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| | Am [[1. Dezember]] [[2010]] gab [[Angelika Kirchschlager]], von [[Markus Stepanek]] am Klavier begleitet, einen Benefiz-Liederabend zugunsten der Gruber-Orgel. Insgesamt wurde an diesem Abend ein Erlös von 16.000 Euro für den Orgelneubau von 555 Konzertbesuchern gespendet. Die beiden Künstler bekamen als Gage für diesen Abend ein ''Bschoadpackerl'', gefüllt mit allerlei Halleiner Köstlichkeiten. | | Am [[1. Dezember]] [[2010]] gab [[Angelika Kirchschlager]], von [[Markus Stepanek]] am Klavier begleitet, einen Benefiz-Liederabend zugunsten der Gruber-Orgel. Insgesamt wurde an diesem Abend ein Erlös von 16.000 Euro für den Orgelneubau von 555 Konzertbesuchern gespendet. Die beiden Künstler bekamen als Gage für diesen Abend ein ''Bschoadpackerl'', gefüllt mit allerlei Halleiner Köstlichkeiten. |
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| − | Hinter dem denkmalgeschützten Orgelempore stecken rund 700.000 Euro an Investitionen und mehr als zehn Jahre Vorbereitungszeit für ein modernes Orgelinstrument der Extraklasse. "Das hier ist keine Standardorgel", sagt [[Philipp Pelster]], Mitglied der Diözesanen Orgelkommission der [[Erzdiözese]]. "Es ist sozusagen ein Grundinstrument aus den [[1860er]]n mit modernen Erweiterungen, ideal für romantische Musik aus Grubers Zeit, aber natürlich kann auch alles andere darauf gespielt werden." | + | Hinter dem denkmalgeschützten Orgelempore stecken rund 700.000 Euro an Investitionen und mehr als zehn Jahre Vorbereitungszeit für ein modernes Orgelinstrument der Extraklasse. "Das hier ist keine Standardorgel", sagt [[Philipp Pelster]], Mitglied der [[Orgelkommission der Erzdiözese Salzburg|diözesanen Orgelkommission]]. "Es ist sozusagen ein Grundinstrument aus den [[1860er]]n mit modernen Erweiterungen, ideal für romantische Musik aus Grubers Zeit, aber natürlich kann auch alles andere darauf gespielt werden." |
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| | ''Neben rund 2 000 Pfeifen in 30 Registern mit zwei Manualen und Pedal steckt auch viel Hightech darin: Der Organist kann bevorzugte Sounds und Registerkombinationen elektronisch abspeichern, gestimmt werden kann die Orgel via Handy-App und eigens eingebautem W-Lan. Zudem soll noch ein zweiter Spieltisch angeschafft werden, sodass der Organist, zum Beispiel bei Konzerten, unten am Altar sitzen kann, wo ihn das Publikum sieht. "Einen zweiten Spieltisch haben sonst nur die Basilika Mariazell und der Stephansdom."''<ref>Philpp Pelster. In: Salzburger Nachrichten: '' Neue Gruber-Orgel: 2000 Pfeifen, 30 Register - und W-Lan'', 21. November 2018. [https://www.sn.at/salzburg/chronik/neue-gruber-orgel-2000-pfeifen-30-register-und-w-lan-61233370 © Salzburger Nachrichten VerlagsgesmbH & Co KG 2018 Digitalisat]</ref> | | ''Neben rund 2 000 Pfeifen in 30 Registern mit zwei Manualen und Pedal steckt auch viel Hightech darin: Der Organist kann bevorzugte Sounds und Registerkombinationen elektronisch abspeichern, gestimmt werden kann die Orgel via Handy-App und eigens eingebautem W-Lan. Zudem soll noch ein zweiter Spieltisch angeschafft werden, sodass der Organist, zum Beispiel bei Konzerten, unten am Altar sitzen kann, wo ihn das Publikum sieht. "Einen zweiten Spieltisch haben sonst nur die Basilika Mariazell und der Stephansdom."''<ref>Philpp Pelster. In: Salzburger Nachrichten: '' Neue Gruber-Orgel: 2000 Pfeifen, 30 Register - und W-Lan'', 21. November 2018. [https://www.sn.at/salzburg/chronik/neue-gruber-orgel-2000-pfeifen-30-register-und-w-lan-61233370 © Salzburger Nachrichten VerlagsgesmbH & Co KG 2018 Digitalisat]</ref> |
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| | == Egedacher-Orgel 1704 == | | == Egedacher-Orgel 1704 == |
| | [[Datei:Rekonstruktionsstudie, Kaseïnanstrich, in Ultramarin.png|thumb|Rekonstruktionsstudie; mit ultramariner Kaseïnfassung und römischem Ziffernblatt]] | | [[Datei:Rekonstruktionsstudie, Kaseïnanstrich, in Ultramarin.png|thumb|Rekonstruktionsstudie; mit ultramariner Kaseïnfassung und römischem Ziffernblatt]] |
| − | Die Halleiner Orgel geht auf das Instrument zurück, das [[1704]] angeschafft wurde und das vermutlich vom Salzburger [[Orgelbauer#Hoforgelmacher|Hoforgelmacher]] [[Christoph Egedacher]] stammte. Das Gehäuse, welches in etwas veränderter Form erhalten geblieben ist, lieferte der Halleiner Tischler Jacob Daigl um 80 [[Gulden]], [[1707]] wurde es vergoldet.<ref>''[[Österreichische Kunsttopographie]] 20'': [[Die Denkmale des politischen Bezirkes Hallein]] (ÖKT 20), hg. vom Kunsthistorischen Institute des Bundesdenkmalamtes, Wien, Augsburg, Köln, 1927, S. 88.</ref> Sie hatte 13 Register auf zwei Manualen und Pedal, anstelle des Tondos mit dem Ölbild der hl. [[Cäcilia von Rom]] war das Zifferblatt einer Uhr Bestandteil des Orgelprospektes. Das Zifferblatt mit römischen Ziffern ist auf einer [[1927]] veröffentlichen Abbildung noch zu sehen.<ref>''[[Österreichische Kunsttopographie]] 20'': Die Denkmale des politischen Bezirkes Hallein (ÖKT 20), hg. vom Kunsthistorischen Institute des Bundesdenkmalamtes, Wien, Augsburg, Köln, 1927, Abb. 83, S. 97.</ref> | + | Die Halleiner Orgel geht auf das Instrument zurück, das [[1704]] angeschafft wurde und das vermutlich vom Salzburger [[Orgelbauer#Hoforgelmacher|Hoforgelmacher]] [[Christoph Egedacher]] stammte. Das Gehäuse, welches in etwas veränderter Form erhalten geblieben ist, lieferte der Halleiner Tischler Jacob Daigl um 80 [[Gulden]], [[1707]] wurde es vergoldet.<ref>''[[Österreichische Kunsttopographie]] 20'': [[Denkmäler im Land Salzburg|Die Denkmale des politischen Bezirkes Hallein]] (ÖKT 20), hg. vom Kunsthistorischen Institute des Bundesdenkmalamtes, Wien, Augsburg, Köln, 1927, S. 88.</ref> Sie hatte 13 Register auf zwei Manualen und Pedal, anstelle des Tondos mit dem Ölbild der hl. [[Cäcilia von Rom]] war das Zifferblatt einer Uhr Bestandteil des Orgelprospektes. Das Zifferblatt mit römischen Ziffern ist auf einer [[1927]] veröffentlichen Abbildung noch zu sehen.<ref>''[[Österreichische Kunsttopographie]] 20'': Die Denkmale des politischen Bezirkes Hallein (ÖKT 20), hg. vom Kunsthistorischen Institute des Bundesdenkmalamtes, Wien, Augsburg, Köln, 1927, Abb. 83, S. 97.</ref> |
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| − | In der Zeit um 1770 muss das Instrument von einem "betrügerischen Orgelbauer" verhunzt worden sein, wie der Halleiner Stadtpfarrorganist (1791–1806) Franz Treml klagte. In einer Eingabe der Kirchenverwaltung ist zu lesen: ''Seit einiger Zeit hatten sich diese Gebrechen derart vermehrt und sind so gravierend geworden, daß fünf Register, worunter einige der nothwendigsten, z. B. Koppel, Flöte, Subbaß ganz zugesteckt und außer Gebrauch gesetzt werden mußten''.<ref>[[Archiv der Erzdiözese Salzburg|AES]]: Akte ''Hallein 6/78'' (Hallein, [[2. August]] [[1804]]). Zitiert nach: Gerhard Walterskirchen: "''… weil der Organist doch immer am besten versteh, was sein Bedarf ist''". Ein unbekanntes Orgegutachten von Franz Xaver Gruber, in: ''De Editione Musices'', Salzburg 1992, S. 339.</ref> | + | In der Zeit um 1770 muss das Instrument von einem "betrügerischen Orgelbauer" verhunzt worden sein, wie der Halleiner Stadtpfarrorganist (1791–1806) Franz Treml klagte. In einer Eingabe der Kirchenverwaltung ist zu lesen: ''Seit einiger Zeit hatten sich diese Gebrechen derart vermehrt und sind so gravierend geworden, daß fünf Register, worunter einige der nothwendigsten, z. B. Koppel, Flöte, Subbaß ganz zugesteckt und außer Gebrauch gesetzt werden mußten''.<ref>[[Archiv der Erzdiözese Salzburg|AES]]: Akte ''Hallein 6/78'' (Hallein, [[2. August]] [[1804]]). Zitiert nach: Gerhard Walterskirchen: "''… weil der Organist doch immer am besten versteh, was sein Bedarf ist''". Ein unbekanntes Orgelgutachten von Franz Xaver Gruber, in: ''De Editione Musices'', Salzburg 1992, S. 339.</ref> |
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| | Anscheinend hatte der "betrügerischen Orgelbauer", um für sich wertvolles Zinn abzuzweigen, jede Zinnpfeife gekürzt, sodass dann ihr Stimmton um einen Halbton höher als der ohnehin schon hohe Cornettton war. Außerdem war das Gotteshaus vor [[1800]]<ref>''Personalstand der Welt- und Ordens-Geistlichkeit der Erzdiözese Salzburg für das Jahr 1957'' (Schematismus 1957), hrsg. vom Erzbischöflichen Ordinariat Salzburg 1957, S. 187.</ref> aufwändig in eine klassizistische Hallenkirche umgebaut worden: sie wurde u.a. um ''30 Schuch'' (ca. 9,5 Meter)<ref>Der ''Wiener Fuß'' betrug 0,316102 Meter. In: Franc Močnik: ''Lehrbuch des gesammten Rechnens'': für die vierte Classe der Hauptschulen in den k.k. Staaten. Wien: k.k. Schulbücher-Verschleiß-Administration bey St. Anna 1848, S. 131.</ref> nach Westen zu verlängert.<ref>[[Franz Xaver Gruber (Autor)|Gruber, Franz]]: ''Chronologisch-statistische Beschreibung der Stadt Hallein und ihrer Umgebung'', Salzburg 1870, S. 89f.</ref> Naturgemäß muss die Orgel auch wegen dieser Baumaßnahmen glitten haben. | | Anscheinend hatte der "betrügerischen Orgelbauer", um für sich wertvolles Zinn abzuzweigen, jede Zinnpfeife gekürzt, sodass dann ihr Stimmton um einen Halbton höher als der ohnehin schon hohe Cornettton war. Außerdem war das Gotteshaus vor [[1800]]<ref>''Personalstand der Welt- und Ordens-Geistlichkeit der Erzdiözese Salzburg für das Jahr 1957'' (Schematismus 1957), hrsg. vom Erzbischöflichen Ordinariat Salzburg 1957, S. 187.</ref> aufwändig in eine klassizistische Hallenkirche umgebaut worden: sie wurde u.a. um ''30 Schuch'' (ca. 9,5 Meter)<ref>Der ''Wiener Fuß'' betrug 0,316102 Meter. In: Franc Močnik: ''Lehrbuch des gesammten Rechnens'': für die vierte Classe der Hauptschulen in den k.k. Staaten. Wien: k.k. Schulbücher-Verschleiß-Administration bey St. Anna 1848, S. 131.</ref> nach Westen zu verlängert.<ref>[[Franz Xaver Gruber (Autor)|Gruber, Franz]]: ''Chronologisch-statistische Beschreibung der Stadt Hallein und ihrer Umgebung'', Salzburg 1870, S. 89f.</ref> Naturgemäß muss die Orgel auch wegen dieser Baumaßnahmen glitten haben. |