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| − | Der Zellstoffproduzent Schweighofer Fiber ist einer der größten Industriebetriebe und wichtiger Arbeitgeber im Salzburger Tennengau. Seit der Übernahme durch die österreichische [[Schweighofer Gruppe]] wird in den Standort kräftig investiert. Das Unternehmen konzentriert sich zukünftig verstärkt auf die umweltschonende Produktion von hochreinem Spezialzellstoff und Biomasse. | + | Der Zellstoffproduzent '''Schweighofer Fiber''' ist einer der größten Industriebetriebe und wichtiger Arbeitgeber im [[Tennengau]]. Seit der Übernahme durch die österreichische [[Schweighofer Gruppe]] wird in den Standort kräftig investiert. Das Unternehmen konzentriert sich zukünftig verstärkt auf die umweltschonende Produktion von hochreinem Spezialzellstoff und Biomasse. |
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| | == Allgemeines == | | == Allgemeines == |
| − | Die Schweighofer Fiber GmbH ist einer der führenden Industriebetriebe im Salzburger Tennengau und wichtig für die gesamte Region. Seit Herbst 2011 ist das Halleiner Traditionsunternehmen ein Teil des Familienunternehmens Schweighofer Holzindustrie. Das Kerngeschäft ist die effiziente, nachhaltige und umweltfreundliche Nutzung des Rohstoffs Holz. Schweighofer Fiber jährlich etwa 160.000 Tonnen Zellstoff und ist einer der größten Lieferanten von Bioenergie im Bundesland Salzburg. Gleichzeitig ist das Unternehmen einer der wichtigsten Abnehmer der heimischen Forst- und Holzindustrie. Der jährliche Holzverbrauch liegt bei rund 700.000 Festmetern Hackgut und Faserholz für die Zellstoffherstellung sowie etwa 100.000 Festmetern Waldholz für die Energieerzeugung. Schweighofer Fiber beschäftigt in Hallein rund 200 Mitarbeiter und bildet in den Bereichen Chemieverfahrens-, Metall- und Elektrotechnik Lehrlinge aus. | + | Die Schweighofer Fiber GmbH ist einer der führenden Industriebetriebe im Tennengau und wichtig für die gesamte Region. Seit Herbst 2011 ist das Halleiner Traditionsunternehmen ein Teil des Familienunternehmens Schweighofer Holzindustrie. Das Kerngeschäft ist die effiziente, nachhaltige und umweltfreundliche Nutzung des Rohstoffs Holz. Schweighofer Fiber jährlich etwa 160 000 Tonnen Zellstoff und ist einer der größten Lieferanten von Bioenergie im Bundesland Salzburg. Gleichzeitig ist das Unternehmen einer der wichtigsten Abnehmer der heimischen Forst- und Holzindustrie. Der jährliche Holzverbrauch liegt bei rund 700 000 Festmetern Hackgut und Faserholz für die Zellstoffherstellung sowie etwa 100 000 Festmetern Waldholz für die Energieerzeugung. Schweighofer Fiber beschäftigt in Hallein rund 200 Mitarbeiter und bildet in den Bereichen Chemieverfahrens-, Metall- und Elektrotechnik Lehrlinge aus. |
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| − | Die ehemalige M-real Hallein GmbH wurde im Sommer 2011 an die [[Schweighofer Gruppe]], ein österreichisches Familienunternehmen mit Kernbereich Holzindustrie, verkauft. Die Unterzeichnung des Kaufvertrags erfolgte am Mittwoch, [[29. Juni]] [[2011]]. Mit [[1. September]] 2011 änderte M-real Hallein seinen Namen in ''{{PAGENAME}}''. | + | Zwei Jahre nach der Einstellung der Papierproduktion am Standort in Hallein wurde die Suche nach einem neuen Investor für die M-real Hallein GmbH erfolgreich beendet. Die ehemalige [[M-real Hallein AG]] wurde im Sommer 2011 an die Schweighofer Gruppe. Die Unterzeichnung des Kaufvertrags erfolgte am Mittwoch, [[29. Juni]] [[2011]]. Mit [[1. September]] 2011 änderte M-real Hallein seinen Namen in ''{{PAGENAME}}''. |
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| | == Schweighofer Gruppe investiert bis zu 60 Millionen Euro == | | == Schweighofer Gruppe investiert bis zu 60 Millionen Euro == |
| | + | „''Wir freuen uns, dass es letztlich zu einer österreichischen Lösung gekommen ist''“, freute sich Jörg Harbring, der Geschäftsführer, im Sommer 2011 über den Kauf des Unternehmens durch die Schweighofer Gruppe. Alle Beschäftigten wurden übernommen, zusätzlich sollen 15 neue Mitarbeiter eingestellt werden. Die Kunden- und Lieferantenbeziehungen blieben ebenfalls aufrecht. Aufträge werden weiterhin über die Vertriebsorganisation der Botnia abgewickelt. Die Holzversorgung des Standortes wird mit den bestehenden Lieferanten weitergeführt und wie bisher über die Thosca Holz in Hallein abgewickelt. Über die neue Zukunftsperspektive des Unternehmens war auch Landeshauptfrau [[Gabi Burgstaller]] glücklich: „''Ich bin überzeugt, dass mit dem neuen Eigentümer die besten Voraussetzungen für eine nachhaltige Absicherung der Arbeitsplätze geschaffen wurden. Das Land Salzburg wird die Zukunftssicherung dieses weit über den Tennengau hinaus wichtigen Betriebs tatkräftig unterstützen.''“ |
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| − | „Wir freuen uns, dass es letztlich zu einer österreichischen Lösung gekommen ist“, freute sich Jörg Harbring, der Geschäftsführer, im Sommer 2011 über den Kauf des Unternehmens durch die Schweighofer Gruppe. Alle Beschäftigten wurden übernommen, zusätzlich sollen 15 neue Mitarbeiter eingestellt werden. Die Kunden- und Lieferantenbeziehungen blieben ebenfalls aufrecht. Aufträge werden weiterhin über die Vertriebsorganisation der Botnia abgewickelt. Die Holzversorgung des Standortes wird mit den bestehenden Lieferanten weitergeführt und wie bisher über die Thosca Holz in Hallein abgewickelt. Über die neue Zukunftsperspektive des Unternehmens war auch Landeshauptfrau [[Gabi Burgstaller]] glücklich: „Ich bin überzeugt, dass mit dem neuen Eigentümer die besten Voraussetzungen für eine nachhaltige Absicherung der Arbeitsplätze geschaffen wurden. Das Land Salzburg wird die Zukunftssicherung dieses weit über den Tennengau hinaus wichtigen Betriebs tatkräftig unterstützen.“
| + | Bis 2013 will der neue Eigentümer rund 60 Millionen Euro in den Ausbau der bestehenden Anlagen und die Erweiterung der Geschäftsfelder investieren. „Im Bereich Zellstoff wollen wir eine breitere Produktpalette schaffen und zusätzlich hochreinen Spezialzellstoff für die Herstellung von Textilfasern und für die Lebensmittelindustrie produzieren“, erklärte Gerald Schweighofer im Sommer 2011. Bis zu einem erfolgreichen Markteintritt dieser Produkte müsse man allerdings noch mit weiteren erheblichen Verlusten am Standort rechnen. "''Wir sind aber zuversichtlich, dass wir es gemeinsam mit der Belegschaftsvertretung und dem Management vor Ort schaffen werden, das Unternehmen wieder in die Gewinnzone zu führen''“, zeigte sich Schweighofer optimistisch. |
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| − | Bis 2013 will der neue Eigentümer rund 60 Millionen Euro in den Ausbau der bestehenden Anlagen und die Erweiterung der Geschäftsfelder investieren. „Im Bereich Zellstoff wollen wir eine breitere Produktpalette schaffen und zusätzlich hochreinen Spezialzellstoff für die Herstellung von Textilfasern und für die Lebensmittelindustrie produzieren“, erklärte Gerald Schweighofer im Sommer 2011. Bis zu einem erfolgreichen Markteintritt dieser Produkte müsse man allerdings noch mit weiteren erheblichen Verlusten am Standort rechnen. "Wir sind aber zuversichtlich, dass wir es gemeinsam mit der Belegschaftsvertretung und dem Management vor Ort schaffen werden, das Unternehmen wieder in die Gewinnzone zu führen“, zeigte sich Schweighofer optimistisch. | |
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| | == Produktion von hochwertigem Viskosezellstoff ab Herbst 2012 == | | == Produktion von hochwertigem Viskosezellstoff ab Herbst 2012 == |
| − | Für die Zellstoffproduktion von Schweighofer Fiber beginnt 2012 eine neue Ära: Ab Herbst wird erstmals hochreiner Spezialzellstoff für die Textil- und Lebensmittelindustrie hergestellt. Mit dem neuen Viskosezellstoff wird eine wesentlich höhere Wertschöpfung erzielt als mit dem derzeit produzierten Zellstoff für die Papierindustrie. Der neue Spezialzellstoff ist als Vormaterial für die Viskoseherstellung vor allem als Ersatz für Baumwolle heiß begehrt. Viskosefasern haben gegenüber Baumwolle und anderen synthetischen Fasern folgende Vorteile: | + | Für die Zellstoffproduktion von Schweighofer Fiber begann 2012 eine neue Ära: Ab Herbst wird erstmals hochreiner Spezialzellstoff für die Textil- und Lebensmittelindustrie hergestellt. Mit dem neuen Viskosezellstoff wird eine wesentlich höhere Wertschöpfung erzielt als mit dem derzeit produzierten Zellstoff für die Papierindustrie. Der neue Spezialzellstoff ist als Vormaterial für die Viskoseherstellung vor allem als Ersatz für Baumwolle heiß begehrt. Viskosefasern haben gegenüber Baumwolle und anderen synthetischen Fasern folgende Vorteile: |
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| | * Biologisch abbaubar: Viskosefasern werden aus erneuerbaren Rohstoffen erzeugt und sind deshalb biologisch abbaubar. | | * Biologisch abbaubar: Viskosefasern werden aus erneuerbaren Rohstoffen erzeugt und sind deshalb biologisch abbaubar. |
| − | * CO2-senkend: Das für die Fasern verwendete Holz ist ein klimaneutraler Rohstoff. Holz bindet beim Wachstum CO2 und liefert Sauerstoff, dadurch wirkt es CO2-senkend. | + | * CO<sub>2</sub>-senkend: Das für die Fasern verwendete Holz ist ein klimaneutraler Rohstoff. Holz bindet beim Wachstum CO2 und liefert Sauerstoff, dadurch wirkt es CO<sub>2</sub>-senkend. |
| | * Hautfreundlich: Viskose ist leicht, sehr saugfähig, hat eine hohe Atmungsaktivität und lässt sich gut färben und bedrucken. Aufgrund ihrer Geschmeidigkeit ist sie angenehm auf der Haut zu tragen und fühlt sich wie Baumwolle oder Seide an. | | * Hautfreundlich: Viskose ist leicht, sehr saugfähig, hat eine hohe Atmungsaktivität und lässt sich gut färben und bedrucken. Aufgrund ihrer Geschmeidigkeit ist sie angenehm auf der Haut zu tragen und fühlt sich wie Baumwolle oder Seide an. |
| | * Höherer Ertrag: Der Holzanbau für Viskose liefert pro Fläche einen höheren Ertrag als Baumwolle. | | * Höherer Ertrag: Der Holzanbau für Viskose liefert pro Fläche einen höheren Ertrag als Baumwolle. |
| | * Energiesparend: Die Produktion von Viskose benötigt viel weniger Energie als Baumwolle, auch die Nutzung von Viskose spart im Vergleich Energie. | | * Energiesparend: Die Produktion von Viskose benötigt viel weniger Energie als Baumwolle, auch die Nutzung von Viskose spart im Vergleich Energie. |
| − | * Wassersparend: Die Produktion von Baumwolle benötigt extrem viel Wasser (pro Baumwoll-T-Shirt rund 4.000 Liter). Baumwolle wird hauptsächlich in trockenen Gebieten, etwa in den USA und China, angebaut. 50 Prozent der Anbauflächen müssen daher künstlich bewässert werden. | + | * Wassersparend: Die Produktion von Baumwolle benötigt extrem viel Wasser (pro Baumwoll-T-Shirt rund 4 000 Liter). Baumwolle wird hauptsächlich in trockenen Gebieten, etwa in den USA und China, angebaut. 50 Prozent der Anbauflächen müssen daher künstlich bewässert werden. |
| | * Umweltschonend: Der Baumwollanbau ist umweltschädlich. Baumwolle ist das Landwirtschaftsprodukt mit dem höchsten Einsatz an Düngemitteln und Insektiziden. 40% aller weltweit verwendeten Insektizide finden im Baumwollanbau den Einsatz. | | * Umweltschonend: Der Baumwollanbau ist umweltschädlich. Baumwolle ist das Landwirtschaftsprodukt mit dem höchsten Einsatz an Düngemitteln und Insektiziden. 40% aller weltweit verwendeten Insektizide finden im Baumwollanbau den Einsatz. |
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| | Viskosezellstoff ist vor allem in Asien sehr gefragt. Darum führte Schweighofer Fiber Ende 2011 erste Gespräche mit potenziellen Kunden im Raum Schanghai. Die Termine mit chinesischen Viskosfaserherstellern verliefen vielversprechend. „''Sobald die Produktionsmengen unseres neuen Produkts absehbar sind, werden konkrete Verkaufsgespräche anberaumt''“, freut sich Georg Leitner, Vertriebschef der Schweighofer Fiber GmbH. | | Viskosezellstoff ist vor allem in Asien sehr gefragt. Darum führte Schweighofer Fiber Ende 2011 erste Gespräche mit potenziellen Kunden im Raum Schanghai. Die Termine mit chinesischen Viskosfaserherstellern verliefen vielversprechend. „''Sobald die Produktionsmengen unseres neuen Produkts absehbar sind, werden konkrete Verkaufsgespräche anberaumt''“, freut sich Georg Leitner, Vertriebschef der Schweighofer Fiber GmbH. |
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| | „''Unserem Ziel, Zellstoff zu 100 Prozent aus erneuerbarer Energie herzustellen, sind wir schon sehr nahe gekommen''“, erklärt Jörg Harbring stolz. Vor 30 Jahren seien Zellstoff und Papier am Standort noch ausschließlich mit Energie aus Erdöl oder Erdgas hergestellt worden. Mittlerweile stammten bereits 98 Prozent aus erneuerbaren Quellen wie Holz, Holzabfällen oder Klärschlamm. „''Investitionen in Millionenhöhe, jahrelange Forschungsarbeit und der Wille, den Standort auf wettbewerbsfähige Beine zu stellen, haben dieses bemerkenswerte Ergebnis möglich gemacht''“, erklärt der engagierte Manager. | | „''Unserem Ziel, Zellstoff zu 100 Prozent aus erneuerbarer Energie herzustellen, sind wir schon sehr nahe gekommen''“, erklärt Jörg Harbring stolz. Vor 30 Jahren seien Zellstoff und Papier am Standort noch ausschließlich mit Energie aus Erdöl oder Erdgas hergestellt worden. Mittlerweile stammten bereits 98 Prozent aus erneuerbaren Quellen wie Holz, Holzabfällen oder Klärschlamm. „''Investitionen in Millionenhöhe, jahrelange Forschungsarbeit und der Wille, den Standort auf wettbewerbsfähige Beine zu stellen, haben dieses bemerkenswerte Ergebnis möglich gemacht''“, erklärt der engagierte Manager. |
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| | == Rekordergebnis bei Ökostromerzeugung == | | == Rekordergebnis bei Ökostromerzeugung == |