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| | == Die Nachkriegszeit in Salzburg == | | == Die Nachkriegszeit in Salzburg == |
| − | Das Ende des Zweiten Weltkriegs und somit der Herrschaft der [[Nationalsozialisten]] erlebten die Salzburger zunächst als militärische Besetzung durch amerikanische Truppen sowie die Beschlagnahmung von rund 700 Wohnungen Häuser allein in der [[Stadt Salzburg]]. Zudem fehlte es in den ersten Jahren an allem, an Essen, an Kleidung, an Wohnraum, an Baumaterial, an Baumaschinen und vielem anderen. Freigelassene Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene, aus ihrer Heimat vertriebene Volksdeutsche hausten in Baracken, Bombenruinen, Not- und Behelfsquartieren. | + | Das Ende des Zweiten Weltkriegs und somit der Herrschaft der [[Nationalsozialisten]] erlebten die Salzburger zunächst als militärische Besetzung durch amerikanische Truppen sowie die Beschlagnahmung von rund 700 Wohnungen Häuser allein in der [[Stadt Salzburg]]. Zudem fehlte es in den ersten Jahren an allem, an Essen, an Kleidung, an Wohnraum, an Baumaterial, an Baumaschinen und vielem anderen. Freigelassene Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene, aus ihrer Heimat vertriebene Volksdeutsche hausten in Baracken, [[Bomben auf die Stadt Salzburg|Bombenruinen]], Not- und Behelfsquartieren. |
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| − | Im Sommer 1945 hängten die Amerikaner Bilder von den Greueln der Konzentrationslagern auf. Die Menschen reagierten mit staunendem Schweigen, Betroffenheit bis hin zum Nicht-wahr-haben-Wollen. | + | Im Sommer 1945 hängten die Amerikaner Bilder von den Greuel der Konzentrationslagern auf. Die Menschen reagierten mit staunendem Schweigen, Betroffenheit bis hin zum Nicht-wahr-haben-Wollen. |
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| | Begonnen hatte die Nachkriegszeit mit Oberst [[Hans Lepperdinger]], der durch die kampflose Übergabe der Stadt Salzburg möglicherweise deren Zerstörung verhinderte. Möglicherweise deshalb, weil die kolportierte Information, dass 200 viermotorige Bomber zum Angriff auf Salzburg bereitstanden und die Amerikaner im letzten Augenblick durch den Radioaufruf des Kampfkommandaten Lepperdinger von der Bombardierung abgehalten werden konnten, in den Bereich der Legenden zu verweisen ist. Zum Zeitpunkt der Übergabe der Stadt an die Amerikaner befanden sich rund 80 000 Personen sowie rund 7 000 Verwundete in der Stadt. | | Begonnen hatte die Nachkriegszeit mit Oberst [[Hans Lepperdinger]], der durch die kampflose Übergabe der Stadt Salzburg möglicherweise deren Zerstörung verhinderte. Möglicherweise deshalb, weil die kolportierte Information, dass 200 viermotorige Bomber zum Angriff auf Salzburg bereitstanden und die Amerikaner im letzten Augenblick durch den Radioaufruf des Kampfkommandaten Lepperdinger von der Bombardierung abgehalten werden konnten, in den Bereich der Legenden zu verweisen ist. Zum Zeitpunkt der Übergabe der Stadt an die Amerikaner befanden sich rund 80 000 Personen sowie rund 7 000 Verwundete in der Stadt. |
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| | Insgesamt 2 444 Todesfälle gab es 1945 in der Stadt Salzburg, es war die zweithöchste Zahl (nach 1944) in den Kriegsjahren 1939 bis 1945. | | Insgesamt 2 444 Todesfälle gab es 1945 in der Stadt Salzburg, es war die zweithöchste Zahl (nach 1944) in den Kriegsjahren 1939 bis 1945. |
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| − | 1940 hatte die Stadt Salzburg 77 472 Einwohner, zu Kriegsende 98 530, zusätzlich waren im Juli 1945 in mehreren Flüchtlingslager über 66 000 Menschen untergebracht. Mitte Mai 1945 befanden sich rund 18 000 Soldaten der Deutschen Wehrmacht in der [[Kaserne Riedenburg]]. Bis März 1946 hatten die Amerikaner etwa 700 Wohnungen requiriert, etwa vier Prozent des damals verfügbaren Wohnraums. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich 7 500 amerikanische Soldaten in der Stadt. | + | 1940 hatte die Stadt Salzburg 77 472 Einwohner, zu Kriegsende 98 530, zusätzlich waren im Juli 1945 in mehreren Flüchtlingslager über 66 000 Menschen untergebracht. Mitte Mai 1945 befanden sich rund 18 000 Soldaten der [[Deutsche Wehrmacht|Deutschen Wehrmacht]] in der [[Kaserne Riedenburg]]. Bis März 1946 hatten die Amerikaner etwa 700 Wohnungen requiriert, etwa vier Prozent des damals verfügbaren Wohnraums. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich 7 500 amerikanische Soldaten in der Stadt. |
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| − | Bis Mitte der [[1950er]]-Jahre stieg die Zahl der Wohnungssuchenden auf über 15 000 an. Baracken waren bis in die [[1960er]]-Jahren eine typische Wohnform in der Stadt Salzburg. 1953 wohnten 10 668 Menschen in 1 308 Baracken, 1957 waren es immer noch 6 794 Personen in 666 Baracken. | + | Bis Mitte der [[1950er]]-Jahre stieg die Zahl der Wohnungssuchenden auf über 15 000 an. [[Barackenlager]] waren bis in die [[1960er]]-Jahren eine typische Wohnform in der Stadt Salzburg. 1953 wohnten 10 668 Menschen in 1 308 Baracken, 1957 waren es immer noch 6 794 Personen in 666 Baracken. |
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| | Auch der von den Amerikanern ins Leben gerufenen [[Marshall Plan]] führte zu Neubauten und Firmengründungen in Salzburg. | | Auch der von den Amerikanern ins Leben gerufenen [[Marshall Plan]] führte zu Neubauten und Firmengründungen in Salzburg. |
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| | [[5. Mai]]: [[Richard Hildmann]] wurde von den US-amerikanischen Besatzern wieder als [[Bürgermeister der Stadt Salzburg]] eingesetzt. | | [[5. Mai]]: [[Richard Hildmann]] wurde von den US-amerikanischen Besatzern wieder als [[Bürgermeister der Stadt Salzburg]] eingesetzt. |
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| − | [[10. Mai]]: Das ''Gut Taxham'' in der Stadt Salzburg wurde von freigelassenen [[Russland|Russen]], [[Polen]] und [[Serbien|Serben]] geplündert; auch andere landwirtschaftliche Betriebe klagten über Plünderungen, vor allem im Norden der Stadt und der Umgebung, durch frühere, jetzt schwer bewaffnete Insassen des [[Lager Plain|Lagers Plain]], die Polizei war ohne eigene Bewaffnung machtlos. | + | [[10. Mai]]: Das ''Gut Taxham'' in der Stadt Salzburg wurde von freigelassenen [[Russland|Russen]], [[Polen]] und [[Serbien|Serben]] geplündert; auch andere landwirtschaftliche Betriebe klagten über Plünderungen, vor allem im Norden der Stadt und der Umgebung, durch frühere, jetzt schwer bewaffnete Insassen des [[Flüchtlingslager Hagenau|Flüchtlingslagers Hagenau]], die Polizei war ohne eigene Bewaffnung machtlos. |
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| | [[11. Mai]]: Gründung der [[SPÖ|SPÖ Salzburg]]. Bei der ersten Konferenz der sozialistischen Vertrauenspersonen im [[Chiemseehof]] mit fünfzig Anwesenden konstituierte sich eine provisorische Landesparteivertretung, zu dessen Vorsitzenden [[Franz Peyerl]] gewählt wurde, zum Landesparteisekretär [[Franz Rauscher]] bestellt. | | [[11. Mai]]: Gründung der [[SPÖ|SPÖ Salzburg]]. Bei der ersten Konferenz der sozialistischen Vertrauenspersonen im [[Chiemseehof]] mit fünfzig Anwesenden konstituierte sich eine provisorische Landesparteivertretung, zu dessen Vorsitzenden [[Franz Peyerl]] gewählt wurde, zum Landesparteisekretär [[Franz Rauscher]] bestellt. |