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Auf deutschem Boden angekommen, folgte eine erneute Unterbringung in Lagern, beispielsweise in Wörgl in [[Tirol]], wo die Betroffenen wieder einer medizinischen Untersuchung und Desinfizierung unterzogen wurden. Anzumerken ist, dass die „Deutschen“ in den Erzählungen ehemaliger, im Pinzgau tätiger „Fremdarbeiter“ aber nicht nur negativ wegkommen, sondern auch erwähnt wird, dass manche von deutschen Soldaten auch Essen zugesteckt bekamen.
 
Auf deutschem Boden angekommen, folgte eine erneute Unterbringung in Lagern, beispielsweise in Wörgl in [[Tirol]], wo die Betroffenen wieder einer medizinischen Untersuchung und Desinfizierung unterzogen wurden. Anzumerken ist, dass die „Deutschen“ in den Erzählungen ehemaliger, im Pinzgau tätiger „Fremdarbeiter“ aber nicht nur negativ wegkommen, sondern auch erwähnt wird, dass manche von deutschen Soldaten auch Essen zugesteckt bekamen.
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Den polnischen Arbeitskräften wurde vor Beginn ihrer „Inmarschsetzung“ eine Arbeitskarte als Passersatz ausgestellt. Die Kriminalpolizei Salzburg führt ab Anfang 1942 ihre Identifizierungsmaßnahmen - wie die Erstellung von Fotos und die Abnahme von Fingerabdrücken - für den gesamten Reichsgau Salzburg in einem Lager in [[Liefering]] und später in einem Lager in [[Maria Plain]] durch. Auch wurden die Zwangsarbeiter über ihre „Pflichten beim Arbeitseinsatz“ belehrt. Vereinfacht bedeutete die angedrohte Sanktion für eine Widersetzlichkeit „KZ“ und für die Aufnahme einer Liebesbeziehung zu einer deutschen Frau „Aufhängen“.
 
Den polnischen Arbeitskräften wurde vor Beginn ihrer „Inmarschsetzung“ eine Arbeitskarte als Passersatz ausgestellt. Die Kriminalpolizei Salzburg führt ab Anfang 1942 ihre Identifizierungsmaßnahmen - wie die Erstellung von Fotos und die Abnahme von Fingerabdrücken - für den gesamten Reichsgau Salzburg in einem Lager in [[Liefering]] und später in einem Lager in [[Maria Plain]] durch. Auch wurden die Zwangsarbeiter über ihre „Pflichten beim Arbeitseinsatz“ belehrt. Vereinfacht bedeutete die angedrohte Sanktion für eine Widersetzlichkeit „KZ“ und für die Aufnahme einer Liebesbeziehung zu einer deutschen Frau „Aufhängen“.
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Danach erging ein Sammeltransport nach [[Zell am See]]. Von dort wurden die Arbeitskräfte in die einzelnen Orte gebracht. Registrierungsmaßnahmen erfolgten auch noch einmal im [[Pinzgau]] selbst, wobei in den einzelnen Gemeinden die Daten auf- und die Fingerabdrücke abgenommen wurden. Die Aufteilung vor Ort führte die „Troika“ Ortsgruppenleiter, Ortsbauernführer und Bürgermeister durch.  
 
Danach erging ein Sammeltransport nach [[Zell am See]]. Von dort wurden die Arbeitskräfte in die einzelnen Orte gebracht. Registrierungsmaßnahmen erfolgten auch noch einmal im [[Pinzgau]] selbst, wobei in den einzelnen Gemeinden die Daten auf- und die Fingerabdrücke abgenommen wurden. Die Aufteilung vor Ort führte die „Troika“ Ortsgruppenleiter, Ortsbauernführer und Bürgermeister durch.  
 
==Arbeits- und Lebensbedingungen auf den Pinzgauer Bauernhöfen==
 
==Arbeits- und Lebensbedingungen auf den Pinzgauer Bauernhöfen==
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Der Arbeitseinsatz ließ nach der Ankunft nicht lange auf sich warten. Es wurden Arbeitsgeräte wie eine Sense oder ein Buckelkorb überreicht und die Eingliederung in die techniklose Gebirgslandwirtschaft mit ihren ungewohnt steilen Hängen, die in reiner Handarbeit unter Mithilfe von Zug- und Tragtieren zu bewältigen war, nahm ihren Lauf. Die Tage waren nun von früh bis spät mit der Versorgung des Viehs und mit Haus-, Holz-, Heu- und Feldarbeiten ausgefüllt. Die Sprachlosigkeit überbrückte man mit dem Vorzeigen und Abschauenlassen der erwarteten Arbeitsleistung. Man überließ den ungeübten Arbeitskräften bei der Viehversorgung anfangs nur die [[Hausschaf|Schafe]] und [[Hausziege|Ziegen]] und betraute sie erst später mit der Betreuung der für die Bauern wertvolleren [[Pinzgauer Rind|Rinder]]. Auf kleineren Höfen war die Arbeitsteilung gering und es fiel daher für alle ein größerer Aufgabenbereich an. Als man immer mehr einheimische Männer zum Militär einzog, übernahmen vor allem die Frauen die in der Landwirtschaft typischen Männerarbeiten. Waren ganze Ausländerfamilien auf einem Bauernhof im Einsatz, verrichteten die Erwachsenen die landwirtschaftliche Arbeit, während man die Kinder mit Hilfsarbeiten wie Viehhüten oder Brennholztragen beauftragte.
 
Der Arbeitseinsatz ließ nach der Ankunft nicht lange auf sich warten. Es wurden Arbeitsgeräte wie eine Sense oder ein Buckelkorb überreicht und die Eingliederung in die techniklose Gebirgslandwirtschaft mit ihren ungewohnt steilen Hängen, die in reiner Handarbeit unter Mithilfe von Zug- und Tragtieren zu bewältigen war, nahm ihren Lauf. Die Tage waren nun von früh bis spät mit der Versorgung des Viehs und mit Haus-, Holz-, Heu- und Feldarbeiten ausgefüllt. Die Sprachlosigkeit überbrückte man mit dem Vorzeigen und Abschauenlassen der erwarteten Arbeitsleistung. Man überließ den ungeübten Arbeitskräften bei der Viehversorgung anfangs nur die [[Hausschaf|Schafe]] und [[Hausziege|Ziegen]] und betraute sie erst später mit der Betreuung der für die Bauern wertvolleren [[Pinzgauer Rind|Rinder]]. Auf kleineren Höfen war die Arbeitsteilung gering und es fiel daher für alle ein größerer Aufgabenbereich an. Als man immer mehr einheimische Männer zum Militär einzog, übernahmen vor allem die Frauen die in der Landwirtschaft typischen Männerarbeiten. Waren ganze Ausländerfamilien auf einem Bauernhof im Einsatz, verrichteten die Erwachsenen die landwirtschaftliche Arbeit, während man die Kinder mit Hilfsarbeiten wie Viehhüten oder Brennholztragen beauftragte.
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Bäuerliches Selbstverständnis bei ausländischen Arbeitskräften, die selbst auf einem Bauernhof aufgewachsen waren, erhöhte deren Arbeitsmotivation. Jüngere männliche Zwangsarbeiter neigten aus Gründen der erwünschten Anerkennung durch den Dienstgeber, die das eigene Selbstwertgefühl, das durch die traumatisierenden Deportationserfahrungen verloren gegangen war, wieder herstellen sollte, manchmal zur Selbstausbeutung. Auch führte die bestmögliche Ausführung von Arbeitsaufgaben zu einem problemloseren Leben in der Fremde.
 
Bäuerliches Selbstverständnis bei ausländischen Arbeitskräften, die selbst auf einem Bauernhof aufgewachsen waren, erhöhte deren Arbeitsmotivation. Jüngere männliche Zwangsarbeiter neigten aus Gründen der erwünschten Anerkennung durch den Dienstgeber, die das eigene Selbstwertgefühl, das durch die traumatisierenden Deportationserfahrungen verloren gegangen war, wieder herstellen sollte, manchmal zur Selbstausbeutung. Auch führte die bestmögliche Ausführung von Arbeitsaufgaben zu einem problemloseren Leben in der Fremde.
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Waren die ausländischen Arbeitskräfte einmal eingelernt und eingewöhnt, stellten sie für den Dienstgeber einen unverzichtbaren Teil des Gesindes dar. Wurde diese Ordnung gestört, zog dies schwere Konflikte nach sich. Die schweren und vor allem in der Anfangsphase ungewohnten Tätigkeiten führten im Verein mit der Gebirgslage und der damit verbundenen ungewohnten Witterung, sowie mit der meist ungenügenden Bekleidung und dem schlechten Schuhwerk aber auch zu Unfällen mit schweren Verletzungen oder mit tödlichem Ausgang. Sabotagehandlungen wie in Industriebetrieben sind aus dem landwirtschaftlichen Bereich hingegen gar nicht bekannt.
 
Waren die ausländischen Arbeitskräfte einmal eingelernt und eingewöhnt, stellten sie für den Dienstgeber einen unverzichtbaren Teil des Gesindes dar. Wurde diese Ordnung gestört, zog dies schwere Konflikte nach sich. Die schweren und vor allem in der Anfangsphase ungewohnten Tätigkeiten führten im Verein mit der Gebirgslage und der damit verbundenen ungewohnten Witterung, sowie mit der meist ungenügenden Bekleidung und dem schlechten Schuhwerk aber auch zu Unfällen mit schweren Verletzungen oder mit tödlichem Ausgang. Sabotagehandlungen wie in Industriebetrieben sind aus dem landwirtschaftlichen Bereich hingegen gar nicht bekannt.
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Viele der im Pinzgau eingesetzten „Fremdarbeitern“ erwarben nur einen rudimentären Wortschatz und diesen im Pinzgauer Dialekt, manche erlernten aber die deutsche Sprache mehr oder weniger gut. Die Beziehung zwischen den ausländischen Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen einerseits und den Dienstgebern andererseits gestaltete sich in vielen Fällen nach Überwindung anfänglicher Schwierigkeiten gut und es entstanden sogar regelrechte Vertrauensverhältnisse. Rassische Stereotype der Einheimischen traten dabei in den Hintergrund.
 
Viele der im Pinzgau eingesetzten „Fremdarbeitern“ erwarben nur einen rudimentären Wortschatz und diesen im Pinzgauer Dialekt, manche erlernten aber die deutsche Sprache mehr oder weniger gut. Die Beziehung zwischen den ausländischen Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen einerseits und den Dienstgebern andererseits gestaltete sich in vielen Fällen nach Überwindung anfänglicher Schwierigkeiten gut und es entstanden sogar regelrechte Vertrauensverhältnisse. Rassische Stereotype der Einheimischen traten dabei in den Hintergrund.
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Der Arbeits- und Lebensalltag auf den Pinzgauer Bauernhöfen wurde von den ausländischen Arbeitskräften oft als ereignislos und als eintönig empfunden. Es gab selten ein Radio und die Freizeit war zeitlich beschränkt und inhaltlich reglementiert und blieb oft auf den sonntäglichen Kirchgang, der aber ebenfalls nicht immer erlaubt war, beschränkt. Hier ist anzumerken, dass männliche „Fremdarbeiter“ gleich wie die einheimischen männlichen Dienstboten über mehr Freizeit verfügten, als „Fremdarbeiterinnen“, die wie die einheimischen weiblichen Dienstboten auch an Sonn- und Feiertagen mit Haus- oder Flickarbeiten beschäftigt wurden.
 
Der Arbeits- und Lebensalltag auf den Pinzgauer Bauernhöfen wurde von den ausländischen Arbeitskräften oft als ereignislos und als eintönig empfunden. Es gab selten ein Radio und die Freizeit war zeitlich beschränkt und inhaltlich reglementiert und blieb oft auf den sonntäglichen Kirchgang, der aber ebenfalls nicht immer erlaubt war, beschränkt. Hier ist anzumerken, dass männliche „Fremdarbeiter“ gleich wie die einheimischen männlichen Dienstboten über mehr Freizeit verfügten, als „Fremdarbeiterinnen“, die wie die einheimischen weiblichen Dienstboten auch an Sonn- und Feiertagen mit Haus- oder Flickarbeiten beschäftigt wurden.
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Der Umgang mit den Einheimischen war außerhalb der Arbeit praktisch unerwünscht. Es sollte auf dem [[Bauernhof]] keine Tischgemeinschaft gepflogen, die Ausländer sollten getrennt von den Einheimischen untergebracht und es durften keinesfalls intime Beziehungen zu Einheimischen angebahnt werden. Dennoch wurden die Zivilarbeiter bei entsprechender Arbeitsleistung in der Regel in die Hofgemeinschaft aufgenommen und völlig gleichberechtigt behandelt, was bedeutete, dass sie am gemeinsamen Tisch aßen und oft auch trotz strengem Verbot in der Dienstbotenkammer zusammen mit den einheimischen Dienstboten schliefen.
 
Der Umgang mit den Einheimischen war außerhalb der Arbeit praktisch unerwünscht. Es sollte auf dem [[Bauernhof]] keine Tischgemeinschaft gepflogen, die Ausländer sollten getrennt von den Einheimischen untergebracht und es durften keinesfalls intime Beziehungen zu Einheimischen angebahnt werden. Dennoch wurden die Zivilarbeiter bei entsprechender Arbeitsleistung in der Regel in die Hofgemeinschaft aufgenommen und völlig gleichberechtigt behandelt, was bedeutete, dass sie am gemeinsamen Tisch aßen und oft auch trotz strengem Verbot in der Dienstbotenkammer zusammen mit den einheimischen Dienstboten schliefen.
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Die Bandbreite des von dieser Regel abweichenden Verhaltens von Dienstgebern reichte jedoch in Einzelfällen bis zum genauen Gegenteil. So schliefen ausländische Arbeitskräfte in manchen Höfen in zugigen Ställen bei den [[Hausschwein|Schweinen]], was einerseits in Ressentiments und andererseits in Platzmangel begründet sein konnte. Andere wurden körperlich gezüchtigt oder wegen Kleinigkeiten zur Anzeige gebracht.  
Die Bandbreite des von dieser Regel abweichenden Verhaltens von Dienstgebern reichte jedoch in Einzelfällen bis zum genauen Gegenteil. So schliefen ausländische Arbeitskräfte in manchen Höfen in zugigen Ställen bei den [[HausschweinSchweinen]], was einerseits in Ressentiments und andererseits in Platzmangel begründet sein konnte. Andere wurden körperlich gezüchtigt oder wegen Kleinigkeiten zur Anzeige gebracht.  
   
''Exkurs: Kriegsgefangene''  
 
''Exkurs: Kriegsgefangene''  
 
Kriegsgefangene durften anfangs nur in Sammellagern untergebracht werden und mussten dort aufhältig bleiben. Ab Anfang 1942 wurde diese Bestimmung - ausgenommen für sowjetische KG - gelockert und konnten ab dann auch Kriegsgefangene in der Landwirtschaft arbeiten. Die Dienstgeber mussten jedoch geeignete Personen als Hilfswachmänner nennen, da sich die KGs nicht frei bewegen durften und von den Lagern abgeholt und nach der Arbeit zu diesen zurück gebracht werden mussten. Durften Kriegsgefangene mit behördlicher Genehmigung während der Woche auf dem Hof bleiben, mussten sie das Wochenende im Lager zubringen. Auf diesen Wegen vom Lager zum Arbeitsplatz und retour, die sie nicht allein zurücklegen durften, wurden sie häufig lediglich von einem einheimischen Kind begleitet, da wegen des Krieges zu wenig einheimische Männer vorhanden waren.
 
Kriegsgefangene durften anfangs nur in Sammellagern untergebracht werden und mussten dort aufhältig bleiben. Ab Anfang 1942 wurde diese Bestimmung - ausgenommen für sowjetische KG - gelockert und konnten ab dann auch Kriegsgefangene in der Landwirtschaft arbeiten. Die Dienstgeber mussten jedoch geeignete Personen als Hilfswachmänner nennen, da sich die KGs nicht frei bewegen durften und von den Lagern abgeholt und nach der Arbeit zu diesen zurück gebracht werden mussten. Durften Kriegsgefangene mit behördlicher Genehmigung während der Woche auf dem Hof bleiben, mussten sie das Wochenende im Lager zubringen. Auf diesen Wegen vom Lager zum Arbeitsplatz und retour, die sie nicht allein zurücklegen durften, wurden sie häufig lediglich von einem einheimischen Kind begleitet, da wegen des Krieges zu wenig einheimische Männer vorhanden waren.
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Sollte „Ostarbeitern“ in bäuerlichen Klein- und Mittelbetrieben anfangs minderwertigere Kost verabreicht werden, durften sie ab Mitte 1942 dieselbe Verpflegung wie alle anderen dort tätigen Personen erhalten. Den Dienstgebern verblieb jedoch gegenüber den ausländischen Arbeitskräften immer ein großer Handlungsspielraum, was von manchen im Gegensatz zu ihrem Umgang mit den einheimischen Dienstboten, die sich gegen unrechte Behandlung durch üble Nachrede oder Dienstplatzwechsel zur Wehr setzen konnten, auch zu Willkür genützt wurde.
 
Sollte „Ostarbeitern“ in bäuerlichen Klein- und Mittelbetrieben anfangs minderwertigere Kost verabreicht werden, durften sie ab Mitte 1942 dieselbe Verpflegung wie alle anderen dort tätigen Personen erhalten. Den Dienstgebern verblieb jedoch gegenüber den ausländischen Arbeitskräften immer ein großer Handlungsspielraum, was von manchen im Gegensatz zu ihrem Umgang mit den einheimischen Dienstboten, die sich gegen unrechte Behandlung durch üble Nachrede oder Dienstplatzwechsel zur Wehr setzen konnten, auch zu Willkür genützt wurde.
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Vermutete oder tatsächliche „Arbeitsvertragsbrüche“ wie Arbeitsunlust oder Arbeitsverweigerung konnten für die ausländischen Arbeitskräfte schwerwiegende Folgen wie Anzeigen und nachfolgend Arrest oder Schutzhaft nach sich ziehen, Arbeitsverweigerung wurde auch mit der Todesstrafe geahndet.
 
Vermutete oder tatsächliche „Arbeitsvertragsbrüche“ wie Arbeitsunlust oder Arbeitsverweigerung konnten für die ausländischen Arbeitskräfte schwerwiegende Folgen wie Anzeigen und nachfolgend Arrest oder Schutzhaft nach sich ziehen, Arbeitsverweigerung wurde auch mit der Todesstrafe geahndet.
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Zu Diebstählen von Nahrung und Bekleidung auf den Höfen durch die Zwangsarbeiter kam es aufgrund der unzureichenden Versorgung durch das NS-Regime und die Dienstgeber oder als Vorbereitung für eine beabsichtigte Flucht. Sie wurden den Betroffenen im Falle einer Flucht aber in umgekehrter Reihenfolge angelastet: man bezichtigte sie gestohlen zu haben und aufgrund dessen aus Angst vor Strafe geflüchtet zu sein.
 
Zu Diebstählen von Nahrung und Bekleidung auf den Höfen durch die Zwangsarbeiter kam es aufgrund der unzureichenden Versorgung durch das NS-Regime und die Dienstgeber oder als Vorbereitung für eine beabsichtigte Flucht. Sie wurden den Betroffenen im Falle einer Flucht aber in umgekehrter Reihenfolge angelastet: man bezichtigte sie gestohlen zu haben und aufgrund dessen aus Angst vor Strafe geflüchtet zu sein.
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Sog. „Geschlechtsverkehrsverbrechen“ wurden im Pinzgau in mehreren Fällen mit der Hinrichtung der beteiligten ausländischen Männer geahndet. So geschehen in Saalfelden in der Ortschaft [[Bsuch]] und in den [[Hohlwegen]], sowie bei der [[Antoniuskapelle]] in [[Hallenstein]] bei [[Lofer]]. Der Leichnam der Hingerichteten wurde nicht bestattet, sondern dem anatomischen Institut in Innsbruck zur Verfügung gestellt.  
 
Sog. „Geschlechtsverkehrsverbrechen“ wurden im Pinzgau in mehreren Fällen mit der Hinrichtung der beteiligten ausländischen Männer geahndet. So geschehen in Saalfelden in der Ortschaft [[Bsuch]] und in den [[Hohlwegen]], sowie bei der [[Antoniuskapelle]] in [[Hallenstein]] bei [[Lofer]]. Der Leichnam der Hingerichteten wurde nicht bestattet, sondern dem anatomischen Institut in Innsbruck zur Verfügung gestellt.  
 
==Zusammenfassung==
 
==Zusammenfassung==
 
In der Regel wurden ausländische Zivilarbeiter und Zivilarbeiterinnen, die in der NS-Zeit auf Bauernhöfen im [[Pinzgau]] beschäftigt waren, entgegen den behördlichen Vorgaben mit allen positiven Konsequenzen voll in die bäuerliche Hofgemeinschaft integriert. Ausnahmefälle, in denen rassistische Vorbehalte oder charakterliche Schwächen der Dienstgeber und Dienstgeberinnen zu dauernder schlechter Behandlung oder zu punktuellen Willkürakten führten, bestätigen die Regel. Gegenüber jenen Zwangsarbeitern, die auf den Kraftwerksbaustellen in [[Kaprun]] und in [[Uttendorf]] eingesetzt und dort in Lagern untergebracht wurden, waren die „Fremdarbeiter“ und „Fremdarbeiterinnen“ in der Landwirtschaft in der Regel besser verpflegt und untergebracht. Sie fügten sich meist von sich aus den gegebenen Bedingungen und beuteten sich teilweise förmlich selbst aus, um Anerkennung zu erlangen und so ihren Selbstwert, der durch die Art der Rekrutierung und die Auswüchse der Deportation schwer beeinträchtigt worden war, wieder zu erlangen.
 
In der Regel wurden ausländische Zivilarbeiter und Zivilarbeiterinnen, die in der NS-Zeit auf Bauernhöfen im [[Pinzgau]] beschäftigt waren, entgegen den behördlichen Vorgaben mit allen positiven Konsequenzen voll in die bäuerliche Hofgemeinschaft integriert. Ausnahmefälle, in denen rassistische Vorbehalte oder charakterliche Schwächen der Dienstgeber und Dienstgeberinnen zu dauernder schlechter Behandlung oder zu punktuellen Willkürakten führten, bestätigen die Regel. Gegenüber jenen Zwangsarbeitern, die auf den Kraftwerksbaustellen in [[Kaprun]] und in [[Uttendorf]] eingesetzt und dort in Lagern untergebracht wurden, waren die „Fremdarbeiter“ und „Fremdarbeiterinnen“ in der Landwirtschaft in der Regel besser verpflegt und untergebracht. Sie fügten sich meist von sich aus den gegebenen Bedingungen und beuteten sich teilweise förmlich selbst aus, um Anerkennung zu erlangen und so ihren Selbstwert, der durch die Art der Rekrutierung und die Auswüchse der Deportation schwer beeinträchtigt worden war, wieder zu erlangen.
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Obwohl manche von ihnen bereits vorher Einiges zu erleiden hatten und auch nach ihrem Zwangsarbeitereinsatz aufgrund der politischen und wirtschaftlichen Bedingungen in ihrem Herkunftsland kein gutes Leben führen konnten, stellte die erzwungene Arbeitsleistung in der Fremde in jedem Fall eine dauerhafte Bruchlinie im Leben aller Betroffener dar. Obwohl einige Pinzgauer Bauernfamilien nach [[1945]] bis heute Kontakt mit ihren ehemaligen „Fremdarbeitern“ und Fremdarbeiterinnen“ halten und diesen auch materielle Zuwendungen leisteten, ist im Gedächtnis der Pinzgauer Bevölkerung betreffend dieses geschichtlichen Kapitels wenig Unrechtsbewusstsein vorhanden. Man ist offenbar der Meinung, dass solche zwanghaften Umstände kriegsimmanent sind, ohne zu realisieren, dass die Deportation eines Menschen zum Zwecke der Zwangsarbeit per se ein Verbrechen darstellt.
 
   
 
   
Obwohl manche von ihnen bereits vorher Einiges zu erleiden hatten und auch nach ihrem Zwangsarbeitereinsatz aufgrund der politischen und wirtschaftlichen Bedingungen in ihrem Herkunftsland kein gutes Leben führen konnten, stellte die erzwungene Arbeitsleistung in der Fremde in jedem Fall eine dauerhafte Bruchlinie im Leben aller Betroffener dar. Obwohl einige Pinzgauer Bauernfamilien nach [[1945]] bis heute Kontakt mit ihren ehemaligen „Fremdarbeitern“ und Fremdarbeiterinnen“ halten und diesen auch materielle Zuwendungen leisteten, ist im Gedächtnis der Pinzgauer Bevölkerung betreffend dieses geschichtlichen Kapitels wenig Unrechtsbewusstsein vorhanden. Man ist offenbar der Meinung, dass solche zwanghaften Umstände kriegsimmanent sind, ohne zu realisieren, dass die Deportation eines Menschen zum Zwecke der Zwangsarbeit per se ein Verbrechen darstellt.
   
Einige „Fremdarbeiter“ und „Fremdarbeiterinnen“ kehrten nach dem Krieg besuchsweise an ihren Arbeitsplatz zurück, andere blieben auch nach 1945 im Pinzgau. Sie gründeten eine Familie, bauten ein Haus und stellten am Arbeitsplatz ihren „Mann“ oder ihre „Frau“. Dennoch scheint ihr Leben von den damaligen Ereignissen überschattet zu sein, ihr Verhalten einem höheren Anpassungsdruck und ihre Herkunft und Geschichte im eigenen und dem Bewusstsein ihrer Kinder einer gewissen Tabuisierung zu unterliegen.  
 
Einige „Fremdarbeiter“ und „Fremdarbeiterinnen“ kehrten nach dem Krieg besuchsweise an ihren Arbeitsplatz zurück, andere blieben auch nach 1945 im Pinzgau. Sie gründeten eine Familie, bauten ein Haus und stellten am Arbeitsplatz ihren „Mann“ oder ihre „Frau“. Dennoch scheint ihr Leben von den damaligen Ereignissen überschattet zu sein, ihr Verhalten einem höheren Anpassungsdruck und ihre Herkunft und Geschichte im eigenen und dem Bewusstsein ihrer Kinder einer gewissen Tabuisierung zu unterliegen.  
   
* Siehe auch:
 
* Siehe auch:
 
* [[NS-Zwangsarbeit am Beispiel Tauernkraftwerke Kaprun]]
 
* [[NS-Zwangsarbeit am Beispiel Tauernkraftwerke Kaprun]]
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