| | Im Herbst [[1944]] waren rund eine Million ausländischer Arbeitskräfte im Gebiet des heutigen Österreich beschäftigt. Im September desselben Jahres entfielen davon 22.080 auf den Reichsgau Salzburg und ein Drittel davon auf den Landkreis Zell am See, wo zu diesem Zeitpunkt ca. 45.584 Menschen lebten. Von diesen 6.974 „Fremdarbeitern“ und „Fremdarbeiterinnen“ war die Hälfte Polen und sog. „Ostarbeiter“, eine Bezeichnung, die sich im Gegensatz zu den Polen und Polinnen nicht auf eine „rassische“ Kategorie sondern auf die geografische Herkunft aus den Sowjetgebieten in den Grenzen von [[1939]] bezog. Zu den „Ostarbeitern“ wurden aber auch Armenier, Aserbaidschaner, Georgier, Kalmücken, Kosaken, Krimtataren, Turkestaner, Wolgatataren und Angehörige von Völkern, die im Nordkaukasus beheimatet waren, gezählt. | | Im Herbst [[1944]] waren rund eine Million ausländischer Arbeitskräfte im Gebiet des heutigen Österreich beschäftigt. Im September desselben Jahres entfielen davon 22.080 auf den Reichsgau Salzburg und ein Drittel davon auf den Landkreis Zell am See, wo zu diesem Zeitpunkt ca. 45.584 Menschen lebten. Von diesen 6.974 „Fremdarbeitern“ und „Fremdarbeiterinnen“ war die Hälfte Polen und sog. „Ostarbeiter“, eine Bezeichnung, die sich im Gegensatz zu den Polen und Polinnen nicht auf eine „rassische“ Kategorie sondern auf die geografische Herkunft aus den Sowjetgebieten in den Grenzen von [[1939]] bezog. Zu den „Ostarbeitern“ wurden aber auch Armenier, Aserbaidschaner, Georgier, Kalmücken, Kosaken, Krimtataren, Turkestaner, Wolgatataren und Angehörige von Völkern, die im Nordkaukasus beheimatet waren, gezählt. |
| | Da das Gebiet um Lemberg nur zwei Jahre (1939-1941) lang zur Sowjetunion gehört hatte, wurde den Ukrainern aus Galizien eine NS-rechtliche Besserstellung gegenüber den stark diskriminierten "Ostarbeitern" eingeräumt. | | Da das Gebiet um Lemberg nur zwei Jahre (1939-1941) lang zur Sowjetunion gehört hatte, wurde den Ukrainern aus Galizien eine NS-rechtliche Besserstellung gegenüber den stark diskriminierten "Ostarbeitern" eingeräumt. |
| − | Die zweite Hälfte der im Pinzgau eingesetzten „Fremdarbeiter“ und „Fremdarbeiterinnen“ stammte vorwiegend aus Belgien, Frankreich, Italien und Kroatien. | + | Die zweite Hälfte der im Pinzgau eingesetzten „Fremdarbeiter“ und „Fremdarbeiterinnen“ stammte vorwiegend aus Belgien, Frankreich, Italien und Kroatien. |
| | Schon vor ihrer Deportation erlitten viele der später im Pinzgau eingesetzten osteuropäischen Arbeitskräfte ein hartes Schicksal. Unter ihnen waren Waisenkinder und Kinder, deren Eltern nach Sibirien verschleppt worden waren. Andere hatten mit knapper Not die Hungerkatastrophe in der Ukraine Anfang der 30er-Jahre des [[20. Jahrhundert]]s überlebt. Einige waren Zeugen der Judenverfolgung in Galizien und der Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg. Sie erlebten das Niederbrennen ihrer Elternhäuser und die Verhaftung oder den Tod von Familienangehörigen. | | Schon vor ihrer Deportation erlitten viele der später im Pinzgau eingesetzten osteuropäischen Arbeitskräfte ein hartes Schicksal. Unter ihnen waren Waisenkinder und Kinder, deren Eltern nach Sibirien verschleppt worden waren. Andere hatten mit knapper Not die Hungerkatastrophe in der Ukraine Anfang der 30er-Jahre des [[20. Jahrhundert]]s überlebt. Einige waren Zeugen der Judenverfolgung in Galizien und der Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg. Sie erlebten das Niederbrennen ihrer Elternhäuser und die Verhaftung oder den Tod von Familienangehörigen. |