www.sn.at] vom 23. Jänner 1951, Titelseite</ref> | + | Im Jänner [[1951]] gab es in den [[Alpen]] über 80 Lawinentote. Auch im Bereich der Baustelle des Speichers Margaritze kam es zu [[Lawine]]nabgängen, die das Baulager der Firma Porr mit 200 Arbeitern vorübergehend vom Rest der Welt abschnitten. Im Lager gab es Lebensmittel für eine Woche.<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=SWUpLvomVApPe7KekXBkM8kJqtEJ9aK5IAwigQ%2Fy7OUTxb6niuwhxL8Lemuyemn13aKRunLt9Q4Wwp06G31Y5wBhxeEc9joRKT%2F%2F2qVnntOg2zI97Hg6WGcC6Iv83q%2Bf&id1=19510122_02&q=Margaritze#slide2 www.sn.at], Archiv der "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 22. Jänner 1951, Seite 2 sowie [https://www.sn.at/archivsn?img=O4eV85NkPPW51sla2iG00C9PxxDyxjKgsLO62TP89JUXc0X%2FzxCWlMSjtnd%2FRfpLpZe8V0Sa1BJD4kDfbNJhsSM9jY0rjwni5jbx90P9TZa4src%2FxW1EXxZkkhis7RJo&id1=19510123_01&q=Margaritze#sn-archiv-1 www.sn.at] vom 23. Jänner 1951, Titelseite</ref> |
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| | Zunächst ging man von zwei Todesopfern aus. Die beiden Arbeiter übernachteten trotz Warnung und Verbot in einer Hütte bei der Zwischenstation der Materialseilbahn im Bereich Pasterze-Margaritze. In der Nacht vom [[20. Jänner|20.]] auf [[21. Jänner]] wurde die Hütte von einer Lawine weggerissen. Da weitere Lawinen den Anmarschweg zum Baulager Margaritze verschüttet hatten, traten Rettungsmannschaften von Heiligenblut einen neuen Weg aus. Dabei hörten Arbeiter an einer bestimmten Stelle eigenartige Geräusche im Schnee. Als sie dort gruben, fanden sie einen der beiden Verschütteten, einen 27-jährigen Dellacher (Drautal) noch lebend und bargen ihn. Das war am [[2. Februar]], zwölf Tage, nachdem er verschüttet worden war. Nur mit Hemd, Unterhose und einer Decke hatte er sich im Schnee eingegraben. Immer wieder hörte er Arbeiter, die in der Nähe den neuen Weg traten und hatte nie die Hoffnung auf Rettung aufgegeben.<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=YnG3GrPi%2BUUktt8YG4jFl00LD13j77S7yGD4BkywGJ086W4XG80xVyirfklpAOKS6bWXKiZBZt%2BnEGZMCCo2Vu1rc23byq2vJVj6uneWZJITYW7UhJZRp8v9%2BhTiGKOV&id1=19510203_06&q=Margaritze#sn-archiv-6 www.sn.at], Archiv der "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 3. Februar 1951</ref> | | Zunächst ging man von zwei Todesopfern aus. Die beiden Arbeiter übernachteten trotz Warnung und Verbot in einer Hütte bei der Zwischenstation der Materialseilbahn im Bereich Pasterze-Margaritze. In der Nacht vom [[20. Jänner|20.]] auf [[21. Jänner]] wurde die Hütte von einer Lawine weggerissen. Da weitere Lawinen den Anmarschweg zum Baulager Margaritze verschüttet hatten, traten Rettungsmannschaften von Heiligenblut einen neuen Weg aus. Dabei hörten Arbeiter an einer bestimmten Stelle eigenartige Geräusche im Schnee. Als sie dort gruben, fanden sie einen der beiden Verschütteten, einen 27-jährigen Dellacher (Drautal) noch lebend und bargen ihn. Das war am [[2. Februar]], zwölf Tage, nachdem er verschüttet worden war. Nur mit Hemd, Unterhose und einer Decke hatte er sich im Schnee eingegraben. Immer wieder hörte er Arbeiter, die in der Nähe den neuen Weg traten und hatte nie die Hoffnung auf Rettung aufgegeben.<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=YnG3GrPi%2BUUktt8YG4jFl00LD13j77S7yGD4BkywGJ086W4XG80xVyirfklpAOKS6bWXKiZBZt%2BnEGZMCCo2Vu1rc23byq2vJVj6uneWZJITYW7UhJZRp8v9%2BhTiGKOV&id1=19510203_06&q=Margaritze#sn-archiv-6 www.sn.at], Archiv der "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 3. Februar 1951</ref> |
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| | Am [[8. August]] 1951 fegte ein Orkan über das Lager und abermals gab es ein Todesopfer zu beklagen. Der Orkan zerstörte zwei Wohnbaracken und dabei kam ein 52-jähriger Mineur ums Leben.<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=1eCdo5eiReGrgUuf9WMrTCHXKG2TwGBp%2Bp41qKeIHRO59158DKkgTsBQeMSADmqrGWAVqJJ0%2F1BegfcnW6aJ6%2FCeLlgYdj%2FDtQxnw58agtwHuvxehx09%2B1O7cUK%2FaWPr&id1=19510810_02&q=Margaritze#slide2 www.sn.at], Archiv der "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 10. August 1951</ref> | | Am [[8. August]] 1951 fegte ein Orkan über das Lager und abermals gab es ein Todesopfer zu beklagen. Der Orkan zerstörte zwei Wohnbaracken und dabei kam ein 52-jähriger Mineur ums Leben.<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=1eCdo5eiReGrgUuf9WMrTCHXKG2TwGBp%2Bp41qKeIHRO59158DKkgTsBQeMSADmqrGWAVqJJ0%2F1BegfcnW6aJ6%2FCeLlgYdj%2FDtQxnw58agtwHuvxehx09%2B1O7cUK%2FaWPr&id1=19510810_02&q=Margaritze#slide2 www.sn.at], Archiv der "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 10. August 1951</ref> |
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| − | Am [[24. Jänner]] [[1952]] explodierte im Möllüberleitungsstollen eine "stehengebliebene" Sprengladung unter einem Kompressorhammer. Durch die Explosion wurden einem Mineur beide Beine abgerissen. Der Arbeiter war auf der Stelle tot.<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=Z4XBBJ7Hz7cX9Gxc0SSPfC8Vddl3OCXoAFlv4TKs7zWhRQboBFb%2BhtItWg9H17%2Bro9z5HwPoVnA66QidtkOFximXg6INRJDbdBYfboOuv7NcbpvCvIfhMmPdRwOh%2BxtE&id1=19520126_05&q=Margaritze#sn-archiv-5 www.sn.at], Archiv der "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 26. Jänner 1952</ref> | + | Am [[24. Jänner]] [[1952]] explodierte im [[Möllüberleitungsstollen]] eine "stehengebliebene" Sprengladung unter einem Kompressorhammer. Durch die Explosion wurden einem Mineur beide Beine abgerissen. Der Arbeiter war auf der Stelle tot.<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=Z4XBBJ7Hz7cX9Gxc0SSPfC8Vddl3OCXoAFlv4TKs7zWhRQboBFb%2BhtItWg9H17%2Bro9z5HwPoVnA66QidtkOFximXg6INRJDbdBYfboOuv7NcbpvCvIfhMmPdRwOh%2BxtE&id1=19520126_05&q=Margaritze#sn-archiv-5 www.sn.at], Archiv der "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 26. Jänner 1952</ref> |
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| − | Am [[17. Oktober]] 1952 feierten die Arbeiter die Fertigstellung der beiden Staumauern. 67 000 Kubikmeter Spezialbeton wurden in beiden verbaut. Damit konnte das Bauwerk um ein Jahr früher als geplant fertiggestellt werden. Bei der Feier wurde auch den 18 Toten gedacht, die beim Bau ihr Leben verloren. Das letzte Opfer war ein junger Mann, der erst vor fünf Tagen, am [[12. Oktober]], starb.<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=oFhplsUvXpQLQ2QRILEOY0EK%2BGV2%2FjDgVHj9vdMzzkaphzecvmX2yRntp5Ti0JZ0mTo8ejNDIwAyBsE%2FAIMIGqDZXvTtjff2VhTvr7Z%2BeKwPbkc%2BDw1v1d%2BuQrE%2BF7WD&id1=19521018_05&q=Margaritze#sn-archiv-5 www.sn.at], Archiv der "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 18. Oktober 1952, Seite 5</ref> | + | Am [[17. Oktober]] 1952 feierten die Arbeiter die Fertigstellung der beiden Staumauern. 67 000 Kubikmeter Spezialbeton wurden in beiden verbaut. Damit konnte das Bauwerk um ein Jahr früher als geplant fertiggestellt werden. Bei der Feier wurde auch den 18 Toten gedacht, die beim Bau ihr Leben verloren. Das letzte Opfer war ein junger Mann, der erst vor fünf Tagen, am [[12. Oktober]], starb.<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=oFhplsUvXpQLQ2QRILEOY0EK%2BGV2%2FjDgVHj9vdMzzkaphzecvmX2yRntp5Ti0JZ0mTo8ejNDIwAyBsE%2FAIMIGqDZXvTtjff2VhTvr7Z%2BeKwPbkc%2BDw1v1d%2BuQrE%2BF7WD&id1=19521018_05&q=Margaritze#sn-archiv-5 www.sn.at], Archiv der "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 18. Oktober 1952, Seite 5</ref> |
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