| | Der in Klausenburg geborene Heinrich Schönfeld, jüdisches Relikionsbekenntnis, besaß von Geburt an die österreichische Staatsbürgerschaft. Seine Schulzeit absolvierte er bereits in [[Wien]] in den Jahren [[1906]]–[[1914]].<ref>Einer der ersten bekannten Fußballvereine ist der SC Rudolfshügel in Wien.</ref> [[1919]] ging er nach Meran in [[Südtirol]] und war bis [[1926]] für eine Reihe von italienischen Vereinen tätig, nach eigenen Angaben für Florenz, Bologna, Inter Mailand und Torino FC. Bei letzterem wurde er italienischer Torschützenkönig in der Saison [[1923]]–[[1924]] mit 22 Toren. | | Der in Klausenburg geborene Heinrich Schönfeld, jüdisches Relikionsbekenntnis, besaß von Geburt an die österreichische Staatsbürgerschaft. Seine Schulzeit absolvierte er bereits in [[Wien]] in den Jahren [[1906]]–[[1914]].<ref>Einer der ersten bekannten Fußballvereine ist der SC Rudolfshügel in Wien.</ref> [[1919]] ging er nach Meran in [[Südtirol]] und war bis [[1926]] für eine Reihe von italienischen Vereinen tätig, nach eigenen Angaben für Florenz, Bologna, Inter Mailand und Torino FC. Bei letzterem wurde er italienischer Torschützenkönig in der Saison [[1923]]–[[1924]] mit 22 Toren. |
| − | [[1922]] wurde in Reggio Emilia sein erster Sohn, Walter, geboren. Für den Torino FC war er in der Saison [[1923]]/[[1924]] ''italienischer'' Torschützenkönig mit 22 Toren.<ref>Quelle [[Walter Reschreiter]], der seit einigen Jahren intensive Forschungen in dieser Sache betreibt</ref> 1926 dürfte er noch ein kurzes Gastspiel bei Hakoah Wien gemacht haben, ehe er vorübergehend nach Amerika auswanderte und dort von ca. 1926–[[1930]] in New York und Chicago als Fußballspieler tätig war. Nach seiner aktiven Karriere ging er zurück nach [[Italien]] wo er als als Trainer tätig wurde. Die erste Station war Trapani auf Sizilien, wo auch die beiden Söhne Herbert ([[1931]]) und Erwin ([[1933]]) zur Welt kamen. [[1936]] zog die Familie nach Tunis in Tunesien um, wo er als Kaffeehausbesitzer und Fußballtrainer bis [[1943]] arbeitete. Durch das [[Zweiter Weltkrieg|Kriegsgeschehen]] musste Afrika 1943 verlassen werden und die Familie Schönfeld kam in Südtirol, der Heimat seiner Frau unter. Die italienische bzw. deutsche Herrschaft konnte er dank einem gefälschten Dokument, welcher ihn als Katholik ausgab, anfangs relativ unbehelligt überstehen. [[1944]] wurde jedoch entdeckt, dass er [[Juden|Jude]] war und bei einer Durchsuchung wurde ihm sein Vermögen abgenommen. Die Familie flüchtete daraufhin aus Meran und versteckte sich im Passeiertal, genauer gesagt im hochgelegenen St. Leonharder Ortsteil Walten bis Kriegsende. | + | [[1922]] wurde in Reggio Emilia sein erster Sohn, Walter, geboren. Für den Torino FC war er in der Saison [[1923]]/[[1924]] ''italienischer'' Torschützenkönig mit 22 Toren.<ref>Quelle [[Walter Reschreiter]], der seit einigen Jahren intensive Forschungen in dieser Sache betreibt</ref> 1926 dürfte er noch ein kurzes Gastspiel bei Hakoah Wien gemacht haben, ehe er vorübergehend nach Amerika auswanderte und dort von ca. 1926–[[1930]] in New York und Chicago als Fußballspieler tätig war. Nach seiner aktiven Karriere ging er zurück nach [[Italien]] wo er als als Trainer tätig wurde. Die erste Station war Trapani auf Sizilien, wo auch die beiden Söhne Herbert ([[1931]]) und Erwin ([[1933]]) zur Welt kamen. [[1936]] zog die Familie nach Tunis in [[Tunesien]] um, wo er als Kaffeehausbesitzer und Fußballtrainer bis [[1943]] arbeitete. Durch das [[Zweiter Weltkrieg|Kriegsgeschehen]] musste Afrika 1943 verlassen werden und die Familie Schönfeld kam in Südtirol, der Heimat seiner Frau unter. Die italienische bzw. deutsche Herrschaft konnte er dank einem gefälschten Dokument, welcher ihn als Katholik ausgab, anfangs relativ unbehelligt überstehen. [[1944]] wurde jedoch entdeckt, dass er [[Juden|Jude]] war und bei einer Durchsuchung wurde ihm sein Vermögen abgenommen. Die Familie flüchtete daraufhin aus Meran und versteckte sich im Passeiertal, genauer gesagt im hochgelegenen St. Leonharder Ortsteil Walten bis Kriegsende. |
| | Unmittelbar nach dem Krieg war er zuerst als Hausverwalter ([[1945]]–[[1946]]), später als Chauffeur (1946–[[1949]]) in Meran tätig, ehe er via Salzburg nach [[München]] ging, wo er von April bis November [[1950]] als Angestellter in einer Konditorei arbeitete. Um den Jahreswechsel 1950/[[1951]] ging er zurück nach Salzburg und heuerte um den Lohn von 1.000 [[Schilling]] bei der [[SV Austria Salzburg|Salzburger Austria]] als Trainer an. Nach vier Monaten endete seine Trainertätigkeit. Danach arbeitete er für die US-Armee im ''Camp Truscott'', der späteren [[Kaserne Glasenbach]] als Automechaniker. Zu diesem Zeitpunkt wohnte er in [[Hallein]] im dortigen [[Displaced Persons]]-Lager "[[Beth Israel]]" und war für den kurzzeitig existenten [[SC Hakoah Hallein]] als Trainer tätig. | | Unmittelbar nach dem Krieg war er zuerst als Hausverwalter ([[1945]]–[[1946]]), später als Chauffeur (1946–[[1949]]) in Meran tätig, ehe er via Salzburg nach [[München]] ging, wo er von April bis November [[1950]] als Angestellter in einer Konditorei arbeitete. Um den Jahreswechsel 1950/[[1951]] ging er zurück nach Salzburg und heuerte um den Lohn von 1.000 [[Schilling]] bei der [[SV Austria Salzburg|Salzburger Austria]] als Trainer an. Nach vier Monaten endete seine Trainertätigkeit. Danach arbeitete er für die US-Armee im ''Camp Truscott'', der späteren [[Kaserne Glasenbach]] als Automechaniker. Zu diesem Zeitpunkt wohnte er in [[Hallein]] im dortigen [[Displaced Persons]]-Lager "[[Beth Israel]]" und war für den kurzzeitig existenten [[SC Hakoah Hallein]] als Trainer tätig. |