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| | ===Verbreitung und Lebensraum=== | | ===Verbreitung und Lebensraum=== |
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| − | ''Coleophoridae'' sind oft auf extensiv genutzten Wiesen anzutreffen, aber auch in Hochstaudenfluren, an [[Wald (Pflanzenformation)|Wald]]<nowiki></nowiki>- und Gebüschrändern und in Felsfluren. Dabei fliegen sie sowohl tagsüber, kommen aber auch nachts an künstliche Lichtquellen. Welche Nektarpflanzen sie besuchen, ist weitgehend unerforscht. Auch über ihre sonstige Lebensweise ist, zumindest aus Salzburg, kaum etwas bekannt (Kurz & Kurz 2022). | + | ''Coleophoridae'' sind oft auf extensiv genutzten Wiesen anzutreffen, aber auch in Hochstaudenfluren, an [[Wald (Pflanzenformation)|Wald]]<nowiki></nowiki>- und Gebüschrändern und in Felsfluren. Dabei fliegen sie sowohl tagsüber, kommen aber auch nachts an künstliche Lichtquellen. Welche Nektarpflanzen sie besuchen, ist weitgehend unerforscht. Auch über ihre sonstige Lebensweise ist, zumindest aus Salzburg, kaum etwas bekannt ([[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] & [[Marion Kurz|Kurz]] 2022). |
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| | Die Raupen der ''Coleophoridae'' sind zum überwiegenden Teil Blattminierer. Dazu spinnen sie ihren Sack an der Ober- oder Unterseite eines Blattes an, nagen eine kreisförmige Öffnung in die Epidermis und verzehren dann das Blattgrün zwischen den Blatthäuten. Dabei verlassen sie ihren Sack oft zur Gänze, kehren zur Fortbewegung aber wieder in diesen zurück. Der Sack wird mit dem Wachstum der Raupe immer auch wieder vergrößert. Eine Reihe von ''Coleophoriden''raupen sind Samenfresser, wobei dann die leeren Samenkapseln zur Erweitung des Sackes verwendet werden. Manchen Arten bauen ihren Sack zudem aus einem Sekret, das an der Luft erhärtet. Raupen der ''Coleophoridae'' sind oft parasitiert, besonders von Arten aus der [[Glossar Biologie#F|Familie]] [[Braconidae]] (Brackwespen). | | Die Raupen der ''Coleophoridae'' sind zum überwiegenden Teil Blattminierer. Dazu spinnen sie ihren Sack an der Ober- oder Unterseite eines Blattes an, nagen eine kreisförmige Öffnung in die Epidermis und verzehren dann das Blattgrün zwischen den Blatthäuten. Dabei verlassen sie ihren Sack oft zur Gänze, kehren zur Fortbewegung aber wieder in diesen zurück. Der Sack wird mit dem Wachstum der Raupe immer auch wieder vergrößert. Eine Reihe von ''Coleophoriden''raupen sind Samenfresser, wobei dann die leeren Samenkapseln zur Erweitung des Sackes verwendet werden. Manchen Arten bauen ihren Sack zudem aus einem Sekret, das an der Luft erhärtet. Raupen der ''Coleophoridae'' sind oft parasitiert, besonders von Arten aus der [[Glossar Biologie#F|Familie]] [[Braconidae]] (Brackwespen). |
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| | ===Artenzahlen in Salzburg=== | | ===Artenzahlen in Salzburg=== |
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| − | Auf Grund der Schwierigkeiten bei der Bestimmung wurden die ''Coleophoridae'' Salzburgs erst als letzte Schmetterlingsfamilie revidiert (Kurz & Embacher 2022, Kurz & Kurz 2022). Dabei ergab sich ein Artenbestand von 54 gesicherten und 4 fraglichen, somit insgesamt 58 Arten für das Bundesland Salzburg. Elf Arten mussten gegenüber der Aufstellung von Embacher et al. (2011) aus der Faunenliste gestrichen werden, zwölf Arten konnten dagegen neu für [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] nachgewiesen werden. Wie bei vielen blattminierenden ''Lepidopteren'' sind auch bei den ''Coleophoridae'' die an Gehölzen lebenden Arten recht gut vertreten, während die auf Trockenstandorten an Kräutern lebenden weitgehend fehlen. | + | Auf Grund der Schwierigkeiten bei der Bestimmung wurden die ''Coleophoridae'' Salzburgs erst als letzte Schmetterlingsfamilie revidiert (Kurz & Embacher 2022, [[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] & [[Marion Kurz|Kurz]] 2022). Dabei ergab sich ein Artenbestand von 54 gesicherten und 4 fraglichen, somit insgesamt 58 Arten für das Bundesland Salzburg. Elf Arten mussten gegenüber der Aufstellung von Embacher et al. (2011) aus der Faunenliste gestrichen werden, zwölf Arten konnten dagegen neu für [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] nachgewiesen werden. Wie bei vielen blattminierenden ''Lepidopteren'' sind auch bei den ''Coleophoridae'' die an Gehölzen lebenden Arten recht gut vertreten, während die auf Trockenstandorten an Kräutern lebenden weitgehend fehlen. |
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