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Obwohl manche von ihnen bereits vorher Einiges zu erleiden hatten und auch nach ihrem Zwangsarbeitereinsatz aufgrund der politischen und wirtschaftlichen Bedingungen in ihrem Herkunftsland kein gutes Leben führen konnten, stellte die erzwungene Arbeitsleistung in der Fremde in jedem Fall eine dauerhafte Bruchlinie im Leben aller Betroffener dar. Obwohl einige Pinzgauer Bauernfamilien nach [[1945]] bis heute Kontakt mit ihren ehemaligen „Fremdarbeitern“ und Fremdarbeiterinnen“ halten und diesen auch materielle Zuwendungen leisteten, ist im Gedächtnis der Pinzgauer Bevölkerung betreffend dieses geschichtlichen Kapitels wenig Unrechtsbewusstsein vorhanden. Man ist offenbar der Meinung, dass solche zwanghaften Umstände kriegsimmanent sind, ohne zu realisieren, dass die Deportation eines Menschen zum Zwecke der Zwangsarbeit per se ein Verbrechen darstellt.
 
Obwohl manche von ihnen bereits vorher Einiges zu erleiden hatten und auch nach ihrem Zwangsarbeitereinsatz aufgrund der politischen und wirtschaftlichen Bedingungen in ihrem Herkunftsland kein gutes Leben führen konnten, stellte die erzwungene Arbeitsleistung in der Fremde in jedem Fall eine dauerhafte Bruchlinie im Leben aller Betroffener dar. Obwohl einige Pinzgauer Bauernfamilien nach [[1945]] bis heute Kontakt mit ihren ehemaligen „Fremdarbeitern“ und Fremdarbeiterinnen“ halten und diesen auch materielle Zuwendungen leisteten, ist im Gedächtnis der Pinzgauer Bevölkerung betreffend dieses geschichtlichen Kapitels wenig Unrechtsbewusstsein vorhanden. Man ist offenbar der Meinung, dass solche zwanghaften Umstände kriegsimmanent sind, ohne zu realisieren, dass die Deportation eines Menschen zum Zwecke der Zwangsarbeit per se ein Verbrechen darstellt.
 
   
 
   
Einige „Fremdarbeiter“ und „Fremdarbeiterinnen“ kehrten nach dem Krieg besuchsweise an ihren Arbeitsplatz zurück, andere blieben auch nach 1945 im Pinzgau. Sie gründeten eine Familie, bauten ein Haus und stellten am Arbeitsplatz ihren „Mann“ oder ihre „Frau“. Dennoch scheint ihr Leben von den damaligen Ereignissen überschattet zu sein, ihr Verhalten einem höheren Anpassungsdruck und ihre Herkunft und Geschichte im eigenen und dem Bewusstsein ihrer Kinder einer gewissen Tabuisierung zu unterliegen.  
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Einige „Fremdarbeiter“ und „Fremdarbeiterinnen“ kehrten nach dem Krieg besuchsweise an ihren ehemaligen Arbeitsplatz zurück, andere blieben auch nach 1945 im Pinzgau. Sie gründeten eine Familie, bauten ein Haus und stellten am Arbeitsplatz ihren „Mann“ oder ihre „Frau“. Dennoch scheint ihr Leben von den damaligen Ereignissen überschattet zu sein, ihr Verhalten einem höheren Anpassungsdruck und ihre Herkunft und Geschichte im eigenen und dem Bewusstsein ihrer Kinder einer gewissen Tabuisierung zu unterliegen.  
 
* Siehe auch:
 
* Siehe auch:
 
* [[NS-Zwangsarbeit am Beispiel Tauernkraftwerke Kaprun]]
 
* [[NS-Zwangsarbeit am Beispiel Tauernkraftwerke Kaprun]]
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