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nicht höchster Punkt der Durchgangsstraße, höchster Punkt des Fuscher Törls, die Durchgangsstraße hat beim Hochtor ja ihren höchsten Punkt, ansonsten nur die Schreibweise nochmals an die historischen Quellen angepasst
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Als "Fuscher Törl" bezeichnet man im allgemeinen<!-- das könnte man jetzt noch diskutieren, weil die einzigen Quellen, die dafür sprechen, sind ein Photo von einer Tafel, die es nicht mehr gibt, und eine Karte aus einem Buch von 1937 mit nicht ganz korrekter Höhenangabe --> den Straßendurchbruch auf 2&nbsp;425 [[m ü. A.]] südlich des Törlkopfes am südlichen Ende des Parkplatzes Fuscher Törl II, wo die Straße wieder (steiler)<!-- talwärts verläuft sie ja schon südlich des Gedenkzeichens --> talwärts in Richtung [[Fuscher Lacke]] verläuft. Mitten durch diesen Straßendurchbruch verlaufen die Gemeindegrenzen von [[Fusch an der Großglocknerstraße]] und [[Rauris]].  
 
Als "Fuscher Törl" bezeichnet man im allgemeinen<!-- das könnte man jetzt noch diskutieren, weil die einzigen Quellen, die dafür sprechen, sind ein Photo von einer Tafel, die es nicht mehr gibt, und eine Karte aus einem Buch von 1937 mit nicht ganz korrekter Höhenangabe --> den Straßendurchbruch auf 2&nbsp;425 [[m ü. A.]] südlich des Törlkopfes am südlichen Ende des Parkplatzes Fuscher Törl II, wo die Straße wieder (steiler)<!-- talwärts verläuft sie ja schon südlich des Gedenkzeichens --> talwärts in Richtung [[Fuscher Lacke]] verläuft. Mitten durch diesen Straßendurchbruch verlaufen die Gemeindegrenzen von [[Fusch an der Großglocknerstraße]] und [[Rauris]].  
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Der historische Übergang Fuscher Törl befindet sich jedoch unmittelbar südlich des Rehrl-Hauses. Seine Höhe wird vom [[SAGIS]]-Geländemodell dort mit einer Höhe von 2&nbsp;402 m ü. A. angegeben. Sowohl in der [[AMap]] (ohne Höhenkote) als auch im [[Franziszeischer Kataster|Franziszeischen Kataster]] von [[1830]] und in der Franzisco-Josephinischen Landesaufnahme<ref>In der Ausgabe 1:25.000 mit 2&nbsp;409 m ü. A., in der Ausgabe 1:75.000 mit 2&nbsp;405 m ü. A.</ref> ist in diesem Bereich das "Fuscher-Törl" bzw. "Fuschertörl" bzw. "Fuscherthörl" bzw. "Fuscher Thörl" vermerkt. Andererseits bezeichnet SAGIS als Fuscher Törl den mit 2&nbsp;428 m ü. A. höchsten Punkt der Durchgangsstraße beim Gedenkzeichen, das sich am nördlichen Beginn des Parkplatzes II befindet.
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Der historische Übergang Fuscher Törl befindet sich jedoch unmittelbar südlich des Rehrl-Hauses. Seine Höhe wird vom [[SAGIS]]-Geländemodell dort mit einer Höhe von 2&nbsp;402 m ü. A. angegeben. Sowohl in der [[AMap]] (ohne Höhenkote) als auch im [[Franziszeischer Kataster|Franziszeischen Kataster]] von [[1830]] und in der Franzisco-Josephinischen Landesaufnahme<ref>In der Ausgabe 1:25&nbsp;000 mit 2&nbsp;409 m ü. A., in der Ausgabe 1:75&nbsp;000 mit 2&nbsp;405 m ü. A.</ref> ist in diesem Bereich das "Fuscher-Törl" bzw. "Fuschertörl" bzw. "Fuscherthörl" bzw. "Fuscher Thörl" vermerkt. Andererseits bezeichnet SAGIS als Fuscher Törl den mit 2&nbsp;428 m ü. A. höchsten Punkt des Fuscher Törls beim Gedenkzeichen, das sich am nördlichen Beginn des Parkplatzes II befindet.
    
Allgemein hat sich der Begriff Fuscher Törl aber für den gesamten Bereich um und unmittelbar nordöstlich unterhalb des Törlkopfes eingebürgert.  
 
Allgemein hat sich der Begriff Fuscher Törl aber für den gesamten Bereich um und unmittelbar nordöstlich unterhalb des Törlkopfes eingebürgert.  
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Der Erbauer der Straße, [[Hofrat]] Dipl.-Ing. [[Franz Friedrich Wallack]] hat in seinem Buch "[[Die Großglockner Hochalpenstraße - die Geschichte ihres Baues]]" auf der Baulos-Karte auf Seite 168 das ''Fuschertörl'' beim Rehrl-Haus eingezeichnet, die Höhenangabe von 2&nbsp;428 m ü. A. ist im Bereich des Gedenkzeichens vermerkt. Wallack schreibt in seinem Buch auch immer nur von einer "Umfahrung des Törlkopfs" und von "Feierlichkeiten am Fuscher Törl", die, durch Bilder belegt, unmittelbar neben dem Rehrl-Haus stattfanden, also auf dem historischen Fuscher Törl. Es ist daher anzunehmen, dass das Fuscher Törl auch dort war und ist. Wie auf der historischen Ansichtskarte rechts zu sehen ist, hatte dann aber Wallack beim Straßendurchbruch ein Schild mit "Fuschertörl 2425 m" aufstellen lassen. Vermutlich aus Marketing-Überlegungen heraus verlegte er das historische Fuscher Törl ein paar Meter höher dorthin.
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Der Erbauer der Straße, [[Hofrat]] Dipl.-Ing. [[Franz Friedrich Wallack]] hat in seinem Buch "[[Die Großglockner Hochalpenstraße - die Geschichte ihres Baues]]" auf der Baulos-Karte auf Seite 168 das ''Fuschertörl'' beim Rehrl-Haus eingezeichnet, die Höhenangabe von 2&nbsp;428 m ü. A. ist im Bereich des Gedenkzeichens vermerkt. Wallack schreibt in seinem Buch auch immer nur von einer "Umfahrung des Törlkopfs" und von "Feierlichkeiten am Fuschertörl", die, durch Bilder belegt, unmittelbar neben dem Rehrl-Haus stattfanden, also auf dem historischen Fuscher Törl. Es ist daher anzunehmen, dass das Fuscher Törl auch dort war und ist. Wie auf der historischen Ansichtskarte rechts zu sehen ist, hatte dann aber Wallack beim Straßendurchbruch ein Schild mit "Fuschertörl 2425 m" aufstellen lassen. Vermutlich aus Marketing-Überlegungen heraus verlegte er das historische Fuscher Törl ein paar Meter höher dorthin.
    
Auf einer Karte in dem [[1937]] erschienenen Buch "[[Die Großglockner-Hochalpenstraße. Ein Wegbegleiter für Kraftfahrer und Bergwanderer.]]" wird der Straßendurchbruch südlich des Törlkopfes als Fuscher Törl mit einer Höhe von 2&nbsp;428 m ü. A. angegeben. In diesem Buch ist nur die Rede von einem Parkplatz Fuscher Törl auf 2&nbsp;428 m ü. A. "dem höchsten Punkt der [[Nordrampe der Großglockner Hochalpenstraße|Nordrampe]]" und weiter "Durch ein Felstor verläßt die Straße den Parkplatz und senkt sich nach Osten gegen das [[Seidlwinkltal]]."
 
Auf einer Karte in dem [[1937]] erschienenen Buch "[[Die Großglockner-Hochalpenstraße. Ein Wegbegleiter für Kraftfahrer und Bergwanderer.]]" wird der Straßendurchbruch südlich des Törlkopfes als Fuscher Törl mit einer Höhe von 2&nbsp;428 m ü. A. angegeben. In diesem Buch ist nur die Rede von einem Parkplatz Fuscher Törl auf 2&nbsp;428 m ü. A. "dem höchsten Punkt der [[Nordrampe der Großglockner Hochalpenstraße|Nordrampe]]" und weiter "Durch ein Felstor verläßt die Straße den Parkplatz und senkt sich nach Osten gegen das [[Seidlwinkltal]]."
    
==Geschichte==
 
==Geschichte==
Der [[Flurname]] "Fuschertörl" dürfte schon seit einigen Jahrhunderten verwendet worden sein. In der "Wiener Zeitschrift" vom [[31. Juli]] [[1838]] wird das "Fuscherthörl" in einem Reisebericht erwähnt.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=wzz&datum=18380731&query=%22fuscherth%c3%b6rl%22&ref=anno-search&seite=5 ANNO], "Wiener Zeitschrift", Ausgabe vom 31. Juli 1838 (Nr.91), S. 725; der Verfasser vermutet, dass es sich um eine Verballhornung der Verkleinerungsform "Fuschertauerl" handeln könnte.</ref> Gustav Rasch berichtet [[1859]] in "Die Gartenlaube" von einem Schneesturm auf dem Hohen Heiligenbluter Tauern (Hochtor) und dem Übergang über das "Fuscher Thörl".<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=gfl&datum=18590149&query=(text:%22fuscher+th%c3%b6rl%22)&ref=anno-search&seite=8 ANNO], "Die Gartenlaube", 1859, Nummer 49, Seite 716</ref> Die "[[Salzburger Chronik]]" berichtet in ihrer Ausgabe vom [[5. Juli]] [[1902]] von der "[[Pinzgauer Wallfahrt nach Heiligenblut]]". In diesem Artikel wird der Begriff "Fuschertörl" zwei Mal genannt. Als Höhenangabe werden 2&nbsp;409 m angegeben.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19020705&query=%22Fuschert%c3%b6rl%22&ref=anno-search&seite=2 ANNO], "Salzburger Chronik", Ausgabe vom 5. Juli 1902, Seite 2; hier wird offenbar die Karte 1:25.000 der Franzisco-Josephinischen Landesaufnahme herangezogen</ref> Das [[Salzburger Volksblatt]] erwähnt für das gleiche Ereignis eine Seehöhe am "Fuscher Törl" von 2&nbsp;405 m.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19020705&query=%22fuscher+t%c3%b6rl%22&ref=anno-search&seite=9 ANNO], "Salzburger Volksblatt", Ausgabe vom 5. Juli 1902, Seite 9; hier wird offenbar die Karte 1:75.000 der Franzisco-Josephinischen Landesaufnahme herangezogen</ref>
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Der [[Flurname]] "Fuschertörl" dürfte schon seit einigen Jahrhunderten verwendet worden sein. In der "Wiener Zeitschrift" vom [[31. Juli]] [[1838]] wird das "Fuscherthörl" in einem Reisebericht erwähnt.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=wzz&datum=18380731&query=%22fuscherth%c3%b6rl%22&ref=anno-search&seite=5 ANNO], "Wiener Zeitschrift", Ausgabe vom 31. Juli 1838, Nr. 91, S. 725; der Verfasser vermutet, dass es sich um eine Verballhornung der Verkleinerungsform "Fuschertauerl" handeln könnte.</ref> Gustav Rasch berichtet [[1859]] in "Die Gartenlaube" von einem Schneesturm auf dem Hohen Heiligenbluter Tauern ([[Hochtor (Kärnten)|Hochtor]]) und dem Übergang über das "Fuscher Thörl".<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=gfl&datum=18590149&query=(text:%22fuscher+th%c3%b6rl%22)&ref=anno-search&seite=8 ANNO], "Die Gartenlaube", 1859, Nummer 49, Seite 716</ref> Die "[[Salzburger Chronik]]" berichtet in ihrer Ausgabe vom [[5. Juli]] [[1902]] von der "[[Pinzgauer Wallfahrt nach Heiligenblut]]". In diesem Artikel wird der Begriff "Fuschertörl" zwei Mal genannt. Als Höhenangabe werden 2&nbsp;409 m angegeben.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19020705&query=%22Fuschert%c3%b6rl%22&ref=anno-search&seite=2 ANNO], "Salzburger Chronik", Ausgabe vom 5. Juli 1902, Seite 2; hier wird offenbar die Karte 1:25&nbsp;000 der Franzisco-Josephinischen Landesaufnahme herangezogen</ref> Das "[[Salzburger Volksblatt]]" erwähnt für das gleiche Ereignis eine Seehöhe am "Fuscher Törl" von 2&nbsp;405 m.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19020705&query=%22fuscher+t%c3%b6rl%22&ref=anno-search&seite=9 ANNO], "Salzburger Volksblatt", Ausgabe vom 5. Juli 1902, Seite 9; hier wird offenbar die Karte 1:75&nbsp;000 der Franzisco-Josephinischen Landesaufnahme herangezogen</ref>
    
Beim Fuscher Törl hatte der Erbauer der Straße, [[Franz Friedrich Wallack]], bewusst den Törlkopf umfahren, um so den Besuchern einen perfekten Rundblick in die unvergleichliche Hochgebirgslandschaft zu ermöglichen. Dort befindet sich auch eine vom Architekten [[Clemens Holzmeister]] errichtete Gedenkstätte, das sogenannte Gedenkzeichen, für die 15 während der Errichtung der Straße verunglückten Ingenieure und Arbeiter.
 
Beim Fuscher Törl hatte der Erbauer der Straße, [[Franz Friedrich Wallack]], bewusst den Törlkopf umfahren, um so den Besuchern einen perfekten Rundblick in die unvergleichliche Hochgebirgslandschaft zu ermöglichen. Dort befindet sich auch eine vom Architekten [[Clemens Holzmeister]] errichtete Gedenkstätte, das sogenannte Gedenkzeichen, für die 15 während der Errichtung der Straße verunglückten Ingenieure und Arbeiter.
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In seinem Tagebuch vermerkte Wallack im August [[1931]]: "Heute gehe ich zum 103. Male übers Fuschertörl."<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=omo&datum=19330101&query=(text:Fuschert%c3%b6rl)&ref=anno-search&seite=8 ANNO], "Österreichischer/Europa Motor", Ausgabe vom 1. Jänner 1933, Seite 8</ref>
 
In seinem Tagebuch vermerkte Wallack im August [[1931]]: "Heute gehe ich zum 103. Male übers Fuschertörl."<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=omo&datum=19330101&query=(text:Fuschert%c3%b6rl)&ref=anno-search&seite=8 ANNO], "Österreichischer/Europa Motor", Ausgabe vom 1. Jänner 1933, Seite 8</ref>
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Am [[23. September]] [[1934]] um 10 Uhr begann die Autokolonne die Auffahrt von der [[Kassenstelle Ferleiten]] zur [[Eröffnung der Nordrampe der Großglockner Hochalpenstraße|Einweihung der Straße bis zum Fuscher Törl]] sowie der Edelweißstraße. Im ersten Fahrzeug fuhr [[Landeshauptmann]] Dr. [[Franz Rehrl]]. Dahinter die Wagen mit dem Bundespräsidenten Wilhelm Miklas, dem Bundeskanzler [[Kurt Schuschnigg]], den Ministern, Diplomaten und sonstigen Würdenträgern. Insgesamt waren es 343 Personenkraftwagen, 32 Autobusse und 318 Motorräder. Eine feierliche Feldmesse fand dann beim Dr.-Franz-Rehrl-Haus, heute Restaurant Fuschertörl, statt. Nach der Messe sang Kammersänger [[Richard Mayr]] ohne jede Begleitung die beiden ersten Strophen Goethes "Talismane" nach der Vertonung von [[Franz Schubert]]. Es folgten Ansprachen, denen rund 8&nbsp;000 Menschen lauschten, und über ihren Köpfen kreiste [[Ulrich Ferdinand Fürst Kinsky]] in seinem Sportflugzeug.
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Am [[23. September]] [[1934]] um 10 Uhr begann die Autokolonne die Auffahrt vom [[Kassenstelle Ferleiten|Mauthaus Ferleiten]] zur [[Eröffnung der Nordrampe der Großglockner Hochalpenstraße|Einweihung der Straße bis zum Fuscher Törl]] sowie der Edelweißstraße. Im ersten Fahrzeug fuhr [[Landeshauptmann]] Dr. [[Franz Rehrl]]. Dahinter die Wagen mit dem Bundespräsidenten Wilhelm Miklas, dem Bundeskanzler [[Kurt Schuschnigg]], den Ministern, Diplomaten und sonstigen Würdenträgern. Insgesamt waren es 343 Personenkraftwagen, 32 Autobusse und 318 Motorräder. Eine feierliche Feldmesse fand dann beim Dr.-Franz-Rehrl-Haus, heute Restaurant Fuschertörl, statt. Nach der Messe sang Kammersänger [[Richard Mayr]] ohne jede Begleitung die beiden ersten Strophen Goethes "Talismane" nach der Vertonung von [[Franz Schubert]]. Es folgten Ansprachen, denen rund 8&nbsp;000 Menschen lauschten, und über ihren Köpfen kreiste [[Ulrich Ferdinand Fürst Kinsky]] in seinem Sportflugzeug.
    
==Sport==
 
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