| − | Georg Hagenauer de Hagenau (* um 1536 in Allershausen, † nach 1585 in Ainring) war ein Nachkomme des bayrischen Zweiges der Edelfreien [[Hagenauer|Herren von Hagenau]] und Stifter der Salzburger Linie der Hagenauer. Verheiratet in Ainring um 1568. | + | '''Georg Hagenauer de Hagenau''' (auch Georg Hagenauer de Ainring), (* um 1536 in Allershausen, † nach 1585 in Ainring) war ein Nachkomme des bayrischen Zweiges der Edelfreien [[Hagenauer|Herren von Hagenau]] und Stifter der Salzburger Linie der Hagenauer. |
| | Mit seinem Vater Sebastian Hagenauer de Allershausen verließ Georg als Kind um [[1546]] Allershausen (Bayern) und kam über das Pflegschaftsgericht Teisendorf in das sichere katholische [[Erzbistum Salzburg]] (Frf. Marianne Hauser). Die Gründe der Auswanderung aus der bayrischen Heimat offenbaren sich bei genauerer Betrachtung der bisherigen Familiengeschichte und der historischen Ereignisse in Bayern Mitte des 16. Jahrhunderts. Die Hagenauer waren bereits in den Jahrzehnten davor wirtschaftlich tief gefallen, die meisten Güter verkauft und der ehemals reich begüterte Clan verarmt. Ebenso war die früher stark verzweigte und weit verbreitete Sippe im Begriff auszusterben. Das immer spärlichere Vorkommen in Urkunden (hauptsächlich nur Verkaufsurkunden) ist ein untrügliches Zeichen sowohl für die Verarmung der Hagenauer, als auch für die Dezimierung an Familienmitgliedern. [[1484]] hatte Georgs Urgroßonkel, "Stephan Hagenauer zu Allershausen, der Ehrbare" den bayrischen Stammsitz der Familie verkauft (Indersdorfer Urkunde). Georgs Urgroßvater Ulrich Hagenauer von Allershausen (geb. um 1430) besaß noch ein Gut in unmittelbarer Nähe des alten Stammsitzes. Dieses Gut übernahm sein Großvater Georg, der im Jahre [[1503]] geheiratet hatte. Ob das Gut noch an Georgs Vater Sebastian Hagenauer de Allershausen (später Sebastian Hagenauer de Ainring genannt) übergeben wurde ist ungewiß. | | Mit seinem Vater Sebastian Hagenauer de Allershausen verließ Georg als Kind um [[1546]] Allershausen (Bayern) und kam über das Pflegschaftsgericht Teisendorf in das sichere katholische [[Erzbistum Salzburg]] (Frf. Marianne Hauser). Die Gründe der Auswanderung aus der bayrischen Heimat offenbaren sich bei genauerer Betrachtung der bisherigen Familiengeschichte und der historischen Ereignisse in Bayern Mitte des 16. Jahrhunderts. Die Hagenauer waren bereits in den Jahrzehnten davor wirtschaftlich tief gefallen, die meisten Güter verkauft und der ehemals reich begüterte Clan verarmt. Ebenso war die früher stark verzweigte und weit verbreitete Sippe im Begriff auszusterben. Das immer spärlichere Vorkommen in Urkunden (hauptsächlich nur Verkaufsurkunden) ist ein untrügliches Zeichen sowohl für die Verarmung der Hagenauer, als auch für die Dezimierung an Familienmitgliedern. [[1484]] hatte Georgs Urgroßonkel, "Stephan Hagenauer zu Allershausen, der Ehrbare" den bayrischen Stammsitz der Familie verkauft (Indersdorfer Urkunde). Georgs Urgroßvater Ulrich Hagenauer von Allershausen (geb. um 1430) besaß noch ein Gut in unmittelbarer Nähe des alten Stammsitzes. Dieses Gut übernahm sein Großvater Georg, der im Jahre [[1503]] geheiratet hatte. Ob das Gut noch an Georgs Vater Sebastian Hagenauer de Allershausen (später Sebastian Hagenauer de Ainring genannt) übergeben wurde ist ungewiß. |
| | Georgs Vater Sebastian (Wastl) Hagenauer wurde in einer Salzburger Urkunde aus dem Jahr [[1554]] nördlich von Salzburg in [[Hammerau]] erwähnt. Dort stand seit dem Jahr [[1537]] das durch den damaligen Salzburger Erzbischof [[Matthäus Lang]] gegründete Eisenwerk Annahütte, in dem Sebastian in einer Urkunde genannt wird. Anscheinend hatten sie kein Vermögen aus Bayern retten können und waren finanziell am Boden. Jedoch konnte "Georg Hagenauer de Ainring" (auch Georg Hagenauer de Hagenau), wahrscheinlich auf Grund seiner Abstammung, in einen Gutsbesitz bei Ainring einheiraten. Dies entsprach zwar nicht einer standesgemäßen Verbindung, war aber entsprechend den Umständen das Beste was Georg machen konnte. Er besaß nun ein Gut in Ainring das er aufbaute und für das er in einer Urkunde des Jahres [[1568]] vom Salzburger Domkapitel die Bewilligung für "etliches Zimmerholz am Högl zu vorhabenden Gepeuen" erhält. Mit Högel war wahrscheinlich der [[Johannishögl]] gemeint. In dieser Urkunde wird weder sein Familien- oder Berufstand erwähnt, jedoch ist anzunehmen, dass er um 1568 geheiratet hatte und Landwirt sowie Müller (die es oft zu beträchtlichem Wohlstand brachten) war. So ging es durch Georg I. mit den Hagenauern, die bald an Zahl und Bedeutung zunehmen sollten, wieder bergauf. Seine Nachkommen hatten in alteingesessene Familien des Rupertiwinkels eingeheiratet und die Hagenauer wurden im 17. und 18. Jahrhundert einer der angesehensten und einflußreichsten Familien Salzburgs. Georg selbst hatte zwei urkundlich erwähnte Söhne, den "ehrbaren Wolf (Wolfgang) Hagenauer de Piding" (* ~ 1575 in Hagenau), Mayer des Seyfriedgut in [[Piding]], sowie den "ehrbaren Georg Hagenauer II. von Hagenau" (* 1585 in Hagenau), der als Bauer und Müller bei Hammerau genannt wurde. | | Georgs Vater Sebastian (Wastl) Hagenauer wurde in einer Salzburger Urkunde aus dem Jahr [[1554]] nördlich von Salzburg in [[Hammerau]] erwähnt. Dort stand seit dem Jahr [[1537]] das durch den damaligen Salzburger Erzbischof [[Matthäus Lang]] gegründete Eisenwerk Annahütte, in dem Sebastian in einer Urkunde genannt wird. Anscheinend hatten sie kein Vermögen aus Bayern retten können und waren finanziell am Boden. Jedoch konnte "Georg Hagenauer de Ainring" (auch Georg Hagenauer de Hagenau), wahrscheinlich auf Grund seiner Abstammung, in einen Gutsbesitz bei Ainring einheiraten. Dies entsprach zwar nicht einer standesgemäßen Verbindung, war aber entsprechend den Umständen das Beste was Georg machen konnte. Er besaß nun ein Gut in Ainring das er aufbaute und für das er in einer Urkunde des Jahres [[1568]] vom Salzburger Domkapitel die Bewilligung für "etliches Zimmerholz am Högl zu vorhabenden Gepeuen" erhält. Mit Högel war wahrscheinlich der [[Johannishögl]] gemeint. In dieser Urkunde wird weder sein Familien- oder Berufstand erwähnt, jedoch ist anzunehmen, dass er um 1568 geheiratet hatte und Landwirt sowie Müller (die es oft zu beträchtlichem Wohlstand brachten) war. So ging es durch Georg I. mit den Hagenauern, die bald an Zahl und Bedeutung zunehmen sollten, wieder bergauf. Seine Nachkommen hatten in alteingesessene Familien des Rupertiwinkels eingeheiratet und die Hagenauer wurden im 17. und 18. Jahrhundert einer der angesehensten und einflußreichsten Familien Salzburgs. Georg selbst hatte zwei urkundlich erwähnte Söhne, den "ehrbaren Wolf (Wolfgang) Hagenauer de Piding" (* ~ 1575 in Hagenau), Mayer des Seyfriedgut in [[Piding]], sowie den "ehrbaren Georg Hagenauer II. von Hagenau" (* 1585 in Hagenau), der als Bauer und Müller bei Hammerau genannt wurde. |