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Dieser Artikel informiert über die '''Geschichte des Schachspiels in Salzburg'''.  
 
Dieser Artikel informiert über die '''Geschichte des Schachspiels in Salzburg'''.  
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== Geschichte des Schachspiels in Salzburg und darüber hinaus==<br>
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== Geschichte des Schachspiels in Salzburg und darüber hinaus==  
    
=== Frühe Zeiten ===
 
=== Frühe Zeiten ===
'''Die Schachspielszene,''' neben Würfel… im Codex Buranus aus dem Spätmittelalter, bzw. die Lieder der carmina burana um 1320 dürften nach der Forschung im großen Salzburger Metropolitanumkreis entstanden sein (in [[Seckau]], Seggau oder [[Brixen]]).  
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'''Die Schachspielszene,''' neben Würfel… im Codex Buranus aus dem Spätmittelalter, bzw. die Lieder der carmina burana um 1320 dürften nach der Forschung im großen [[Salzburger Kirchenprovinz|Salzburger Metropolitanumkreis]] entstanden sein (in [[Seckau]], Seggau oder [[Brixen]]).  
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Vielleicht eine gewisse mitteleuropäische Reaktion auf das Buch der Spiele (ohne Titel, bzw. libros de los juegos) von 1284 (1321; altspanische Zeit) von König Alfons X. , El Sabio (dem Weisen) in Sevilla, im christlichen [[Spanien]], in dem viele alte arabische Mansuben, aber auch schon einige europäische Neuerungen verarbeitet werden.  
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Vielleicht eine gewisse mitteleuropäische Reaktion auf das Buch der Spiele (ohne Titel, bzw. ''libros de los juegos'') von [[1284]] ([[1321]]; altspanische Zeit) von König Alfons X. ''El Sabio'' (''dem Weisen'') in Sevilla, im christlichen [[Spanien]], in dem viele alte arabische Mansuben, aber auch schon einige europäische Neuerungen verarbeitet werden.  
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Oder die offene Frage, ob das Strategiespiel nicht weit früher schon über [[Italien]], die räuberischen Wikinger als Händler, oder Byzanz nach Mitteleuropa kam. Im Wesentlichen tritt es aber in Mitteleuropa erst zur und nach der Zeit der Kreuzzüge in Erscheinung. <br>
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Oder die offene Frage, ob das Strategiespiel nicht weit früher schon über [[Italien]], die räuberischen Wikinger als Händler, oder Byzanz nach Mitteleuropa kam. Im Wesentlichen tritt es aber in Mitteleuropa erst zur und nach der Zeit der Kreuzzüge in Erscheinung.  
    
==== Proto-Schach und Schachfiguren ====
 
==== Proto-Schach und Schachfiguren ====
Schach-geometrische (später auch Mosaik-)Formen finden sich zudem schon früh in [[Ägypten]] und Kreta.<br>
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Schach-geometrische (später auch Mosaik-)Formen finden sich zudem schon früh in [[Ägypten]] und Kreta. Die Venafro-Schachfiguren (Italien) des abstrakten, arabischen Typs (aus Tierknochen) sollen vom Ende des [[10. Jahrhundert]]s stammen und sind damit wohl unter den ältesten Figuren in Europa. Überraschend war aber, dass der Fund 1932 eigentlich in einem Etruskergrab geschah, was sie wiederum verdächtig machte. Um den [[Iran]], Turan und die alten Karawanenstädte gibt es einige Funde.  
Die Venafro-Schachfiguren (Italien) des abstrakten, arabischen Typs (aus Tierknochen) sollen vom Ende des [[10. Jahrhundert]]s stammen und sind damit wohl unter den ältesten Figuren in Europa. Überraschend war aber, dass der Fund 1932 eigentlich in einem Etruskergrab geschah, was sie wiederum verdächtig machte. <br />
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Um den [[Iran]], Turan und die alten Karawanenstädte gibt es einige Funde.  
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Viele Funde aus Bein und Holz gibt es aus dem Spätmittelalter bis in das [[16. Jahrhundert]] um Novgorod (die alten Rus, Komtor der Hanse und frühere Wikinger-(Waräger)-Stadt). <br />
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Viele Funde aus Bein und Holz gibt es aus dem Spät[[mittelalter]] bis in das [[16. Jahrhundert]] um Novgorod (die alten Rus, Komtor der Hanse und frühere Wikinger-(Waräger)-Stadt). Nur die Datierungen von Fundstücken bereiten Probleme, weil sich die abstrakten Figurentypen über Jahrhunderte fortgesetzt hatten.<ref>Lindner, I.: '' The Art of chess pieces''. Moskau 1994.</ref>
Nur die Datierungen von Fundstücken bereiten Probleme, weil sich die abstrakten Figurentypen über Jahrhunderte fortgesetzt hatten. <br />
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Lindner, I. : '' The Art of chess pieces''. Moskau 1994.  
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Frühe Araber hatten die Perser und auch Byzantiner als Erfinder angeführt. Der Moslem, iranische Chronist und Dichter Firdausi setzt um 1000 die Problemlösung im [[Iran]] (das größer war als Persien) und den Übergang des Rätselspiels durch einen Weisen (Berater des Schah) in die vorislamisch-zoroastrische Zeit (in das [[6. Jahrhundert]] n. &nbsp;Chr. ). Es soll aus Nord-[[Indien]] stammen.  
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Frühe Araber hatten die Perser und auch Byzantiner als Erfinder angeführt. Der Moslem, iranische Chronist und Dichter Firdausi setzt um [[1000]] die Problemlösung im [[Iran]] (das größer war als Persien) und den Übergang des Rätselspiels durch einen Weisen (Berater des Schah) in die vorislamisch-zoroastrische Zeit (in das [[6. Jahrhundert]] n. &nbsp;Chr.). Es soll aus Nord-[[Indien]] stammen.  
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Leider gibt es zur Bergkristallschleiferei in Salzburg keine/kaum zuordenbar bekannte Stücke. Stammen die Osnabrücker Figuren des Domschatzes (ca. [[12. Jahrhundert]]) etwa gar vom [[Alpen]]-[[Bergkristall]] und wurden abstrakten Typs geschliffen?  
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Leider gibt es zur Bergkristallschleiferei in Salzburg keine oder kaum zuordenbar bekannte Stücke. Stammen die Osnabrücker Figuren des Domschatzes (ca. [[12. Jahrhundert]]) etwa gar vom [[Alpen]]-[[Bergkristall]] und wurden abstrakten Typs geschliffen?  
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Natürlich war (ist) in Salzburg als bedeutendem Fürst[[erzbistum]] das "Schach"-Buch (ein belehrendes Traktat) von Jacobus de Cessollis "''über die Sitten der Menschen und den Pflichten der Vornehmen und Niederen, abgeleitet vom Schachspiel''", aus dem Spätmittelalter (Titel in lat. ), (vermutlich nach englischen Vorbildern), vorhanden.  
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Natürlich war (ist) in Salzburg als bedeutendem Fürst[[erzbistum]] das "Schach"-Buch (ein belehrendes Traktat) von Jacobus de Cessollis "über die Sitten der Menschen und den Pflichten der Vornehmen und Niederen, abgeleitet vom Schachspiel", aus dem Spätmittelalter (Titel in lat.), vermutlich nach englischen Vorbildern, vorhanden.  
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Frühe anzunehmende Berufsspieler (Wettspiele) im späten Mittelalter dürften mehr dem "fahrenden Volk" angehört haben und hatten daher eine zwar interessante, aber keine traditionelle soziale gesellschaftliche Stellung. <br />
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Frühe anzunehmende Berufsspieler (Wettspiele) im späten Mittelalter dürften mehr dem "fahrenden Volk" angehört haben und hatten daher eine zwar interessante, aber keine traditionelle soziale gesellschaftliche Stellung. Adel, Klerus oder Akademiker, die spielten oder publizierten, taten dies dann meist anonym. Bzw. waren Herausgeber (Zahler), und Verfasser von Werken nicht unbedingt immer deckungsgleich.  
Adel, Klerus oder Akademiker, die spielten oder publizierten, taten dies dann meist anonym. Bzw. waren Herausgeber (Zahler), und Verfasser von Werken nicht unbedingt immer deckungsgleich.  
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'''1507:''' Der Bregenzer Jurist Jakob Mennel (ca. 1460–1525), späterer Hofhistoriker von Kaiser [[Maximilian I. ]], kürzt schon 1507 das riesige Konvolut des Traktates des Konrad von Ammenhausen radikal auf das schachlich Wesentliche zusammen. Wenngleich er in der Schachliteratur, doch etwas unterbewertet, nicht als der Innovative hervortritt.  
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[[1507]]: Der Bregenzer Jurist Jakob Mennel (ca. * [[1460]]; † [[1525]]), späterer Hofhistoriker von Kaiser [[Maximilian I.]], kürzt schon [[1507]] das riesige Konvolut des Traktates des Konrad von Ammenhausen radikal auf das schachlich Wesentliche zusammen. Wenngleich er in der Schachliteratur, doch etwas unterbewertet, nicht als der Innovative hervortritt.  
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Es ist '''das erste österreichische Schachbuch''', aber noch nach den alten Regeln des langsamen Schach. <br />
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Es ist '''das erste österreichische Schachbuch''', aber noch nach den alten Regeln des langsamen Schach.
Mennel überreicht dem Kaiser 1507 auch eine 7 seitige juristische Disputation über die "Erlaubtheit" des Schachspiels (in der ÖNB). Bei dieser etwas eigentümlich anmutenten Thematik handelt es sich aber um einen juristischen joke um die allfällige jur. Rückforderbarkeit von Spielschulden (die bei verbotenen Spielen ja gegeben wäre). <br />
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'''1512:''' Fünf Jahre nach Mennels Buch kommt in Rom das Schachbuch, großteils schon des neuen Schachs, des portugiesischen Meisters Damiano, heraus. Ob Damiano ein damals übliches Namens-Kryptogramm war, oder der Pharmazeut und Spieler wirklich so hieß, bleibt offen.  
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Mennel überreicht dem Kaiser 1507 auch eine siebenseitige juristische Disputation über die "Erlaubtheit" des Schachspiels (in der ÖNB). Bei dieser etwas eigentümlich anmutenden Thematik handelt es sich aber um einen juristischen ''joke'' um die allfällige juristische Rückforderbarkeit von Spielschulden (die bei verbotenen Spielen ja gegeben wäre).
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Damiani erweitert 1512 das erste gedruckte und noch erhaltene Schachbuch von 1497 (knapp vor 1500 wird es angesetzt) des Spaniers Lucena, gedruckt zu Salamanca, in dem erstmals die neuen Spielregeln, gemischt mit Problemen des alten Schachs, vorkommen. Ca. sieben erhaltene Exemplare soll es davon noch geben.  
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[[1512]]: Fünf Jahre nach Mennels Buch kommt in Rom das Schachbuch, großteils schon des neuen Schachs, des portugiesischen Meisters Damiano, heraus. Ob Damiano ein damals übliches Namens-Kryptogramm war, oder der Pharmazeut und Spieler wirklich so hieß, bleibt offen. Damiani erweitert 1512 das erste gedruckte und noch erhaltene Schachbuch von [[1497]] (knapp vor [[1500]] wird es angesetzt) des Spaniers Lucena, gedruckt in Salamanca, in dem erstmals die neuen Spielregeln, gemischt mit Problemen des alten Schachs, vorkommen. Ca. sieben erhaltene Exemplare soll es davon noch geben.  
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'''1616:''' Auch der spätere Gustavo Seleno spielt ca. 100 Jahre danach, 1616, mit diesen Raffinessen und veröffentlicht in Braunschweig/Lüneburg das erste deutschsprachige Schachbuch des neuen Schachs (nach Vorbild von Ruy Lopez). <br>
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[[1616]]: Auch der spätere Gustavo Seleno spielt ca. 100 Jahre danach, 1616, mit diesen Raffinessen und veröffentlicht in Braunschweig/Lüneburg das erste deutschsprachige Schachbuch des neuen Schachs (nach Vorbild von Ruy Lopez).
    
=== Neuzeitliches Schach ===
 
=== Neuzeitliches Schach ===
In der ersten Hälfte des [[16. Jahrhundert]]s findet der Übergang vom langsamen alten zum neuen, beschleunigten Schach, nach welscher (=romanischer, meist: spanisch-italienischer) Art statt, in dem einige Figuren größere Reichweiten erhalten. <br />
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In der ersten Hälfte des [[16. Jahrhundert]]s findet der Übergang vom langsamen alten zum neuen, beschleunigten Schach, nach welscher (= romanischer, meist spanisch-italienischer) Art statt, in dem einige Figuren größere Reichweiten erhalten. Die Bezeichnungen der Schach-Figuren wandeln sich etwas in der Geschichte und nach Nationen. Das ritterliche Spiel hatte sich schon etwas "minnisiert".  
 
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Die Bezeichnungen der Schach-Figuren wandeln sich etwas in der Geschichte und nach Nationen. <br />
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Das ritterliche Spiel hatte sich schon etwas "minnisiert".<br>
   
   
 
   
   
Zu den einzelnen Steinen:
 
Zu den einzelnen Steinen:
 
*Die Dame (kluge Frau), bei Cessolis die Kunigin, war früher vielleicht der (vir militaris generis) mächtige Ritter, neben dem König (dem Alten?).  
 
*Die Dame (kluge Frau), bei Cessolis die Kunigin, war früher vielleicht der (vir militaris generis) mächtige Ritter, neben dem König (dem Alten?).  
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:Bei Cessolis war der Läufer etwa noch der Senex, Alte, der Richter in der Gesellschaft.  
 
:Bei Cessolis war der Läufer etwa noch der Senex, Alte, der Richter in der Gesellschaft.  
 
*Die Türme sind vielleicht Armbrustschützen, werden dann von der Kraft zu weit reichenden Kanonen.  
 
*Die Türme sind vielleicht Armbrustschützen, werden dann von der Kraft zu weit reichenden Kanonen.  
:Das "in die Hut stellen" bei Mennel könnte aber auch schon auf eine Art Rochade hinweisen. :Anmerkung: z. &nbsp;B. Mitte des [[19. Jahrhundert]]s war ein "Oberhutmeister" (= Hüttenmeister in einem Eisenwerk). <br />
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:Das "in die Hut stellen" bei Mennel könnte aber auch schon auf eine Art Rochade hinweisen. :Anmerkung: z.&nbsp;B. Mitte des [[19. Jahrhundert]]s war ein "Oberhutmeister" (= Hüttenmeister in einem Eisenwerk).  
 
*Der Doppelanzug des Bauern ist erstmals schon im andalusischen Schach des Alfonso erwähnt.  
 
*Der Doppelanzug des Bauern ist erstmals schon im andalusischen Schach des Alfonso erwähnt.  
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Schach findet sich bei den vielen europäischen und deutschsprachigen Spielbüchern meistens an vorderster Stelle. Viele Schach-Schriften und Bücher werden aber, dem damaligen Trend der Zeit entsprechend, anonym, bzw. mit Pseudonym verfasst, bzw. viele dann raubkopiert. Daher sind manche Autoren letztlich nicht absolut gesichert oder eruierbar. <br>
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Schach findet sich bei den vielen europäischen und deutschsprachigen Spielbüchern meistens an vorderster Stelle. Viele Schach-Schriften und Bücher werden aber, dem damaligen Trend der Zeit entsprechend, anonym, bzw. mit Pseudonym verfasst, bzw. viele dann raubkopiert. Daher sind manche Autoren letztlich nicht absolut gesichert oder eruierbar.
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Um [[1670]] bis [[1690]]: "Zur geistigen Erheiterung" kauft der [[Benediktinerstift Kremsmünster|Kremsmünster]] Pater Ernst auf seiner Reise in das [[Wildbad Gastein]] in der [[Stadt Salzburg]] um 55 Kreuzer ein Schachbrett; seine zwei Begleiter zum "Zeitvertreib" deutsche Spielkarten. In den weiteren Abrechnungen und Reiseberichten liest man dann meist von "verspielet" ... drei [[Gulden]], usw.
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''''''Um 1670 bis 1690''''''. "Zur geistigen Erheiterung" kauft der [[Benediktinerstift Kremsmünster|Kremsmünster]] Pater Ernst auf seiner Reise in das [[Wildbad Gastein]] in der [[Stadt Salzburg]] um 55 Kreuzer ein Schachbrett; seine zwei Begleiter zum "Zeitvertreib" deutsche Spielkarten. In den weiteren Abrechnungen und Reiseberichten liest man dann meist von "''verspielet''". . . drei [[Gulden]], … usw. <br />
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[[1756]]: Im Spielbuch der in der Kaiserstadt [[Wien]] gängigen Spiele: "Die Kunst erlaubt die Welt mitzunehmen, in den verschiedenen Arten der Spiele...", beim Kapitel Schach eine Kopie von Philidors Werk, präferiert der Autor (Philidor) 1. e4 e5 2. Lc4.
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'''. . . . 1756'''. Im Spielbuch der in der Kaiserstadt [[Wien]] gängigen Spiele: "''Die Kunst erlaubt die Welt mitzunehmen, in den verschiedenen Arten der Spiele …''", beim Kapitel Schach eine Kopie von Philidors Werk, präferiert der Autor (Philidor) 1. e4 e5 2. Lc4 . . . <br />
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Er ulkt etwa, dass in [[Deutschland]] auf so viele unterschiedliche Arten gespielt werde, dass man nur anhand des Spielbrettes und der Figuren sehe, dass es sich um das Schachspiel handle.  
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Er ulkt etwa, dass in Deutschland auf so viele unterschiedliche Arten gespielt werde, dass man nur anhand des Spielbrettes und der Figuren sehe, dass es sich um das Schachspiel handle.  
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Mit der aufkommenden Literatur standardisiert sich dann bis ins [[19. Jahrhundert]] das Schach langsam.  
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Mit der aufkommenden Literatur standardisiert sich dann bis ins 19. Jahrhundert das Schach langsam.
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[[1771]] wird Kempelens Schachtürke, ein genialer Schachautomat, den er [[1769]] fertigt, der [[Habsburger]]in [[Maria Theresia]] in Wien vorgestellt.  
 
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'''1771''' wird Kempelens Schachtürke, ein genialer Schachautomat, den er 1769 fertigt, der [[Habsburger]]in [[Maria Theresia]] in Wien vorgestellt.  
   
   
 
   
'''1772, 1784 und 1793/94''', also zur Mozartzeit, wird das Schachspiel im [[Erzbistum Salzburg]] schriftlich erwähnt. Vater [[Leopold Mozart]] und seine Tochter [[Anna Maria Mozart|Anna Maria]] (Nannerl) hatten "''von Zeit zu Zeit''", also gelegentlich, bei schlechtem Wetter gespielt.<br>
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[[1772]], [[1784]] und [[1793]]/94, also zur [[Mozart]]-Zeit, wird das Schachspiel im [[Erzbistum Salzburg]] schriftlich erwähnt. Vater [[Leopold Mozart]] und seine Tochter [[Anna Maria Mozart|Anna Maria]] (Nannerl) hatten "von Zeit zu Zeit", also gelegentlich, bei schlechtem Wetter gespielt.<br>
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[[1772]]: In den Salzburger [[Kaffeehäuser in der Stadt Salzburg|Kaffee-]] und Schokoladehäusern wurde mit Patent vom Dezember 1772 des [[Hieronymus Graf Colloredo|kirchlichen Landesfürstens]] das Schachspiel an Sonntagen zeitlich eingeschränkt.  
[[1772]]: In den Salzburger [[Kaffeehäuser in der Stadt Salzburg|Kaffee-]] und Schokoladehäusern wurde mit Patent vom Dezember 1772 vom [[Hieronymus Graf Colloredo|kirchlichen Landesfürsten]] das Schachspiel an Sonntagen zeitlich eingeschränkt.  
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Vom Genius [[Mozart|Wolfgang Amadé Mozart]], der sich einerseits als schwärmerischer Belmonte sah, als er seine Sängerin [[Constanze Nissen|Constanze]] ehelichte, der aber, nach seinen Werken und den Briefen, quasi auch Mathematiker (Fugenbau), Architekt (von Luftschlössern), Philologe (Sprachspiele) und Nekromant war, also auch die Geistersprache beherrschte, ist eigentümlicherweise gar nichts Konkretes über das Schachspiel bekannt – wo er doch die meisten Spiele seiner Zeit, insbesondere das [[Bölzelschießen]], [[Billard]] und viele Kartenspiele, wie z. &nbsp;B. das Pharao, gerne und teils um hohes Geld spielte. Er hatte schon als Kind mit Spiel und seiner Improvisationskunst ungeheure Sensation erweckt (frei zitiert und gekürzt nach diverser Musik-Literatur von 1842).  
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Vom Genius [[Wolfgang Amadé Mozart]], der sich einerseits als schwärmerischer Belmonte sah, als er seine Sängerin [[Constanze Nissen|Constanze]] ehelichte, der aber, nach seinen Werken und den Briefen, quasi auch Mathematiker (Fugenbau), Architekt (von Luftschlössern), Philologe (Sprachspiele) und Nekromant war, also auch die Geistersprache beherrschte, ist eigentümlicherweise gar nichts Konkretes über das Schachspiel bekannt – wo er doch die meisten Spiele seiner Zeit, insbesondere das [[Bölzelschießen]], [[Billard]] und viele Kartenspiele, wie z. &nbsp;B. das Pharao, gerne und teils um hohes Geld spielte. Er hatte schon als Kind mit Spiel und seiner Improvisationskunst ungeheure Sensation erweckt (frei zitiert und gekürzt nach diverser Musik-Literatur von 1842).  
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'''1795:''' '''Spezielle österreichische Schachbücher''' folgen mit Allgaier 1795 und, etwas eigentümlich, im selben Jahr vom Grazer Geografen Josef Karl Kindermann (1801 und erweitert 1819); siehe: M. Ehn und Prof. W. Sauberers Artikel dazu.<br>
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[[1795]]: Spezielle österreichische Schachbücher folgen mit Allgaier 1795 und, etwas eigentümlich, im selben Jahr vom Grazer Geografen Josef Karl Kindermann ([[1801]] und erweitert [[1819]])<ref>siehe: M. Ehn und Prof. W. Sauberers Artikel dazu.</ref>
 
   
 
   
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Der [[Salzburger Fürstenhof|Salzburger Hof]] des bedeutenden Fürsterzbistums (bis [[1803]]) war architektonisch sehr italienisch beeinflusst. Eigenartigerweise findet man aber in Salzburg sehr wenig frühe konkrete Schachquellen, etwa zur Zeit der [[Renaissance]]. Ein übergroßes [[Marmor]]<nowiki>brett</nowiki>, wohl ein frühes Gartenschach, findet sich im Archiv; ansonsten wenig. Ob man davon etwa ableiten könnte, dass im "kleinen Kirchenstaat" weniger gespielt wurde? Wohl kaum. Spiele wurden einfach gespielt und früher wurde meist nichts darüber aufgezeichnet.
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Der [[Salzburger Fürstenhof|Salzburger Hof]] des bedeutenden Fürsterzbistums (bis [[1803]]) war architektonisch sehr italienisch beeinflusst. Eigenartigerweise findet man aber in Salzburg sehr wenig frühe konkrete Schach-Quellen, etwa zur Zeit der [[Renaissance]]. Ein übergroßes Marmorbrett, wohl ein frühes Gartenschach, findet sich im Archiv; ansonsten wenig. Ob man davon etwa ableiten könnte, dass im "kleinen Kirchenstaat" weniger gespielt wurde? Wohl kaum. Spiele wurden einfach gespielt und früher wurde meist nichts darüber aufgezeichnet.  
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Im [[Schatz-Durchhaus]] in der [[Getreidegasse]] wurden bei Bauarbeiten einige Holzschachfiguren aus dem 16. /[[17. Jahrhundert]] gefunden.<ref>[[SN]] 20. April 1996, [[Salzburg Museum]]</ref> Das [[Festungsmuseum]] zeigt ein altes Spielbrett. Bei der frühen [[Josef Schatz|Josef]] und Klara Schatz-Drechslerei (seit [[1835]]), zudem ein Spielwarengeschäft neben der [[Konditorei Schatz|Konditorei]], wurden auch Schachfiguren gedrechselt.
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Auch zur [[Mozart]]zeit wird in Salzburg Schach gespielt.<ref>Artikeln auf chessbase.de</ref> Im Weiteren geht es nur um organisiertes Turnierschach, Klubschach, und wird somit ein Zeitsprung vollzogen.
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Im [[Schatz-Durchhaus]] in der [[Getreidegasse]] wurden bei Bauarbeiten einige Holz-Schachfiguren aus dem 16. /[[17. Jahrhundert]] gefunden. <ref>[[SN]] 20. April 1996, [[Salzburg Museum]]</ref> Das [[Festungsmuseum]] zeigt ein altes Spielbrett.  
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=== 1868 bis 1910: Vom Schach-Kaffeehaus zum modernen Turnier ===
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Im Oktober [[1868]] wird in Salzburg ein Schachklub mit etlichen "tüchtigen Spielern" in Salzburger und [[Linz]]er Zeitungen erwähnt, der im [[Café Baldauf]] seinen Sitz haben werde. Zwischen Jänner [[1869]] und März [[1879]] sind in der Stadt Salzburg dann (zumindest) drei lokale Stadtturniere im Café Baldauf am [[Platzl]], bei der [[Linzer Gasse]] und Nachfolger-Cafés, sowie [[1873]] im [[Café Tomaselli]], in Zeitungen und Chroniken dokumentiert.  
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Bei der frühen Josef und Klara Schatz-Drechslerei (seit 1835), zudem ein Spielwarengeschäft neben der Konditorei, wurden auch Schachfiguren gedrechselt. <br />
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'''Sieger''' der Winterturniere: <br />
Auch zur [[Mozart]]zeit wird in Salzburg Schach gespielt. Siehe: Artikeln auf chessbase. de.  
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[[1869]]: nach acht Turnier-Wochen: Leopold Zinnögger senior (* [[1811]]; † [[1872]]), der Altlinzer Maler, der im Café Traxlmayr in den [[1860er]]-Jahren einer der besten Linzer Spieler war<ref>Quelle Österreichische Schachzeitung</reg>; 2. Prof. Friedrich Kammerer (Lehrer, Musiker, in den [[1870er]]-Jahren Gemeinderat, † [[1905]]);  3. K. Schnell;  4. Alfred Baumgartner (Maler); 5. Anton Lerner (Gewerbetreibender, Kleidermacher). Der Sohn des Siegers, Leopold Zinnögger junior (* [[1844]]; † [[1927]]), k&k Postkassier, spielte später bei der Schachgesellschaft.
 
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Im Weiteren geht es nur um organisiertes Turnierschach, Klubschach, und wird somit ein Zeitsprung vollzogen.
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=== 1868 bis 1910: Vom Schach-Kaffeehaus zum modernen Turnier ===
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[[1873]]: [[Ludwig Hardtmuth]], Fotograf (* [[1826]]; † [[1875]]). Turnier mit neun Teilnehmern (Runden?) im Café Tomaselli, Spielzimmer im 1. Stock.  
Im Oktober [[1868]] wird in Salzburg ein Schachklub mit etlichen "tüchtigen Spielern" in Salzburger und [[Linz]]er Zeitungen erwähnt, der im [[Café Baldauf]] seinen Sitz haben werde.  
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Zwischen Jänner [[1869]] und März [[1879]] sind in der Stadt Salzburg dann (zumindest) drei lokale Stadtturniere im Café Baldauf am [[Platzl]], bei der [[Linzer Gasse]] und Nachfolger-Cafés, bzw. 1873 im Cafe´Tomaselli, in Zeitungen und Chroniken dokumentiert.  
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[[1879]]: [[Josef Christof]] (* [[1843]]; † [[1913]]), Baumeister, späterer [[Salzburger Gemeinderat]].  
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'''Sieger''' der Winterturniere: <br />
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'''1869''': nach 8 Turnier-Wochen: Leopold Zinnögger (1811-1872), der Altlinzer Maler, der im Cafe Traxlmayr in den 1860ern einer der besten Linzer Spieler war (Quelle: Österreichische Schachzeitung) 2. Prof. Friedrich Kammerer (Lehrer, Musiker, in den 1870er Gemeinderat, +1905) 3. K. Schnell 4. Alfred Baumgartner (Maler) 5. Anton Lerner (Gewerbetreibender, Kleidermacher), . . . <br>
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Der Sohn des Siegers, ebenso Leopold Zinnögger (1844-1927) k&k Postkassier, spielte später bei der Schachgesellschaft. <br />
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'''[[1873]]''' [[Ludwig Hardtmuth]], Fotograph (* 1826; † 1875). Turnier mit 9 Teilnehmern (Runden?) im Cafe Tomaselli, Spielzimmer im 1. Stock. <br />
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''' 1879''' [[Josef Christof]] (* 1843; † 1913), Baumeister, späterer Salzburger Gemeinderat. <br />
   
Dann folgt eine organisatorische oder Quellen-Lücke. <br />
 
Dann folgt eine organisatorische oder Quellen-Lücke. <br />
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Zuvor wurde schon in der Altstadt im [[Café Mozart|Erich'schen Kaffeehaus]], [[Getreidegasse]] 24, das es seit [[1816]] gab, neben dem Vorgänger Mozart (Nr. 22), nahe dem Schatz-Durchhaus gespielt. (siehe z. B. auch [[Franz Kulstrunk]]s historisierende Zeichnung. In: Die Getreidegasse, S 74). <br />
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Zuvor wurde schon in der Altstadt im [[Café Mozart|Erich'schen Kaffeehaus]], [[Getreidegasse]] 24, das es seit [[1816]] gab, neben dem Vorgänger Mozart (Nr. 22), nahe dem Schatz-Durchhaus gespielt.<ref>siehe z. B. auch [[Franz Kulstrunk]]s historisierende Zeichnung. In: Die Getreidegasse, S 74)</ref> Bis in die [[1860er]]-Jahre trat das Schachspiel in den Medien in Österreich (und Europa) auch fast nur als Problemkomposition oder mit komponierten Partien, und nur mit wenig wirklich gespielten Partien in Erscheinung.
Bis in die [[1860er]] trat das Schachspiel in den Medien in Österreich (und Europa) auch fast nur als Problemkomposition oder mit komponierten Partien, und nur mit wenig wirklich gespielten Partien in Erscheinung. <br />
   
   
 
   
Das Schachspiel in der [[Stadt Salzburg]] verlagert sich nach der Eröffnung der [[Westbahn|k. k. priv. Kaiserin Elisabeth-Westbahn]] [[1860]] und der aufkommenden wirtschaftlich-industriellen Entwicklung in ein im Frühjahr 1876 neu errichtetes <!--nach seinem Besitzer benanntes-->[[Café Koller]] (ab 1903 Krimmel genannt) in der Salzburger [[Neustadt]] an der Westbahn-Straße 2, der heutigen [[Rainerstraße]].  
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Das Schachspiel in der [[Stadt Salzburg]] verlagert sich nach der Eröffnung der [[Westbahn|k. k. priv. Kaiserin Elisabeth-Westbahn]] [[1860]] und der aufkommenden wirtschaftlich-industriellen Entwicklung in ein im Frühjahr [[1876]] neu errichtetes [[Café Koller (Rainerstraße)|Café Koller]] (ab [[1903]] [[Café Krimmel|Krimmel]] genannt) in der Salzburger [[Neustadt]] an der Westbahnstraße 2, der heutigen [[Rainerstraße]]. Das Nachfolger-Café des Baldauf (* 1864; † 1874) am [[Platzl]] hieß aber ebenfalls ab [[1881]] [[Café Zeller - Café Koller - Café Lohr|Café Koller]], was leicht zu Verwechslungen führen könnte.  
Das Nachfolger-Café des Baldauf (1864-1874) am [[Platzl]] hieß aber ebenfalls ab 1881 "[[Linzer Gasse 1 (Denkstein-Haus)|die Cafés|Café Koller]]", was leicht zu Verwechslungen führen könnte.  
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In den Cafés trafen sich das Bürgertum, höhere Beamte, Gewerbetreibende, Künstler. Zeitungslesen, Billard und Spiele prägen diese Kultur des "Zeitvertreibs". Das Fernsehen gab es ja noch nicht. <br />
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In den Cafés trafen sich das Bürgertum, höhere Beamte, Gewerbetreibende, Künstler. Zeitungslesen, Billard und Spiele prägen diese Kultur des Zeitvertreibs. Das Fernsehen gab es ja noch nicht. Diese lose Form des Spielbetriebes im österreichischen Kaffeehaus erübrigte auch lange die Notwendigkeit von speziellen Klubs. Daher gründen sich diese in Österreich gegenüber Deutschland erst relativ spät und finden sich die ersten z. &nbsp;B. sogar überraschend in einigen Bergbauorten. Höhere Spielerzahlen und Turniere mit Zeitmessung erforderten dann aber doch speziellere Räumlichkeiten und Organisationsformen.  
Diese lose Form des Spielbetriebes im österreichischen Kaffeehaus erübrigte auch lange die Notwendigkeit von speziellen Klubs. Daher gründen sich diese in Österreich gegenüber Deutschland erst relativ spät und finden sich die ersten z. &nbsp;B. sogar überraschend in einigen Bergbauorten. <br />
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Höhere Spielerzahlen und Turniere mit Zeitmessung erforderten dann aber doch speziellere Räumlichkeiten und Organisationsformen.  
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Die Arbeiterschaft und die Landbevölkerung kämpfen in dieser Zeit noch um´s Überleben. Es wird zwar genauso gespielt, wenngleich mehr Kartenspiel. In Salzburg Watten, Schnapsen, Färbeln; aber auch Brettspiele, Würfeln, Kegeln, Stockschießen im Winter, Bölzlschießen (Scheibenschießen). <br />
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Die Arbeiterschaft und die Landbevölkerung kämpfen in dieser Zeit noch ums Überleben. Es wird zwar genauso gespielt, wenngleich mehr Kartenspiel. In Salzburg Watten, Schnapsen, Färbeln; aber auch Brettspiele, Würfeln, Kegeln, Stockschießen im Winter, Bölzlschießen (Scheibenschießen). Schach wurde gelegentlich in Gasthäusern, Kantinen, dann auch in Arbeiterheimen, aber mehr lose und ohne ständige Verpflichtungen, gespielt. Auch in anderen Sportarten gibt es viele gute Hobbysportler, die aber doch keinem Meisterschaftsbetrieb beitreten wollen. Oder aus denen sich dann langsam erst ein Verein entwickelt.  
Schach wurde gelegentlich in Gasthäusern, Kantinen, dann auch in Arbeiterheimen, aber mehr lose und ohne ständige Verpflichtungen, gespielt.  
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Auch in anderen Sportarten gibt es viele gute Hobbysportler, die aber doch keinem Meisterschaftsbetrieb beitreten wollen. Oder aus denen sich dann langsam erst ein Verein entwickelt.  
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Wenngleich sich aus der Geschichte des Schachspiels zeigt, dass viele der stärksten Spieler aus einfachen Verhältnissen stammen, Schach auch relativ bildungsunabhängig ist, es auch einer sehr speziellen analytischen Begabung (und wie bei jedem Sport) vor allem intensiven Trainings und guter Nerven unter hohem Druck bedarf. Wie es z. &nbsp;B. auch [[Stefan Zweig]] in seiner Schachnovelle ausführt.  
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Wenngleich sich aus der Geschichte des Schachspiels zeigt, dass viele der stärksten Spieler aus einfachen Verhältnissen stammen, Schach auch relativ bildungsunabhängig ist, es auch einer sehr speziellen analytischen Begabung (und wie bei jedem Sport) vor allem intensiven Trainings und guter Nerven unter hohem Druck bedarf. <br />
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Anmerkungen: Bei den übrigen Sportvereinen gibt es die ersten Organisierten früh im 19. Jahrhundert bei den Turnern und Athleten, Wettkämpfe bei den Ruderern, der noble Pferdesport. Dann folgt [[Leichtathletik]]. Um 1905 bilden sich z. &nbsp;B. etliche Skiklubs im Pongau und Pinzgau, um Gäste ausbilden zu können. Landhockey folgt, und erst nach dem [[Ersten Weltkrieg]] entwickelt sich langsam der organisierte Fußballsport. Das damals häufige Feldhandball ist zum harten Hallensport mutiert. Es herrschte auch um diese Zeit noch die Sechstage-Arbeitswoche, mit dem Ziel einer 48-Stunden-Woche. Die Freizeit war demnach bei einer ca. 50-60-Stunden-Arbeitswoche für das normale Volk noch sehr begrenzt. Zudem herrschten noch weitgehende Armut in weiten Teilen der Bevölkerung und teils triste Wohnverhältnisse.  
Wie es z. &nbsp;B. auch [[Stefan Zweig]] in seiner Schachnovelle ausführt.
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'''Anmerkung:''' Bei den übrigen Sportvereinen gibt es die ersten Organisierten früh im 19. Jahrhundert bei den Turnern und Athleten, Wettkämpfe bei den Ruderern, der noble Pferdesport. Dann folgt [[Leichtathletik]]. Um 1905 bilden sich z. &nbsp;B. etliche Schiklubs im Pongau/Pinzgau, um Gäste ausbilden zu können. Landhockey folgt, und erst nach dem [[Ersten Weltkrieg]] entwickelt sich langsam der organisierte Fußballsport. Das damals häufige Feldhandball ist zum harten Hallensport mutiert. <br />
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Es herrschte auch um diese Zeit noch die Sechstage-Arbeitswoche, mit dem Ziel einer 48-Stunden-Woche. Die Freizeit war demnach bei einer ca. 50-60-Stunden-Arbeitswoche für das normale Volk noch sehr begrenzt. Zudem herrschten noch weitgehende Armut in weiten Teilen der Bevölkerung und teils triste Wohnverhältnisse. <br>
      
===1910 bis 1939 ===
 
===1910 bis 1939 ===
 
[[Datei:Salzburger Schachgesellschaft, Gründung 28.3.1910.jpg|miniatur|Über die Salzburger Schachgesellschaft, Gründung 28.3.1910]]
 
[[Datei:Salzburger Schachgesellschaft, Gründung 28.3.1910.jpg|miniatur|Über die Salzburger Schachgesellschaft, Gründung 28.3.1910]]
 
====Gründung der Salzburger Schachgesellschaft ====
 
====Gründung der Salzburger Schachgesellschaft ====
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Im Frühjahr [[1910]], im Jahr des Weltmeisterschafts-Kampfes zwischen dem Deutschen Dr. Emanuel Lasker und dem Österreicher Carl Schlechter, erfolgte die gründende Versammlung der Salzburger Schachgesellschaft am [[28. April]] (Nichtuntersagungsbescheid am [[27. März]] 1910) im [[Hotel Mirabell (Stadt Salzburg)|Hotel Mirabell]], nach anderer Quelle im [[Hotel Mozart]], damals noch an der [[Paris-Lodron-Straße]]. Das Proponentenkomitee der Interessierten traf sich jedenfalls zuvor schon am [[3. März]] 1910 im Café Krimmel.<ref>Quelle: "Sportliche Rundschau" Nr. 97, S 8, vom 30. April 1910.</ref>
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Im Frühjahr [[1910]], im Jahr des Weltmeisterschafts-Kampfes zwischen dem Deutschen Dr. Emanuel Lasker und dem Österreicher Carl Schlechter, erfolgte die gründende Versammlung der Salzburger Schachgesellschaft am [[28. April]] [[1910]] (Nichtuntersagungsbescheid am 27. März 1910) im [[Hotel Mirabell (Stadt Salzburg)|Hotel Mirabell]], nach anderer Quelle im [[Hotel Mozart]], damals noch an der [[Paris-Lodron-Straße]]. <br />
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§ 1 der Vereinsstatuten: "Der Zweck der Gesellschaft ist, Schachfreunden (Herren und Damen) einen Vereinigungspunkt und Gelegenheit zur Übung und sachgemäßen Fortbildung im Schachspiele zu bieten und..."
Das Proponentenkomitee der Interessierten traf sich jedenfalls zuvor schon am [[3. März]] 1910 im [[Café Krimmel]]. <ref>Quelle: Sportliche Rundschau Nr. 97, S 8, vom 30. April 1910. </ref>
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§ 1 der Vereinsstatuten: "Der Zweck der Gesellschaft ist, Schachfreunden (Herren und Damen) einen Vereinigungspunkt und Gelegenheit zur Übung und sachgemäßen Fortbildung im Schachspiele zu bieten und …". <br />
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Klubabend war jeden Donnerstag ab 16. 00 Uhr. Wobei man die Hälfte der Mitglieder dort aber fast täglich im Café sah. <br />
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Spieler dieser späteren Salzburger Schachgesellschaft kämpften schon am 20. Februar 1910 beim Traunsteiner SK im nahen Bayern bei einem Simultan von GM Rudolf Spielmann und spielten auch schon viele Jahre zuvor ohne formalen Klub im [[Café Krimmel]].  
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Der Meisterspieler [[Josef Hrdina]] (* 1882; † 1914, Staatsbahn-Ingenieur) sowie die Schach-Senioren Baumeister [[Joseph Christoph]] (* 1842; † 1913), [[Mitglieder des Salzburger Gemeinderates|Salzburger Gemeinderat]] von 1897 bis 1909, der Sieger des kleinen Stadtturniers von 1878/79, und der Bahninspektor [[Adolf-August Mehrer]] (* 1853-1923) sind die drei Initiatoren und wurden am [[21. Juni]] [[1912]] bei der Versammlung im Mozartstübchen des [[Stieglkeller]]s Ehrenmitglieder der Salzburger Schachgesellschaft. <br />
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Klubabend war jeden Donnerstag ab 16.00 Uhr. Wobei man die Hälfte der Mitglieder dort aber fast täglich im Café sah. Spieler dieser späteren Salzburger Schachgesellschaft kämpften schon am [[20. Februar]] 1910 beim Traunsteiner SK in [[Bayern]] bei einem Simultan von GM Rudolf Spielmann und spielten auch schon viele Jahre zuvor ohne formalen Klub im Café Krimmel.  
Sie erhielten Ehrendiplome, vom Salzburger Maler Prof. [[Franz Kulstrunk]] gestaltet. <ref>Quelle: SVBl. 26. Juni 1912. </ref>
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Der "Mehrer des Schach´s", als gewisse graue Eminenz, wurde erster Salzburger Obmann. 1904 war er nach mehreren Bahn-Stationen (über Lemberg, Pula,. . . ) nach Salzburg gekommen und wurde 1912 beruflich nach Wien als Bahnrat versetzt. Meister Josef Hrdina wurde von der Bahn nach Tirol versetzt, wo er 1912 Innsbrucker Klubmeister wurde.  
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Der Meisterspieler [[Josef Hrdina]] (* [[1882]]; † [[1914]], Staatsbahn-Ingenieur) sowie die Schach-Senioren Baumeister [[Joseph Christoph]] (* [[1842]]; † [[1913]]), [[Mitglieder des Salzburger Gemeinderates|Salzburger Gemeinderat]] von [[1897]] bis [[1909]], der Sieger des kleinen Stadtturniers von [[1878]]/79, und der Bahninspektor [[Adolf-August Mehrer]] (* [[1853]]; † [[1923]]) sind die drei Initiatoren und wurden am [[21. Juni]] [[1912]] bei der Versammlung im Mozartstübchen des [[Stieglkeller]]s Ehrenmitglieder der Salzburger Schachgesellschaft. Sie erhielten Ehrendiplome, vom Salzburger Maler Prof. [[Franz Kulstrunk]] gestaltet. <ref>SVBl. 26. Juni 1912.</ref>
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Ab 1912 wurde [[Ernst Lechner]], der spätere Präsident der [[Finanzlandesdirektion für Salzburg|Finanzlandesdirektion]], Obmann der Salzburger Schachgesellschaft. Lechner hatte 1881 schon in Salzburg gemeinsam mit dem Literaten [[Hermann Bahr]] und Reininghaus (Brauerei) maturiert und war wohl Ende des [[19. Jahrhundert]]s neben dem Senior BM Christoph einer der frühen Spieler des Cafés Krimmel – neben dem jungen Beamten [[Alois Laschensky]] (* 1883; † 1945), dessen Vater, dem Musiker beim Dommusikverein [[Christian Laschensky]], dem Beamten [[Heinrich Ulrich]], oder dem Architekten [[Franz Drobny]].  
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Der "Mehrer des Schachs", als gewisse graue Eminenz, wurde erster Salzburger Obmann. [[1904]] war er nach mehreren Bahnstationen (über Lemberg, Pula, u. a. Orte) nach Salzburg gekommen und wurde 1912 beruflich nach Wien als Bahnrat versetzt. Meister Josef Hrdina wurde von der Bahn nach Tirol versetzt, wo er 1912 Innsbrucker Klubmeister wurde.  
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Einige Lehrer (Amannshauser, Barth, . . . ), Schuldirektoren, Beamte, auch Bahn- und Postbeamte, Gewerbetreibende, z. &nbsp;B. Dachdeckermeister [[Otto Kunstmann]], … ein Adjunkt, Primarius, einige Offiziere, der Fotograf Carl P. Wagner (1875-1960), der aber im März 1912 nach Innsbruck zog, Lehrmeister des späteren Weltklassespielers, des Tirolers Erich Eliskases wurde, 1926 die ISG gründete, Prof. Joh. Morawetz, Kuhn, Juristen …, Landesrat Dr. Josef Tischlinger, … finden sich berufsmäßig in der Mitgliederliste ab 1910 und den ersten Jahren aus anfangs 1910 31 Personen. Auch der Sohn des ersten Turniersiegers von 1869, der Postkassier Leopold Zinnögger (ca. 1854-1927) spielte bei der Schachgesellschaft. <br />
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Ab 1912 wurde [[Ernst Lechner]], der spätere Präsident der [[Finanzlandesdirektion für Salzburg|Finanzlandesdirektion]], Obmann der Salzburger Schachgesellschaft. Lechner hatte [[1881]] schon in Salzburg gemeinsam mit dem Literaten [[Hermann Bahr]] und Reininghaus (Brauerei) maturiert und war wohl Ende des [[19. Jahrhundert]]s neben dem Senior BM Christoph einer der frühen Spieler des Cafés Krimmel – neben dem jungen Beamten [[Alois Laschensky]] (* [[1883]]; [[1945]]), dessen Vater, dem Musiker beim Dommusikverein [[Christian Laschensky]], dem Beamten [[Heinrich Ulrich]], oder dem Architekten [[Franz Drobny]].  
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Im folgenden Jahr 1911 stieg es auf 37, im Jahr 1913 auf 46, bis 1923 sukzessive auf 120 Spieler an. <br />
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Einige Lehrer (Amannshauser, Barth u. a.), Schuldirektoren, Beamte, auch Bahn- und Postbeamte, Gewerbetreibende, z.&nbsp;B. Dachdeckermeister [[Otto Kunstmann]] - ein Adjunkt, Primarius, einige Offiziere, der Fotograf Carl P. Wagner (* [[1875]]; † [[1960]]), der aber im März 1912 nach Innsbruck zog, Lehrmeister des späteren Weltklassespielers, des Tirolers Erich Eliskases wurde, [[1926]] die ISG gründete, Prof. Joh. Morawetz, [[Eduard Kuhn]], Juristen, [[Landesrat]] Dr. Josef Tischlinger - finden sich berufsmäßig in der Mitgliederliste ab [[1910]] und den ersten Jahren aus anfangs 1910 31 Personen. Auch der Sohn des ersten Turniersiegers von [[1869]], der Postkassier Leopold Zinnögger (ca. * [[1854]]; † [[1927]]) spielte bei der Schachgesellschaft. Im folgenden Jahr [[1911]] stieg es auf 37, im Jahr 1913 auf 46, bis [[1923]] sukzessive auf 120 Spieler an. Prof. R. Trimmel stiftete z. &nbsp;B. [[1913]] als "Schönheitspreis" ein Ölbild.  
Prof. R. Trimmel stiftete z. &nbsp;B. 1913 als "Schönheitspreis" ein Ölbild.  
      
Das Winterturnier 1910/11 verzeichnete bereits 21 Teilnehmer, das RR Wolfram gewann. <br />
 
Das Winterturnier 1910/11 verzeichnete bereits 21 Teilnehmer, das RR Wolfram gewann. <br />
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II. Klasse: 1. Hauptmann Fischer 2. Rössler 3. Insp. Sinner 4. Kontoll. Schmid 5. Lechner, Jahn, Trimmel, Pichler, Rudolf Schmid, Klein. Petzold und Schorn ausgetreten.<br>
 
II. Klasse: 1. Hauptmann Fischer 2. Rössler 3. Insp. Sinner 4. Kontoll. Schmid 5. Lechner, Jahn, Trimmel, Pichler, Rudolf Schmid, Klein. Petzold und Schorn ausgetreten.<br>
Helden: 3 Schachspieler der Gesellschaft fanden im 1. Weltkrieg den Heldentod an der Front. Meisterspieler Ing. Josef Hrdina, Karl Putze und ZollamtskassierJustus Ziegeleder; der schwer verwundete Otto Kunstmann genas wieder.   
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Helden: 3 Schachspieler der Gesellschaft fanden im Ersten Weltkrieg den Tod an der Front. Meisterspieler Ing. Josef Hrdina, Karl Putze und ZollamtskassierJustus Ziegeleder; der schwer verwundete Otto Kunstmann genas wieder.   
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==== Erster Wettkampf ====
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Am [[12. Juni]] 1910 finden im Salzburger [[Gasthaus zur Rose]] Mannschafts-Vergleichskämpfe gegen das bayrische [[Traunstein]] (gegründet [[1906]]), und im Februar 1911 der Retourkampf gegen die Klubs Traunstein und [[Trostberg] statt. 50 Zuseher und Kiebitze sind dabei. Auch zwei Frauen nehmen bereits teil. Die damals in [[München]] weilenden Berufsspieler, Großmeister Rudolf Spielmann, S. Schapiro, Hans Fahrni und S. Alapin werden dazu engagiert. Salzburg siegt am 12. Juni auf den 18 Brettern 12:6, verliert im Retourkampf im Februar 1911 aber gegen die mit guten Münchnern verstärkten Chiemgauer 7,5:9,5.<br>
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Gegen diese benachbarten Bayern wird oftmals bis in die [[1960er]]-Jahren gespielt, sie waren auch bahnmäßig günstig erreichbar. Auch einige Mal wurde gegen Wels gekämpft, so lange es in Salzburg noch keine anderen Klubs gab. Damals wurden auch gern Korrespondenz- (Beratungs-) Schachpartien zwischen Schachgesellschaften von Städten gespielt. So 1910/11 Salzburg gegen Innsbruck 2:2.<br>
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==== '''Erster Wettkampf''' ====
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==== 1911: Bayerischer Meister ====
Am [[12. Juni]] [[1910]] finden im Salzburger [[Gasthaus zur Rose]] Mannschafts-Vergleichskämpfe gegen das bayrische [[Traunstein]] (gegründet 1906), und im Februar 1911 der Retourkampf gegen die Klubs Traunstein und [[Trostberg] statt. 50 Zuseher und Kiebitze sind dabei. Auch zwei Frauen nehmen bereits teil.  
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Der Initator der Schachgesellschaft, der Meisterspieler und Eisenbahner Ing. Josef Hrdina, erringt am [[23. Juli]] 1911 sogar die bayrische Meisterwürde am 3. bayrischen Schachkongress (17.–23. Juli 1911) in München. Wobei er für das bayrische Traunstein spielt und erhält den Münchner Prinzregenten-Ehrenpreis.
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Die damals in [[München]] weilenden Berufsspieler, Großmeister Rudolf Spielmann, S. Schapiro, Hans Fahrni und S. Alapin werden dazu engagiert.  
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Am [[27. Oktober]] [[1913]] gibt der Weltmeister, Weltenbürger und Philosoph Dr. Emanuel Lasker in Salzburg ein Simultan auf 25 Brettern (20 = 4-1) und hält Vorträge im [[Kurhaus Salzburg (historisch)|Kurhaus]].
 
   
 
   
Salzburg siegt am 12. Juni 1910 auf den 18 Brettern 12:6, verliert im Retourkampf im Februar 1911 aber gegen die mit guten Münchnern verstärkten Chiemgauer 7,5:9,5.<br>
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Nach dem Ersten Weltkrieg kommen [[1919]] GM Richard Reti, in den [[1920er]]-Jahren folgen die Meister Milan Vidmar, Ernst Grünfeld, Rudolf Spielmann, der junge Tiroler Erich Eliskases. GM Richard Reti am [[25. April]] 1919 (18:2-3), GM Rudolf Spielmann am [[18. Juni]] [[1923]] im [[Gasthof Sternbräu]] (15:2-5). Es waren wohl die von Univ. Prof. Vidmar so postulierten goldenen Schachzeiten.  Der Laibacher Elektrotechniker und Meister Prof. Milan Vidmar gibt am [[24. Juli]] [[1922]] ein Simultan im [[Café Corso]] (+16=1-4). Die Schachgesellschaft hatte damals mit dem Hotelier und Politiker [[Karl (III. ) Irresberger|Karl Irresberger]] auch einen großen Förderer, der diese Gastspieler gratis im [[Hotel Österreichischen Hof]] nächtigen ließ.  
 
   
 
   
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1921: Alois [[Laschensky]] (* [[1883]]; † [[1945]]) wird 3. Preisträger im Hauptturnier B, beim 6. Bayrischen Schachkongress in Regensburg (13.–21. August 1921).
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Gegen diese benachbarten Bayern wird oftmals bis in die [[1960er]] gekämpft, sie waren auch bahnmäßig günstig erreichbar. <br />
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1922: Fünf Salzburger nehmen am 7. Bayrischen Schachkongress in Innsbruck teil (2.–9. September 1922). A. Laschenky wird im Meisterschaftsturnier A 7. (von 10). J. Frank startete im Hauptturnier.<ref>"Österreichische Schachrundschau" 1922, Heft 6, S 47. DSZ</ref>
Auch einige Mal wurde gegen Wels gekämpft, so lange es in Salzburg noch keine anderen Klubs gab.  
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Damals wurden auch gern Korrespondenz- (Beratungs-) Schachpartien zwischen Schachgesellschaften von Städten gespielt. So 1910/11 Salzburg gegen Innsbruck 2:2.<br>
   
   
 
   
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1922 und 1923: [[Franz Motzko]] (* [[1868]]; † [[1929]]) zwei Mal Klubmeister der SGS.
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=== '''1911: Bayerischer Meister''' ===<br>
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1923: Wegen der damals sehr hohen Inflation steigt auch der Mitgliedsbeitrag.  Ab Oktober 1923 wird das [[Café Mozart]] an der Salzburger Getreidegasse nach mehreren Wechseln (zuvor das [[Café Corso]]) ein Schachcafé mit z. &nbsp;B. 1923 über 120 Mitgliedern und Sitz der Schachgesellschaft. Aktuell wird dort noch von einigen täglich spätnachmittags, außer am Wochenende, oder bei zu starkem Touristenansturm, gespielt.
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Der Initator der Schachgesellschaft, der Meisterspieler und Eisenbahner Ing. Josef Hrdina (1882–1914), erringt am 23. 7. 1911 sogar die bayrische Meisterwürde am 3. bayrischen Schachkongress (17. –23. Juli 1911) in [[München]]. Wobei er für das bayrische Traunstein spielt und erhält den Münchner Prinzregenten-Ehrenpreis. <br>
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GM Richard Reti überrascht am [[28. März]] [[1927]] noch mit einem Blind-Simultan-Spiel im Café Mozart an zehn Brettern. Die Partien dauern von 20.00 bis 02.00 Uhr. 50 Kiebitze weilen bis zuletzt aus. Im selben Jahr wird von Reti ein Weltkrekord gegen 25 Gegner im Blindspiel aufgestellt.  
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Am [[27. Oktober]] [[1913]] gibt der Weltmeister, Weltenbürger und Philosoph Dr. Emanuel Lasker in Salzburg ein Simultan auf 25 Brettern (20 = 4-1) und hält Vorträge im [[Kurhaus Salzburg (historisch)|Kurhaus]].<br>
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[[1928]] wird von der SGS bereits ein ungustiöser Arierparagraph eingeführt. Da es in Salzburg damals, entgegen etwa Wien, praktisch keine jüdische Spieler gab, hatte das zwar keine realen Auswirkungen auf das Spielgeschehen. Es verdeutlicht aber, dasss sich stetig verändernde politische Klima.<ref>Quellen: u. a. [[Gerhard Ammerer|G. Ammerer]] und [[Jutta Baumgartner]]: [[Die Getreidegasse (Buch 1)|Die Getreidegasse. Salzburgs berühmteste Straße]], Hauschroniken Café Mozart im Haus Nr. 22, der Schatz-Drechslerei und Konditorei, Mozarts Geburtshaus, usw. Salzburg 2011.</ref>
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Nach dem Ersten Weltkrieg kommen 1919 GM Richard Reti, in den [[1920er]]n folgen die Meister Milan Vidmar, Ernst Grünfeld, Rudolf Spielmann, der junge Tiroler Erich Eliskases. <br />  
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GM Richard Reti am [[25. April]] [[1919]] (18:2-3), GM Rudolf Spielmann am [[18. Juni]] [[1923]] im [[Gasthof Sternbräu]] (15:2-5).<br>
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Es waren wohl die von Univ. Prof. Vidmar so postulierten goldenen Schachzeiten. <br />
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Der Laibacher Elektrotechniker und Meister Prof. Milan Vidmar gibt am [[24. Juli]] [[1922]] ein Simultan im [[Café Corso]] (+16=1-4).<br>
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Die Schachgesellschaft hatte damals mit dem Hotelier und Politiker [[Karl (III. ) Irresberger|Karl Irresberger]] auch einen großen Förderer, der diese Gastspieler gratis nächtigen ließ.<br>
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'''1921''': Alois [[Laschensky]] (* 1883; † 1945) wird 3. Preisträger im Hauptturnier B, beim 6. Bayrischen Schachkongress in Regensburg (13. –21. August 1921). <br />
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'''1922''' Fünf Salzburger nehmen am 7. Bayrischen Schachkongress in Innsbruck teil (2. –9. 9. 1922). <br />A. Laschenky wird im Meisterschaftsturnier A 7. (von 10). J. Frank startete im Hauptturnier.<br>
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Quelle: Österreichische Schachrundschau 1922, Heft 6, S 47. DSZ.<br>
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'''1922 und 1923''' [[Franz Motzko]] (1868-1929) zwei Mal Klubmeister der SGS<br />
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'''1923''': Wegen der damals sehr hohen Inflation steigt auch der Mitgliedsbeitrag.<br>
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Ab Oktober [[1923]] wird das [[Café Mozart]] in der Salzburger [[Getreidegasse]] nach mehreren Wechseln (zuvor das [[Café Corso]]) ein Schachcafé mit z. &nbsp;B. 1923 über 120 Mitgliedern und Sitz der Schachgesellschaft. <br />
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Aktuell wird dort noch von einigen täglich spätnachmittags, außer am Wochenende, oder bei zu starkem Touristenansturm, gespielt.
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GM Richard Reti überrascht am [[28. März]] [[1927]] noch mit einem Blind-Simultan-Spiel im Café Mozart an zehn Brettern. Die Partien dauern von 20. 00 bis 02. 00 Uhr. 50 Kiebitze weilen bis zuletzt aus. Im selben Jahr wird von Reti ein Weltkrekord gegen 25 Gegner im Blindspiel aufgestellt.
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1928 wird von der SGS bereits ein ungustiöser Arierparagraph eingeführt. Da es in Salzburg damals, entgegen etwa Wien, praktisch keine/kaum jüdische Spieler gab, hatte das zwar keine realen Auswirkungen auf das Spielgeschehen. Es verdeutlicht aber das sich stetig verändernde politische Klima. <ref>Quellen: u. a. [[Gerhard Ammerer|G. Ammerer]] und [[Jutta Baumgartner]]: Die Getreidegasse. Salzburgs berühmteste Straße, . . . (zu Hauschroniken, dem Café Mozart im Haus Nr. 22, der Schatz-Drechslerei und Konditorei, Mozarts Geburtshaus, usw. ) Salzburg 2011. </ref><br>
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==== Arbeiterschach und Salzburger Vororte ====
 
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Vielleicht stärkere Spieler aus dem Arbeiterstand hätten sich damals die teuren Standes-Cafés, hohe Klubgebühren, oder teure Schach-Literatur, aber gar nicht leisten können. Von denen wurde noch eher lose in Gasthäusern gespielt.
==== '''Arbeiterschach und Salzburger Vororte''' ====
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Vielleicht stärkere Spieler aus dem Arbeiterstand hätten sich damals die teuren Standes-Cafés, hohe Klubgebühren, oder teure Schach-Literatur, aber gar nicht leisten können. Von denen wurde noch eher lose in Gasthäusern gespielt.<br>
   
   
 
   
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Anmerkung: Interessanterweise wurde Ende dieses Gründungsjahres 1910 auch der Grazer Arbeiterschachklub gegründet. Zuvor im Dezember [[1909]] bereits der Wiener Arbeiterschachklub (mit Spiellokalen anfangs in Favoriten und Ottakring). Am [[30. November]] 1913 hält Weltmeister Dr. E. Lasker im Wiener Arbeiterschachklub einen Vortrag (neben einem großen Simultan) über die Bedeutung des Schachspiels für den modernen Arbeiter.<ref>Kadletz, Karl: In: Forster, Hansen, Negele: Emanuel Lasker, Denker, 2009, S 286</ref>
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'''Anmerkung:''' Interessanterweise wurde Ende dieses Gründungsjahres 1910 auch der Grazer Arbeiterschachklub gegründet. Zuvor im Dez. 1909 bereits der Wiener Arbeiterschachklub (mit Spiellokalen anfangs in Favoriten und Ottakring). <br />
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In der Stadt Salzburg besteht der Arbeiter-Schachklub im Arbeiterheim von 1924 bis [[1934]] und wird in der "[[Salzburger Wacht]]" bis November [[1931]] mit einer gratis Lehrstunde oft beworben. Einige Vergleichskämpfe mit dem [[Reichenhall]]er Arbeiterschachklub im Herbst [[1925]], [[21. März]] [[1926]] und [[1927]], auch auf elf Brettern in [[Freilassing]], sind in der Presse bekundet. 1927 gab es zB. eine Korrespondenzpartie gegen (Admira) Villach.  
Am 30. 11. 1913 hält Weltmeister Dr. E. Lasker im Wiener Arbeiterschachklub einen Vortrag (neben einem großen Simultan) über die Bedeutung des Schachspiels für den modernen Arbeiter. <br />
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Kadletz, Karl: In: Forster, Hansen, Negele: Emanuel Lasker, Denker. . . 2009, S 286. <br>
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[[Heinrich Kraupner|Heinz Kraupner]] (* [[1890]]; † [[1971]]) und Gregor Wagner sind die engagierten Promoter, Stadelmann, Plank usw. Spieler. Nachdem Heinz Kraupner dann Mitte der [[1930er]]-Jahren das [[Café Posthof]] als Pächter übernommen hatte, fehlte dieser Organisator dem frühen ASK im Arbeiterheim, bis er wieder nach [[1945]] tatkräftig in Erscheinung trat. Schach-Unterricht war gratis. 40 Groschen Mitgliedsbeitrag, dafür inklusive Schachzeitung. Die österreichische Arbeiterschachzeitung musste aber aus finanziellen Gründen wieder eingestellt werden. In der der Arbeiterzeitung gab es dafür aber eine Schachrubrik. 
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In Salzburg Stadt besteht der Arbeiter-Schachklub im Arbeiterheim von 1924 bis 1934 und wird in der Salzburger Wacht bis Nov. 1931 (gratis Lehrstunde) oft beworben. Einige Vergleichskämpfe mit dem Reichenhaller Arbeiterschachklub im Herbst 1925, 21. März 1926 und 1927, auch auf 11 Brettern in Freilassing, sind in der Presse bekundet. 1927 gab es zB. eine Korrespondenzpartie gegen (Admira) Villach. <br>
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Am [[14. Mai]] 1927 gibt z. &nbsp;B. der Meister und Schachliterat Hans Kmoch im Arbeiterheim ein Simultan, nachdem er zuvor am [[12. Mai]] bei der SSG im Café Mozart eines gegeben hatte. Das sparte Kosten. Es wurden große Anstrengungen unternommen, das Schachspiel auch bei den Arbeitern zu verbreiten und es nicht nur den Bürgerlichen zu überlassen.<ref>z. &nbsp;B. "Salzburger Wacht" vom 14. November 1931, S 15</ref> Der Spieler des ATSV Bischofshofen, der Eisenbahner [[August Maggi]], wurde im November 1925 sogar überraschend erster Salzburger Landesmeister.<ref>Mozart Chronik, AZ, Salzburger Zeitungen; Ehn, Michael: Das politische Spiel. [[Venedig]]. 1997; "Der Standard": Serie über das österreichische Arbeiterschach, 2001. Deutsches Wochenschach v. 5. März 1905, Nr. 10: Schachspiel und Arbeiter. Zu den Anfängen des deutschen Arbeiterschachs in Berlin und Brandenburg.</ref>  
[[Heinrich Kraupner|Heinz Kraupner]] (* 1890; † 1971) und Gregor Wagner sind die engagierten Promoter, Stadelmann, Plank usw. Spieler. Nachdem Heinz Kraupner dann Mitte der 1930er das Café Posthof als Pächter übernommen hatte, fehlte dieser Organisator dem frühen ASK im Arbeiterheim, bis er wieder nach 1945 tatkräftig in Erscheinung trat. <br />
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Schach-Unterricht war gratis. 40 Groschen Mitgliedsbeitrag, dafür inklusive Schachzeitung. <br />
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Die österreichische Arbeiterschachzeitung musste aber aus finanziellen Gründen wieder eingestellt werden. In der der Arbeiterzeitung gab es dafür aber eine Schachrubrik. <br>
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Am 14. Mai 1927 gibt z. &nbsp;B. der Meister und Schachliterat Hans Kmoch im Arbeiterheim ein Simultan, nachdem er zuvor am 12. 5. bei der SSG im Café Mozart eines gegeben hatte. Das sparte Kosten.
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==== 1910–1930er-Jahre: Frühe Salzburger Schachklubs, Sektionen und Bezirke ====
Es wurden große Anstrengungen unternommen, das Schachspiel auch bei den Arbeitern zu verbreiten und es nicht nur den Bürgerlichen zu überlassen. (z. &nbsp;B. [[Salzburger Wacht]] v. 14. 11. 1931, S 15). <br />
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* 1910: Salzburger Schachgesellschaft (1910), seit 1923 im Café Mozart.  
Der Spieler des ATSV Bischofshofen, der Eisenbahner [[August Maggi]], wurde im November 1925 sogar überraschend erster Salzburger Landesmeister. <br>
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* 1919: Im Oktober erfolgte die Gründung des ATSV Bischofshofen, wo dann 1923 der Bischofshofner Schachspieler August Maggi und Jakobek eine eigene Schachvereinigung gründen.
 
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* 1931: Gratis-Unterricht und praktischem Spiel "für schachspielende Genossen" in der Salzburger Wacht erwähnt<ref>"Salzburger Wacht" vom 13. bis 18. November 1931, S 8</ref>
Quellen:<br />
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* 1923: Schachvereinigung Bischofshofen, im Café Dum.  
Mozart Chronik, AZ, Salzburger Zeitungen,<br />
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* 1924: Gründung: Arbeiter-Schachklub (1924–1934) in der Stadt Salzburg im Arbeiterheim.
Ehn, Michael: Das politische Spiel. Venedig. 1997,<br />
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* 1926/27: Schachklub Maxglan (1926–[[1939]]), der von 1927 bis 1939 Salzburg-regionale Heinrich Kiener-Turniere veranstaltet; Mühringerbräu, [[Bayernstraße]] 20. Im Jahr [[1934]] Umgründung. Funktionäre: Josef Itzinger senior, junior und Gattin (Gründer), der Maler [[Alfred Deggendendorfer]] (Ehrenobmann), Karl Tschabrunn, Präsident [[Heinrich Kiener]]. Gründung des ATSV Itzling, der zuvor eine Abteilung des Salzburger ATSV war. Der jur. Schachklub Itzling-Gnigl wird dann aber erst im Jänner 1935 gegründet.  
Der Standard: Serie über das österreichische Arbeiterschach, 2001. <br />
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* 1927 wird im benachbarten Freilassing in Bayern der SK Freilassing gegründet.  
Deutsches Wochenschach v. 5. 3. 1905, Nr. 10: Schachspiel und Arbeiter. Zu den Anfängen des deutschen Arbeiterschachs in Berlin und Brandenburg. </ref><br>
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* [[1930]] bis [[1967]]: Schachklub [[St. Johann im Pongau]] im damaligen Café Moser (Bahnhofsnähe) und beim Taxenbacherwirt an der [[Wagrainer Straße]]. Spieler: Dr. Eduard Büchelmann, Eltz, Andraske, Rechberger, Leitner, Friedrich Holleis u. a.. [[1950]] erfolgte Neugründung, dann gingen die restlichen Spieler nach Bischofshofen.  
 
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* 1932: Am 12. Novmeber 1932 erfolgte in St. Johann ein Wettspiel Pongau gegen die Stadt Salzburg (5:9:).  
 
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* [[1935]]: Schachklub Itzling-Gnigl (1935–1939). Zuvor Spielbetrieb im Rahmen des ATSV Itzling (1926). Spiellokal: Gasthof Auerhahn, teils auch Gasthof Eigenherr (Zur [[Westbahn]]), oder Gärtnerwirt.  
''''''1910–[[1930er]]-Jahre: Frühe Salzburger Schachklubs, Sektionen und Bezirke''''''
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* 1936: Schachklub [[Lehen (Stadt Salzburg)|Lehen]] (1933–1939), Trinkerfürsorgeheim, dann [[Gasthof Sternhof]], [[Ignaz-Harrer-Straße]]. Gründung des SK Bad Ischl, wo natürlich schon in der Kaiserzeit gespielt worden war.
 
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'''1910''': Salzburger Schachgesellschaft (1910), seit 1923 im Café Mozart.  
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'''1919''': Im Oktober erfolgte die Gründung des ATSV Bischofshofen, wo dann 1923 der Bischofshofner Schachspieler August Maggi und Jakobek eine eigene Schachvereinigung gründen.
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t'''1931 Gratis-Unterricht und praktischem Spiel "für schachspielende Genossen" in der Salzburger Wacht erwähnt (Quelle: SW v. 13. bis 18. 11. 1931, S 8).
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'''1923''': Schachvereinigung Bischofshofen, im Café Dum.  
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'''1924''': Gründung: Arbeiter-Schachklub (1924–1934) in der Stadt; Arbeiterheim (Quelle: Salzburger Wacht).  
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'''1926/27''' Schachklub Maxglan (1926–1939), der von 1927 bis 1939 Salzburg-regionale Heinrich Kiener-Turniere veranstaltet; Mühringerbräu, [[Bayernstraße]] 20. Im Jahr 1934 Umgründung. Funktionäre: Josef Itzinger sen. und jun. und Gattin (Gründer), der Maler [[Alfred Deggendendorfer]] (Ehrenobmann), Karl Tschabrunn, Präsident: [[Heinrich Kiener]].  
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'''1927''' wird im benachbarten [[Freilassing]] ([[Bayern]]) der SK Freilassing gegründet.  
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'''1930''' bis 1967: Schachklub St. Johann im Pongau im damaligen Café Moser (Bahnhofsnähe), bzw. beim Taxenbacherwirt an der [[Wagrainer Straße]]. (Spieler: Dr. Eduard Büchelmann, Eltz, Andraske, Rechberger, Leitner, Friedrich Holleis,…). 1950-1967 erfolgte Neugründung, dann gingen die restlichen Spieler nach Bischofshofen. <br />
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1932: Am 12. 11. 1932 erfolgte in St. Johann ein Wettspiel Pongau gegen die Stadt Salzburg (5:9:).  
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'''1935''' Schachklub Itzling-Gnigl (1935–1939). Zuvor Spielbetrieb im Rahmen des ATSV Itzling (1926). Spiellokal: Gasthof Auerhahn (teils auch Gasthof Eigenherr (Zur Westbahn), oder Gärtnerwirt). <br />
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1926 Gründung des ATSV Itzling, der zuvor eine Abteilung des Salzburger ATSV war. Der jur. Schachklub Itzling-Gnigl wird dann aber erst im Jänner 1935 gegründet.
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'''1936''' Schachklub Lehen (1933–1939), Trinkerfürsorgeheim, dann [[Gasthof Sternhof]], [[Ignaz-Harrer-Straße]].  
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'''1936''' Gründung des SK Bad Ischl (wo natürlich schon in der Kaiserzeit gespielt wurde).
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Durchschnittlich waren in den [[1930er]]-Jahren 30 Spieler täglich im Café Mozart.
    
==== Kurzfristigere Schach-Aktivitäten ====
 
==== Kurzfristigere Schach-Aktivitäten ====
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[[1907]] fand in Eben im Pongau ein regionales, als auch Künstler-Turnier statt. Erster Preis: Eine Standuhr. Zu den nächsten Turnieren wurden die Künstler Salzburgs eingeladen. Dazu fehlen aber weitere Daten.
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Im November [[1909]] wird sogar schon in [[Tamsweg]] im [[Lungau]] eine Schachvereinsgründung beim Gast- und Kaffeehaus Brandl mit vielen Spielern zeitungsmäßig erwähnt (Obmann Dr. Franz Schierl). Weitere Daten dazu fehlen.   
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Im November [[1909]] wird sogar schon in [[Tamsweg]] im [[Lungau]] eine Schachvereinsgründung beim Gast- und Kaffeehaus Brandl mit vielen Spielern zeitungsmäßig erwähnt. Obmann Dr. Franz Schierl. Weitere Daten dazu fehlen.   
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Im Jänner 1912 findet in [[Hallein]] ein kleines lokales Turnier in der Zeitung Erwähnung. <br />
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Im Jänner 1912 findet in [[Hallein]] ein kleines lokales Turnier in der Zeitung Erwähnung.  
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'''1924''' gibt es in Hallein einen Schachzirkel um Karl Schulz im Café Galsterer.  
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1924 gibt es in Hallein einen Schachzirkel um Karl Schulz im Café Galsterer.  
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Zumindest '''1926 und 1927''' veranstaltete auch der [[SAK 1914]] (im Oktober 1927) beim Bahnhofrestaurant kleine interne Schachturniere mit ca. 20 Teilnehmern (Mitgliedskarte des SAK war erforderlich). 1. Kahler, 2. Marteau, 3. Franz Wintersteiner (der Organisator), 4. Frl. Schmid usw.  
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Zumindest 1926 und 1927 veranstaltete auch der [[SAK 1914]] (im Oktober 1927) beim [[Restaurant des Salzburger Hauptbahnhofs|Bahnhofsrestaurant]] kleine interne Schachturniere mit ca. 20 Teilnehmern (Mitgliedskarte des SAK war erforderlich). 1. Kahler, 2. Marteau, 3. Franz Wintersteiner (der Organisator), 4. Frl. Schmid usw.  
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'''1934 und 1935 '''werden (wohl vom SK Itzling oder dem ASK) Schachturniere für Arbeitslose organisiert. Sieger 1935: Ludl (SK Itzling, Schriftsetzer/Buchbinder). <br>
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1934 und 1935 werden (wohl vom SK Itzling oder dem ASK) Schachturniere für Arbeitslose organisiert. Sieger 1935: Ludl (SK Itzling, Schriftsetzer/Buchbinder).  
 
   
 
   
'''Frühe gute Spieler'''<br>
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==== Frühe gute Spieler ====
 
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1910 bis 1940 sind Alois Laschensky (* [[1883]]; † 1945), Beamter, einer der guten Spieler der ersten Stunden um 1910, Sohn des Musikers im [[Dommusikverein und Mozarteum|Dommusikverein]] Christian Laschensky, der auch schon Ende des 19. Jahrhundert gespielt haben dürfte, der Unternehmer Franz Motzko (* [[1868]]; † 1929), Wilhelm Ullrich (* [[1888]]; † [[1974]]), Landesbeamter, Oberrechnungsrat und Sohn eines Obergeometers, der Bischofshofener Eisenbahner August Maggi (* [[1885]]; † [[1973]]), Walter Kolneder und 1930 bis [[1940]] vor allem Karl Mayer, Erich Flir (* [[1905]]; † [[1995]]), Willhelm David ([[1909]]; † [[1995]]), nach 1945 nach [[Tirol]] gegangen, Gustav Hopfinger (* [[1892]]; † in den [[1960er]]-Jahren), Gabriel Geiger ([[1906]]; † um [[1990]]); ein Schuster, Richard Wallaschek, der aber 1936 beruflich nach Steyr wechselte, wohl die besten Spieler in Salzburg.
1910 bis 1940
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sind Alois Laschensky (1883–1945), Beamter, einer der guten Spieler der ersten Stunden um 1910, Sohn des Musikers vom Dommusikverein Christian Laschensky, der auch schon Ende des 19. Jahrhundert gespielt haben dürfte, der Unternehmer Franz Motzko (* 1868; † 1929), Wilhelm Ullrich (* 1888; † 1974) Landesbeamter, Oberrechnungsrat und Sohn eines Obergeometers, der Bischofshofener Eisenbahner August Maggi (1885–1973), Walter Kolneder und
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1930 bis 1940 vor allem Karl Mayer, Erich Flir (* 1905; † 1995), Willhelm David (1909-1995; nach 1945 nach Tirol gegangen), Gustav Hopfinger (1892–1960er), Gabriel Geiger (1906 bis ca. 1990); ein Schuster, Richard Wallaschek,… (der aber 1936 beruflich nach Steyr wechselte), wohl die besten Spieler in Salzburg.
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1933 wird der damalige Salzburger Landesmeister Richard Wallaschek (er kam vom Welser Arbeiterschachklub) 4.–6. bei der österreichischen Staatsmeisterschaft, im folgenden Jahr 1934 sogar Dritter. Ab 1925 kam stud. Erich Flir (* 1905; † 1995), in späteren Jahren einer der Besten, als "Zugroaster" von Tirol nach Salzburg und wirkte weit über seinen 80er in der Liga.
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Sein Vater Walter Flir (* 1881; † 1957) war Meisterspieler, als Jüngster einer der Mitbegründer des Innsbrucker ISK (1904), sogar Bayrischer Meister zu Kulmbach 1920 und Trainingspartner des späteren Weltklassespielers Erich Eliskases.
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'''Frühe Mannschafts-Wettkämpfe'''
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'''Vergleichskämpfe mit Oberösterreich, Traunstein, Trostberg und Wels''' <br>
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'''1921''': '''1. Wettkampf gegen Oberösterreich'''<br />
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Am [[23. Oktober]] [[1921]] gab es in Vöcklabruck den ersten Wettkampf Salzburg gegen Oberösterreich, insbesondere Welser Spieler, auf 16 Brettern; 8:3:5 für OÖ (Linzer Tagespost v. 25. 10. 1921, S 8). <br /> Retourkampf 2. 7. 1922 im Café Corso in Salzburg auf 8 Bretter (4:4).
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'''1923''' In Bischofshofen wird die freie Schachvereinigung gegründet, dem ATSV nahestehend, mit den Eisenbahnern August Maggi (1885–1973) und Johann Jakobek (1885-1950). <br>
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Diese beiden spielten auch am 9. Mai 1926, am zweiten Vergleichskampf Salzburg gegen Oberösterreich in Vöcklabruck auf 14 Brettern mit. Alle anderen waren von der Schachgesellschaft. <br>
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A. Maggi war als Landesmeister auf dem Spitzenbrett gesetzt. 
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'''1926:''' Die Salzburger Auswahl'' beim 2. Wettkampf gegen Oberösterreich am 9. 6. 1926:<br />
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August Maggi (ATSV Bischofshofen), Wilhelm Ullrich, Franz Motzko, G. Hopfinger, Alois Laschenky, der Student Erich Flir, Hofrat Dr. Ferdinand Baldi, Dr. Hlawatschek, Dr. Oskar Günther, der Eisenbahner Johann Jakobek (Bischofshofen), Czaika, Dr. Trubik, Kulm, … (Major Kirchtaler, bzw. Schwarz (der Antiquitätenhändler ?) hatten 1921 teilgenommen).
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'''Pfingsten 1926''' In Salzburg am 23. 5. 1926: Wettkampf Wien gegen die Bundesländer (auch als Wien gegen Alpenland bezeichnet) auf 13 Brettern; bei dem von Salzburg A. Maggi, Wilhelm Ullrich und Kuhn mitwirken. Wien dominierte klar. Die Salzburger Maggi und Ullrich erzielen remis. <br />
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Quellen: WSZ, SVBL. <br />
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In den offiziellen Ansprachen wird Schach als "in weiteren Kreisen bestehendes geistiges Bedürfnis" gesehen.
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'''1929:''' Beim erneuten Schachwettkampf in Attnang gegen Oberösterreich am 17. 4. 1929:<br />
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Erich Flir, Alois Laschensky, Wilhelm Ullrich, Linnerth, Pagler, Dr. O. Günther, Czaika, G. Hopfinger, Karl Mayer, Otto Kunstmann, Koberz, Brünner, Siegel, Kuchera, Dr. Hlawatschek, Kaltner, Schwarz. <br />
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Die Salzburger siegen gegen den Linzer SV 9:8.
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Meister Ernst Grünfeld gibt am 21. 5. 1929 ein Simultan.
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'''1931''': Freundschaftskampf in Linz: 6:6.
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Durchschnittlich waren in den 1930er 30 Spieler täglich im Café Mozart.
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'''''1929 und 1932''''' fanden anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Linzer Schachvereines, neben dem Wettkampf zwischen dem (späterem) GM Erich Eliskases gegen Rudolf Spielmann (dem letzten Ritter des Königsgambits), Vergleichskämpfe der Salzburger mit dem Linzer Schachverein auf 17 Brettern statt. <br />
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Quelle: Linzer Tagespost v. 17. 4. 1929, bzw. 9/1932, mit Auflistung der Spieler.
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So wurde bei den Ansprachen 1929 die Not der damaligen Profi-Schachmeister beklagt und eine Schach-Notgemeinschaft gefordert.
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'''1934''': Am 30. Juni 1934 begann in Klagenfurt das erste Ländertreffen mit acht Vierer-Mannschaften. <br />
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Turniersieger wurde Tirol (22,0) vor 2. Steiermark (21,0), 3. Oberösterreich und Salzburg (17,0), 4. Niederösterreich (16,5), 5. das nicht so stark besetzte Wien, 6. Vorarlberg, 7. Kärnten I und 8. Kärnten II.  
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'''1933 und 1935''': Weltklassespieler Erich Eliskases in Salzburg.  
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1933 wird der damalige Salzburger Landesmeister Richard Wallaschek (er kam vom Welser Arbeiterschachklub) 4. bis 6. bei der österreichischen Staatsmeisterschaft, im folgenden Jahr 1934 sogar Dritter. Ab 1925 kam stud. Erich Flir, in späteren Jahren einer der Besten, als "Zugroaster" von Tirol nach Salzburg und wirkte weit über seinen 80er in der Liga. Sein Vater Walter Flir (* [[1881]]; † [[1957]]) war Meisterspieler, als Jüngster einer der Mitbegründer des Innsbrucker ISK (1904), sogar Bayrischer Meister in Kulmbach 1920 und Trainingspartner des späteren Weltklassespielers Erich Eliskases.
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'''1935''' 21. 4. – Ostern: Vergleichskampf Salzburg - Wels 9:3. <br />
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==== Frühe Mannschafts-Wettkämpfe ====
(Quelle: SC v. 28. 4. 1935, S 16). <br />
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===== Vergleichskämpfe mit Oberösterreich, Traunstein, Trostberg und Wels =====
Den Retourkampf am 2. 11. 1935 in Wels gewannen dann die Welser hoch.  
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* 1921: 1. Wettkampf gegen Oberösterreich
 
+
Am [[23. Oktober]] [[1921]] gab es in [[Vöcklabruck]] den ersten Wettkampf Salzburg gegen Oberösterreich, insbesondere Welser Spieler, auf 16 Brettern; 8:3:5 für OÖ.<ref>"Linzer Tagespost" vom 25. Oktober 1921, S 8</ref> Retourkampf am [[2. Juli]] [[1922]] im [[Café Corso]] in Salzburg auf acht Bretter (4:4).
'''1936:''' Erste Salzburger Mannschaftsmeisterschaft:<br />
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* 1923: In Bischofshofen wird die freie Schachvereinigung gegründet, dem ATSV nahestehend, mit den Eisenbahnern August Maggi und Johann Jakobek (* 1885; † [[1950]]). Diese beiden spielten auch am [[9. Mai]] 1926, am zweiten Vergleichskampf Salzburg gegen Oberösterreich in Vöcklabruck auf 14 Brettern mit. Alle anderen waren von der Schachgesellschaft.  A. Maggi war als Landesmeister auf dem Spitzenbrett gesetzt. 
In der Ersten Republik begann in Salzburg ab 1936 die Meisterschaft zwischen den damaligen drei Vereinen in der Stadt Salzburg, organisiert durch eine Arbeitsgemeinschaft.  
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* 1926:
 
+
: Die Salzburger Auswahl beim 2. Wettkampf gegen Oberösterreich am [[9. Juni]] 1926: August Maggi (ATSV Bischofshofen), Wilhelm Ullrich, Franz Motzko, G. Hopfinger, Alois Laschenky, der Student Erich Flir, Hofrat Dr. Ferdinand Baldi, Dr. Hlawatschek, Dr. Oskar Günther, der Eisenbahner Johann Jakobek (Bischofshofen), Czaika, Dr. Trubik, Kulm u. a.
Ergebnis 1. LMM 1936: <br />
+
: Major Kirchtaler, bzw. Schwarz (der Antiquitätenhändler?) hatten 1921 teilgenommen.
1. SK Itzling (9,5)<br />
+
: [[Pfingsten]] 1926: In Salzburg am [[23. Mai]] findet ein Wettkampf Wien gegen die Bundesländer, auch als Wien gegen Alpenland bezeichnet, auf 13 Brettern; bei dem von Salzburg A. Maggi, Wilhelm Ullrich und Kuhn mitwirken. Wien dominierte klar. Die Salzburger Maggi und Ullrich erzielen remis.<ref>Quellen WSZ, SVBL</ref> In den offiziellen Ansprachen wird Schach als "in weiteren Kreisen bestehendes geistiges Bedürfnis" gesehen.
2. Salzburger Schachgesellschaft (8,5)<br/>
+
* 1929:
3. SK Maxglan (6)  
+
: Beim erneuten Schachwettkampf in Attnang gegen Oberösterreich am [[17. April]]: Erich Flir, Alois Laschensky, Wilhelm Ullrich, Linnerth, Pagler, Dr. O. Günther, Czaika, G. Hopfinger, Karl Mayer, Otto Kunstmann, Koberz, Brünner, Siegel, Kuchera, Dr. Hlawatschek, Kaltner, Schwarz.  Die Salzburger siegen gegen den Linzer SV 9:8.
 
+
: Meister Ernst Grünfeld gibt am [[21. Mai]] ein Simultan.
Die Itzlinger mit Kurt Berger, Leeb, Lehner, Reinegger, Weilguni, siegten. Die SG stellte allerdings nur die zweite Garnitur auf. Der SK Lehen (1933) nahm noch nicht daran teil.  
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* 1931: Freundschaftskampf in Linz: 6:6.
Dann begannen erst nach dem Krieg wieder ab 8. Oktober 1950 die Mannschaftskämpfe.<br>
+
* 1929 und 1932 fanden anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Linzer Schachvereines, neben dem Wettkampf zwischen dem (späterem) GM Erich Eliskases gegen Rudolf Spielmann (dem letzten Ritter des Königsgambits), Vergleichskämpfe der Salzburger mit dem Linzer Schachverein auf 17 Brettern statt.<ref>"Linzer Tagespost" vom 17. April 1929 und 9/1932, mit Auflistung der Spieler.</ref> So wurde bei den Ansprachen 1929 die Not der damaligen Profi-Schachmeister beklagt und eine Schach-Notgemeinschaft gefordert.
 +
* 1934: Am [[30. Juni]] begann in Klagenfurt das erste Ländertreffen mit acht Vierer-Mannschaften. Turniersieger wurde Tirol (22,0) vor 2. [[Steiermark]] (21,0), 3. [[Oberösterreich]] und Salzburg (17,0), 4. [[Niederösterreich]] (16,5), 5. das nicht so stark besetzte [[Wien]], 6. [[Vorarlberg]], 7. [[Kärnten]] I und 8. Kärnten II.
 +
* 1933 und 1935: Weltklassespieler Erich Eliskases in Salzburg.
 +
* 1935: [[21. April]] [[Ostern]]: Vergleichskampf Salzburg - Wels 9:3.<ref>Quelle: SC v. 28. April 1935, S 16</ref> Den Retourkampf am [[2. November]] 1935 in Wels gewannen dann die Welser hoch.  
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* 1936: Erste Salzburger Mannschaftsmeisterschaft. In der Ersten Republik begann in Salzburg ab 1936 die Meisterschaft zwischen den damaligen drei Vereinen in der Stadt Salzburg, organisiert durch eine Arbeitsgemeinschaft. Ergebnis 1. LMM 1936: 1. SK Itzling (9,5), 2. Salzburger Schachgesellschaft (8,5), 3. SK Maxglan (6). Die Itzlinger mit Kurt Berger, Leeb, Lehner, Reinegger, Weilguni, u. a. siegten. Die SG stellte allerdings nur die zweite Garnitur auf. Der SK Lehen (1933) nahm noch nicht daran teil. Dann begannen erst nach dem Krieg wieder ab [[8. Oktober]] 1950 die Mannschaftskämpfe.<br>
 
    
 
    
Im österreichischen [[Ständestaat]] (1934–1938) wurden nach den [[Februaraufstand|Februarereignissen 1934]] die früheren (weitgehend [[SDAP|sozialdemokratischen]]) Arbeiterturn- und Sportvereine (ASV, ATSV, …), die teils schon kleinere, eher inoffizielle Schachsektionen hatten, wie die Itzling-Gnigler und Maxglaner, im Jahr 1934 behördlich aufgelöst, politisch etwas umgefärbt, und anschließend bis 1936 teils neu, als eigene (juristische) Schachvereine gegründet.<br>
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Im österreichischen [[Ständestaat]] (1934–1938) wurden nach den [[Februaraufstand|Februarereignissen 1934]] die früheren (weitgehend [[SDAP|sozialdemokratischen]]) Arbeiterturn- und Sportvereine (ASV, ATSV u. a.), die teils schon kleinere, eher inoffizielle Schachsektionen hatten, wie die Itzling-Gnigler und Maxglaner, im Jahr 1934 behördlich aufgelöst, politisch etwas umgefärbt, und anschließend bis 1936 teils neu, als eigene (juristische) Schachvereine gegründet.  
 
    
 
    
'''Schach in den 1930ern<br>'''
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==== Schach in den 1930er-Jahren ====
 
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* 1935: Klubmeister der SGS Karl Mayer  
'''1935''' Klubmeister der SGS Karl Mayer<br>
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* 1936: 5. LM [[Walter Kolneder]]  
 
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* 1937:
'''1936:''' 5. LM [[Walter Kolneder]]<br>
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: 1. offizieller Stadtmeister Karl Mayer  
 
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: [[1. Mai]]: Wettkampf Salzburg gegen den damaligen OÖ. Meister Steyr auf 15 Brettern: 9,5:5,5 (SC v. 8. 5. S 16).
'''1937''' 1. (offizieller) Stadtmeister Karl Mayer<br>
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* 1938: Am [[14. März]], unbeeindruckt vom [[NS]]-[[Anschluss|Umsturz]] zwei Tage zuvor, und dem Einmarsch der Hitler-Deutschen, wurde die 17!-rundige Landesmeisterschaft ([[14. Jänner]] bis [[14. März]] 1938) beendet. 1. Wilhelm David, 2. G. Hopfinger 3. Karl Mayer, vor Gabriel Geiger und dem Itzlinger Oskar Ludl (18 qualifizierte Teilnehmer; SC 26. 3. 1938).  
 
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* 1939:
'''1937''': Am 1. Mai: Wettkampf Salzburg gegen den damaligen OÖ Meister Steyr auf 15 Brettern: 9,5:5,5 (SC v. 8. 5. S 16). <br />
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: Die 7. LM, damals Gaumeisterschaft, im Café Posthof gewann Karl Mayer vor 2. Gabriel Geiger und 3. G. Hopfinger (Ende: 24. 2. 1939).
'''1938''': Am 14. 3. , unbeeindruckt vom [[NS]]-Umsturz zwei Tage zuvor, und dem Einmarsch der Hitler-Deutschen, wurde die 17!-rundige Landesmeisterschaft (14. 1. –14. 3. 1938) beendet. <br />
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: 1939: Lokal starkes Heinrich-Kiener-Turnier in [[Maxglan]].
            1. Wilhelm David, 2. G. Hopfinger 3. Karl Mayer, vor Gabriel Geiger und dem Itzlinger Oskar Ludl (18 qualifizierte Teilnehmer; SC 26. 3. 1938).<br>
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* [[1942]]: Stadtmeisterschaft. Sieger Wilhelm Ullrich. Im Winter der Kriegsjahre 1942/43 findet noch eine Stadtmeisterschaft mit einigen Pensionisten statt.  
 
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'''1939''': Die 7. LM (damals Gaumeisterschaft) im Café Posthof gewann Karl Mayer vor 2. Gabriel Geiger und 3. G. Hopfinger (Ende: 24. 2. 1939). <br />
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'''1939:''' Lokal starkes Heinrich-Kiener-Turnier in Maxglan. <br />
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'''1942''': Stadtmeisterschaft. Sieger Wilhelm Ullrich. Im Winter der Kriegsjahre 1942/43 findet noch eine Stadtmeisterschaft mit einigen Pensionisten statt.<br>
      
=== Künstler und Schachspiel ===  
 
=== Künstler und Schachspiel ===  
Der weltbekannte Literat [[Stefan Zweig]] (* 1881; † 1942) spielte gelegentlich in den [[1920er]]-Jahren im [[Café Bazar]]. Als konkretes Mitglied der Schachgesellschaft scheint er aber nicht auf. Stefan Zweig hatte auch "die seelische Superiorität des Besiegten" stark interessiert. <br />
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Der weltbekannte Literat [[Stefan Zweig]] (* [[1881]]; † [[1942]]) spielte gelegentlich in den [[1920er]]-Jahren im [[Café Bazar]]. Als konkretes Mitglied der Schachgesellschaft scheint er aber nicht auf. Stefan Zweig hatte auch "die seelische Superiorität des Besiegten" stark interessiert.<ref>In: Die Welt von Gestern. Die Niederlage soll nicht nur ertragen, sondern gemeistert werden.</ref>  
In: Die Welt von Gestern. Die Niederlage soll nicht nur ertragen, sondern gemeistert werden.   
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Der Eisenbahner-Literat Georg Eberl hatte die Sechsmeisterturniere im Kriegsjahr Juni 1942 mit Weltmeister Alexander Aljechin besucht und nach dem Krieg darüber literarisch berichtet. <br />
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Der Eisenbahner-Literat [[Georg Eberl]] hatte die Sechsmeisterturniere im Kriegsjahr Juni 1942 mit Weltmeister Alexander Aljechin besucht und nach dem Krieg darüber literarisch berichtet. In späteren Zeiten spielen etwa der Maler Alfred Deggendorfer (* [[1899]]; † [[1984]]) bei Maxglan und dann Mozart. Der in Salzburg geborene Wiener Malerfürst [[Hans Makart]] spielte im 19. Jahrhundert gern und leidenschaftlich.  
In späteren Zeiten spielen etwa der Maler Alfred Deggendorfer (* 1899; † 1984), bei Maxglan und dann Mozart. Der Violinist Ivan Romanenko war Stadtmeister 1948/49 und führte sogar die Schachecke in der SVZ. Er wechselte mit seiner Künstler-Gattin im Oktober 1949 nach Baltimore. <br />
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An Musikern spielten schon [[Leopold Mozart]], der ab [[1737]] in Salzburg studiert hatte, sowie auch seine Tochter Anna-Maria ([[Nannerl]]), spätere von [[Berchtold von Sonnenburg|Berchtold zu Sonnenburg]] ... gelegentlich bei schlechtem Wetter. <br />
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Die Pianisten Friedrich Gulda, wenn er einmal in Salzburg war, und Alessandro Misciasci, wohl der Beste (und eifrigste) der Künstlerriege; oder der Bratschist Peter Langgartner, der ansonst die Viola Bastarda geigt. Adolf Rabitsch, Landesmeister des Jahres 1955, war Musiker. <br />
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Der in Salzburg geborene Wiener Malerfürst [[Hans Makart]] spielte im 19. Jahrhundert gern und leidenschaftlich. <br>
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Der frühere Bergsteiger und bekannte Alpinist Wolfgang Axt ist zudem als guter Pongauer Ligaspieler erwähnenswert.  
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1907 fand in Eben im Pongau ein regionales, als auch Künstler-Turnier statt. Erster Preis: Eine Standuhr. Zu den nächsten Turnieren wurden die Künstler Salzburgs eingeladen. <br>
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An Musikern spielten schon [[Leopold Mozart]], der ab [[1737]] in Salzburg studierte, sowie auch seine Tochter Anna-Maria ([[Nannerl]]), spätere von [[Berchtold von Sonnenburg|Berchtold zu Sonnenburg]] ... gelegentlich bei schlechtem Wetter.  Die Pianisten Friedrich Gulda, wenn er einmal in Salzburg war, und Alessandro Misciasci, wohl der Beste (und eifrigste) der Künstlerriege; oder der Bratschist Peter Langgartner, der ansonsten die Viola Bastarda geigt. Adolf Rabitsch, Landesmeister des Jahres 1955, war Musiker. Der Violinist Ivan Romanenko war Stadtmeister 1948/49 und führte sogar die Schachecke in der [[SVZ]]. Er wechselte mit seiner Künstler-Gattin im Oktober 1949 nach Baltimore.  
Dazu fehlen aber weitere Daten.
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Der frühere Bergsteiger und bekannte Alpinist [[Wolfgang Axt]] ist zudem als guter [[Pongau]]er Ligaspieler erwähnenswert.  
    
=== 1925: Erster Salzburger Landesmeister ===
 
=== 1925: Erster Salzburger Landesmeister ===
   
Erster Salzburger Landesmeister, damals noch ohne offiziellen Landesverband, aber von der Schachgesellschaft so ausgeschrieben, weil es auch außerhalb der Schachgesellschaft in der Stadt gute Spieler im Lande gab, wurde im November [[1925]] im Café Mozart – zur Überraschung der Stadt-Salzburger – der Bischofshofner Eisenbahner August Maggi, in der Presse als "homo novus" (neuer Mensch) bezeichnet.  
 
Erster Salzburger Landesmeister, damals noch ohne offiziellen Landesverband, aber von der Schachgesellschaft so ausgeschrieben, weil es auch außerhalb der Schachgesellschaft in der Stadt gute Spieler im Lande gab, wurde im November [[1925]] im Café Mozart – zur Überraschung der Stadt-Salzburger – der Bischofshofner Eisenbahner August Maggi, in der Presse als "homo novus" (neuer Mensch) bezeichnet.  
Maggi, der von der Grazer Schachgesellschaft her kam, spielt dann 1926 gegen den (geteilten) österreichischen Staatsmeister, den Wiener Siegfried R. Wolf, immerhin ein beachtliches Remis (WSZ 1926). <br />
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Maggi, der von der Grazer Schachgesellschaft her kam, spielt dann 1926 gegen den (geteilten) österreichischen Staatsmeister, den Wiener Siegfried R. Wolf, immerhin ein beachtliches Remis (WSZ 1926).  
Damit hatte das uralte Pongauer Bischofshofen wieder eine seiner historisch oftmals erwähnten "Merkwürdigkeiten" gezeitigt.<br>
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Damit hatte das uralte Pongauer Bischofshofen wieder eine seiner historisch oftmals erwähnten "Merkwürdigkeiten" gezeitigt.  
 
    
 
    
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==== Inoffizielle Salzburger Schach-Meister 1869–1924 ====
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1868/69 Leopold Zinnögger
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1872/73 Ludwig Hardtmuth<
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'''Inoffizielle Salzburger Schach-Meister 1869-1924''''''<br>
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1878/79 Josef Christoph
 
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1868/69 Leopold Zinnögger<br>
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1872/73 Ludwig Hardtmuth<br>
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1878/79 Josef Christoph<br>
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1910/1911 Heinrich Wolfrum<br>
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1911/1912 Carl P. Wagner<br>
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1910/1911 Heinrich Wolfrum
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1912/1913 Alois Laschenky<br>
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1911/1912 Carl P. Wagner
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1913/1914 Alois Laschensky<br>
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1912/1913 Alois Laschenky
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1914/1915 Josef Frank, Dr. jur.<br>
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1913/1914 Alois Laschensky
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1915/1916 Josef Frank (durch den 1. Weltkrieg eingeschränkter Betrieb)<br>
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1914/1915 Josef Frank, Dr. jur.
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1918/1919 Josef Frank<br>
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1915/1916 Josef Frank (durch den Ersten Weltkrieg eingeschränkter Betrieb)
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1920/1921 Wilhelm Ullrich (in Zeitung, der „Champion von Salzburg“)<br>
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1918/1919 Josef Frank
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1921/1922 Franz Motzko<br>
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1920/1921 Wilhelm Ullrich (in Zeitung als der "Champion von Salzburg" bezeichnet)
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1922/1923 Franz Motzko<br>
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1921/1922 Franz Motzko
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1923/1924 kein Winterturnier wegen Lokalfrage<br>
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1922/1923 Franz Motzko
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(Anmerkung: alle Spieler ab 1910 waren Mitglied der Salzburger Schachgesellschaft)<br>
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1923/1924 kein Winterturnier wegen Lokalfrag
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Alle Spieler ab 1910 waren Mitglied der Salzburger Schachgesellschaft.
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'''Offizielle Salzburger Landesmeister (1925-2018)<br>'''
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==== Offizielle Salzburger Landesmeister 1925-2018 ====
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1925 August Maggi (Freie Schachvereinigung-Bischofshofen (1923)<br>
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1925 August Maggi (Freie Schachvereinigung-Bischofshofen (1923)
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1928 Erich Flir (SGS)<br>
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1928 Erich Flir (SGS)
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1931 Karl Mayer (SGS)<br>
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1931 Karl Mayer (SGS)
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1933 Richard Wallaschek (SGS)<br>
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1933 Richard Wallaschek (SGS)
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1936 Walter Kolneder (SGS)<br>
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1936 Walter Kolneder (SGS)
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1938 Wilhelm David (SGS)<br>
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1938 Wilhelm David (SGS)
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1939 Karl Mayer (SGS; <br>Bewerb als Gaumeisterschaft tituliert)<br>
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1939 Karl Mayer (SGS; <br>Bewerb als Gaumeisterschaft tituliert)
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1946 Walchshofer (SGS-Posthof)<br>
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1946 Walchshofer (SGS-Posthof)
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1948 Gerhard Bruckner (Bad Gastein)<br>
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1948 Gerhard Bruckner (Bad Gastein)
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1950 Heinrich Langecker (SGS Posthof)<br>
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1950 Heinrich Langecker (SGS Posthof)
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1951 Georg Berner (ATSV–Itzling, Traunstein)<br>
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1951 Georg Berner (ATSV–Itzling, Traunstein)
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1952 August Travnitzky (Mozart)<br>
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1952 August Travnitzky (Mozart)
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1953 Erich Flir (Mozart)<br>
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1953 Erich Flir (Mozart)
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1954 August Travnitzky (Mozart)<br>
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1954 August Travnitzky (Mozart)
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1955 Adolf Rabitsch (Mozart)<br>
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1955 Adolf Rabitsch (Mozart)
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1956 Walter Wöll (Mozart)<br>
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1956 Walter Wöll (Mozart)
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1958 Karl Schatzl (Posthof)<br>
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1958 Karl Schatzl (Posthof)
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1960 August Travnitzky (Mozart)<br>
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1960 August Travnitzky (Mozart)
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1962 August Travnitzky (Mozart)<br>
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1962 August Travnitzky (Mozart)
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1964 Walter Wöll (Mozart)<br>
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1964 Walter Wöll (Mozart)
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1966 Karl Leingstättner (Hallein/Mozart)<br>
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1966 Karl Leingstättner (Hallein/Mozart)
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1968 Werner Mikenda (1. SK Bad Ischl)<br>
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1968 Werner Mikenda (1. SK Bad Ischl)
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1970 Erich Flir (Mozart)<br>
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1970 Erich Flir (Mozart)
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1972 Walter Klimitschek (Mozart)<br>
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1972 Walter Klimitschek (Mozart)
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1974 Wolfgang Hackbarth (ATSV Ranshofen)<br>
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1974 Wolfgang Hackbarth (ATSV Ranshofen)
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1976 Wolfgang Hackbarth (ATSV Ranshofen)<br>
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1976 Wolfgang Hackbarth (ATSV Ranshofen)
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1978 Johann Fischbacher (ESV Bischofshofen)<br>
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1978 Johann Fischbacher (ESV Bischofshofen)
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1980 Arthur Hinteregger (ATSV Ranshofen)<br>
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1980 Arthur Hinteregger (ATSV Ranshofen)
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1982 Franz Hager (ESV-Bischofshofen)<br>
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1982 Franz Hager (ESV-Bischofshofen)
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1984 Harald Herndl (SK Hallein)<br>
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1984 Harald Herndl (SK Hallein)
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1986 Ulrich Fössmeier (SK Ach Burghausen)<br>
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1986 Ulrich Fössmeier (SK Ach Burghausen)
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1988 Harald Herndl (Inter Salzburg)<br>
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1988 Harald Herndl (Inter Salzburg)
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1990 Reinhard Hanel (Mozart)<br>
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1990 Reinhard Hanel (Mozart)
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1992 Arthur Hinteregger (ATSV Ranshofen)<br>
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1992 Arthur Hinteregger (ATSV Ranshofen)
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1994 Siegfried Teufl (ASK)<br>
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1994 Siegfried Teufl (ASK)
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1996 Arthur Hinteregger (ATSV Ranshofen)<br>
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1996 Arthur Hinteregger (ATSV Ranshofen)
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1998 Juro Ljubic (SK Schwarzach)<br>
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1998 Juro Ljubic (SK Schwarzach)
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2000 Juro Ljubic (Schwarzach)<br>
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2000 Juro Ljubic (Schwarzach)
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2002 Georgi Ganchev (Mozart)<br>
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2002 Georgi Ganchev (Mozart)
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2004 Harald Hicker (Mozart)<br>
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2004 Harald Hicker (Mozart)
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2006 Markus Bawart (Schwarzach)<br>
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2006 Markus Bawart (Schwarzach)
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2008 Robert Scheiblmaier (ASK)<br>
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2008 Robert Scheiblmaier (ASK)
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2010 Juro Ljubic (Schwarzach)<br>
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2010 Juro Ljubic (Schwarzach)
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2012 Gerhard Spießberger (ATSV Ranshofen)<br>
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2012 Gerhard Spießberger (ATSV Ranshofen)
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2013 Lukas Prüll (ASK)<br>
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2013 Lukas Prüll (ASK)
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2015 Gerald Wieneroiter (SK Salzburg-Süd)<br>
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2015 Gerald Wieneroiter (SK Salzburg-Süd)
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2017 Emanuel Frank (SK Neumarkt)<br>
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2017 Emanuel Frank (SK Neumarkt)
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2018 Emanuel Frank (SK Neumarkt)<br>
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2018 Emanuel Frank (SK Neumarkt)
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2019 Emanuel Frank (SK Neumarkt)<br>
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2019 Emanuel Frank (SK Neumarkt)
       
Anmerkungen:<br>
 
Anmerkungen:<br>
   
Spieler ohne akad. Titel
 
Spieler ohne akad. Titel
 
SGS= Verein: Salzburger Schachgesellschaft 1910
 
SGS= Verein: Salzburger Schachgesellschaft 1910
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Die Meistertitel sind dennoch verdient gewonnen worden. Wie es im sportlichen Kampf ebenso läuft.<br>
 
Die Meistertitel sind dennoch verdient gewonnen worden. Wie es im sportlichen Kampf ebenso läuft.<br>
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== Der Salzburger Landesverband =='
'''== Der Salzburger Landesverband =='''  
      
'''In der ersten Republik gab es noch keinen Salzburger Landesverband. Dieser wurde erst 1950 gegründet. '''<br />
 
'''In der ersten Republik gab es noch keinen Salzburger Landesverband. Dieser wurde erst 1950 gegründet. '''<br />

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