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| | == Geschichte == | | == Geschichte == |
| − | Dieses Gebäude wurde als "''Häusl beim Gut Strumegg''“ um [[1640]] an der Stelle errichtet, wo sich heute der [[Kreisverkehr Baderluck]] befindet. [[1762]] umgebaut, musste es [[1958]] der neuen Trassierung der [[Wolfgangsee- Straße]] weichen. | + | Dieses Gebäude wurde als "''Häusl beim Gut Strumegg''" um [[1640]] an der Stelle errichtet, wo sich heute der [[Kreisverkehr Baderluck]] befindet. [[1762]] umgebaut, musste es [[1958]] der neuen Trassierung der [[Wolfgangsee- Straße]] weichen. |
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| | Hinter der Bezeichnung ''Spitzkramer'' verbirgt sich die Geschichte eines Zweiges der Flachgauer Hausindustrie, nämlich der [[Spitze (Stoff)|Schlingen- und Spitzenklöppelei]] vom [[17. Jahrhundert]] bis zum Beginn des [[19. Jahrhundert]]s. Es war eine zusätzliche Erwerbsmöglichkeit vorwiegend für Frauen, aber auch für Holzknechte, Kraxenträger, Taglöhner u.a. | | Hinter der Bezeichnung ''Spitzkramer'' verbirgt sich die Geschichte eines Zweiges der Flachgauer Hausindustrie, nämlich der [[Spitze (Stoff)|Schlingen- und Spitzenklöppelei]] vom [[17. Jahrhundert]] bis zum Beginn des [[19. Jahrhundert]]s. Es war eine zusätzliche Erwerbsmöglichkeit vorwiegend für Frauen, aber auch für Holzknechte, Kraxenträger, Taglöhner u.a. |
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| − | Der Spitzkrämer war der Verleger, der den Heimarbeitern das notwendige, teilweise sehr teure Material (in Salzburg Leinenzwirn und Baumwollgarn, in Klöppelgebieten anderer Länder auch Leonische Fäden, also vergoldete oder versilberte Metallfäden, sowie Roßhaar, Seide und gespaltenes Stroh) zur Verfügung stellte und die erzeugte Ware auf den Wochen-, Saison- und Jahrmärkten im In- und Ausland absetzte (u.a. in München und Augsburg). Es wurden "Schlingen“ und Klöppelspitzen hergestellt. Salzburger und Mondseer Schlingen waren eine Besonderheit, die mit einer einfacheren Klöppeltechnik aus Leinen- und Baumwollfäden produziert wurden. | + | Der Spitzkrämer war der Verleger, der den Heimarbeitern das notwendige, teilweise sehr teure Material (in Salzburg Leinenzwirn und Baumwollgarn, in Klöppelgebieten anderer Länder auch Leonische Fäden, also vergoldete oder versilberte Metallfäden, sowie Roßhaar, Seide und gespaltenes Stroh) zur Verfügung stellte und die erzeugte Ware auf den Wochen-, Saison- und Jahrmärkten im In- und Ausland absetzte (u.a. in München und Augsburg). Es wurden "Schlingen" und Klöppelspitzen hergestellt. Salzburger und Mondseer Schlingen waren eine Besonderheit, die mit einer einfacheren Klöppeltechnik aus Leinen- und Baumwollfäden produziert wurden. |
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| − | Die Krämerei mit der "weißen Ware“ hatte sich schon zu Beginn des 17. Jahrhunderts in den Land- bzw. [[Pfleggerichte]]n [[Schloss Hüttenstein|Hüttenstein]] ([[St. Gilgen]]) und [[Pfleggericht Wartenfels|Wartenfels]] ([[Thalgau]]) etabliert. Zu Beginn erzeugte man bis 1670 vorwiegend Schlingen, anschließend lief die Produktion von Schlingen und Klöppelspitzen parallel. | + | Die Krämerei mit der "weißen Ware" hatte sich schon zu Beginn des 17. Jahrhunderts in den Land- bzw. [[Pfleggerichte]]n [[Schloss Hüttenstein|Hüttenstein]] ([[St. Gilgen]]) und [[Pfleggericht Wartenfels|Wartenfels]] ([[Thalgau]]) etabliert. Zu Beginn erzeugte man bis 1670 vorwiegend Schlingen, anschließend lief die Produktion von Schlingen und Klöppelspitzen parallel. |
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| | Nach den Forschungen von Dr. [[Monika Thonhauser]] weisen die Pfarrmatriken von Thalgau für die Jahre von 1682 bis 1698 zehn Spitzen -und Schlingenhändler aus. Für die Zeit von 1700 bis 1793 sind weitere acht verzeichnet. | | Nach den Forschungen von Dr. [[Monika Thonhauser]] weisen die Pfarrmatriken von Thalgau für die Jahre von 1682 bis 1698 zehn Spitzen -und Schlingenhändler aus. Für die Zeit von 1700 bis 1793 sind weitere acht verzeichnet. |
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| | Darunter finden sich für Hof unter der Jahreszahl 1695 ein Georg Gizner, Spizkhrammer in der Paderluckhen; Jacob Gizner, 1698 - 1726; Spitzkhrammer in der Paderluckhen; 1741 - 1784 Andreas Gizner, Spitzkhrammer und Rechenmacher in der Paderluckhen; (1757 - 1778 uxor Magdalena, Spitzkrammerin, Rechenmacherin). | | Darunter finden sich für Hof unter der Jahreszahl 1695 ein Georg Gizner, Spizkhrammer in der Paderluckhen; Jacob Gizner, 1698 - 1726; Spitzkhrammer in der Paderluckhen; 1741 - 1784 Andreas Gizner, Spitzkhrammer und Rechenmacher in der Paderluckhen; (1757 - 1778 uxor Magdalena, Spitzkrammerin, Rechenmacherin). |
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| − | Aber bereits 1675 suchte August Kirpichler in der Paderluckn um die [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#G|Gerechtsame]] (Gewerbeberechtigung) für die "Worische Krammerei“ an. Es dürfte dabei der Handel mit Flachs (Werg), mundartlich "Weri“, gemeint sein. [[1710]] bezeichnet sich Michael Khirchpichler bereits als Spitz- und Schlingenhändler in der Paderlucken. Der Hofer Spitzenkrämer beschäftigte ungefähr 15 Klöpplerinnen. | + | Aber bereits 1675 suchte August Kirpichler in der Paderluckn um die [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#G|Gerechtsame]] (Gewerbeberechtigung) für die "Worische Krammerei" an. Es dürfte dabei der Handel mit Flachs (Werg), mundartlich "Weri", gemeint sein. [[1710]] bezeichnet sich Michael Khirchpichler bereits als Spitz- und Schlingenhändler in der Paderlucken. Der Hofer Spitzenkrämer beschäftigte ungefähr 15 Klöpplerinnen. |
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| | Mit Anfang des 19. Jahrhunderts ging es mit der Spitzen-Hausindustrie zu Ende. Den Wiederbelebungsversuchen durch die Aktivität von Frauenvereinen waren keine größeren Erfolge beschieden. Seit 1970 ist Spitzenklöppeln zu einem Hobby talentierter Frauen geworden, die mit Freude und Kreativität die alte Kunst am Leben erhalten. | | Mit Anfang des 19. Jahrhunderts ging es mit der Spitzen-Hausindustrie zu Ende. Den Wiederbelebungsversuchen durch die Aktivität von Frauenvereinen waren keine größeren Erfolge beschieden. Seit 1970 ist Spitzenklöppeln zu einem Hobby talentierter Frauen geworden, die mit Freude und Kreativität die alte Kunst am Leben erhalten. |