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==== Brief vom 19. Februar 1874 von der Mutter [[Antonia Spängler]], an die Familie [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Mödling ====
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==== Brief vom 19. Februar 1874 von der Mutter Antonia Spängler, an die Familie Franz II. Xaver Gregor Spängler in Mödling ====
Ein Bogen; / = Seitenwechsel (Leseabsätze eingefügt); fragliche [?] Stelle: <br />''Salzburg den 19/2 1874. Meine lieben Theuren! Ich habe dießmal wohl mit Bestimmtheit gewartet, um Euch zu der Louise ihrer Entbindung Nachricht geben zu könen Louise ist gestern Morgens um 8 Uhr früh mit einen sehr starken Mädchen Glücklich entbunden worden, welches in der Heil Taufe den Nahmen Emilie bekamm, worüber die Emilie Duregger ganz Glücklich ist.<ref>Emilie Spängler, "Mila" (* 18. Februar 1874; † 15. März 1958 in Landshut, Bayern, verwitwet von [[Eduard Höllrigl]] (* 1861; † 1902) heiratete sie 1912 ihren Schwager Otto Trammer (* 1878 in München; † 1914).</ref> Die Louise ist Gottlob recht wohl, das Kind zu dato ganz ruhig. Die größern Kinder, haben eine große Freude darüber. Otto hat sich nun ganz erholt. Hat auch im Fasching ein paar Kinderunterhaltungen mitgemacht. Hier ging es im Fasching zimlich lebhaft zu besonders am Fasching Sontag wo die große neue Fahrt stattgefunden hat, ich habe bey Schlegel herab geschaut, es war hübsch zu sehen. /''
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Brief von [[Antonia Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]; ein Bogen; / = Seitenwechsel (Leseabsätze eingefügt); fragliche [?] Stelle: <br />''Salzburg den 19/2 1874. Meine lieben Theuren! Ich habe dießmal wohl mit Bestimmtheit gewartet, um Euch zu der Louise ihrer Entbindung Nachricht geben zu könen Louise ist gestern Morgens um 8 Uhr früh mit einen sehr starken Mädchen Glücklich entbunden worden, welches in der Heil Taufe den Nahmen Emilie bekamm, worüber die Emilie Duregger ganz Glücklich ist.<ref>Emilie Spängler, "Mila" (* 18. Februar 1874; † 15. März 1958 in Landshut, Bayern, verwitwet von [[Eduard Höllrigl]] (* 1861; † 1902) heiratete sie 1912 ihren Schwager Otto Trammer (* 1878 in München; † 1914).</ref> Die Louise ist Gottlob recht wohl, das Kind zu dato ganz ruhig. Die größern Kinder, haben eine große Freude darüber. Otto hat sich nun ganz erholt. Hat auch im Fasching ein paar Kinderunterhaltungen mitgemacht. Hier ging es im Fasching zimlich lebhaft zu besonders am Fasching Sontag wo die große neue Fahrt stattgefunden hat, ich habe bey Schlegel herab geschaut, es war hübsch zu sehen. /''
    
''Die Tanzlustigen hatten auch zimmlich viele Gelegenheit sich zu unterhalten, den Bälle gab es genug. Die Louise ging natürlich nirgens hin Otto mußte ich glaube 3 mal gehen auf ein paar Stunden. Ich denke schon das Ihr auf Ostern hirher kömmt, und ich denke wen es Gottes Wille ist, wider auf den Herbst hinunter'' [zu kommen; nach Mödling, Anm.] '', wen die größte Hitze vorbey ist, den mir thut die Hitze viel mehr weh, als die Kälte, das weiß der Franz gar wohl. Ich freue mich schon recht sehr wen Ihr kömmt. Bis dahin ist Louise auch wider ganz wohl und kann wider etwas mitmachen. Ich komme besonders diesen Winter sehr viel Abends zu Duregger, fast Täglich wenn nicht zum speisen so doch nach Tisch aber auch 3- bis 4 mal die Woche zum speisen. Es ist für mich sehr angenehm, den wenn man schon den 70iger auf den Rücken bekömmt so ist man im Winter am Abend schon / am liebsten zu Hauße. Vor Tisch kömmt fast Täglich die Henf Rosalie zum Tarockpackeln, und so vergeht mir der Winter sehr schnell, bey Tag habe ich immer fleißig zu strüken. Jetzt habe ich seit Louise entbunden fleißig die Kinder bey mir, damit die Louise mehr Ruhe hat. Das Kindlein von der Langer muß wohl sehr lieb sein, ich stelle mir sie so vor wie unsere Louise welche wohl unendlich lieb ist, und alles spricht, und gar so zertlich ist.''
 
''Die Tanzlustigen hatten auch zimmlich viele Gelegenheit sich zu unterhalten, den Bälle gab es genug. Die Louise ging natürlich nirgens hin Otto mußte ich glaube 3 mal gehen auf ein paar Stunden. Ich denke schon das Ihr auf Ostern hirher kömmt, und ich denke wen es Gottes Wille ist, wider auf den Herbst hinunter'' [zu kommen; nach Mödling, Anm.] '', wen die größte Hitze vorbey ist, den mir thut die Hitze viel mehr weh, als die Kälte, das weiß der Franz gar wohl. Ich freue mich schon recht sehr wen Ihr kömmt. Bis dahin ist Louise auch wider ganz wohl und kann wider etwas mitmachen. Ich komme besonders diesen Winter sehr viel Abends zu Duregger, fast Täglich wenn nicht zum speisen so doch nach Tisch aber auch 3- bis 4 mal die Woche zum speisen. Es ist für mich sehr angenehm, den wenn man schon den 70iger auf den Rücken bekömmt so ist man im Winter am Abend schon / am liebsten zu Hauße. Vor Tisch kömmt fast Täglich die Henf Rosalie zum Tarockpackeln, und so vergeht mir der Winter sehr schnell, bey Tag habe ich immer fleißig zu strüken. Jetzt habe ich seit Louise entbunden fleißig die Kinder bey mir, damit die Louise mehr Ruhe hat. Das Kindlein von der Langer muß wohl sehr lieb sein, ich stelle mir sie so vor wie unsere Louise welche wohl unendlich lieb ist, und alles spricht, und gar so zertlich ist.''