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<br />''Liebe Fanny! Ich sende dir hiermit die verlangte Vollmacht, u. Notar Kofler hat mir mitgetheilt, daß das Gericht Leitmeritz ein eigenes Dokument verfaßt habe, wodurch ich als Curator von WiXXenz aufgestellt wurde XXX mit dem Akte erledigt habe, wo ich zum Erlage von 4 fl genöthigt wurde, Franz sagte es mir, daß die von dir angeführte Nachtrags Abhandlung nach der Antonia seiner Meinung nach überflüssig sey, weil Antonia todt ist, mithin nichts mehr erben kann. Ich verstehe von dem Ganzen gar nichts, nur kommt es der Louise sonderbar vor, daß eine so XXX Verlassenschafts-Abhandlung so viel Zeit u. Geld kostet. Was die bestehenden Auslagen betrifft, so überlasse ich das ganz deinem Ermessen, u. wenn du einen Vorschuß haben willst, so gib mir die Summe bekannt. Du verlangst von mir zu wissen, was Lorinser über den Fuß Eures kleinen Mastschweines zu mir gesagt hat, gewiß nichts Anderes als was er Euch sagt, er äußerte sich dahin, daß der Zustand leicht geheilt werden wird, u. zwar hoffe er ohne alle Operation, u. wenn eine solche zur Beschleunigung der Kur wünschenswerth oder nothwendig seyn sollte, so braucht Ihr keine Furcht zu haben, es ist eine Operation die in einer halben Stunde der Operierte schon vergessen hat. Wir freuen uns, daß wir wissen, daß es Euch Allen gut geht, u. Hegenbarth XXX hat gesehen XXX, daß die Rosa sogar sehr dick sey. Uns geht es auch gut, nur die Marie hat mit ihrer Bleichsucht zu leiden, doch geht es auch besser. Lebt wohl u. bleibt gesund, Alle grüßen Euch herzlich, euer alter Vater Richard.''
 
<br />''Liebe Fanny! Ich sende dir hiermit die verlangte Vollmacht, u. Notar Kofler hat mir mitgetheilt, daß das Gericht Leitmeritz ein eigenes Dokument verfaßt habe, wodurch ich als Curator von WiXXenz aufgestellt wurde XXX mit dem Akte erledigt habe, wo ich zum Erlage von 4 fl genöthigt wurde, Franz sagte es mir, daß die von dir angeführte Nachtrags Abhandlung nach der Antonia seiner Meinung nach überflüssig sey, weil Antonia todt ist, mithin nichts mehr erben kann. Ich verstehe von dem Ganzen gar nichts, nur kommt es der Louise sonderbar vor, daß eine so XXX Verlassenschafts-Abhandlung so viel Zeit u. Geld kostet. Was die bestehenden Auslagen betrifft, so überlasse ich das ganz deinem Ermessen, u. wenn du einen Vorschuß haben willst, so gib mir die Summe bekannt. Du verlangst von mir zu wissen, was Lorinser über den Fuß Eures kleinen Mastschweines zu mir gesagt hat, gewiß nichts Anderes als was er Euch sagt, er äußerte sich dahin, daß der Zustand leicht geheilt werden wird, u. zwar hoffe er ohne alle Operation, u. wenn eine solche zur Beschleunigung der Kur wünschenswerth oder nothwendig seyn sollte, so braucht Ihr keine Furcht zu haben, es ist eine Operation die in einer halben Stunde der Operierte schon vergessen hat. Wir freuen uns, daß wir wissen, daß es Euch Allen gut geht, u. Hegenbarth XXX hat gesehen XXX, daß die Rosa sogar sehr dick sey. Uns geht es auch gut, nur die Marie hat mit ihrer Bleichsucht zu leiden, doch geht es auch besser. Lebt wohl u. bleibt gesund, Alle grüßen Euch herzlich, euer alter Vater Richard.''
 
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==== Brief vom 7. März 1877 von Fanni und Franz Spängler an Fanny Kobler ====
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Brief von [[Franziska Spängler]] und [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an [[Franziska Kobler]]; ein Bogen; / = Seitenwechsel; [Ergänzung]; // = Absatz:<br />
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''Wien 7. März 1877. Meine liebe, gute Großmutter! Dein liebes Namensfest kehrt wieder und ich freue mich, daß du wolauf dasselbe feiern kannst. Zu den vielen Glückwünschen, welche anläßlich deines Namenstages zu dir gelangen, füge ich auch die meinigen. Sie kommen aus einem aufrichtig dankbaren Herzen. Wol bin ich immer der vielen und großen Wolthaten eingedenk, die ich Zeit meines Lebens von deiner Hand empfangen habe, aber lebhafter empfinde ich noch die Pflicht dir Dankbarkeit bei der Wiederkehr der häuslichen Festtage. Möge dir der liebe Gott noch lange Jahre reichlich durch Kraft und Gesundheit lohnen, was du mir und vielen Andern Gutes gethan hast, und noch thust. // Sehr hätte es mich gefreut, wenn es mir wäre vergönnt gewesen, dich, liebe Großmutter zu Ostern in Salzburg sehen zu dürfen, / doch da es dich beunruhigen würde, wenn ich die Fahrt wagen würde, und da auch der Vater es für rathsamer hält, wenn ich hier bleibe, so muß ich halt auf diese Freude verzichten.
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''Wenn der liebe Gott mir dießmal mein Kindchen am Leben erhält, so wird es sich schon machen, daß ich dir dein Krenkelchen aufführen kann. Ich meine, wenn die heiße Zeit vorüber sein wird, ist es dir vielleicht möglich uns hier zu besuchen; in der künftigen Wohnung werden wir ja mehr Platz haben, so daß, wenn auch meine Schwester bei uns ist, noch leicht ein Gast kann untergebracht werden. // Ich mache jezt schon Pläne, wie ich mir unsere neue Wohnung recht nett und ordentlich herrichten werde. Ich kaufe mir jezt gar nichts von Kleidung, damit ich, wenn notwendig, auch von meiner Einnahme etwas für die Wohnung verwenden kann. / Jedenfalls muß Einiges an den Möbeln geschehen. Zu meiner großen Überraschung erhielt ich gestern durch Anna Zillner die Nachricht daß Ida Braut sei; da Anna voraussagte, daß ich dieß schon weiß, nannte sie mir nicht einmal den Namen des Bräutigams. Heute nun erhielt ich die Verlobungsanzeige, bin aber nun so klug als wie zuvor, da weiter gar nichts auf der Verlobungskarte steht als
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''Ida Mayburger u.
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''Moritz Schartl, Verlobte
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''Es würde mich sehr interessieren, zu wißen wer Idas Verlobter ist, und wo sie sich kennen gelernt haben. Hat d Ida ihn dir schon gebracht? Wie gefällt er dir? Vielleicht könnten du u. ich zusammen der Ida das Hochzeitsgeschenk geben, das hat übrigens noch Zeit, da Anna schreibt, daß erst im Juni die Hochzeit sein wird. Nun ich bin schon neugierig Näheres zu hören. /
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''Heute erhielt ich von der Frau Katzinger einen recht lieben Brief, es geht ihr im Ganzen gut, doch ihr Gehör ist schlecht wie immer. Ihre Kur scheint ihr nicht zu nützen. // Rosi küßt dir die Hand und wünscht dir zum Namenstag Gesundheit u. langes Leben. Die Theres grüßen Franzl und ich bestens, so auch alle übrigen Bekannten. Noch einmal alles Gute wünschend, bleibe ich deine dankbare Enkelin Fanni Spängler.
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''Liebe Großmutter! Zu deinem Namensfeste bringe auch ich Dir<ref>Generell sind die "d" bei Fanni nicht zu unterscheiden, sie sind alle klein geschrieben. Doch Franz schreibt deutlich an die (Schwieger-)Großmutter ein großes (höfliches) "Du". Fanni macht übrigens auch keinen Unterschied zwischen großem und kleinem "f"; ich [O. H.] übertrage, wie es "richtig" wäre.</ref> die herzlichsten Glückwünsche dar; bleibe gesund u. behalte uns gerne. Vielleicht kannst Du heuer im Herbst zu uns, da Fanny wohl kaum wird nach Salzburg kommen können. Lebe recht wohl u. laß uns bald wieder etwas von Dir hören. Dein dankbarer Enkel Franz''
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==== Briefe von Franz II. Xaver Gregor Spängler an Fanni Spängler und Fanny Kobler ====
 
==== Briefe von Franz II. Xaver Gregor Spängler an Fanni Spängler und Fanny Kobler ====