| Zeile 4: |
Zeile 4: |
| | | | |
| | == Einleitung == | | == Einleitung == |
| − | Die neue Gruber-Orgel wurde [[2018]] von Rieger Orgelbau ([[Vorarlberg]]) erbaut und von Ekkehard Fehl (Berlin) intoniert. Die Bezeichnung '''Stille-Nacht-Orgel'''<ref>[[Gerhard Walterskirchen]]: ''Eine "Stille-Nacht-Orgel“ für Oberndorf''. In: ''[[Blätter der Stille Nacht Gesellschaft]]'', Folge 6, Jg. 1980, S. 4.</ref> trägt das [[1982]] errichtete Instrument der [[Stadtpfarrkirche St. Nikolaus Oberndorf|Stadtpfarrkirche Oberndorf]].<ref>Wikipedia, Stille-Nacht-Orgel: [https://de.wikipedia.org/wiki/Pfarrkirche_Oberndorf_bei_Salzburg#Stille-Nacht-Orgel], aufgerufen am 11. November 2015.</ref> | + | Die neue Gruber-Orgel wurde [[2018]] von Rieger Orgelbau ([[Vorarlberg]]) erbaut und von Ekkehard Fehl (Berlin) intoniert. Die Bezeichnung '''Stille-Nacht-Orgel'''<ref>[[Gerhard Walterskirchen]]: ''Eine "Stille-Nacht-Orgel" für Oberndorf''. In: ''[[Blätter der Stille Nacht Gesellschaft]]'', Folge 6, Jg. 1980, S. 4.</ref> trägt das [[1982]] errichtete Instrument der [[Stadtpfarrkirche St. Nikolaus Oberndorf|Stadtpfarrkirche Oberndorf]].<ref>Wikipedia, Stille-Nacht-Orgel: [https://de.wikipedia.org/wiki/Pfarrkirche_Oberndorf_bei_Salzburg#Stille-Nacht-Orgel], aufgerufen am 11. November 2015.</ref> |
| | | | |
| − | Die Kirche besaß auch eine Chororgel, [[Franz Xaver Gruber (Autor)|Franz Xaver Gruber jun.]] schrieb 1870: "Im Presbyterium steht ein Positv mit 4 Registern.“<ref>Franz Xaver Gruber: ''Chronologisch-statistische Beschreibung der Stadt Hallein und ihrer Umgebung'', Salzburg 1870, S. 64.</ref> Das Positiv wurde 1879 von Dechant (1872–1903) [[Johann Baptist Moser|Johann Bap. Moser]] um 50 [[Gulden]] nach [[Katholische Filialkirche hl. Ulrich|Scheffau]] verkauft.<ref>Der [[Pfarrkirche der Hll. Johannes der Täufer und Johannes Evangelist|Gollinger]] Pfarrer ([[1879]]–[[1885]]) Franz Xaver Lechner bat das Konsistorium: "Laut gütigster Mittheilung von Seiten'' [...] des Dechants ''von Hallein Johann B. Moser wäre die dort sich befindliche kleine Orgel durch Ankauf von 50 fl zu empfangen und nach Angaben entsprechend für eine kleine Kirche. Da in der filialkirche zu Scheffau, die bestehende Orgel recht schadhaft, fast unbrauchbar wird und auf jeden Fall deren Renovierung für das Vermögen der armen Kirche kostspielig würde, so möchte gehorsamst gefertigte f. e. Kirchenverwaltung [...]“. Das Ansuchen wurde mit Schreiben vom 19. August 1879 bewilligt; [[Archiv der Erzdiözese Salzburg|AES]]: Golling, Kasten 6, Fach 104, Faszikel 2 (Kopie aus Oeconomica 6/102).</ref> | + | Die Kirche besaß auch eine Chororgel, [[Franz Xaver Gruber (Autor)|Franz Xaver Gruber jun.]] schrieb 1870: "Im Presbyterium steht ein Positv mit 4 Registern."<ref>Franz Xaver Gruber: ''Chronologisch-statistische Beschreibung der Stadt Hallein und ihrer Umgebung'', Salzburg 1870, S. 64.</ref> Das Positiv wurde 1879 von Dechant (1872–1903) [[Johann Baptist Moser|Johann Bap. Moser]] um 50 [[Gulden]] nach [[Katholische Filialkirche hl. Ulrich|Scheffau]] verkauft.<ref>Der [[Pfarrkirche der Hll. Johannes der Täufer und Johannes Evangelist|Gollinger]] Pfarrer ([[1879]]–[[1885]]) Franz Xaver Lechner bat das Konsistorium: "Laut gütigster Mittheilung von Seiten'' [...] des Dechants ''von Hallein Johann B. Moser wäre die dort sich befindliche kleine Orgel durch Ankauf von 50 fl zu empfangen und nach Angaben entsprechend für eine kleine Kirche. Da in der filialkirche zu Scheffau, die bestehende Orgel recht schadhaft, fast unbrauchbar wird und auf jeden Fall deren Renovierung für das Vermögen der armen Kirche kostspielig würde, so möchte gehorsamst gefertigte f. e. Kirchenverwaltung [...]". Das Ansuchen wurde mit Schreiben vom 19. August 1879 bewilligt; [[Archiv der Erzdiözese Salzburg|AES]]: Golling, Kasten 6, Fach 104, Faszikel 2 (Kopie aus Oeconomica 6/102).</ref> |
| | | | |
| | == Gruber-Orgel 2018 == | | == Gruber-Orgel 2018 == |
| − | Das 1963 eingebaute und nach dem Komponisten des weltbekannten Weihnachtsliedes "[[Stille Nacht! Heilige Nacht!]]“, [[Franz Xaver Gruber]], benannte Instrument wurde in der zweiten Hälfte des [[20. Jahrhundert]]s desolat, eine neue Orgel im alten Gehäuse schien als Lösung angebracht. Allein die Zerlegung, die Reinigung und der Ersatz kaputter Teile, so hatten Experten festgestellt, hätte bis zu 200.000 Euro gekostet. Nicht in dieser Summe berücksichtigt waren die Kosten für die Behandlung des Holzwurmbefalls. Außerdem sind die zum Zeitpunkt der Errichtung verwendeten elektromagnetischen und elektropneumatischen Steuerungen prinzipiell überholt. | + | Das 1963 eingebaute und nach dem Komponisten des weltbekannten Weihnachtsliedes "[[Stille Nacht! Heilige Nacht!]]", [[Franz Xaver Gruber]], benannte Instrument wurde in der zweiten Hälfte des [[20. Jahrhundert]]s desolat, eine neue Orgel im alten Gehäuse schien als Lösung angebracht. Allein die Zerlegung, die Reinigung und der Ersatz kaputter Teile, so hatten Experten festgestellt, hätte bis zu 200.000 Euro gekostet. Nicht in dieser Summe berücksichtigt waren die Kosten für die Behandlung des Holzwurmbefalls. Außerdem sind die zum Zeitpunkt der Errichtung verwendeten elektromagnetischen und elektropneumatischen Steuerungen prinzipiell überholt. |
| − | [[Datei:Erneuerung der Halleiner Stille Nacht-Orgel, August 2013.jpg|thumb|Erneuerung der Halleiner Stille Nacht-Orgel, August 2013]] Eine Sanierung hätte nach Ansicht von Experten weitere Kosten verursacht, aber die Grundprobleme nicht beseitigt. Für die Errichtung einer neuen "Gruber-Orgel“ wurde daher eine Initiative mit der begrifflich disparaten Bezeichnung "Neue Halleiner Stille Nacht-Orgel“ gegründet, die von der [[Initiative Halleiner Stille Nacht-Orgel]] betrieben wurde. | + | [[Datei:Erneuerung der Halleiner Stille Nacht-Orgel, August 2013.jpg|thumb|Erneuerung der Halleiner Stille Nacht-Orgel, August 2013]] Eine Sanierung hätte nach Ansicht von Experten weitere Kosten verursacht, aber die Grundprobleme nicht beseitigt. Für die Errichtung einer neuen "Gruber-Orgel" wurde daher eine Initiative mit der begrifflich disparaten Bezeichnung "Neue Halleiner Stille Nacht-Orgel" gegründet, die von der [[Initiative Halleiner Stille Nacht-Orgel]] betrieben wurde. |
| | | | |
| − | Der ''Initiative Halleiner Stille Nacht-Orgel'' begann Benefizveranstaltungen zu organisieren, deren Reinerlöse dem Ankauf einer neuen Orgel dienten. [[Placido Domingo]] sang am [[24. Dezember]] [[1976]] in der Stadtpfarrkirche das Weihnachtslied "Stille Nacht, heilige Nacht“, damals war er im Kurhotel [[Vollererhof]] in [[Puch]] zu Gast. Domingo spendete 10.000 Euro und erteilte der Initiative das Recht, seinen Namen und sein Konterfei im Zusammenhang mit der Orgelinitiative verwenden zu dürfen. | + | Der ''Initiative Halleiner Stille Nacht-Orgel'' begann Benefizveranstaltungen zu organisieren, deren Reinerlöse dem Ankauf einer neuen Orgel dienten. [[Placido Domingo]] sang am [[24. Dezember]] [[1976]] in der Stadtpfarrkirche das Weihnachtslied "Stille Nacht, heilige Nacht", damals war er im Kurhotel [[Vollererhof]] in [[Puch]] zu Gast. Domingo spendete 10.000 Euro und erteilte der Initiative das Recht, seinen Namen und sein Konterfei im Zusammenhang mit der Orgelinitiative verwenden zu dürfen. |
| | | | |
| | Am [[1. Dezember]] [[2010]] gab [[Angelika Kirchschlager]], von [[Markus Stepanek]] am Klavier begleitet, einen Benefiz-Liederabend zugunsten der Gruber-Orgel. Insgesamt wurde an diesem Abend ein Erlös von 16.000 Euro für den Orgelneubau von 555 Konzertbesuchern gespendet. Die beiden Künstler bekamen als Gage für diesen Abend ein ''Bschoadpackerl'', gefüllt mit allerlei Halleiner Köstlichkeiten. | | Am [[1. Dezember]] [[2010]] gab [[Angelika Kirchschlager]], von [[Markus Stepanek]] am Klavier begleitet, einen Benefiz-Liederabend zugunsten der Gruber-Orgel. Insgesamt wurde an diesem Abend ein Erlös von 16.000 Euro für den Orgelneubau von 555 Konzertbesuchern gespendet. Die beiden Künstler bekamen als Gage für diesen Abend ein ''Bschoadpackerl'', gefüllt mit allerlei Halleiner Köstlichkeiten. |
| Zeile 111: |
Zeile 111: |
| | Die Halleiner Orgel geht auf das Instrument zurück, das [[1704]] angeschafft wurde und das vermutlich vom Salzburger [[Orgelbauer#Hoforgelmacher|Hoforgelmacher]] [[Christoph Egedacher]] stammte. Das Gehäuse, welches in etwas veränderter Form erhalten geblieben ist, lieferte der Halleiner Tischler Jacob Daigl um 80 [[Gulden]], [[1707]] wurde es vergoldet.<ref>''[[Österreichische Kunsttopographie]] 20'': [[Die Denkmale des politischen Bezirkes Hallein]] (ÖKT 20), hg. vom Kunsthistorischen Institute des Bundesdenkmalamtes, Wien, Augsburg, Köln, 1927, S. 88.</ref> Sie hatte 13 Register auf zwei Manualen und Pedal, anstelle des Tondos mit dem Ölbild der hl. [[Cäcilia von Rom]] war das Zifferblatt einer Uhr Bestandteil des Orgelprospektes. Das Zifferblatt mit römischen Ziffern ist auf einer [[1927]] veröffentlichen Abbildung noch zu sehen.<ref>''[[Österreichische Kunsttopographie]] 20'': Die Denkmale des politischen Bezirkes Hallein (ÖKT 20), hg. vom Kunsthistorischen Institute des Bundesdenkmalamtes, Wien, Augsburg, Köln, 1927, Abb. 83, S. 97.</ref> | | Die Halleiner Orgel geht auf das Instrument zurück, das [[1704]] angeschafft wurde und das vermutlich vom Salzburger [[Orgelbauer#Hoforgelmacher|Hoforgelmacher]] [[Christoph Egedacher]] stammte. Das Gehäuse, welches in etwas veränderter Form erhalten geblieben ist, lieferte der Halleiner Tischler Jacob Daigl um 80 [[Gulden]], [[1707]] wurde es vergoldet.<ref>''[[Österreichische Kunsttopographie]] 20'': [[Die Denkmale des politischen Bezirkes Hallein]] (ÖKT 20), hg. vom Kunsthistorischen Institute des Bundesdenkmalamtes, Wien, Augsburg, Köln, 1927, S. 88.</ref> Sie hatte 13 Register auf zwei Manualen und Pedal, anstelle des Tondos mit dem Ölbild der hl. [[Cäcilia von Rom]] war das Zifferblatt einer Uhr Bestandteil des Orgelprospektes. Das Zifferblatt mit römischen Ziffern ist auf einer [[1927]] veröffentlichen Abbildung noch zu sehen.<ref>''[[Österreichische Kunsttopographie]] 20'': Die Denkmale des politischen Bezirkes Hallein (ÖKT 20), hg. vom Kunsthistorischen Institute des Bundesdenkmalamtes, Wien, Augsburg, Köln, 1927, Abb. 83, S. 97.</ref> |
| | | | |
| − | In der Zeit um 1770 muss das Instrument von einem "betrügerischen Orgelbauer“ verhunzt worden sein, wie der Halleiner Stadtpfarrorganist (1791–1806) Franz Treml klagte. In einer Eingabe der Kirchenverwaltung ist zu lesen: ''Seit einiger Zeit hatten sich diese Gebrechen derart vermehrt und sind so gravierend geworden, daß fünf Register, worunter einige der nothwendigsten, z. B. Koppel, Flöte, Subbaß ganz zugesteckt und außer Gebrauch gesetzt werden mußten''.<ref>[[Archiv der Erzdiözese Salzburg|AES]]: Akte ''Hallein 6/78'' (Hallein, [[2. August]] [[1804]]). Zitiert nach: Gerhard Walterskirchen: "''… weil der Organist doch immer am besten versteh, was sein Bedarf ist''”. Ein unbekanntes Orgegutachten von Franz Xaver Gruber, in: ''De Editione Musices'', Salzburg 1992, S. 339.</ref> | + | In der Zeit um 1770 muss das Instrument von einem "betrügerischen Orgelbauer" verhunzt worden sein, wie der Halleiner Stadtpfarrorganist (1791–1806) Franz Treml klagte. In einer Eingabe der Kirchenverwaltung ist zu lesen: ''Seit einiger Zeit hatten sich diese Gebrechen derart vermehrt und sind so gravierend geworden, daß fünf Register, worunter einige der nothwendigsten, z. B. Koppel, Flöte, Subbaß ganz zugesteckt und außer Gebrauch gesetzt werden mußten''.<ref>[[Archiv der Erzdiözese Salzburg|AES]]: Akte ''Hallein 6/78'' (Hallein, [[2. August]] [[1804]]). Zitiert nach: Gerhard Walterskirchen: "''… weil der Organist doch immer am besten versteh, was sein Bedarf ist''”. Ein unbekanntes Orgegutachten von Franz Xaver Gruber, in: ''De Editione Musices'', Salzburg 1992, S. 339.</ref> |
| | | | |
| − | Anscheinend hatte der "betrügerischen Orgelbauer“, um für sich wertvolles Zinn abzuzweigen, jede Zinnpfeife gekürzt, sodass dann ihr Stimmton um einen Halbton höher als der ohnehin schon hohe Cornettton war. Außerdem war das Gotteshaus vor [[1800]]<ref>''Personalstand der Welt- und Ordens-Geistlichkeit der Erzdiözese Salzburg für das Jahr 1957'' (Schematismus 1957), hrsg. vom Erzbischöflichen Ordinariat Salzburg 1957, S. 187.</ref> aufwändig in eine klassizistische Hallenkirche umgebaut worden: sie wurde u.a. um ''30 Schuch'' (ca. 9,5 Meter)<ref>Der ''Wiener Fuß'' betrug 0,316102 Meter. In: Franc Močnik: ''Lehrbuch des gesammten Rechnens'': für die vierte Classe der Hauptschulen in den k.k. Staaten. Wien: k.k. Schulbücher-Verschleiß-Administration bey St. Anna 1848, S. 131.</ref> nach Westen zu verlängert.<ref>[[Franz Xaver Gruber (Autor)|Gruber, Franz]]: ''Chronologisch-statistische Beschreibung der Stadt Hallein und ihrer Umgebung'', Salzburg 1870, S. 89f.</ref> Naturgemäß muss die Orgel auch wegen dieser Baumaßnahmen glitten haben. | + | Anscheinend hatte der "betrügerischen Orgelbauer", um für sich wertvolles Zinn abzuzweigen, jede Zinnpfeife gekürzt, sodass dann ihr Stimmton um einen Halbton höher als der ohnehin schon hohe Cornettton war. Außerdem war das Gotteshaus vor [[1800]]<ref>''Personalstand der Welt- und Ordens-Geistlichkeit der Erzdiözese Salzburg für das Jahr 1957'' (Schematismus 1957), hrsg. vom Erzbischöflichen Ordinariat Salzburg 1957, S. 187.</ref> aufwändig in eine klassizistische Hallenkirche umgebaut worden: sie wurde u.a. um ''30 Schuch'' (ca. 9,5 Meter)<ref>Der ''Wiener Fuß'' betrug 0,316102 Meter. In: Franc Močnik: ''Lehrbuch des gesammten Rechnens'': für die vierte Classe der Hauptschulen in den k.k. Staaten. Wien: k.k. Schulbücher-Verschleiß-Administration bey St. Anna 1848, S. 131.</ref> nach Westen zu verlängert.<ref>[[Franz Xaver Gruber (Autor)|Gruber, Franz]]: ''Chronologisch-statistische Beschreibung der Stadt Hallein und ihrer Umgebung'', Salzburg 1870, S. 89f.</ref> Naturgemäß muss die Orgel auch wegen dieser Baumaßnahmen glitten haben. |
| | | | |
| − | Um 1805 bekam der Orgelmachergeselle Joachim Brugger den Auftrag, die Orgel zu reparieren, und erhielt dafür 300 [[Gulden|fl.]] Brugger war der sogenannte "''wirkliche Provisor''“ als Orgelbauer: die Witwe des [[1804]] verstorbenen Hoforgelmachers [[Johann Ev. Schmidt]] führte den Orgelbau-Betrieb mit Gesellen mehrere Jahre weiter. Bruggers Arbeit dürfte auch nur Flickwerk gewesen sein, denn die alten Mängel traten bald wieder zu Tage. | + | Um 1805 bekam der Orgelmachergeselle Joachim Brugger den Auftrag, die Orgel zu reparieren, und erhielt dafür 300 [[Gulden|fl.]] Brugger war der sogenannte "''wirkliche Provisor''" als Orgelbauer: die Witwe des [[1804]] verstorbenen Hoforgelmachers [[Johann Ev. Schmidt]] führte den Orgelbau-Betrieb mit Gesellen mehrere Jahre weiter. Bruggers Arbeit dürfte auch nur Flickwerk gewesen sein, denn die alten Mängel traten bald wieder zu Tage. |
| | | | |
| − | [[1837]] erweiterte [[Karl Mauracher (Orgelbauer)|Carl Mauracher]] die Orgel auf 19 Register, wobei er allein für das Hauptwerk zehn Stimmen vorgesehen hatte. Für das Positiv reichte allerdings das Geld nicht mehr aus und er erneuerte nur die ''"wurmstichige Flöte“''.<ref>Walterskirchen: "''… weil der Organist doch immer am besten versteh, was sein Bedarf ist''”, Salzburg 1992, S. 340.</ref> Doch die Unzufriedenheit mit der Orgel wuchs und die Halleiner Kirchenverwaltung formulierte Kritik. So hätte die Orgel zu viele scharfe Stimmen, die ''zusammen einen grellen Ton'' bewirkten. Es besteht kein Zweifel, ''dass die Mitglieder der Kirchenverwaltung hier die Meinung ihres Organisten [[Franz Xaver Gruber]] artikulierten. Gruber war seit 1833 "Regens chori" und Organist an der Stadtpfarrkirche Hallein und verfolgte, "seit längerer Zeit schon die Gebrechen der Orgel bemerkend''“, einen Umbau nach seinen Intentionen. Da Carl Mauracher 1844 gestorben war, hatte er sich an dessen Söhne [[Ludwig Mauracher|Ludwig]] und [[Johann Nepomuk Carl Mauracher|Johann Nepomuk Carl]] gewandt, danach noch an deren Konkurrenten Matthäus Mauracher. Dieser sandte daraufhin an den einen Sohn Grubers, [[Franz Xaver Gruber (Autor)|Franz Xaver jun.]], einen Kostenvoranschlag.<ref>Walterskirchen: "''… weil der Organist doch immer am besten versteh, was sein Bedarf ist''”, Salzburg 1992, S. 341f.</ref> | + | [[1837]] erweiterte [[Karl Mauracher (Orgelbauer)|Carl Mauracher]] die Orgel auf 19 Register, wobei er allein für das Hauptwerk zehn Stimmen vorgesehen hatte. Für das Positiv reichte allerdings das Geld nicht mehr aus und er erneuerte nur die ''"wurmstichige Flöte"''.<ref>Walterskirchen: "''… weil der Organist doch immer am besten versteh, was sein Bedarf ist''”, Salzburg 1992, S. 340.</ref> Doch die Unzufriedenheit mit der Orgel wuchs und die Halleiner Kirchenverwaltung formulierte Kritik. So hätte die Orgel zu viele scharfe Stimmen, die ''zusammen einen grellen Ton'' bewirkten. Es besteht kein Zweifel, ''dass die Mitglieder der Kirchenverwaltung hier die Meinung ihres Organisten [[Franz Xaver Gruber]] artikulierten. Gruber war seit 1833 "Regens chori" und Organist an der Stadtpfarrkirche Hallein und verfolgte, "seit längerer Zeit schon die Gebrechen der Orgel bemerkend''", einen Umbau nach seinen Intentionen. Da Carl Mauracher 1844 gestorben war, hatte er sich an dessen Söhne [[Ludwig Mauracher|Ludwig]] und [[Johann Nepomuk Carl Mauracher|Johann Nepomuk Carl]] gewandt, danach noch an deren Konkurrenten Matthäus Mauracher. Dieser sandte daraufhin an den einen Sohn Grubers, [[Franz Xaver Gruber (Autor)|Franz Xaver jun.]], einen Kostenvoranschlag.<ref>Walterskirchen: "''… weil der Organist doch immer am besten versteh, was sein Bedarf ist''”, Salzburg 1992, S. 341f.</ref> |
| | | | |
| | == Mauracher-Orgel 1864 == | | == Mauracher-Orgel 1864 == |
| − | Am [[13. April]] [[1861]] schrieb Franz Xaver Gruber sen. an Matthäus Mauracher einen langen Brief, in dem er zum Kostenvoranschlag Maurachers Stellung bezieht, seine klanglichen Vorstellungen einfordert und in Maurachers Dispositionsvorschlag eingreift.<ref>Salzburg, Privatbesitz, in: Walterskirchen: "''… weil der Organist doch immer am besten versteh, was sein Bedarf ist''”, Salzburg 1992, S. 342.</ref> Gruber erwähnt auch, dass der Dechant (1845-1872) [[Johann Baptist Wichtlhuber]] das Vorhaben unterstützt.<ref>''"Endlich wurde unsere Orgelbau-Angelegenheit, die bereits in Schlummer zu sinken begann, wieder aufgelegt, um mit erneuter Kraft betrieben zu werden.'' [...] ''Stadtpfarrer Johann Baptist Wichtlhuber'' ... [will] ... ''den Bau beschleinigt wissen und auf eine gediegene Weise ausgeführt'' [...]“''.</ref> | + | Am [[13. April]] [[1861]] schrieb Franz Xaver Gruber sen. an Matthäus Mauracher einen langen Brief, in dem er zum Kostenvoranschlag Maurachers Stellung bezieht, seine klanglichen Vorstellungen einfordert und in Maurachers Dispositionsvorschlag eingreift.<ref>Salzburg, Privatbesitz, in: Walterskirchen: "''… weil der Organist doch immer am besten versteh, was sein Bedarf ist''”, Salzburg 1992, S. 342.</ref> Gruber erwähnt auch, dass der Dechant (1845-1872) [[Johann Baptist Wichtlhuber]] das Vorhaben unterstützt.<ref>''"Endlich wurde unsere Orgelbau-Angelegenheit, die bereits in Schlummer zu sinken begann, wieder aufgelegt, um mit erneuter Kraft betrieben zu werden.'' [...] ''Stadtpfarrer Johann Baptist Wichtlhuber'' ... [will] ... ''den Bau beschleinigt wissen und auf eine gediegene Weise ausgeführt'' [...]"''.</ref> |
| | | | |
| | ====Dispositionsvorschlag von Matthäus Mauracher I. 1861==== | | ====Dispositionsvorschlag von Matthäus Mauracher I. 1861==== |
| | Franz Xaver Gruber gibt ihn in seinem Brief an [[Matthäus Mauracher I.]] wieder und leitet ihn höflich ein: | | Franz Xaver Gruber gibt ihn in seinem Brief an [[Matthäus Mauracher I.]] wieder und leitet ihn höflich ein: |
| | | | |
| − | ''Daher vernehmen sie in Geduld meine Ansichten. Ihre Disposition, die Sie meinem Sohn zusandten, gefällt mir sehr, und sie lautet folgender Maßen:''<ref>Salzburg, Privatbesitz, in: Walterskirchen: ''"… weil der Organist doch immer am besten versteht, was sein Bedarf ist“'', Salzburg 1992, S. 343.</ref> | + | ''Daher vernehmen sie in Geduld meine Ansichten. Ihre Disposition, die Sie meinem Sohn zusandten, gefällt mir sehr, und sie lautet folgender Maßen:''<ref>Salzburg, Privatbesitz, in: Walterskirchen: ''"… weil der Organist doch immer am besten versteht, was sein Bedarf ist"'', Salzburg 1992, S. 343.</ref> |
| | | | |
| | {| border="0" cellspacing="0" cellpadding="10" style="border-collapse:collapse;" | | {| border="0" cellspacing="0" cellpadding="10" style="border-collapse:collapse;" |