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==== Brief vom 7. März 1874 von der Mutter [[Antonia Spängler]], an die Familie [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Mödling ====
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==== Brief vom 7. März 1874 von der Mutter Antonia Spängler, an die Familie Franz II. Xaver Gregor Spängler in Mödling ====
Ein Bogen; / = Seitenwechsel (Leseabsätze eingefügt): <br />''Salzburg den 7/3 [18]74. Meine inigst geliebten Theuren! Wie geht es Euch meine Lieben? ich hoffe gut, weil Ihr so selten etwas von Euch hören laßet, man muß sich geradezu in dieses finden, den nützen thut so nichts, da Ihr, wie es scheint so ungerne schreibt. Auch bey uns ist gottlob alles wohl, Louise ist schon den größten theil des Tages auf, die Kleine ist sehr lieb, und stark, und größten theil brav und ruhig. Die kleine Louise mehr als lieb, die plauscht so herzig, das man sie, wie man sagt, freßen möchte. Vor allen liebe Fanny bringe ich dir meine auf richtigen Wünsche zum Nammenstag, der liebe Gott möge dich dein haußliches Glück, recht recht lange ungestührt genüßen lassen, und wen möglich / noch erhöhen, – wie gott will – alles wird zu unsern beßten sein Die Großmutter'' [&nbsp;[[Franziska Kobler]], Anm.] ''welche gottlob wohl ist wird ihren Nammenstag bey mir zu bringen, ich werde die Laschenski'' [&nbsp;[[Laschensky]], Anm.] ''dazu einladen und auch die Verwante<ref>Offenbar eine jüngere Frau aus der Kobler-Verwandtschaft, die der 77jährigen Fanny Kobler im Haus hilft.</ref> habe ich eingeladen um die Großmutter zu ehren. Mir scheint es geht doch ganz gut dort, die Therese wird sich schon nach und nach hinein gewöhnen, und der Großmutter wird auch manches wohl thun, wen sie nicht selbst will so braucht sie sich um die Küche gar nicht zu kümern, es ist dies recht gut besonders wen man einmal in ein gewißes Alter kömt, wo einen das kochen nicht mehr so freut, und die Großmutter hat doch eine Ansprache und besonders in den Abendstunden ich bin viel ruhiger seid diese Verwante bey ihr ist.''
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Brief von [[Antonia Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]; ein Bogen; / = Seitenwechsel (Leseabsätze eingefügt): <br />''Salzburg den 7/3 [18]74. Meine inigst geliebten Theuren! Wie geht es Euch meine Lieben? ich hoffe gut, weil Ihr so selten etwas von Euch hören laßet, man muß sich geradezu in dieses finden, den nützen thut so nichts, da Ihr, wie es scheint so ungerne schreibt. Auch bey uns ist gottlob alles wohl, Louise ist schon den größten theil des Tages auf, die Kleine ist sehr lieb, und stark, und größten theil brav und ruhig. Die kleine Louise mehr als lieb, die plauscht so herzig, das man sie, wie man sagt, freßen möchte. Vor allen liebe Fanny bringe ich dir meine auf richtigen Wünsche zum Nammenstag, der liebe Gott möge dich dein haußliches Glück, recht recht lange ungestührt genüßen lassen, und wen möglich / noch erhöhen, – wie gott will – alles wird zu unsern beßten sein Die Großmutter'' [&nbsp;[[Franziska Kobler]], Anm.] ''welche gottlob wohl ist wird ihren Nammenstag bey mir zu bringen, ich werde die Laschenski'' [&nbsp;[[Laschensky]], Anm.] ''dazu einladen und auch die Verwante<ref>Offenbar eine jüngere Frau aus der Kobler-Verwandtschaft, die der 77jährigen Fanny Kobler im Haus hilft.</ref> habe ich eingeladen um die Großmutter zu ehren. Mir scheint es geht doch ganz gut dort, die Therese wird sich schon nach und nach hinein gewöhnen, und der Großmutter wird auch manches wohl thun, wen sie nicht selbst will so braucht sie sich um die Küche gar nicht zu kümern, es ist dies recht gut besonders wen man einmal in ein gewißes Alter kömt, wo einen das kochen nicht mehr so freut, und die Großmutter hat doch eine Ansprache und besonders in den Abendstunden ich bin viel ruhiger seid diese Verwante bey ihr ist.''
    
''Wie haben hier sehr schöne aber kalte Witterung, ich gehe recht oft mit Emil[i]e Duregger spatzieren auch zuweilen mit der F v Duregger Abends bin ich so viel Oben oft zum speisen, oder nach Tisch, wie es kömmt, es ist mir dieß sehr angenehm weil ich nicht auß den Haus gehen darf, und nicht erst neu anziehen. Der Duregger<ref>[[Alois Johann Duregger]] (* 1799; † 1876), verheiratet mit Heinrika [[Bolland]] (* 1810; † 1892)</ref> geht sich sehr schwer, besonders braucht das aufstehen viel ist er einmal im gehen dan thut es sich leichter, wir sagen oft wie wird es im Sommer werden mit auf und abgehen im Garten: auch die Frau von Duregger geht sich sehr schwer, sie muß sich oft sehr plagen mit ihm, hat in der Nacht oft wenig Ruhe, und dieses erschöpft sie sehr. Auch sonst giebt es in einer größern Fammil[i]e allerlei Sorgen. Liebe Fany ich möchte dir recht gerne ein seidens / Tüchel kauffen, wie man sie jetzt trägt, die Farbe kannst du dir selbst wählen, ich dächte da du so weiß bist himmelblau oder rosenfarb wen man nur eine gute Farbe bekämme ich weiß nicht willst du es vieleicht unten kaufen, oder wen du vieleicht auf Ostern kömmst hier wie du willst bezahlen werde ich es dan schon. sie sind recht angenehm zu tragen.''
 
''Wie haben hier sehr schöne aber kalte Witterung, ich gehe recht oft mit Emil[i]e Duregger spatzieren auch zuweilen mit der F v Duregger Abends bin ich so viel Oben oft zum speisen, oder nach Tisch, wie es kömmt, es ist mir dieß sehr angenehm weil ich nicht auß den Haus gehen darf, und nicht erst neu anziehen. Der Duregger<ref>[[Alois Johann Duregger]] (* 1799; † 1876), verheiratet mit Heinrika [[Bolland]] (* 1810; † 1892)</ref> geht sich sehr schwer, besonders braucht das aufstehen viel ist er einmal im gehen dan thut es sich leichter, wir sagen oft wie wird es im Sommer werden mit auf und abgehen im Garten: auch die Frau von Duregger geht sich sehr schwer, sie muß sich oft sehr plagen mit ihm, hat in der Nacht oft wenig Ruhe, und dieses erschöpft sie sehr. Auch sonst giebt es in einer größern Fammil[i]e allerlei Sorgen. Liebe Fany ich möchte dir recht gerne ein seidens / Tüchel kauffen, wie man sie jetzt trägt, die Farbe kannst du dir selbst wählen, ich dächte da du so weiß bist himmelblau oder rosenfarb wen man nur eine gute Farbe bekämme ich weiß nicht willst du es vieleicht unten kaufen, oder wen du vieleicht auf Ostern kömmst hier wie du willst bezahlen werde ich es dan schon. sie sind recht angenehm zu tragen.''