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| | Fanni Spängler [Nr. 19] an Franz Spängler [Nr. 18]: 25. Juli [1876] Postkarte, Tinte, von Salzburg nach Wien: Lieber Franzl! Fahren Salzburg [mit dem Zug] ab 7 Uhr 42 Rosa [die jüngere Stiefschwester] und ich. "So Gott will also frohes Wiedersehen Abends in Wien", danke für Brief, Grüße deine Fanni, grüße Rosi. "Jeder Schritt ist Gottes Wille, ist ein Schritt zum Wiedersehen." | | Fanni Spängler [Nr. 19] an Franz Spängler [Nr. 18]: 25. Juli [1876] Postkarte, Tinte, von Salzburg nach Wien: Lieber Franzl! Fahren Salzburg [mit dem Zug] ab 7 Uhr 42 Rosa [die jüngere Stiefschwester] und ich. "So Gott will also frohes Wiedersehen Abends in Wien", danke für Brief, Grüße deine Fanni, grüße Rosi. "Jeder Schritt ist Gottes Wille, ist ein Schritt zum Wiedersehen." |
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| | + | ==== Brief vom 21. August 1876 von der Mutter Antonia Spängler, an die Familie Franz II. Xaver Gregor Spängler in Wien ==== |
| | + | Brief von [[Antonia Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]; ein Bogen, Prägestempel "A S" mit Kranz und Verzierung; / = Seitenwechsel (Leseabsätze eingefügt); fragliche [?] und XX unleserliche Stellen:<br /> |
| | + | ''Salzburg den 21/8 [18]76 Meine innigst geliebten Theuren! Es ist nicht lange, seit ich Euch geschrieben, aber da morgen Otto nach Wien reist will ich recht gerne mit Euch ein wenig plaudern. Ich bin seit Donnerstag Abends, wieder in meiner eigenen Behaußung; habe seit Freitag Abends meine neue Magd, und hoffe so gott will einen guten Tausch gemacht zu haben, – noch nicht an Kentnißen – aber an guten Willen, daß andere wird sich leicht finden, da sie sich bemüht etwas zu lernen, sie hat eine sorgfältige Erziehung bekomen, und hat daher im ganzen eine feinere Mannier, was mir sehr wohl thut. Gott gebe das es so bleibt. Mir geht es gottlob gut ich habe mich sehr erholt, ich war wider 15 Tag in Duregger Hof, und sehr vergnügt. / So lange wir allein waren haben wir viel gelesen, bald F v Duregger bald ich wie es kamm, bis am Freitag zuvor die Schistl'' [Schiestl, Anm.] ''kammen und bis 24 t[en] Hier bleiben, ich wolte sogleich nachhauße gehen – habe schon alles zusammen gepackt, aber sie ließen mich nicht fort bis Emile und Ko[c]hs [?], welche auch draußen wohnen zurückkammen'' |
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| | + | ''Was Otto mit Her[r]n President Schweiger gesprochen in Unken, kann er dir selbst erzählen. Denkt Euch, ich habe einmal Herrn Präsident Rabitsch [?] begegnet, aber ich hatte in selben Augenblück nicht erkannt und danckte wohl seinen Gruß, erst ein paar Tage darauf, hörte ich von Fr v Fenzl, das der Herr Präsident hier war, wie leid es mir that, ihn nicht angesprochen zu haben, bitte bey Gelegenheit es ihm sagen, nebst vielen Empfehlungen Ida Spángler<ref>Ida Spängler (* 1862; † 1937), Tochter von [[Carl I. Spängler]] und Leopoldine, geborene Duregger, 1884 verheiratet mit Josef Mayr. Vgl. auch folgenden Brief vom 9. September 1876.</ref> geht es Gottseys gedannk[t] viel beßer, sie ist schon oft 3 Stunden / auf einem Ruhebett liegend, auf dem Altan, wo es ihr sehr gut thut, wir freuen und alle über ihr Befinden. In Unken hat es ihnen allen sehr gut angeschlagen. Die Großmutter läßt Euch recht herzlich grüßen und bedauert nur daß sie Euch nicht mehr selbst schreiben kann da sie leider zu wenig sieht, sonst geht es ihr zimmlich gut. Bey Schlegl'' [Schlegel, Anm.] ''Grüßen sie auch alle recht herzlich, und es freut sie unendlich das die Rosa sich so wohl befindet. Ich bin sehr begierig wan Franz seinen Urlaub bekömmt. Ich freue mich schon auf die Zeit, wan Ihr kömmt.'' |
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| | + | ''Es kömmt nun richtig die Zeit wo wir das Gangl, und auch oben die Sachen ober der Durchrei[ch]e [?] wegräumen müßen aber zum großen Glück bleibt mir dieses Zimmer mit der Wasser- / außsicht, was mir wohl das liebste ist, weil wir im Sommer nur durch dieses Fenster Kühle in die Wohnung bekommen. Die Sachen muß ich halt sehen unter zu bringen. Die Schneeberger befindet sich beßer, aber leider fehlt ihr die Pflege, die Magd kann nicht kochen Die Walli scheint es nimt sich nicht viel an, und von ihren Kindern ist es nicht zu verlangen weil sie zu jung sind. Lebt recht wohl und seid recht herz lich gegrüßt und geküßt von Eurer treuen Mutter Spángler.'' [darunter:] ''Viele Bekannte grüßen Euch recht herzlich F v Duregger Schistl F Rosali Henf Spángler, Denen beiden Rosa viele herz liche Grüße. An alle Bekannt[en] viele Grüße.'' |
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| | + | ==== Brief vom 9. September 1876 von der Mutter Antonia Spängler, an die Familie Franz II. Xaver Gregor Spängler in Wien ==== |
| | + | Brief von [[Antonia Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]; ein Bogen, Prägestempel "A S" mit Kranz und Verzierung; drei Seiten beschreiben, gefaltet, vierte Seite in der Mitte ''An meine lieben in Wien.'' / = Seitenwechsel (Leseabsatz eingefügt); fragliche [?] Stellen:<br /> |
| | + | ''Salzburg den 9/9 [18]76. Meine lieben Theuren! Abermals will ich Euch einen Brief durch Otto senden, welcher Morgen nach Wien reisen wird, so gott will. Die Zeit ist nun nicht mehr ferne wo Ihr Euere Urlaubsreise antretten werdet. Wir vergönnen sie Euch von ganzen Herzen, nur möget Ihr meine Lieben bedenken, Ihr hattet Heuer schon an Außgaben ein starkes Jahr, es thut so we(c)h in einigen Tagen des Vergnügens so viel Geld hinauß zugeben, und dan in anderen Verlauf des Jahres, sich fretten [?] müßen, es ließe sich ja beschrenken, auf München, und das Bayerische Gebürg, und über die Gisseler[?]bahn, denckt selbst nun bleiben Euch 200 statt 400, und ist noch nicht der Ocktober da, und das trieft gewiß / auch noch die Fany einen großen Theil als Monnathgeld – ich glaube es ist dieß der Franz, der so eine Wuhl [!] zu eigen hat, aber man muß auch, wen es die Verhältnüß nicht erlauben mit weniger sich begnügen, ich meine man ist vergnügter dabey wen man auch die Vernunft regieren läst. Ihr seit ja noch jung und ein anderes Jahr thut es sich vieleicht leichter. Ich meine es [mit] Euch gut, und spreche mit ruhiger Uberlegung.'' |
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| | + | ''Wir sind Gottlob gesund. Die Frau von Duregger ist in Steina Bey Alois Spángler. Der Ida Spángler<ref>vgl. vorigen Brief vom 21. August 1876</ref> geht es immer so pasabel, es fehlt noch viel zum Gut sein, sie kann noch keinen Schritt gehen man muß sie zu einen Sessel tragen oder, splegen [?], die Krämpfe komen bey der kleinsten Veranlaßung. / Deine Rosa'' [Dienstmagd, Anm.] ''wird wohl wider nach Ungarn gehen in dieser Zeit wo Ihr auf der Reise seit. Wir freuen uns schon sehr wen Ihr hieher kömmt Bamberger ist nun Sudverwalter in Hallein geworden, kannst dir dencken wie froh er ist, es wurde ihm das Leben schon recht schwer ohne Verdienst. Die Pension ist sehr klein, auch die Interessen'' [Aktiengewinne, Anm.] ''reichten beynahe nicht auß. Lebt recht wohl! Auf fröhliches baldiges Widersehen. Es küßt Euch inig Eure treue Mutter Spángler'' [darunter:] ''An alle Bekanten viele herzliche Grüße die beiden Rosa grüße ich herzlich. Von der Großmutter viele Grüße.'' |
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| | + | ==== Brief vom 5. November 1876 von der Mutter Antonia Spängler, an die Familie Franz II. Xaver Gregor Spängler in Wien ==== |
| | + | Brief von [[Antonia Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]; ein Bogen, Prägestempel "A S" mit Kranz und Verzierung; vier Seiten beschrieben, markiert mit römisch I bis IIII; / = Seitenwechsel (Leseabsatz eingefügt); fragliche [?] und XX unleserliche Stellen:<br /> |
| | + | ''I Salzburg den 5/11 1876 Meine lieben Theuren! Endlich konte auch ich ein Briefchen von Euch erleben, – wahr ist es schon ich hörte durch 2 Briefe das es Euch gut geht, was mir immer das Liebste zu hören ist. Bey uns ging es sehr lebhaft – und festlich zu. Ihr werdet alles in denen Zeitungen geleßen haben, Die kirchliche Feier bey der Pischofs Weihe [von [[Franz de Paula Albert Eder]], Anm.] dauerte von 8 Uhr bis nach 12 Uhr, wo ich ein ½ Stund weggeblieben, die übrige Zeit war ich gegenwärtig. Er selbst war sehr angegriffen, und sah völig weiß auß. Die Beleichtung welche der Magistrat gewiß 1000 f[l] gekostet war wunderschön, beim Fackelzug waren 700 Lampions alle verschieden Färbig, dan die PriXX mußick, die Veterannen / II und Liedertafel wechselten mit der Mußick ab alles auf den Kapitelplatz, auf der Katz [?] wo er gerade von seinen Fenstern hinsehen konnte war eine so große Stelasch aufgestehlt wo sein Wagen [?] sein Namme'' [latein. Schrift:] ''Salve alles in Priliant Feuer, groß, herlich, beleuchtet war. Der neue Herr Erzpischhof hat wie seine Bedienten alles neu, und das sieht so schön auß, er sieht auch heute schon wider viel beßer aus. Dann war von beyden Prälaten die Weih, und von der Abtissin. Nun ist Ruhe eingetreten.'' |
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| | + | ''Die Jung ist neulich sehr schnel gestorben, sie war am Montag noch im Theater, auch bey der Beleuchtung, und 3 Tag darauf ist sie gestorben, es hatte ihr kleiner / III Knab den Scharlach, und sie hatte die Differitiss, und hat sich verkühlt weil sie öfter aufgestanden auf einmmal bekamm sie einen Stückanfall, und war auch gleich weg, 1 Stunde nach ihren Tod war sie ganz Scharlach roth – die Doktoren erklärten sie müße so gleich eingeschlagen werden, und auß dem Hauße kommen, was dan auch geschah. Nun sind mehrere von der Fammile am Scharlach krank, aber nicht lebensgefährlich. Der alte Honner [?] ist auch gerade acht Tag nach der Weihe zum Prälaten seines Sohnes gestorben. Bey uns ist Gottlob außer der Louisel welche Diare hat zimmlich wohl. Die Witterung ist sehr kalt, so das wir uns schon ganz eingewintert haben. Alles heitzt wie im / IIII Winter. Recht leid thut es mir wegen der Leithe Gott gebe das es nichts weiter zu bedeuten hat, ich bitte sie von mir recht herzlich zu grüßen ich lasse gute Beßerung wünschen. Wie ich höre soll der Sauter Ludwich schon seit Neujahr immer trocknen Husten haben und sehr melankolisch dabey sein da würde ich die Beyden sehr bedauern, nun wirds bey der Steiner auch nicht lange mehr dauern bis es loos geht, ich wünsche das alles gut vorüber geht. Alle Bekanten Großmutter, bey welcher ich heute war grüßt Euch herzlich, Gestern hatte sie starkes Klopfen, Heute ist sie aber schon wider außgegangen Von Otto und Louise viele herzliche Grüße. Lebt recht wohl 1000 küße von Eure[r] treuen Mutter Spángler.'' [Seite 3 oben auf dem Kopf:] ''Mit meiner Ana bin ich noch gottlob recht zufrieden. Die Rosa grüße ich recht herzlich.'' |
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| | ==== Brief des Erzbischofs Albert Eder vom 3. Dezember 1876 an Franz II. Xaver Gregor Spängler ==== | | ==== Brief des Erzbischofs Albert Eder vom 3. Dezember 1876 an Franz II. Xaver Gregor Spängler ==== |