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==== Brief vom 4. und 6. Mai 1874 von der Mutter [[Antonia Spängler]], an die Familie [[Franz II.Xaver Gregor Spängler]] in Mödling ====
 
==== Brief vom 4. und 6. Mai 1874 von der Mutter [[Antonia Spängler]], an die Familie [[Franz II.Xaver Gregor Spängler]] in Mödling ====
Ein Bogen; / = Seitenwechsel (Leseabsätze eingefügt); fragliche [?] Stellen: <br />''Salzburg den 4/5 [18]74. Meine inigst geliebten Theuren! Recht herzlichen – inigen Dank, für Euer liebes, – freundliches Schreiben, es hat mich sehr gefreut das Ihr mich so freundlich eingeladen habt. Hätte ich nicht eine so posidiefe [!] Abneigung, von den reisen, so hätte ich mich gewiß keinen Augenblück besonnen. Aber ich muß offen gestehen, ich denke, bey meiner gewohnten Lebensweise zu'' [unterstrichen:] ''verbleiben, wird mir vieleicht, noch ein paar Jahre vergönt sein zu leben, aber das reisen bin ich so ganz ungewohnt. Ihr müßt das, einer so alten Frau<ref>[[Antonia Spängler]] hat am 16. April 1874 ihren 71. Geburtstag begangen; vgl. jedoch obigen Brief vom 19. Februar 1874.</ref>, nicht übel nehmen. Vieleicht kömmt Ihr noch mit einen Vergnügungszug<ref>Von einem "Vergnügungszug" ist in den Briefen zwischen dem 26. Juli 1870 und dem 8. Juli 1871 mehrfach die Rede.</ref> herauf? Wie froh wird die Frau von Langer sein, dich wider unten'' [&nbsp;[[in Mödling]], Anm.] ''zu haben, weil nun die Kleine wider beßer sich befindet. / entrichte recht viele Herzliche Grüße von mir. Bey uns oder vielmehr bey Otto war jetzt ein rechtes Spital die Klara liegt noch immer, die Louise wurde sehr krank an verschwollenen Mandeln so das die arme fast nicht mehr sprechen konte und nur immer bey ihrer Pepi sein wollte auf den armmen, die kleine hatte den Mehlhund<ref>Kinderkankheit, vgl. Anmerkung zum Brief vom 28. Dezember 1872.</ref> , also au[c]h unruhig, die Louise hat nun eine Außhülfe genohmen, damit sie sich doch leichter behelfen könen.''
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Ein Bogen; / = Seitenwechsel (Leseabsätze eingefügt); fragliche [?] Stellen: <br />''Salzburg den 4/5 [18]74. Meine inigst geliebten Theuren! Recht herzlichen – inigen Dank, für Euer liebes, – freundliches Schreiben, es hat mich sehr gefreut das Ihr mich so freundlich eingeladen habt. Hätte ich nicht eine so posidiefe [!] Abneigung, von den reisen, so hätte ich mich gewiß keinen Augenblück besonnen. Aber ich muß offen gestehen, ich denke, bey meiner gewohnten Lebensweise zu'' [unterstrichen:] ''verbleiben, wird mir vieleicht, noch ein paar Jahre vergönt sein zu leben, aber das reisen bin ich so ganz ungewohnt. Ihr müßt das, einer so alten Frau<ref>[[Antonia Spängler]] hat am 16. April 1874 ihren 71. Geburtstag begangen; vgl. jedoch obigen Brief vom 19. Februar 1874.</ref>, nicht übel nehmen. Vieleicht kömmt Ihr noch mit einen Vergnügungszug<ref>Von einem "Vergnügungszug" ist in den Briefen zwischen dem 26. Juli 1870 und dem 8. Juli 1871 mehrfach die Rede.</ref> herauf? Wie froh wird die Frau von Langer sein, dich wider unten'' [in Mödling, Anm.] ''zu haben, weil nun die Kleine wider beßer sich befindet. / entrichte recht viele Herzliche Grüße von mir. Bey uns oder vielmehr bey Otto war jetzt ein rechtes Spital die Klara liegt noch immer, die Louise wurde sehr krank an verschwollenen Mandeln so das die arme fast nicht mehr sprechen konte und nur immer bey ihrer Pepi sein wollte auf den armmen, die kleine hatte den Mehlhund<ref>Kinderkankheit, vgl. Anmerkung zum Brief vom 28. Dezember 1872.</ref> , also au[c]h unruhig, die Louise hat nun eine Außhülfe genohmen, damit sie sich doch leichter behelfen könen.''
    
''Heute haben wir den 6 ten, und ich bin mit den Brief noch nicht weiter gekommen der kleinen Louise geht es Gottlob viel beßer auch ist wider ein Stockzahn herauß gekommen. Die Klara ist wohl zimmlich gleich. Wegen Meninger wirst du dich gewiß sehr verwundert haben das der so schnel gestorben. Es war die Krankheit Lungenödemm es dauerte die ganze Krankheit höchstens 8 bis 10 Tage die Haas kamm glücklich als er noch amm Leben war, aber sprechen konnte er nicht mehr, sie ist ganz trostloos seine Frau, er hat leider seine letzten 5000 fl'' [Gulden] ''noch 6 Wochen bevor die Kinda [?] bey Weizner [?] auß gebrochen ist ihm gegeben, und so haben sie in / jeder Beziehung unersätzliche Verluste erlitten – es wird ihnen sehr weh thun sich so einschrencken zu müßen da mit einmal alles abgeschnitten ist. Er hatte 2500 fl Pension. Herr Pertinger [?] er war in der selben Kanzlei wo er von Eistener [?] war Kassirer der hat sich auf die Eisenbahn Schine gelegt bey Müllen'' [&nbsp;[[Mülln]], Anm.] ''und wurde in Stücken zermahlmt. 2 Mäner ein Schloßer, und ein Dienstmann, haben sich ertränkt. Habt Ihr auch eine so ungünstige Witterung in Mödling als wie hier, der Schne liegt meistens bis Eigen'' [&nbsp;[[Aigen]], Anm.] ''herunten vom Geißberg'' [&nbsp;[[Gaisberg]], Anm.] ''Die blüthen we[r]den wohl wieder [!] alle zu Grunde gegangen sein, es scheint als ob wir nie mehr ein Obst bekommen sollten, und wenn doch so wohlthätig, es thut einen ordentlich weh die Bäume so schön blühen zu sehen und doch keine Früchte. Wie froh bin ich, das Franz wider ganz wohl ist, man sieht doch das er immer vorsichtig sein muß. /''
 
''Heute haben wir den 6 ten, und ich bin mit den Brief noch nicht weiter gekommen der kleinen Louise geht es Gottlob viel beßer auch ist wider ein Stockzahn herauß gekommen. Die Klara ist wohl zimmlich gleich. Wegen Meninger wirst du dich gewiß sehr verwundert haben das der so schnel gestorben. Es war die Krankheit Lungenödemm es dauerte die ganze Krankheit höchstens 8 bis 10 Tage die Haas kamm glücklich als er noch amm Leben war, aber sprechen konnte er nicht mehr, sie ist ganz trostloos seine Frau, er hat leider seine letzten 5000 fl'' [Gulden] ''noch 6 Wochen bevor die Kinda [?] bey Weizner [?] auß gebrochen ist ihm gegeben, und so haben sie in / jeder Beziehung unersätzliche Verluste erlitten – es wird ihnen sehr weh thun sich so einschrencken zu müßen da mit einmal alles abgeschnitten ist. Er hatte 2500 fl Pension. Herr Pertinger [?] er war in der selben Kanzlei wo er von Eistener [?] war Kassirer der hat sich auf die Eisenbahn Schine gelegt bey Müllen'' [&nbsp;[[Mülln]], Anm.] ''und wurde in Stücken zermahlmt. 2 Mäner ein Schloßer, und ein Dienstmann, haben sich ertränkt. Habt Ihr auch eine so ungünstige Witterung in Mödling als wie hier, der Schne liegt meistens bis Eigen'' [&nbsp;[[Aigen]], Anm.] ''herunten vom Geißberg'' [&nbsp;[[Gaisberg]], Anm.] ''Die blüthen we[r]den wohl wieder [!] alle zu Grunde gegangen sein, es scheint als ob wir nie mehr ein Obst bekommen sollten, und wenn doch so wohlthätig, es thut einen ordentlich weh die Bäume so schön blühen zu sehen und doch keine Früchte. Wie froh bin ich, das Franz wider ganz wohl ist, man sieht doch das er immer vorsichtig sein muß. /''