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''Salzburg den 28. 10. [18]75: Meine innigst geliebten Theuren! Ich hatte schon große Sensucht, von Euch meine Lieben einen Brief zu erhalten, endlich am Montag wurde ich mit einer Nachricht erfreut, und zwar doppelt erfreulich, weil ich nun mit aller Ruhe hoffen kann das alles in Ordnung ist. Der liebe Gott gebe seinen Segen dazu: Ich bitte dich liebe Fany'' [Fanni] ''schon dich- thue ja nichts was dir oder den Kinde nachtheilig sein könte. Besonders Verkühlung ist sehr nachtheilig. Wie froh bin ich daß du so heiter und ruhig bist, so hoffe ich wird auch das Kindlein so werden. Ich habe bey durchlesung des Briefes Freudenthränen vergoßen. Ich freue mich schon auf das Kindlein. Gott gebe das alles glücklich Vorübergehe, dan werden wir uns alle im stillen glück erfreuen. Liebe Fany ich bin schon immer jetzt schon sehr bedacht auf meine Gesundheit und auch auf meine Kraft das ich Euch meine wenige Kraft bieten kann, auch giebt der liebe Gott für besodere Fälle auch besondere Kräfte, und dieß erwarte auch ich, von den lieben Gott. Wie schnel wird die Zeit, diese wenigen Monathe vorüber gehen bis ich fort reise von hier. Ich habe nun schon angefangen an den Leibchen zu strücken und Morgen nehmen wir bey der Großmutter eine restliche durchschau der Kindswasch vor, auch nehme ich Wückelthuch und unterlegel mit und so binderln wie man sie nimmt wen man die Kinder nicht mehr fatscht'' [eng in Binden wickelt] ''einen Flanel nehme ich auch mit damit sie alles sieht, wie es die Louise hat. Du hast gewiß schon manches gemacht, für das Kindlein. 1 Barterl werde ich auch minehmen.  
 
''Salzburg den 28. 10. [18]75: Meine innigst geliebten Theuren! Ich hatte schon große Sensucht, von Euch meine Lieben einen Brief zu erhalten, endlich am Montag wurde ich mit einer Nachricht erfreut, und zwar doppelt erfreulich, weil ich nun mit aller Ruhe hoffen kann das alles in Ordnung ist. Der liebe Gott gebe seinen Segen dazu: Ich bitte dich liebe Fany'' [Fanni] ''schon dich- thue ja nichts was dir oder den Kinde nachtheilig sein könte. Besonders Verkühlung ist sehr nachtheilig. Wie froh bin ich daß du so heiter und ruhig bist, so hoffe ich wird auch das Kindlein so werden. Ich habe bey durchlesung des Briefes Freudenthränen vergoßen. Ich freue mich schon auf das Kindlein. Gott gebe das alles glücklich Vorübergehe, dan werden wir uns alle im stillen glück erfreuen. Liebe Fany ich bin schon immer jetzt schon sehr bedacht auf meine Gesundheit und auch auf meine Kraft das ich Euch meine wenige Kraft bieten kann, auch giebt der liebe Gott für besodere Fälle auch besondere Kräfte, und dieß erwarte auch ich, von den lieben Gott. Wie schnel wird die Zeit, diese wenigen Monathe vorüber gehen bis ich fort reise von hier. Ich habe nun schon angefangen an den Leibchen zu strücken und Morgen nehmen wir bey der Großmutter eine restliche durchschau der Kindswasch vor, auch nehme ich Wückelthuch und unterlegel mit und so binderln wie man sie nimmt wen man die Kinder nicht mehr fatscht'' [eng in Binden wickelt] ''einen Flanel nehme ich auch mit damit sie alles sieht, wie es die Louise hat. Du hast gewiß schon manches gemacht, für das Kindlein. 1 Barterl werde ich auch minehmen.  
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''Otto kömmt nicht nach Wien man weiß nicht wem es eingefallen ist so etwas hinein setzen zu lassen'' [in die Zeitung] ''er hat es auch schon wider ruffen lasen. Wegen Hechen [?] Beschau wirst du wie alle hier sehr erfreut geweßen sein besonders die Holzschu Fräulein welche so kümmerlich leben mußten diese können nun wen sie dieses Geld bekommen ganz anständig leben. Sie haben bey einer Außbeute'' [Rente, Zinsen]'' 57 [[Gulden|fl]] mit der Außbeute welche auch zugleich mit der großen Zahlung vereint wird bekommen die Holzschuischen bey 3000 fl nebst dem wird auch beantragt, das ferner 6 bis 7 Außbeuten, allzahnlich sind. Dieß ist wohl ein großes Glück, für die gesellschaft. Die Großmutter ist Gottlob zimmlich wohl, im ganzen hält dies Klopfen nicht mehr so lange an wie sonst. Ich habe zu Otto gesagt wen Ihr die Zahlung von der Hannerau [?] bekömmt so wäre es sehr angezeugt wen Ihr für den guten Vater einen Grabstein setzen laßen würdet. Lebt recht wohl meine innigstgeliebten Euch segnend und herzlich grüßend verbleibe ich Eure Euch treuliebende Mutter Antonia Spángler. – Otto und Louise grüßen Euich herzlich.''
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''Otto kömmt nicht nach Wien man weiß nicht wem es eingefallen ist so etwas hinein setzen zu lassen'' [in die Zeitung] ''er hat es auch schon wider ruffen lasen. Wegen Hechen [?] Beschau wirst du wie alle hier sehr erfreut geweßen sein besonders die Holzschu Fräulein welche so kümmerlich leben mußten diese können nun wen sie dieses Geld bekommen ganz anständig leben. Sie haben bey einer Außbeute'' [Rente, Zinsen]'' 57 [[Gulden|fl]] mit der Außbeute welche auch zugleich mit der großen Zahlung vereint wird bekommen die Holzschuischen bey 3000 fl nebst dem wird auch beantragt, das ferner 6 bis 7 Außbeuten, allzahnlich sind. Dieß ist wohl ein großes Glück, für die gesellschaft. Die Großmutter ist Gottlob zimmlich wohl, im ganzen hält dies Klopfen nicht mehr so lange an wie sonst. Ich habe zu Otto gesagt wen Ihr die Zahlung von der Hannerau [?] bekömmt so wäre es sehr angezeugt wen Ihr für den guten Vater einen Grabstein setzen laßen würdet. Lebt recht wohl meine innigstgeliebten Euch segnend und herzlich grüßend verbleibe ich Eure Euch treuliebende Mutter Antonia Spángler. – Otto und Louise grüßen Euch herzlich.''
 
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