| | Brief von [[Antonia Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]; ein Bogen; Jahreszahl fehlt: erschlossen<ref>Der Brief lag im Bündel "1877" (jetzt mit Bleistift markiert "1874"), da aber von dem Umzug nach Wien geschrieben wird, gehört er in das Jahr 1874.</ref>; / = Seitenwechsel (Leseabsätze eingefügt):<br /> | | Brief von [[Antonia Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]; ein Bogen; Jahreszahl fehlt: erschlossen<ref>Der Brief lag im Bündel "1877" (jetzt mit Bleistift markiert "1874"), da aber von dem Umzug nach Wien geschrieben wird, gehört er in das Jahr 1874.</ref>; / = Seitenwechsel (Leseabsätze eingefügt):<br /> |
| | ''Salzburg den 9t[en]/11 Meine lieben Theuren! Endlich heute fühle ich mich so wohl das ich beginne, an Euch meine Lieben zu schreiben, und vor allen zu dancken, für die Aufmerksamkeit, mir noch einige Trauben zu schücken. Leider konnte ich auch nicht meine Beren essen, weil ich so starke Diaree und schmerzen hatte, ich mußte ein paar Tage liegen, weil es mich so matt gemacht hat, ich bin noch nie außgegangen, vieleicht in ein paar Tagen werde ich probiren außzugehen. Wie sehr freute es mich durch die Großmutter zu hören das du nun endlich deinen Wunsch erreicht hast, nach Wien zu kommen gebe der liebe Gott, das es dir recht gut dort gehen möge. Wie ich höre hast du so viele Arbeit, das du / Täglich bis 12 Uhr arbeiten wilst – O mein lieber guter Franz, du plagst dich zu viel, und niemand wird es dir danken<ref>Das Wort ist durch den Zeilensprung getrennt: "dan ken" mit dem üblichen (sehr kleinen) Trennungszeichen = , daher fehlt vielleicht das kleine Häckchen "c", mit dem sie sonst "dancken" und ähnliche Wörter schreibt.</ref>, wie es meinen Vater, und Bruder gegangen ist, welche sich fast zu Tode gearbeitet haben. Mir wird oft bange wenn ich an dich dencke, da hat sich Otto den beßren Theil erwählt, wen er auch oft auch Tage, viel zu thun und zu schreiben hat, aber die Abende hat er immer frey.'' | | ''Salzburg den 9t[en]/11 Meine lieben Theuren! Endlich heute fühle ich mich so wohl das ich beginne, an Euch meine Lieben zu schreiben, und vor allen zu dancken, für die Aufmerksamkeit, mir noch einige Trauben zu schücken. Leider konnte ich auch nicht meine Beren essen, weil ich so starke Diaree und schmerzen hatte, ich mußte ein paar Tage liegen, weil es mich so matt gemacht hat, ich bin noch nie außgegangen, vieleicht in ein paar Tagen werde ich probiren außzugehen. Wie sehr freute es mich durch die Großmutter zu hören das du nun endlich deinen Wunsch erreicht hast, nach Wien zu kommen gebe der liebe Gott, das es dir recht gut dort gehen möge. Wie ich höre hast du so viele Arbeit, das du / Täglich bis 12 Uhr arbeiten wilst – O mein lieber guter Franz, du plagst dich zu viel, und niemand wird es dir danken<ref>Das Wort ist durch den Zeilensprung getrennt: "dan ken" mit dem üblichen (sehr kleinen) Trennungszeichen = , daher fehlt vielleicht das kleine Häckchen "c", mit dem sie sonst "dancken" und ähnliche Wörter schreibt.</ref>, wie es meinen Vater, und Bruder gegangen ist, welche sich fast zu Tode gearbeitet haben. Mir wird oft bange wenn ich an dich dencke, da hat sich Otto den beßren Theil erwählt, wen er auch oft auch Tage, viel zu thun und zu schreiben hat, aber die Abende hat er immer frey.'' |